Produktbild: Monster

Monster Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.02.2019

Verlag

Kein & Aber

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/12,1/2 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Weiß / Graublau

Auflage

3. Auflage, neue Ausgabe

Originaltitel

Mifletzet HaSikaron

Übersetzt von

Ruth Achlama

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0369-5796-8

Beschreibung

Rezension

»Yishai Sarid lässt seine Figur mit der Erinnerung kämpfen, mit der Umdeutung der Geschichte, deren Aneignung ebenso wie mit deren Ausblendung. Er fragt nach der Verbindung zwischen Juden damals und Israelis heute, nach der Attraktivität von Stärke und er lässt keine moralisch gesicherte Position bestehen.« WDR 3, 27. Januar 2020 ("WDR 3")
»'Monster' berührt eine Menge Tabus... ein unglaublich eindringlicher Roman.« Mia Eidlhuber und Karin Pollack, Der Standard, 25. Januar 2020 ("Der Standard")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

04.02.2019

Verlag

Kein & Aber

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

19/12,1/2 cm

Gewicht

234 g

Farbe

Weiß / Graublau

Auflage

3. Auflage, neue Ausgabe

Originaltitel

Mifletzet HaSikaron

Übersetzt von

Ruth Achlama

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-0369-5796-8

EU-Ansprechpartner

Kein & Aber Verlag
Württembergallee 12
14052 Berlin
DE
berlin@keinundaber.de

Herstelleradresse

Kein & Aber AG
Bäckerstrasse 52
8004 Zürich
CH
berlin@keinundaber.de

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  • Bewertung

    5/5

    04.02.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kammerspiel der Erinnerung

    »Sehr geehrter Herr Direktor von Yad Vashem, dies hier ist der Bericht über das, was dort vorgefallen ist. Mir wurde mitgeteilt, dass sie einen solchen erwarten, und ich möchte ihn auch erstatten.« |5 Um Aufrichtigkeit bemüht erzählt ein israelischer Holocaustforscher und Lagertourguide auf eine Eskalation zu. Er holt weit aus, rekapituliert seinen Werdegang mit Aufstieg und Fall. Es führt ihn zu Fragen der Moral, der Erinnerung und des Gedenkens, zu Identifikationen und Zuschreibungen, zu Opfer- und Täterrollen, zu ihrer Wirkung bis in die Gegenwart hinein. Wut, Ohnmacht und Brutalität brechen seinen emotional-distanziert wissenschaftlichen Selbstschutz. Die Zusammenarbeit mit einem deutschen Regisseur führt zu einer radikalen Wendung, die seinen Bericht an den Direktor von Yad Vashem erforderlich macht. In wenigen Seiten gelingt es Sarid, eine kammerspielartige Intensität aufzubauen. Die moralischen Konflikte seiner Figur spitzt er so zu, dass es kaum möglich ist, sich den aufgeworfenen Fragen und ausgearbeiteten Widersprüchen zu entziehen. Wie geht aufrichtiges Erinnern? Welche Botschaften sind möglich und wie kommen sie bei den Nachkommen an? Wie ist es mit Universalität, mit Universalismus? Was macht Nähe und Distanz zur Shoah mit der jüdisch-israelischen Figur? Wie wirkt eine Identifikation mit den Opfern oder eine Abwehr von Opferrollen, eine Identifikation, Bewunderung oder Abscheu von Tätern, eine Zuwendung zum Militärischen? Wie die eigenen Kinder erziehen? Wie leben mit detailliertem Wissen um die Gewalt der Vergangenheit, die die Figur für ihren Sohn als Monster der Erinnerung benennt? »"Was arbeitest du denn Papa?", fragte er. "Er erzählt ihnen, was passiert ist", half Ruth mir aus. "Was ist passiert?" Ido sah mich besorgt von unten an. "Es gab mal ein Monster, das Menschen getötet hat" , antwortete ich. "Und du bekämpft es?“, fragte Ido begeistert." Es ist schon tot", versuchte ich ihm zu erklären, "es ist ein Monster der Erinnerung".« |77 Die ganze Lektüre hindurch fragte ich mich, was es verändert, »Monster« in der deutschen Übersetzung durch eine deutsche Perspektive zu lesen und ob es überhaupt passend ist. Ich habe keine Antwort darauf und hätte gern Sarids Gedanken dazu erfahren.

