Wir schreiben das Jahr 2048. Die Menschheit hat den Mond kolonisiert. Vor allem China hat sich große Pfründe gesichert. Für drei Menschen wird der Erdtrabant zum Schicksalsort: Fred Fredericks soll dort für die chinesische Science Foundation ein Kommunikationssystem installieren und wird Zeuge eines Mordes. Der chinesische Starreporter Ta Shu soll die Schönen und Reichen auf dem Mond interviewen und gerät in eine tödliche Intrige. Und Chan Qi, die Tochter des chinesischen Finanzministers, hat ihre ganz eigene Agenda. Als sie heimlich zur Erde zurückkehren will, setzt sie damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die nicht nur Freds, Shus und ihr eigenes Leben bedrohen, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Bewertung
aus Mömlingen
2/5
19.10.2019
eBook (ePUB)
Überfrachtete SF ohne Tiefgang
Der Autor legt hier eine Vision der näheren Zukunft vor. 2048. Der Mond wird zunehmend genutzt, teilweise besiedelt. China (noch immer unter der Führung der Partei) hat sich den Südpol des Mondes gesichert, die USA und andere Staaten den Nordpol. Es gibt sogar einen "Freien Krater", der von reichen Weltverbesserern bewohnt ist, die Kunst machen. Weiterhin einen Milliardär, der in den Mondtunneln ein chinesisches Diorama eingerichtet hat. Hört sich alles spannend an? Ja - eigentlich schon - nur hat der Autor es leider nicht geschafft, mich mitzureißen, mit keiner seiner Figuren wurde ich warm. Auch haben seitenlange (gesellschafts)philosophische Einlassungen meinen Lesefluss empfindlich gestört. Es wird viel Bezug auf altchinesische Philosophen und chinesische Politiker genommen, überhaupt auf die chinesische Geschichte. Mich hat das leider nur gelangweilt. Ich war letztendlich froh, am Ende angekommen zu sein, das leider offen bleibt. Es gab spannende Passagen, ja. Eine mögliche Fortsetzung würde ich nicht lesen.
Bewertung
aus Berlin
5/5
20.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Cliffhanger
Für dieses Buch bedurfte es in meinem Fall einer gewisse Geduld.
Geduld, um die Protagonisten kennen zu lernen,
Geduld, die unterschiedlichen Stile bei den Sichtweisen der Protagonisten zu erkennen und Einschätzen zu können,
Geduld, bis die Handlung aus einem verworrenen Knäul an Strängen in eine fließende Geschichte übergeht.
Etwa ab Seite 300 (von 620) entwickelt sich Interesse an der Geschichte, ab Seite 350 versteht man Motivationen, ab Seite 400 gerät die Erzählung in große Geschwindigkeit und reist den Lesenden mit.
Die am Anfang beliebig wirkende 'fernöstliche Weisheit' kann man dann auch als den Lokalkolorit entziffern, der die Exotik unterstreicht und nicht nur zum füllen von Seiten dient.
Am Ende gibt es im Moment der höchsten Spannung... den Cliffhanger.
Eine interessante Erfahrung, ein Buch nicht aus Unverständnis nach 100 Seiten beiseite zu legen, sondern sich auf den Text einzulassen, ähnlich wie bei anderen Büchern mit vielen Seiten, die eine gewisse geistige Offenheit auch für zunächst unverständliches vom Leser verlangen, um am Ende den Lesespaß zu erzeugen.
Bewertung
4/5
26.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein Mord auf dem Mond und die...
Ein Mord auf dem Mond und die daraus resultierenden politischen Verwicklungen! Ein spannendes Thema in einem spannenden Umfeld. Der Roman hat so seine Längen, ist aber trotzdem gut.
Bewertung
aus Cham
4/5
17.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Auf der Flucht
Man nehme eine Portion Science Fiction, Sinologie und Politthiller. Hinzu kommt eine Brise Liebe und ein Nerd. Rührt es sanft um, fertig ist ein spannendes Buch. Und macht euch keine Gedanken, ob diese Kombination "schmeckt". Sie tut es. Die Story pendelt zwischen rasanter Flucht, geschichtlichen und aktuellen Hintergründe der chinesischen Geschichte und Politik, sowie einem Thriller der Intrigen.
Spoiler:
Ich würde mich auf ein weiteres Buch freuen
Bewertung
aus München
3/5
15.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Zukunft auf dem Mond - SF-Roman mit geringer Schwerkraft
Die Europäische Union existiert noch in Robinsons Vision der Mondkolonisation im Jahre 2048, weitere kleine und mittlere Mächte sind ebenfalls mit Mondbasen vertreten. China jedoch, das gerade eben Hongkong vollständig übernommen hat, wie es fünfzig Jahre zuvor in einem Abkommen festgelegt wurde, ist die Supermacht auf dem Mond. Die USA liegen weit abgeschlagen dahinter.
Die Machtkämpfe auf dem Mond, in die Robinson seine Hauptfiguren verwickelt, sind denn auch Machtkämpfe innerhalb Chinas, die auf die Mondbasen überschwappen. Echte Spannung kommt dabei nicht auf, weil der amerikanische Ingenieur Fred Fredericks, der chinesische Dichter Ta Shu und die flüchtige Tochter des chinesischen Finanzministers merkwürdig blass bleiben. Sie haben jeweils ihre eigene Stimme, doch gleichzeitig wirken sie wie abgeschnitten von ihren Gefühlen, in erster Linie Fred Fredericks, der Quantenmechaniker, der für Emotionen keine Sprache findet und darunter leidet, aber auch Ta Shu, der mit seinen Gedichten poetische Tiefe erlangt, ohne in sein Inneres hineinschauen zu lassen, oder Chan Qui, die Ministertochter auf der Flucht, die hochschwanger vor Mutterschaft und Gefühlen davonzulaufen scheint.
Die Fülle der guten Ideen, mit denen Robinson das Leben auf dem Mond, den Einfluss der geringen Schwerkraft, die Kraterlandschaft mit ihren schroffen Wechseln zwischen Hell und Dunkel und die Reisen zwischen Erde und Mond anschaulich machen möchte, zerstiebt im Mondstaub, der sich wie ein melancholischer Schleier über die Geschichte legt.
Der einzige Entwicklungssprung, der zwischen leichten Mondhopsern und Erdenschwere tatsächlich stattfindet, ist die Evolution der Künstlichen Intelligenz von einer wahnwitzig schnellen, aber bewusstlosen Rechenleistung zu Ansätzen einer menschlichen Intelligenz. Konsequent, dass die KI im Buch schließlich mit eigener Stimme spricht. Das verleiht dem Roman, vielleicht unbeabsichtigt, dystopische Züge, da die menschliche emotionale Intelligenz in stärkerem Maße künstlich wird als die künstliche Intelligenz menschlich.
Kurz: Ein erfindungsreicher Science-Fiction-Roman mit blassen Personen und geringer Schwerkraft
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