Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

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  1. Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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Graham Moore

1. Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

CD Standard Audio Format, Lesung. Gekürzte Ausgabe

Hörbuch (CD)

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Beschreibung


Weil Scotland Yard keinen Anlass sieht, den Mord an einem augenscheinlich leichten Mädchen aufzuklären, macht sich Arthur Conan Doyle selbst auf die Suche nach dem Mörder. Er schleicht durch die dunklen Straßen des viktorianischen London und landet an Orten, die kein Gentleman betreten sollte. Etwa hundert Jahre später ist ein junger Sherlock-Fan in einen Mordfall verstrickt, bei dem Doyles verschwundenes Tagebuch und einige Fälle seines berühmten Detektivs eine wichtige Rolle spielen.




Graham Moore, Jahrgang 1981, arbeitet als Drehbuchautor und Schriftsteller. 2015 gewann er den Oscar für das beste Drehbuch; The Imitation Game wurde mit Benedict Cumberbatch und Keira Knightley verfilmt und von der internationalen Kritik gefeiert. Nach Die letzten Tage der Nacht ist Der Mann, der Sherlock Holmes tötete sein zweites Buch, das auf Deutsch erscheint. Moore lebt in Los Angeles.



David Nathan zählt zu den besten Synchronsprechern Deutschlands. Er leiht seine Stimme u. a. Johnny Depp. Mit seiner herausragenden Erzählkunst fesselt er die Hörer.

Details

Medium

CD

Sprecher

David Nathan

Spieldauer

7 Stunden und 13 Minuten

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

28.02.2019

Verlag

Lübbe Audio

Anzahl

6

Beschreibung

Details

Medium

CD

Sprecher

David Nathan

Spieldauer

7 Stunden und 13 Minuten

Altersempfehlung

16 - 99 Jahr(e)

Erscheinungsdatum

28.02.2019

Verlag

Lübbe Audio

Anzahl

6

Fassung

gekürzt

Hörtyp

Lesung

Originaltitel

The Sherlockian

Übersetzer

Kirsten Riesselmann

Sprache

Deutsch

EAN

9783785757598

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Kollision von Vergangenheit und Gegenwart.

Wuschel aus Nußloch am 17.01.2021

Bewertet: Hörbuch (CD)

Altersempfehlung des Verlags ist ab 16 Jahren. Beschreibung: Drei tote Mädchen und keinen scheint es zu interessieren. Also macht sich Arthur Conan Doyle selbst auf die Suche nach der Wahrheit. Dies führt ihn in die dunkelsten Ecken Londons. Sein Freund Bram Stoker steht ihm dabei zur Seite und motiviert ihn weiter zu machen. Etwa hundert Jahre später scheint das verschwundene Tagebuch von Conan Doyle, aus genau dieser Zeit, wieder aufgetaucht zu sein. Doch plötzlich gibt es einen Todesfall unter den berühmten Sherlockianern. Inwiefern hängen diese Fälle zusammen? Was ist damals wirklich passiert? Meinung: Trotz der gekürzten Lesung hatte ich gefühlt keinerlei Einbußen am Hörvergnügen. David Nathan hat wie so oft ganze Arbeit geleistet. Er brachte die Charaktere super rüber sowie die Geschichte selbst. Ich denke, dass ich hierzu gar nicht mehr sagen muss, da der Synchronsprechern von Johnny Depp unter den Hörbuch Fans eine der