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Produktbild: Faust · Frühere Fassung (»Urfaust«)
Band 19594

Faust · Frühere Fassung (»Urfaust«)

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4,95 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2019

Herausgeber

Peter Brandes

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

132

Maße (L/B/H)

14,7/9,5/1,2 cm

Gewicht

73 g

Farbe

Zitronengelb

Reihe

Reclam Universal-Bibliothek 19594

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-019594-9

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

20.03.2019

Herausgeber

Peter Brandes

Verlag

Reclam, Philipp

Seitenzahl

132

Maße (L/B/H)

14,7/9,5/1,2 cm

Gewicht

73 g

Farbe

Zitronengelb

Reihe

Reclam Universal-Bibliothek 19594

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-15-019594-9

Herstelleradresse

Reclam Philipp Jun.
Siemensstr. 32
71254 Ditzingen
DE

Email: auslieferung@reclam.de

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  • Bewertung

    5/5

    30.05.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Drama des Nicht-Wissens

    Als absoluter Faust-Neuling hat mir diese Reclam-Ausgabe mit der hilfreichen Kommentierung und dem über den Tellerrand blickenden (und glücklicherweise in Prosa abgefassten) Nachwort sehr geholfen, einen Einstieg in die Tragödie zu finden. Dass er an der Kirche oftmals kaum ein gutes Haar lässt, macht schon Goethes Frühere Fassung des Faust interessant: sobald laut Faust Pfarrer Kommödianten sind, können diese durchaus den Pfarrern etwas beibringen (S. 11). Mephisto unterrichtet einen Studenten darüber, dass die (Be-)Lehrenden (wozu er sich selbst zählt) auch nur sagen, was sie aus Büchern wissen (S. 19) – des Weiteren sei neben dem fleißigen Studium der Bücher (S. 17f.) das Verführen von Mädchen eine wichtige Kunst: „Grau, theurer Freund, ist alle Theorie Und grün des Lebens goldner Baum.“ (S. 20). Nicht viel später, in der Früheren Fassung ohne einen in der Hexenküche (diese Szene ist nicht beinhaltet) zu sich genommenen Trank, möchte nun auch Faust der schönen Margarethe Geleit antragen, die aber zunächst „ohngeleit nach Hause gehn“ möchte (S. 32). Im Weiteren entspinnt sich dann die Gretchen-Tragödie, meines Erachtens ein Drama des Nicht-Wissens: über die Gabe von durch Mephistopheles beschafften Geschenken, unsicher abgelegtem Zeugnis (z. B. Tod von Marthes Ehemann), arrangierten Spaziergängen und Liebesschwüren in zufällig auftauchenden Gartenhäuschen. Um Gretchens Ruhe ist es in jedem Fall geschehen: „Meine Ruh ist hin Mein Herz ist schwer Ich finde sie nimmer Und nimmer mehr“ (S. 59), was gut das Ende der Jugend und der Tugend beschreibt. Wie es um Faust, den Gretchen seit dem Kennenlernen bei seinem Vornamen Heinrich nennt, und seine Ruhe bestellt ist, bleibt in der früheren Fassung eher unklar: es gibt keine Szene der Walpurgisnacht wie in Der Tragödie Erster Teil, in der Faust in einem plötzlichen Trugbild Margarethe („Gretchen“) sieht und dadurch einer Verführerin auf dem Hexenberg entgeht. Die Szene, in der Faust Gretchens Elend erkennt und Mephisto zum Vorwurf macht, heißt in der Früheren Fassung „Trüber Tag. Feld“, was meines Erachtens deutlicher Fausts, wenn auch späte, Erkenntnis der Situation widerspiegelt, als der reine Szenentitel „Faust. Mephistopheles“. Dass Faust, wieder nur mit Mephistos Hilfe, Margarethe aus dem Kerker retten möchte, zeigt gut sein Nicht-Wissen um die Situation. So, wie es Gretchen vermutlich nicht klar war, dass sie beim Beisammensein mit einem Mann so schnell schwanger werden kann, ist Faust über den Zeitrahmen der Tragödie hinaus in Unkenntnis der Tatsache, dass die Folgen des Beisammenseins (Austragen, Gebären und verzweifelte Tötung des Neugeborenen) ausschließlich und unausweichlich Margarethe betreffen werden. Ging Margarethe vor den Stelldicheins noch „für nichts zur Beichte“ (S. 33), hört sie später im Dom einen bösen Geist zu ihr sprechen, der ihr ihre Sünde und Schande verstärkt heraufbeschwört (S. 70f.). Aufgrund der gesellschaftlichen Konventionen ist Gretchen die alleinige Missetäterin (S. 70) und die Frühere Fassung schließt mit „sie ist gerichtet“ (S. 82) – gegen das Urteil des Teufels können kein Heinrich und auch keine himmlischen Heerscharen etwas ausrichten.

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