Zwei neunte Klassen, ein Landschulheim und ein politisches Experiment: 32 Schüler sollen mit einem Spiel auf das Thema Demokratie eingestimmt werden. Innerhalb von fünf Tagen sollen sich zwei Parteien zusammenfinden, jeweils ein Kandidaten aufgestellt und am Ende ein Präsident gewählt werden. Das soll die Schüler für Politik begeistern. Aber das Spiel entgleitet den Lehrern und statt Schutz der Minderheit, geheimer Wahl und Gewaltenteilung regieren bald Fake News, Intrigen und Machtgehabe den Wahlkampf ...
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Wahrheit oder Lüge?
Bewertung am 09.03.2020
Bewertungsnummer: 299774
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Zwei Schulklassen, ein Experiment, das aus dem Ruder läuft. "Rot oder Blau" erinnert an eine aktuellere (und - meiner eigenen Meinung nach - bessere) Version des Klassikers "Die Welle". Manfred Theisen thematisiert gekonnt Fake News, alternative Fakten und hinterfragt nicht zuletzt das Selbstverständnis unserer Demokratie. Von der überforderten, leicht naiven Lehrerin bis zum medienaffinen Schüler geraten die Charaktere dabei erschreckend realistisch.
Fazit: Schnell und einfach zu lesen ist dieses Buch Pflichtlektüre. Nicht nur für Jugendliche.
Bewegend
Nicole aus Nürnberg am 06.01.2020
Bewertungsnummer: 1281529
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Meine Meinung zum Jugendbuch:
Rot oder Blau
Du hast die Wahl
Inhalt in meinen Worten:
Zwei Schulklassen, zwei 9te Klassen, fahren auf das Schullandheim, dort ist aber etwas im Busch. Denn die Lehrer setzen ihren Schülern ein Experiment vor. In diesem geht es darum das die Jugendlichen direkt lernen was Politik bedeutet und welche Formen angenommen werden können. Welcher Riss dabei durch die Klasse geht, das erfahrt ihr, wenn ihr mit der Klasse zusammen in das Landschulheim fahrt und dort ganz leise und still lauscht was passiert.
Wie ich das Gelesene empfinde:
Das Buch liest sich irre schnell, dank der leichten Sprache, doch die Thematik ist es nicht, auch wenn sie einfach erklärt wird. Es geht nämlich um das reale Leben und was Fakenews, Lügenpresse, Politik und vieles weitere gemeinsam haben. Denn das die Politik nicht nur Wahl eines Kandidaten ist, ist schnell klar, doch was bedeutet es wenn man auf einmal selbst Gewählt werden darf, und man sich gut verkaufen muss, welche Register zieht man, und welche Freunde lässt man vielleicht damit auf der Strecke liegen? Das und viele weitere Fragen darf sich die Klasse stellen lassen. Dabei wird die Klasse in zwei Lager geteilt. Blau und Rot. Natürlich siegt zum Teil die Beliebtheitsskala wer wo mitmischen darf, letztlich ist aber selbst das nicht sicher, den mancher Zwist der herrscht wird hier noch einmal deutlicher.
Wie wird sich das alles regeln? Das solltet ihr selbst lesen, denn sonst spoiler ich euch zu sehr. Nur soviel mein Tipp ist, lest es als Klassenlektüre, macht vielleicht euer eigenes Projekt daraus aber seid offen für das was kommt und seid euch bewusst, das es nur ein Experiment sein darf.
Thema:
Demokratie ist nur eine Form der Politik, doch welche Formen gibt es noch? Das erfährt man recht schnell und gut in dieser Geschichte, doch nicht nur das, es werden Themen auf das Tablett gebracht, wie unter anderem Fremdenhass, Freundschaft und Verrat, die erste Liebe und auch der erste Liebeskummer. Wohin kann Eifersucht führen und was löst Angst in einem Menschen aus, diese und weitere Fragen darf man hier hautnah spüren und entdecken.
Schreibstil:
Ich empfinde den Schreibstil als sehr flüssig und leicht lesbar, dabei kommen eine Menge interessante Gedanken auf und ich kam somit wirklich schnell durch 300 Seiten die ich lesen durfte. Spannend empfand ich, welche Form der Autor eingenommen hat, einerseits das Überich das alles erzählt andererseits immer wieder Hinblicke zu bestimmten Charakteren. Denn das eines klar ist, nicht jeder aus der Klasse kann hier wirklich viel und oft zu Wort kommen, nur ein Bruchteil und der hat es in sich und das fängt der Autor wirklich gut auf.
Charaktere:
Ich hatte das Gefühl selbst wieder in der 9. Klasse zu sein und durch diese Augen die Geschichte zu erleben. Gut empfinde ich, das nur wirklich 8 Charaktere so richtig zum Zug kommen und der Rest nur Nebenbei eine Rolle spielt. Weniger gut empfand ich das ich mich recht schnell wieder lösen durfte von der Klasse und das mir am Ende alles zu glatt lief. Obwohl ein dramatischer Höhepunkt geschah. Interessant fand ich die Lehrerin, zu der ich persönlich keine positiven Gedanken fassen kann und sie ziemlich draufgängerisch und naiv empfand, denn das Experiment ist nicht ohne.
Spannung:
Ist definitiv gegeben und zwar auf eine sehr angenehme und hohe Art und Weise. Gut empfand ich, das die Tage Montag bis Freitag für sich standen und das wirklich an jedem Tag etwas geschehen ist. Der große Höhepunkt ist aber erst am Ende, als es nicht sicher ist, wie das Experiment enden wird. Doch auch dazwischen passieren eine ganze Menge Dinge, die hin und wieder ziemlich hart sind.
Empfehlung:
Als Klassenlektüre kann ich mir das Buch gut vorstellen, aber auch als für sich allein Lesender hat das Buch eine Menge zu sagen, es lehnt sich klar ein klein wenig an die Welle an, ist aber für sich ein eigenständiges stehendes Buch. Die Geschichte zeigt aber gut auf, das euch heute so viele Jahre nach dem Erfolg der Welle immer noch das Thema wichtig ist aufzugreifen, es zeigt auf wohin Politik und Wahlkämpfe führen können.
Bewertung:
Mich riss das Buch ein klein wenig aus der Leseflaute, und deswegen gibt es verdiente fünf Sterne.
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