Bekanntesten ist. Die Geschichte gefiel mir sehr gut, wobei ich den Titel doch etwas fragwürdig finde. Natürlich gab es damals den großen Bruch als Arthur Conan Doyle seine Romanfigur sterben lies, aber gerade deswegen denke ich, dass der Titel etwas misslich gewählt wurde, denn er erweckte ihn ja auch wieder zum Leben. Also für alle, die der Titel abschreckt: Es geht in der Geschichte nur sekundär um Sherlock Holmes und primär um seinen Erschaffer selbst. Außerdem geht es eben um die Zeit zwischen dem Tag als Conan Doyle seine Kultfigur sterben lies und wieder belebte. Somit muss hier keiner Angst haben, dass er erneut getötet oder ihm sonstiges Leid zugefügt wird. Die Verstrickung der Zeiten von 1900 und dem Jahr 2014 ist Graham Moor meiner Ansicht nach sehr gut gelungen. Während sich im Jahr 2014 der junge Sherlockianer Harold daran macht das verschwundene Tagebuch zu finden, erfährt der Hörer zeitgleich was damals vorgefallen ist. Er bekommt also den Inhalt des Tagebuchs präsentiert, bevor der pseudo Detektiv davon erfährt. Schnell bekommt man den Eindruck, dass die Sherlockianer ihre Mitglieder nicht ohne Grund auswählen, denn es sind etliche Parallelen zwischen dem Meisterdetektiv und Harold zu erkennen, was die Geschichte umso unterhaltsamer macht. Das Wissen über die Geschichten von Sherlock Holmes ist für diese ebenfalls sehr von Vorteil. Doch auch Conan Doyle leistet ganze Arbeit. Mit seinem Freund Bram Stoker, dem Autor von Dracula, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Offensichtlich ersetzt dieser den "Watson" und das macht er ganz toll. Gleichzeitig ist auch Harold nicht auf sich allein gestellt, denn er hat die Journalistin Sarah an seiner Seite. Auf diesen vier Charakteren liegt der komplette Fokus. Alle weiteren bleiben etwas blass, was aber nicht tragisch ist, denn sie sind eben nur Nebencharaktere. Die Atmosphäre, gerade im viktorianischen London, hat der Autor ganz hervorragend gezaubert. Ganz im Sinne des alten Holmes. Im Gegenzug zu dem düsteren London aus dem Jahr 1900, als die Uhren noch ein wenig anders tickten, wird ebenso die Schnelllebigkeit des Jahres 2014 vermittelt. Alles wirkt gestresster, greller und neuzeitlicher. So konnte man sich stets gut in die jeweilige Zeit und Personen versetzten. Dennoch war es so, dass der Fall zur Zeit von Conan Doyle doch eher einem typischen Kriminalfall glich. Es wurde ermittelt, geforscht und ging gefühlt etwas schneller von statten, wodurch ein gewisses Tempo vorgelegt wurde. Die Arbeit des Sherlockianer  erinnerte vergleichsweise mehr an den alten Holmes. Erst mal hinsetzten und nachdenken. So bekam man etwas Luft zum Atmen und es kam ein gewisses nostalgisches Gefühl auf. Ich empfand dieses Konstrukt als gelungene und vor allem unterhaltsame Mischung. Zum Ende möchte ich eigentlich nur sagen, dass ich es als sehr gelungen empfand. Gerade die letzen Zeilen waren sehr bewegend und rundeten das ganz auf besondere Art ab. Fazit: Wer sich für eine Mischung aus typischem Krimi und Sherlock Holmes Ermittlungen begeistern kann, der ist hier ganz klar an der richtigen Stelle.

