Der Mut der Frauen: Liebe und Leid in den Nachkriegsjahren
In ihrem neuen Roman "Die Zeit der Töchter" erzählt Katja Maybach die dramatische Familiengeschichte ihres Bestsellers "Die Stunde unserer Mütter" weiter.
Maria und Vivien haben den Krieg überstanden, ihre Töchter entdecken im München der 50er-Jahre das Leben. Doch während Anna und Antonia heimlich ein Wiedersehen ihrer Mütter mit den Frauen vorbereiten, die sie bei Kriegsende aus dem Lager retten konnten, sehen Maria und Vivien sich erneut Anfeindungen ausgesetzt: Ihr Einsatz für Flüchtlinge aus dem Osten sowie die sogenannten »Besatzungs-Kinder« führt immer wieder zu teils handgreiflichen Auseinandersetzungen. Als dann auch noch eine junge Ostpreußin auftaucht, deren Kind offensichtlich einen dunkelhäutigen Vater hat, bahnt sich eine Katastrophe an.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
aus Solingen
5/5
16.06.2020
eBook (ePUB 3)
Die Zeit der Töchter
ich fühlte mich z.T. in meine eigene Jugendzeit zurück versetzt.
Alte Erinnerungen wurden wieder wach.
Sehr klar und deutlich die damalige Zeit und auch die Umstände nach Kriegsende beschrieben.
sommerlese
5/5
19.09.2019
eBook (ePUB 3)
Ein aufwühlender, authentisch erzählter Roman, der noch lange nachklingt.
1950er Jahre in München. Maria und Vivien haben sich nach dem Krieg für Flüchtlinge aus dem Osten eingesetzt und ebenfalls für die "Besatzungskinder". Deshalb werden sie immer wieder angefeindet. Tochter Anna zieht zu ihrer Cousine Antonia und wird Schauspielerin, beide Frauen organisieren heimlich ein Treffen mit den von ihren Müttern geretteten Frauen. Während der Vorbereitungen werden sie mit Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz konfrontiert, besonders als eine Frau auftaucht, die die Mutter eines kleinen Sohnes mit dunkler Hautfarbe ist.
Katja Maybach hat diesen sehr ergreifenden Roman als Folgeband zu "Die Stunde der Mütter" geschrieben und damit die Mütter-Töchter-Dilogie abgeschlossen. Man kann diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse des ersten Titels wunderbar lesen.
Die Handlung zeigt die Jahre von 1957 bis 1959, es herrscht wieder Frieden in Deutschland, die Menschen erleben das Wirtschaftswachstum und können wieder aufatmen. Aber leider nicht alle Menschen, denn Vertriebene und Mischlinge werden angefeindet, verhöhnt und ausgegrenzt. Aktueller kann dieses Thema kaum gewählt werden. Damit hält Katja Maybach unserer heutigen Gesellschaft den Spiegel vor und zeigt die Parallelen zur derzeitigen Rechtsradikalität und Intoleranz auf.
Sie lässt starke, emanzipierte Frauenfiguren agieren, die sich mutig entgegen aller Widerstände für ihre Mitmenschen einsetzen. Dabei lässt sie kein Leid und Ungerechtigkeit aus und zeigt viele emotionale Zustände, die sehr berühren. Ich konnte von Anfang an direkt in die Handlung eintauchen und habe die verschiedenen Figuren gut mitverfolgen können, weil sie kapitelweise abgehandelt werden. So ist die personelle Zuordnung gut verständlich.
Die Themen sind vielfältiger Art, da geht es um Einsamkeit, um Verzweiflung und Angst, aber auch um junge Liebe. Besonders berührend fand ich das Schicksal von Veronikas Sohn Daniel, der von einem Freund träumt und von der Wiederkehr seines Vaters. Wie sehr ein unschuldiges Kind unter Missgunst und Gemeinheit von anderen Kindern leiden muss, ist nur schwer zu ertragen.
Bei diesem sehr einfühlsam geschriebenen Buch war ich sehr betroffen, die ergreifenden Schicksale der Figuren gingen mir sehr nahe. Es ist dennoch kein negatives Buch, es zeigt die Botschaft zur Hilfe und Akzeptanz auf und deshalb sollte man es lesen.
Mir gefällt der fesselnde Schreibstil von Katja Maybach, die ihre Figuren sehr lebendig ausarbeitet und auch die Nebenfiguren zu wichtigen Bestandteilen ihrer Geschichte werden lässt. Der Zeitgeist und die damaligen Lebensumstände wirken sehr authentisch und man kann sich gut in die Zeit hineinversetzen.
Diesen aufwühlenden Roman werde ich so schnell nicht vergessen, von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!
Bewertung
aus Paderborn
4/5
15.07.2020
eBook (ePUB 3)
Gediegene Unterhaltung
Der Roman ist eine gelungene Synthese von Zeitgeschichte und persönlichem Schicksal. Wenn auch mit einer ganzen Menge Fehler: recht schlecht lektoriert bzw. korrekturgelesen.