  • Bewertung

    5/5

    14.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Gegen das Vergessen

    Ein israelischer Historiker ist beauftragt, Führungen durch polnische KZ-Gedenkstätten zu leiten, ein Unterfangen, das ihn zutiefst erschüttert und die Frage aufwirft, wie gehen Menschen in der heutigen Zeit mit der Erinnerungskultur um. Patriotisch? Verdrängend? Und dann sind da auch die desinteressierten Touristen, die Auschwitz als Punkt auf Ihrer Reise-to-do-Liste abhaken und sich doch eher auf den abendlichen Cocktail im Hotel freuen. Ich habe selbst vor Jahren Buchenwald besucht und war entsetzt, dort tatsächlich einen Imbissstand am Eingang vorzufinden. Sarids Buch ist wahrlich keine Unterhaltungslektüre, aber gehört zu den unverzichtbaren Zeugnissen, um das Geschehene niemals zu vergessen.

  • Kaffeeelse

    5/5

    12.08.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Blick auf das Monster, ein Blick auf das Grauen, gespickt mit nicht einfachen Gedanken/Fragen

    Yishai Sarid, ein israelischer Autor, wirft hier in seinem Roman "Monster" einen Blick auf ein Monster, einen Blick auf das Grauen. Der Ich-Erzähler des Romans, ein Historiker, studiert die Geschichte des Grauens, den Holocaust, macht Führungen durch die Gedenkstätte Yad Vashem und durch die polnischen Vernichtungslager der Nazis. Und studiert dabei auch die Menschen, studiert ihre Reaktionen. Und macht sich Gedanken dazu, stellt sich Fragen dazu. Und diese Gedanken, diese Fragen sind keine einfachen. Dieser Autor wird sich mit seiner Geschichte hier in Israel keine Freunde gemacht haben. Trotzdem sind es Gedanken, die nachvollziehbar sind und Fragen, die man sich stellen könnte. Es wird eine Geschichte in diesem Buch erzählt, aber beim Lesen beschäftigt man sich oft mit seinen eigenen Gedanken, ich habe mich ganz oft am PC wiedergefunden, habe gesucht, gefunden, gelesen. Und die Gedankenanstöße, die der Autor hier liefert, die Fragen, die er hier stellt, sind keine einfachen. aber Gedanken und Fragen entbehren leider nicht der Grundlage, sind nachvollziehbar, aber ebenso erschreckend. Es geht darum, wieso dieses Grauen überhaupt entstehen konnte, wieso dieses Grauen/dieses Monster möglich war. Und gleichzeitig geht es auch um ein anderes Monster, den Menschen. Ein Monster, der Mensch, lässt dieses andere Monster, den Holocaust, entstehen. Menschen, die fühlen und empfinden, tun anderen Menschen Unvorstellbares an. Und viele andere Menschen sehen zu, oder machen mit, ermöglichen das Ganze. Das sind definitiv Dinge, die man sich nicht vorstellen kann und ich bin sehr dankbar, später geboren zu sein und nicht mit diesen Fragen konfrontiert worden zu sein. Deswegen tue ich mich einerseits auch schwer mit der Bewertung, andererseits kann man nichts anderes als Mörder zu schreien. Aber wiederum sitzt auf meiner Schulter auch ein kleiner Teufel, der mich fragt: Was hättest Du getan?. Und hier habe ich schlussendlich keine Antwort, nur die Hoffnung auf eine. Aber die meisten wissen auf diese Frage nicht die Antwort. Solche Fragen stellt der Autor. Und genauso betrachtet er die Erinnerungskultur der Israelis mit einem recht kritischen Auge. Er wirft auch hier Fragen auf. Stellt in seinem Buch auch den Umgang der Israelis mit den Arabern in den Raum. Der Autor stellt in seinem Buch "Monster" den Menschen, als ein anderes Monster, in den Mittelpunkt, und es kommen Gedanken zu diesem Monster Mensch auf, die jedem historisch und psychologisch interessierten Menschen schon einmal gekommen sind. Ich kann nur sagen, bitte unbedingt lesen!