Kollision von Vergangenheit und Gegenwart.

Wuschel aus Nußloch am 17.01.2021
Bewertet: Hörbuch (CD)

Altersempfehlung des Verlags ist ab 16 Jahren. Beschreibung: Drei tote Mädchen und keinen scheint es zu interessieren. Also macht sich Arthur Conan Doyle selbst auf die Suche nach der Wahrheit. Dies führt ihn in die dunkelsten Ecken Londons. Sein Freund Bram Stoker steht ihm dabei zur Seite und motiviert ihn weiter zu machen. Etwa hundert Jahre später scheint das verschwundene Tagebuch von Conan Doyle, aus genau dieser Zeit, wieder aufgetaucht zu sein. Doch plötzlich gibt es einen Todesfall unter den berühmten Sherlockianern. Inwiefern hängen diese Fälle zusammen? Was ist damals wirklich passiert? Meinung: Trotz der gekürzten Lesung hatte ich gefühlt keinerlei Einbußen am Hörvergnügen. David Nathan hat wie so oft ganze Arbeit geleistet. Er brachte die Charaktere super rüber sowie die Geschichte selbst. Ich denke, dass ich hierzu gar nicht mehr sagen muss, da der Synchronsprechern von Johnny Depp unter den Hörbuch Fans eine der Bekanntesten ist. Die Geschichte gefiel mir sehr gut, wobei ich den Titel doch etwas fragwürdig finde. Natürlich gab es damals den großen Bruch als Arthur Conan Doyle seine Romanfigur sterben lies, aber gerade deswegen denke ich, dass der Titel etwas misslich gewählt wurde, denn er erweckte ihn ja auch wieder zum Leben. Also für alle, die der Titel abschreckt: Es geht in der Geschichte nur sekundär um Sherlock Holmes und primär um seinen Erschaffer selbst. Außerdem geht es eben um die Zeit zwischen dem Tag als Conan Doyle seine Kultfigur sterben lies und wieder belebte. Somit muss hier keiner Angst haben, dass er erneut getötet oder ihm sonstiges Leid zugefügt wird. Die Verstrickung der Zeiten von 1900 und dem Jahr 2014 ist Graham Moor meiner Ansicht nach sehr gut gelungen. Während sich im Jahr 2014 der junge Sherlockianer Harold daran macht das verschwundene Tagebuch zu finden, erfährt der Hörer zeitgleich was damals vorgefallen ist. Er bekommt also den Inhalt des Tagebuchs präsentiert, bevor der pseudo Detektiv davon erfährt. Schnell bekommt man den Eindruck, dass die Sherlockianer ihre Mitglieder nicht ohne Grund auswählen, denn es sind etliche Parallelen zwischen dem Meisterdetektiv und Harold zu erkennen, was die Geschichte umso unterhaltsamer macht. Das Wissen über die Geschichten von Sherlock Holmes ist für diese ebenfalls sehr von Vorteil. Doch auch Conan Doyle leistet ganze Arbeit. Mit seinem Freund Bram Stoker, dem Autor von Dracula, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Offensichtlich ersetzt dieser den "Watson" und das macht er ganz toll. Gleichzeitig ist auch Harold nicht auf sich allein gestellt, denn er hat die Journalistin Sarah an seiner Seite. Auf diesen vier Charakteren liegt der komplette Fokus. Alle weiteren bleiben etwas blass, was aber nicht tragisch ist, denn sie sind eben nur Nebencharaktere. Die Atmosphäre, gerade im viktorianischen London, hat der Autor ganz hervorragend gezaubert. Ganz im Sinne des alten Holmes. Im Gegenzug zu dem düsteren London aus dem Jahr 1900, als die Uhren noch ein wenig anders tickten, wird ebenso die Schnelllebigkeit des Jahres 2014 vermittelt. Alles wirkt gestresster, greller und neuzeitlicher. So konnte man sich stets gut in die jeweilige Zeit und Personen versetzten. Dennoch war es so, dass der Fall zur Zeit von Conan Doyle doch eher einem typischen Kriminalfall glich. Es wurde ermittelt, geforscht und ging gefühlt etwas schneller von statten, wodurch ein gewisses Tempo vorgelegt wurde. Die Arbeit des Sherlockianer  erinnerte vergleichsweise mehr an den alten Holmes. Erst mal hinsetzten und nachdenken. So bekam man etwas Luft zum Atmen und es kam ein gewisses nostalgisches Gefühl auf. Ich empfand dieses Konstrukt als gelungene und vor allem unterhaltsame Mischung. Zum Ende möchte ich eigentlich nur sagen, dass ich es als sehr gelungen empfand. Gerade die letzen Zeilen waren sehr bewegend und rundeten das ganz auf besondere Art ab. Fazit: Wer sich für eine Mischung aus typischem Krimi und Sherlock Holmes Ermittlungen begeistern kann, der ist hier ganz klar an der richtigen Stelle.

Ein Satz mit "X"

