Manches ist schlimmer als Mord. Emma ist eine liebende Ehefrau – und eine Mörderin. Vor Jahren hat sie ihren Lehrer, der sie als Teenager verführte, erschlagen und auf dem Grundstück ihres Elternhauses vergraben – so glaubt sie zumindest. Als ihr Ehemann Alex eine neue Stelle annimmt, muss Emma ihr Elternhaus verkaufen. Zuvor will sie die Leiche verschwinden lassen. Doch das vermeintliche Grab ist leer. In ihrer Not offenbart sie sich ihrem Ehemann und löst damit etwas aus, das ihre Familie zu zerstören droht. Psychologische Spannung vom Feinsten – der Bestseller aus Großbritannien.
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Stilles Opfer
Bewertung aus Garmisch-Partenkirchen am 31.07.2019
Bewertungsnummer: 1233579
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
>> Die Zahnräder in meinem Verstand surren, versuchen die Bruchstücke des komplexen Gebäudes an ihre angestammte Stelle zurückzuschieben, nachdem es um mich herum zusammengebrochen ist. Mein Blick fällt auf die Schaufel, an deren Blatt noch sein Blut klebt. Das musst du sauber machen, flüstert eine Stimme in meinem Kopf. Aber versteck zuerst den Leichnam. (S. 9)
Klappentext:
Manches ist schlimmer als Mord.
Emma ist eine liebende Ehefrau – und eine Mörderin. Vor Jahren hat sie ihren Lehrer, der sie als Teenager verführte, erschlagen und auf dem Grundstück ihres Elternhauses vergraben – so glaubt sie zumindest. Als ihr Ehemann Alex eine neue Stelle annimmt, muss Emma ihr Elternhaus verkaufen. Zuvor will sie die Leiche verschwinden lassen. Doch das vermeintliche Grab ist leer. In ihrer Not offenbart sie sich ihrem Ehemann und löst damit etwas aus, das ihre Familie zu zerstören droht.
Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt uns Caroline Mitchell Emmas Geschichte. Zum einen die Vergangenheit 2002/2003 aus der Sicht von Emma und Luke und die im Buch herrschende Gegenwart 2017 aus dem Blickwinkel von Alex (Emmas Ehemann) und Emma. Dieser Wechsel ermöglicht dem Leser alles zu erfahren und gibt der Autorin genug Raum um die Spannung zu steigern. In diesem Roman besticht die Spannung allerdings nicht durch Verfolgungsjagden, vielen Morden oder viel Blut. Mehr denn je schleicht sich Emmas Angst auch in unseren Kopf. Es ist mehr eine Art unterschwellige Spannung, die durch psychischen Ängste, wie zum Beispiel Paranoia entsteht. Hinzu kommt psychischer und physischer Missbrauch samt seiner Folgen.
Ich hing von Anfang bis Ende an Emma. Was dies dann noch verstärkte war die Wendung der Geschichte und das ich nicht mehr wusste was nun tatsächlich stimmt. Bis auf eine Sache, in der ich auch recht behielt, tapte ich bis zum letzten Drittel im Dunklen. Die Auflösung und das Ende haben mir gut gefallen. Und die Charaktere wirkten real und lebendig.
Der Titel "Silent Victim" trifft voll ins Schwarze und spiegelt den Inhalt sehr gut wieder. Genauso verhält es sich meiner Meinung nach mit dem Cover. Wenn ich diese Lampe, die womöglich eine Veranda erhellt, ansehe, erwarte ich fast, dass sie zu flimmern beginnt und dann irgendwas im dunklen geschieht ;)
Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig zu lesen.
Fazit:
Lesenswert! Ein "stiller" Thriller der durch seine unterbewusste, unterschwellige Spannung besticht.
Wahrheit oder Lüge - Was wiegt schwerer?
Bewertung aus Memmingen am 05.07.2019
Bewertungsnummer: 1225847
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Emma und Alex sind ein glückliches Paar und führen mit ihrem Sohn Jamie ein beschauliches Leben auf einer kleinen, englischen Insel. Als Alex einen tollen Job in Leeds, seiner Heimatstadt, angeboten bekommt, sieht er seine Chance gekommen, die für ihn so triste Insel zu verlassen. Doch seine Frau Emma will aus ihrem Elternhaus nicht wegziehen. Das hat allerdings keine sentimentalen Gründe, denn sie verbirgt ein Geheimnis, das sie an das alte Haus bindet. Alex lässt sich jedoch nicht aufhalten und findet Käufer für Haus und Grundstück. Das setzt Emma unter Druck und sie gesteht ihrem Mann, warum sie sich nicht traut, wegzuziehen. Vor Jahren hat sie ihren Lehrer Luke Priestwood, der sie als Jugendliche verführt hat, erschlagen und auf dem Grundstück vergraben. Alex stellt entsetzt fest, dass er seine Frau nicht so gut zu kennen scheint, wie er dachte und er beginnt an ihr zu zweifeln. Für Emma beginnt eine Zeit voller Angst, Bedrohung und Ohnmacht, denn irgendjemand scheint hinter hier zu sein und Alex scheint ihr nicht zu glauben. Lukes vermeintliche Leiche auf dem Grundstück bei der Eiche ist verschwunden. Ist es möglich, dass er Emmas Schlag mit dem Spaten überlebt hat? Oder wurde Emma beobachtet und nun von ihrer Vergangenheit eingeholt? Unbehagen, Misstrauen und auch Angst schleichen sich in Alex und Emmas Beziehung ein.
Die Autorin Caroline Mitchell hat die Geschichte in drei zeitliche Handlungsstränge (Gegenwart 2017 und Vergangenheit 2002/2013) unterteilt und lässt Emma, Alex und Luke als Ich-Erzähler zu Wort kommen. Die Wechsel zwischen den drei Hauptcharakteren sind gut gewählt und bauen eine unglaublich intensive Spannung auf. Der Leser bekommt dadurch einen guten Einblick in die Gedankenwelt und die Handlungen der drei Protagonisten. Der Thriller entwickelt durch die Rückblenden in das Jahr 2002 (als Emma 16 Jahre alt war) noch mehr Spannung, denn die Geschehnisse in jener Zeit werden in Bruchstücken beschrieben. Bis die Puzzleteile ein Ganzes ergeben, fragt man sich unweigerlich: Was ist Wahrheit, was Lüge? Der Leser kann sich nie sicher sein, wer denn nun lügt und was damals geschehen ist. Die Charaktere sind sehr detailliert beschrieben und vor allem Luke ist dabei so lebendig, dass einem eiskalt wird. Emmas Ängste, Probleme und Zerrissenheit sind genauso spürbar wie Alex Misstrauen, das immer mehr zunimmt. Der Schreibstil war sehr angenehm und hat mich schnell in die Geschehnisse hinein genommen. Durch die überraschenden Wendungen und rätselhaften Vorkommnisse um Emma war ich ständig hin- und hergerissen, wem ich denn nun noch vertrauen kann und wer ein böses Spiel treibt. Auch wenn ich irgendwann einen Verdacht hatte, der sich später als richtig herausstellte, konnte ich mir nie sicher sein, auf der richtigen Fährte zu sein. Als Thriller-Fan bin ich voll auf meine Kosten gekommen und ich habe das Buch verschlungen. Deshalb kann ich es gerne weiterempfehlen und vergebe die höchste Punktzahl.
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