  • TochterAlice

    aus Köln

    4/5

    04.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Monster ist etwas…

    Ein Monster ist etwas Widerwärtiges, eine richtig üble Kreatur. So unterschiedlich die Definitionen dazu auch sind: dass die Massenmörder der nationalsozialistischen Diktatur in den Konzentrationslagern dazugehören, ist wohl ziemlich klar. Umso mehr verwundert es den Protagonisten dieses Romans, einen israelischen Historiker und Guide bei Besichtigungen seiner Landsleute in Konzentrationslagern, dass diese manchmal eine andere Meinung dazu haben. Sie sehen nicht die Deutschen als die maßgeblichen Übeltäter, sondern die Polen, deren Unterstützung, aber auch Hass und Neid aus ihrer Sicht ein wichtiger Beitrag zum Massenmord war, ja, diesen erst ermöglicht hat. Dem Historiker, der zunächst als nüchterner Betrachter durch die Stätten des Grauens führt, wird es zunehmend schwerer, seine eigene Meinung außen vor zu lassen, was zu einigen Eskalationen und der Distanzierung der Organisatoren dieser Reisen von ihm führt. Das Buch besteht aus seinem Monolog, vielleicht auch einem Brief, gerichtet an den Vorsitzenden der Gedenkstätte Yad Vashem, die hinter diesen Reisen steht und quasi sein Auftraggeber ist. Als Historikerin war ich sehr gespannt auf dieses Buch, zumal auch ich einige dieser Konzentrationslager kenne und somit beurteilen kann, wie aufwühlend ein Aufenthalt dort sein kann. Wieviel entsetzlicher muss dies sein für die Nachfahren der Opfer - dass die ersten Reaktionen auf eine solche Konfrontation ebenso unterschiedlich wie unberechenbar sind, ist meiner Meinung nach sehr gut nachzuvollziehen. Und dass jemand, dessen Beruf es ist, Führungen durch diese Lager zu leiten, innerlich nicht immer außen vor bleiben kann, ebenso. Somit war ich durchaus fasziniert von dem Wandel, der im Protagonisten vorging und der aus meiner Sicht von Autor Yishai Sarid überaus eindringlich, dabei teilweise subtil, dargestellt wird. Was mir hingegen teilweise sauer aufstieß, waren die Bezeichnungen "Deutsche" und "Polen", manchmal auch "Ukrainer" für die Täter. Obwohl ich meiner Abstammung nach keiner dieser Nationen angehöre, tut es mir weh, wenn hier ganze Völker in den Kreis der Täter einbezogen werden, wobei ich davon ausgehe, dass diese Polarisierung vom Autor durchaus beabsichtigt ist. Denn ich habe den Eindruck, dass er ein Buch schreiben wollte, das weh tut und zwar jedem, der es liest. Immer auf unterschiedliche Art natürlich, je nachdem, was für einen Hintergrund der jeweilige Leser hat. In mir weckte es die bange Frage, ob ich in mir nicht auch ein Monster beherberge - manchmal zumindest. Und zwar das Monster der Ignoranz, des Wegschauens. Alles andere als leichte Kost also, die in mir noch lange Zeit nachhallen wird.

  • Bewertung

    4/5

    20.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eins steht fest, das Buch lässt...

    Eins steht fest, das Buch lässt einen nicht unberührt! Das Lager Auschwitz/Birkenau als Vorlage für ein Computerspiel oder Hintergrund für eine militärische Aktion - starker Tobak.Wie gedenkt man "richtig" der KZ-Opfer? Der Roman hinterlässt viele Fragen, die nicht loslassen.

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