Zu seinem 50. Geburtstag wollen die drei Kinder von Kim Mey ihren Vater mit einem besonderen Gast überraschen: Ohne sein Wissen haben sie Tevy Gardiner eingeladen, jene Frau, mit der Kim als Kind aus Kambodscha geflohen ist. Und die er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch statt sich wie erwartet zu freuen, reagiert Kim seltsam abweisend. Auch Ines, die Mutter der drei, begegnet Tevy unterkühlt. Was Kim und Ines jahrzehntelang verschwiegen haben, verschafft sich nun unaufhaltsam Gehör: die wahren Begleitumstände jener dramatischen Flucht und das schreckliche Ende einer großen Liebe.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Lesepartie
aus Bielefeld
5/5
27.08.2025
eBook (ePUB)
Kein leichter, aber ein bewegender Roman
Der 50. Geburtstag vom Kim soll groß gefeiert werden. Seine Frau Ines und die drei Kinder legen sich dafür mächtig ins Zeug. Auch wenn Kim ungern im Mittelpunkt steht, lässt er seiner Familie die Freude, das Fest vorzubereiten. Seine Kinder haben als besondere Überraschung Tevi eingeladen, eine alte Freundin der Familie.
Kim und Tevi sind in Kambodscha aufgewachsen und vor den Gewalttaten der Roten Khmer geflüchtet. So kamen sie als Teenager nach Österreich. Der Kontakt zwischen ihnen ist seit langem abgerissen. Jeder lebt sein Leben. Die erwartete große Wiedersehensfreude bleibt jedoch aus. Kim, Ines und Tevi, früher beste Freunde, begegnen sich mit kühler Distanz.
Es ist keine leichte Lektüre. Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt und wechselt zwischen den 1970er Jahren in Kambodscha, den 1980er Jahren in Österreich und der Gegenwart. Judith W. Taschler hat einen genauen Blick auf ihre Figuren. Die Beschreibung der Zeit vor den Roten Khmer und während ihrer Herrschaft führt einem vor Augen, wie unbarmherzig dieses Regime war. Die Schreibweise hierbei bleibt sachlich, dennoch kann man sich der Brutalität nicht entziehen. Nur langsam fügen sich die einzelnen Schicksale zu einem Ganzen zusammen.
Der unprätentiöse Schreibstil und das genaue Hinsehen, wie sich Erlebtes auf die Figuren auswirkt – und damit meine ich nicht nur die Geschehnisse in Kambodscha – machen den Roman zu etwas Besonderem. Es ist ein Roman, der mich sehr bewegt hat.
Bewertung
aus Wien
5/5
11.01.2022
eBook (ePUB)
Schreckliche Geschichte...
...wunderbar erzählt. Es ist nicht alles, wie es scheint. Das dürfte einigen Lesern entgangen sein und so kommt es zu den teilweise schlechten Bewertungen. Nochmals lesen, ev. gibt es ein Aha-Erlebnis!
Bewertung
aus Wien
5/5
29.07.2019
eBook (ePUB)
ein grandioser Roman
Ein wirklich spannendes und gut zu lesendes Buch. Es gibt einen Einblick in eine dunkle und unmenschliche Periode in Kambodschas Geschichte und behandelt die ethische Frage der Mittäterschaft aus ganz verschiedenen Perspektiven. Auch die Erfahrungen von Geflüchten und ihre Aufnahme in unsere Gesellschaft ist in der heutigen Zeit wichtig. Die Autorin macht aus Flüchtlingen wieder Menschen mit persönlichen Schicksalen und sieht sie nicht eine "bedrohliche Masse", die abgewehrt werden muss. Eine Leseempfehlung für alle, die sich für Geschichte und Politik sowie ihre Auswirkungen auf den einzelnen Menschen interessieren. Und das alles gut lesbar und ohne erhobenen Zeigefingern
Bewertung
aus Lurnfeld
3/5
18.08.2019
eBook (ePUB)
Dunkle Geheimnisse
Spannend, teilweise interessant, einfallsreich, jedoch für mich sprachlich banal. Soll es eine Familiengeschichte sein , gespickt mit historischen Elementen? Es ist ein Buch, das man schnell einmal durchliest, aber nicht wirklich berührt.