Dreamworx
aus Berlin
4/5
28.09.2019
eBook (ePUB 3)
"Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil." (Marie von Ebner-Eschenbach)
1950er Jahre München. Die Töchter von Maria und Vivien, Antonia und Anna, die gleichzeitig auch Cousinen sind, wuchsen zusammen auf und teilen sich inzwischen sogar eine Wohnung. Obwohl Deutschland ein Wirtschaftswunder erlebt, steckt der Krieg noch allen sehr präsent in den Knochen, doch sie wollen ihren Müttern eine Überraschung bereiten und planen ein Treffen mit den Frauen, die ihr Leben Vivien und Maria zu verdanken haben. Sowohl Vivien als auch Maria engagieren sich stark in der Flüchtlingshilfe und sehen sich aufgrund dessen großen Vorbehalten und Anfeindungen gegenüber, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern und anscheinend innerhalb der Bevölkerung überlebt haben. Als der kleine Daniel mit seiner Mutter auftaucht, entwickelt sich aufgrund des andersartigen Aussehens des Jungen eine sehr explosive Stimmung…
Katja Maybach knüpft mit „Die Zeit der Töchter“ an ihren Roman „Die Stunden der Mütter“ an und erzählt auch diesmal wieder eine sehr berührende und nachdenklich stimmende Geschichte, die wie die Faust aufs Auge in die heutige Zeit passt, obwohl der historische Rahmen der Handlung im vergangenen Jahrhundert verortet ist. Der Erzählstil ist flüssig, intensiv und gefühlvoll, der Leser folgt gebannt Anna und Antonia bei ihren Unternehmungen und trifft auch immer wieder auf deren Mütter Maria und Vivien. Die Autorin hat ein Händchen für explosive Geschichten, auch hier scheut sie sich nicht, dem Leser die deutsche Vergangenheit und die Gegenwart ins Gedächtnis zu rufen. Die Parallelen sind erschreckend, wenn man sich die momentan Fremdenfeindlichkeit und die braunen Parolen von vor 50 Jahren ins Gedächtnis ruft, die im heutigen Alltag wieder allgegenwärtig sind. Jeder von uns sollte sich glücklich schätzen, in einem freien Land zu leben und nicht getrieben von Verfolgung, Folter und Todesangst zur Flucht gezwungen sein. Maybach hat den historischen Hintergrund wieder sehr gut recherchiert und mit ihrer Geschichte verwoben, wobei sie besonders geschickt die feindliche Stimmung und die Problematik an sich zeitlos erscheinen lässt.
Die Charaktere sind sehr nuanciert ausgestaltet und mit Leben versehen worden. Individuelle Eigenschaften machen sie glaubwürdig und authentisch, der Leser kann sich gut mit ihnen identifizieren und fühlt sich ihnen während der Lektüre sehr nah. Sowohl Anna als auch Antonia sind nicht nur Freundinnen und Cousinen, sie eifern auch ihren Müttern Maria und Vivien nach, zeigen Selbstbewusstsein und Courage. Mit großer Stärke lehnen sie sich auf gegen die Missstände und Anfeindungen, setzen sich für Schwache und Bedürftige ein. Veronika ist eine Frau, die unter der Intoleranz ihrer Mitmenschen zu leiden hat, denn sie ist die Mutter eines Besatzungskindes mit dunkler Hautfarbe. Daniel ist ein kleiner Junge, der die Anfeindungen in voller Härte abbekommt, sie nicht versteht und sich nur nach seinem Vater sehnt. Aber auch andere Protagonisten wie Marie-Luise machen mit ihren Auftritten Eindruck auf den Leser und geben der Handlung zusätzliche Spannungsmomente.
"Die Zeit der Töchter" ist ein fesselnder und berührender Roman, der nicht nur die jüngste Vergangenheit deutscher Geschichte sehr schön wieder präsent werden lässt, die Handlung selbst ist aktueller denn je und entlässt den Leser nach der Lektüre lange Zeit nachdenklich. Verdiente Leseempfehlung!
Tine13
aus München
5/5
28.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine sehr aufwühlende Geschichte aus der Nachkriegszeit
Während Maria und Vivien auch nach dem Krieg gemeinsam in ihrer Kleinstadt weiter gegen Rassismus und Diskriminierung kämpfen, treffen auch ihre Töchter, die Cousinen Anna und Antonia im München der 50er Jahre wieder aufeinander. Die angehende Schauspielerin Anna, kommt aus Wien und zieht bei Antonia in ihre Münchner Wohnung ein, um dort ihr Glück am Theater zu finden. Antonia hat dagegen ihr Studium abgebrochen, sie genießt zwar das Leben, hat aber ihre Berufung noch nicht gefunden……
Der Roman, „Die Zeit der Töchter“ von Autorin Katja Maybach ist eine Fortsetzung von „Die Stunden unserer Mütter“, aber dennoch auch gut lesbar, ohne den ersten Teil zu kennen!
Auch wenn das Cover die coolen Outfits und den typischen Style der 50ties zeigt, handelt die Geschichte aber weniger von Haartolle, Pferdeschwanz und Rock n’ Roll, sondern beschwört mehr die eigentlichen Probleme der Nachkriegszeit herauf! Der Faschismus ist nach wie vor Thema und das wieder Erstarken von Rassismus, Intoleranz und Fremdenhass gegenwärtig.
Der sehr direkte, aufwühlende und faktenreiche Schreibstil erzählt die Lebensgeschichte von vier Frauen, Mütter und Töchter. Die Mütter brennen weiter für Gerechtigkeit und stellen sich ganz offen gegen die Intoleranz. Das bringt Probleme mit sich, doch allen Widrigkeiten zum Trotz setzen sich die Frauen trotz aller Anfeindungen weiterhin für die Flüchtlingshilfe ein, kämpfen für ihre Frauenrechte, beschützen Unschuldige und helfen bei der Suche nach Vermissten.
Das Thema des Romans ist auch heutzutage aktueller denn je, es öffnet die Augen und ist gleichzeitig ein Aufruf nicht wegzusehen, wenn Mobbing, Intoleranz und Hass wieder zuschlägt! Die Menschheit hat aus der Vergangenheit immer noch keine Lehre gezogen!?
Dieser lesenswerte aufwühlende Roman, wieder des Vergessens erschüttert und sollte uns zum Nachdenken bringen.
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