Juni wächst in den 50er-Jahren auf einem Flugplatz in New Orleans auf. Für das wilde Kind gibt es nichts Schöneres, als mit ihrem Stiefvater an Flugzeugen herumzubasteln. Doch Juni will mehr: zu den Sternen fliegen. Jahre später kommt sie diesem Traum ein Stück näher: Mit zwölf anderen Frauen wird sie zum Astronauten-Training der NASA zugelassen. Es beginnt eine Zeit der mörderischen Tests. Doch Juni hält durch und erzielt herausragende Ergebnisse. Ihr Traum vom Flug zu den Sternen scheint kurz vor der Erfüllung zu stehen, da erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht: Keine der Frauen darf ins All, Männer wie John Glenn erhalten den Vorzug. Juni ist am Boden zerstört. Aber sie beschließt zu kämpfen. Für ihre Rechte, für ihren Traum ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Karin Wenz-Langhans
aus Limbach
5/5
23.06.2019
eBook (ePUB 3)
Von dem Griff nach den Sternen
In den 1950er Jahren wächst Juni auf dem Flugplatz in New Orleans auf. Sie kann sich nichts tolleres vorstellen, als in einem Flugzeug zu fliegen, etwas, das durch ihren Stiefvater Ben möglich ist. Aber Juni will noch mehr: sie will zu den Sternen fliegen. In den 1960er Jahren ist ihr Traum zum Greifen nah: zusammen mit zwölf anderen Frauen wird sie zu einem Astronauten-Training der NASA zugelassen. Die verantwortlichen Forscher wollen beweisen, dass Frauen im All durchaus Vorteile gegenüber ihren männlichen Kollegen haben. Die Tests sind hart, aber die Frauen halten durch und erzielen hervorragende Ergebnisse.
Egal, ob man damals schon gelebt hat oder nicht, aber jeder weiß von der ersten gelungenen Mondlandung der Amerikaner im Jahr 1969. Und dass die Astronauten damals ausschließlich Männer waren. Was weniger bekannt ist, dass es Jahre zuvor ein Astronauten-Training gab, bei dem auch Frauen zugelassen waren, da einzelne Forscher beweisen wollten, dass Frauen von der Fitness mit den männlichen Astronauten mithalten können und zudem noch erhebliche Vorteile beim Flug in einem engen Raummodul mit sich bringen.
Genau dieses Thema greift Maiken Nielsen auf und verpackt es in einem großartigen Roman. Dabei steht die junge Juni im Mittelpunkt, deren Lebensweg der Leser von ihrer Geburt in Deutschland über die Flucht nach Frankreich und schlussendlich in die USA verfolgt.
Juni ist ein sonniges Kind, das nur so vor Energie sprüht: sie ist ständig am Rennen oder Springen und es ist schnell klar, dass sie über eine außergewöhnliche Konstitution verfügt. Es verwundert daher nicht, dass sie die Fliegerei schnell erlernt und einige Erfolge dabei erlangt. Als sie dann andere bekannte Pilotinnen der USA kennenlernt, fühlt sie sich im siebten Himmel: endlich ist sie unter Frauen, die alle die gleiche Leidenschaft teilen. Und diese Frauen sind auch ziemlich stark: sie leben nicht nur für die Fliegerei, sie bringen nicht selten dabei auch noch Beruf und Familie unter einen Hut – und müssen sich doch immer wieder gegen ihre männlichen Kollegen beweisen.
Dass diese starken Frauen schlussendlich zu dem Astronauten-Training der NASA für Frauen zugelassen werden, muss eine logische Konsequenz sein. Und das Training, welches sie bestreiten, ist wirklich mörderisch. Aber die Frauen sind bereit, für ihren Traum, ins All zu fliegen, alles aufzugeben und in das Training zu stecken. Bis man ihnen dann eröffnet, dass Frauen nicht ins All fliegen werden.
Es geht aber nicht nur um den Traum des Fliegens, sondern auch um Junis Geschichte und Herkunft, die ihre Mutter Martha aus guten Gründen lange vor ihr geheimhält. Als es jedoch an der Zeit wäre, ihr die Wahrheit zu sagen, schafft Martha einfach nicht die Kurve, bis es beinahe zu spät ist.
Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Absätze, die von der Mondlandung handeln: vom Start von Apollo 11 bis zur Landung auf dem Mond, was mir sehr gut gefallen hat. Die Dialoge entstammen dabei historischen Aufzeichnungen.
wanderer.of.words
5/5
06.08.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartig
Hauptdarstellerin in Maiken Nielsens Roman ist die fiktive Juni, die schon als Kind von Flugzeugen fasziniert war und davon träumt zum Mond zu fliegen. Im ersten Abschnitt des Buches erlebt der Leser die Flucht von Juni und ihrer Mutter vor den Nazis und wie ihr Weg sie in die USA führt. Dort beginnt Junis Leidenschaft fürs Fliegen. Auf ihrem Weg begegnen ihr dabei jede Menge historische Figuren: die Frauen der “Mercury 13”, Astronaut John Glenn oder der Raketenwissenschaftler Wernher von Braun. Die Mischung aus Fakten und Fiktion gelingt Nielsen großartig, die historischen Figuren sind sehr glaubwürdig in die Geschichte eingeflochten. Die Geschichte wird durch Passagen ergänzt die den Flug der Apollo 11 zum Mond beschreiben, Nielsen hat dafür die historischen Gesprächsaufzeichnungen verwendet. Diese Faktentreue und die Kombination der Erzählstränge fand ich großartig! An mancher Stelle hätte ich mir aber gewünscht am Kapitelbeginn zu erfahren in welchem Jahr wir uns gerade befinden.