Bewertung
1/5
31.08.2020
eBook (ePUB)
Furchtbar
Zur Geschichte: Rote Khmer Geschichte trifft auf Österreich. Zwei kambodschanische Flüchtlingskinder kommen zu einer österr. Familie nach "P." (ja, der Ort wird als einziger ganz geheimnsivoll nie genannt, haha). Der Junge heiratet seine Stief/ Pflegeschwester, die Frau verschwindet. Nach und nach wird mehr oder minder klar, war welche Rolle in dem Horrorregime gespielt hat. Dabei weiß man natürlich nicht so recht, ob die Erzähler zuverlässige Erz. sind, ob man ihnen also glauben darf. Man tut es, weil am Ende Ines Tevi einen Hinterhalt gesteht.
Schon vor Jahren habe ich mich, auch auf einer Reise durch das Land, mit dem abscheulichen Thema befasst. Auf diesem Gebiet habe ich also wenig Neues erfahren, eher ein paar Punkte vermisst, aber das soll keine Rolle spielen.
Alle Figuren sind flach, in keine kann man sich hineinfühlen. Gut, kann man argumentieren, wenn man sich in Schlächter der Roten Khmer hineinfühlen will, braucht man danach eine Therapie. Stimmt. aber wenn man sich diese Erfahrung weder als Autor noch als Leser zutraut, hat man leider versagt. Noch dazu, wenn Kim sowohl in Kambodscha als auch in Österreich fast so blass bleibt wie Tevi, von der nur behauptet wird, dass sie selbstsüchtig (gewesen) sei. Ines ist ein Umriss, irgendwann erfährt man, dass sie blond ist, das ist alles. Ein Nichts. Kim hat unzählige Male roh, verroht gemordert - er kommt nach Ö und alles ist gut. Ja, hier und da träumt er schleccht, aber hey, dass Tevi (SPOILER) das gemeinsame Kind abgetrieben hat, berührt ihn mehr. Wird zumindest behautet - "gezeigt" wird es nicht.
Dann die Sprache. Die ist wirklich eine Zumutung. Nicht nur, dass die Autorin das Plusquamperfekt für gleichbedeutend mit dem Imperfekt zu halten scheint und es dementsprechend oft falsch verwendet (ca. 80% aller Fälle) - es scheint ihr auch noch zu gefallen. Oder warum sonst sucht man nicht elegantere Möglichkeiten, um die hässlichste Zeiten? Dazu passen, dass auch in Fällen, wo man Relativpronomen und Artiel "die die", "der der" etc. doppeln müssten, nein, immer wenn sich die Möglichkeit für ein Rel.Pron. bietet, erscheint "welcher". oder "dieser". Es verdirbt einem die ohnehin schön dünne Lesefreude noch mehr. Noch etwas, weil ich mich schon ärgere. "Laufen" ist eine schnelle Gangart, bei der zeitweise beide Füße in der Luft sind. "Gehen" ist das, was die meisten Menschen im Alltag, tun, wenn sie sich ohne Räder fortbewegen. Auf dem Flüchtlingsmarsch zu "laufen" ist also schlichtweg Irrsin. Da humpelt man, schleppt sich weiter, was weiß ich, aber man läuft nicht.
Die Auflösung, dass Ines Tevi belogen hat wirkt irgendwie deplaziert. Ja, das ist die Antwort, dass T und K nicht zsm. sind. Aber ging es jemals darum? Was war eigentlich das Anliegen des Romans? Dass Kim sich seiner - eigentlich - traumatisierenden Vgh stellen muss, anstatt die letzten 20, 30 Jahre wie bisher weiter damit leben zu können? Ist es dieser Imperativ zur Wahrheit, egal, wie weh sie tut? Mit Verlaub: Wenn Kim s. seiner Vgh mit allen Emotionen und dem unvorstellbaren Gräueltaten gestellt hatte, wäre ER therapiebedürftig. Aber so fliegt er nach Kambodscha, trifft seinen Bruder und alles wird gut.
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5/5
28.09.2020
Buch (Taschenbuch)
Was für ein Buch!!!!!!
Dieses Buch fängt ganz sachte an und wächst und wächst! Es hat mirch persönlich sehr berührt und bewegt. Das Thema Kambodscha / rote Khmer wird in diesem Buch extrem gut beschrieben. Ich hatte vorher eigentlich keinen Bezug dazu. Die Autorin hat es wieder Mal geschafft, dass ich das Buch in Kürze ausgelesen habe und es zu meinen Lieblingsbüchern zählt.
In diesem Roman wird nicht nur eine Familienfeier geschildert, sondern vor allem ein Teil der Geschichte Kambodschas, und das auch in Verbindung zu Österreich. Der Roman ist sehr spannend, interessant und gut geschrieben. Absolut lesenswert!
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