Neben der Geschichte der “Mercury 13” steht im Roman auch die damalige Stellung der Frauen im Fokus. Weibliche Pilotinnen waren unüblich und entsprechend groß die Vorurteile ihnen gegenüber. Trotzdem ließen sie sich nicht unterkriegen und kämpften für ihren Traumberuf und um Anerkennung. Ein großes Lob kann ich auch für die Protagonisten aussprechen, die Autorin schafft es ihnen Leben einzuhauchen und sie greifbar zu machen.
Fazit
Ein großartiges Buch, das mehr Aufmerksamkeit verdient! Maiken Nielsen erzählt eine Geschichte über mutige Frauen bei der man auch viel über die Gesellschaft im Amerika der 50er und 60er Jahre erfährt.
Bewertung
5/5
28.01.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der steile Weg nach oben
Die Mondlandung und Apollo 11 sind wohl eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins werden über Nacht zu Superstars, sie zieren Zeitungen, Nachrichten und unzählige Kinderzimmer. Es ist eine Zeit, in der jeder über sie spricht, über die großen Schritte für die Menschheit und eine Zeit, in der sie jeder vergisst - die vielen kleinen Schritte zuvor, die den Mensch näher an den Mond brachten. Schritte, unter anderem zurückgelegt von den 13 Astronautinnen des NASA-Programms „ Mercury 13“. Mit „Space Girls“ widmet Maiken Nielsen genau jenen Frauen ihren zweiten Roman, zusammen mit ihrer Protagonistin Juni, einen Mädchen deutscher Herkunft, geht es mitten hinein in die schonungslosen Aufnahmetests der NASA, mitten hinein in eine Gesellschaft, in der das Bild einer Frau auf dem Mond nicht bei allen für Begeisterungsrufe sorgt. Und, angesiedelt in den 50er Jahren, geht es auch mitten hinein in eine Zeit, in ein Deutschland, in dem lieber verdrängt, statt aufgearbeitet wird, in dem man lieber schnell vergisst, als mühsam nachforscht und in dem der Status einer Person noch immer mehr wiegt, als deren moralische Unversehrtheit. Mit „Space Girls“ nimmt Nielsen den Leser mit auf eine ganz besondere Reise, sie fasziniert, erstaunt und sorgt immer wieder mit ihrer leichten, ganz ruhigen Schreibweise für Momente, in denen man sich völlig in der Geschichte verliert. Dabei schreibt Maiken Nielsen nicht mit erhobenem Zeigefinger, sie verzichtet darauf, ihren Lesern Seite um Seite die "richtige" Weltsicht vermitteln zu wollen. Und dennoch schafft es "Space Girls" wie kein anderes Buch, dass der Feminismus in all seinen Facetten auf absolut unaufgeregte Weise sein Licht auf das Geschehen wirft. Nielsens Protagonistin Juni und ihre Mitstreiterinnen des Mercury 13-Programms der NASA sind auf ihre ganz eigene Art Vorreiter einer ganzen Bewegung, sie vermitteln Mut, Stärke und eine gewisse Portion Hochmut, sie inspirieren, treiben an und stellen das zu dieser Zeit vorherrschende Bild der Frau gehörig auf den Kopf. Geschickt verknüpft Nielsen den Kampf um die angemessene Rolle der Frau mit der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und stellt auch hier genau die Fragen, die richtig weh tun: Inwieweit rechtfertigt Status und Begabung unmenschliches Verhalten, Grausamkeit? Trifft den, der nur schweigt, dieselbe Schuld, wie den, der auch handelt? Und wie sehr prägt Herkunft, Heimat, den weiteren Lebensweg? In ihrem flüssigen Erzählstil schlägt Nielsen einen Bogen von Köln nach New Orleans und begleitet ihre Protagonisten über weite Strecken deren Lebens. Gekonnt verwebt sie historische Fakten, nimmt real existierende Personen und vermischt diese mit fiktiven Schicksalen. Stück für Stück setzt Nielsen so einen grandiosen Roman zusammen, der nicht nur Licht auf ein bis dahin eher vernachlässigtes Stück Geschichte wirft, sondern der die Rolle der Frau in der Raumfahrt ganz neu bewertet.
Bewertung
5/5
02.10.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine junge Frau, die sich ihrer...
Eine junge Frau, die sich ihrer Zeit voraus den Traum erfüllt, Pilotin und Astronautin zu werden! Die Schilderung der Verhältnisse in den 50er Jahren, sowohl gesellschaftlch als auch historisch, ist sehr lebhaft in diesem Roman. Für alle (oder noch nicht) Weltraum-Geeks!
Bewertung
5/5
12.08.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starke Charaktere, die zeigen...
Starke Charaktere, die zeigen was Frauen haben durchmachen müssen um sich zu behaupten. Hervorragend geschrieben und vor allem ein spannendes Thema, denn die Mondlandung wird 50!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.