MoMe am 19.03.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Am liebsten würde ich meine Rezension mit den Worten: „Was war das denn bitteschön?“ beginnen und mich dann nur darüber auslassen, wie furchtbar ich das Buch empfand. Aber das würde dem nicht ganz gerecht werden und so versuche ich doch eine gesittete und objektive Meinung zu verfassen. Ja, optisch machte „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ richtig was her. Ich habe das Buch noch mit dem alten Titelbild, was ich wesentlich ansprechender finde als das Neue. Auch der Titel lockte mich wie eine Sirene den Seefahrer und ich hatte richtig große Lust, in die Welt von Arthur Conan Doyle und den Fans von Sherlock Holmes einzutauchen. Auch das Innenlayout des Buches war ein absoluter Hingucker. Im Buchdeckel vorne war eine Kartenübersicht von London des Jahres 1900 abgebildet, hinten von London 2010. Jeder neue Kapitelanfang trug neben der entsprechenden Nummerierung das Konterfei Sherlock Holmes und hatte oftmals ein direktes Zitat aus einen von Doyles Geschichten. Dazu passend gab es noch entsprechende Kapiteltitel, unter dessen Thema die weiteren Erzählungen folgten. Ich mochte das, weil im Zusammenhang mit der Verarbeitung des Gesamtwerkes ein hochwertiger Eindruck der Ausgabe entstand. Der auktoriale Erzähler führte mich durch zwei Handlungsebenen. Einmal in eine historisch angelegte Fiktion mit Arthur Conan Doyle als Hauptfigur um 1900 und einmal ein rein fiktiver moderner Handlungsstrang, der 2010 spielen sollte und dessen Hauptakteur ein gewisser Harold White war. Dieser war frisch gebackenes Mitglied der Baker Street Irregulars. Ein Club, der sich den Sherlock-Holmes-Studien verschrieben hatte und wohl Wort für Wort die Geschichten sowie Abenteuer des berühmtesten Detektives auswendig konnten. So weit, so gut. Das Drama nahm seinen Lauf in Form von Harold White, den ich von Anfang an nicht mochte. Er wirkte so schrecklich einfältig und mit seinem Gehabe, er sei der besste Detektiv nach Sherlock Holmes manchmal so grotesk dämlich, dass ich ihm nichts wirklich glaubhaft abnehmen konnte. Zudem wirkte dieser komplette Handlungsstrang völlig aus der Zeit gefallen. 2010 konnte ich darin nicht wiedererkennen, stattdessen verschwamm alles zu einem konturlosen Nichts. Zudem war diese Erzählebene anstrengend zu lesen. Besonders am Anfang gab es ein wahres Füllhorn an Informationen, die ich erst einmal verdauen musste. Es war zwar an sich nicht langweilig, ließ sich aber aufgrund von sehr vielen Fremdwörtern und hochgestochenen Formulierungen schwergängig lesen. Im weiteren Verlauf geschahen einige ziemlich haarsträubende Ereignisse, die sich für mich nicht logisch nachvollziehen ließen. Insgesamt plätscherte die Jagd nach dem verlorenen Tagebuch des Arthur Conan Doyles an mir vorbei und ich fragte mich mehr als nur einmal, welchen Sinn dieser Handlungsstrang hatte. Ganz anders erging es mir bei der Erzählebene mit Arthur Conan Doyle um 1900. Hach war das herrlich, den Schriftsteller mal näher kommen zu dürfen und allerhand über ihn zu erfahren. Der Erzählstil war leicht und locker angereichert mit historischen Details, die dem Ganzen Spannung und Lebendigkeit verliehen. Ich hatte hier richtig Freude, mochte den Erfinder Sherlock Holmes ganz gern, auch wenn mir seine Jammerei über den Ruhm seiner Figur manchmal schon auf die Nerven ging. Besonderes Highlight war für mich Bram Stoker, der eigentlich nur eine Nebenfigur war. Aber ihn umgab eine Aura, die ich reizvoll fand und zu gern hätte ich mehr mit ihm und von seiner Interaktion gelesen. Während ich also beim Lesen von einem Extrem ins Nächste schwankte, geriet bei Herrn Moore irgendwann was durcheinander. Plötzlich wurde Arthur Conan Doyle ein wirklich unausstehlicher Charakter und dieser erst so goldschimmernde Handlungsstrang wurde pechschwarz und plump. Was war da bloß los, hätte ich am liebsten gefragt. Zur Krönung der Verwirrung um die weitere unlogische Entwicklung der Ereignisse zauberte der Autor plötzlich noch den Toten Oscar Wilde aus dem Hut. Warum der jetzt plötzlich zu einem Gesprächsthema wurde, ich habe keine Ahnung. Graham Moore liebte es mit seinem eloquenten Schreibstil, mit vielen Metaphern um sich zu schmeißen, wie Karnevalisten Süßigkeiten verteilen. Vielleicht sollte dies zur vollkommenen Untermalung seiner Szenenbilder dienen, mich begann es zu langweilen. Generell verkam für mein Empfinden die Geschichte zu einem Groschenroman. Vater Zufall war allgegenwärtig, das Ende vorhersehbar und generell alles irgendwie einen Tick zu drüber. Grundsätzlich gefiel mir die Plotidee, aber die Umsetzung? Nein, danke. Das war leider nichts. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Ist vielleicht etwas für die ganzen harten Sherlock-Holmes-Fans, mich konnte das Buch leider gar nicht begeistern.

Ein Satz mit "X"

MoMe am 19.03.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Am liebsten würde ich meine Rezension mit den Worten: „Was war das denn bitteschön?“ beginnen und mich dann nur darüber auslassen, wie furchtbar ich das Buch empfand. Aber das würde dem nicht ganz gerecht werden und so versuche ich doch eine gesittete und objektive Meinung zu verfassen. Ja, optisch machte „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“ richtig was her. Ich habe das Buch noch mit dem alten Titelbild, was ich wesentlich ansprechender finde als das Neue. Auch der Titel lockte mich wie eine Sirene den Seefahrer und ich hatte richtig große Lust, in die Welt von Arthur Conan Doyle und den Fans von Sherlock Holmes einzutauchen. Auch das Innenlayout des Buches war ein absoluter Hingucker. Im Buchdeckel vorne war eine Kartenübersicht von London des Jahres 1900 abgebildet, hinten von London 2010. Jeder neue Kapitelanfang trug neben der entsprechenden Nummerierung das Konterfei Sherlock Holmes und hatte oftmals ein direktes Zitat aus einen von Doyles Geschichten. Dazu passend gab es noch entsprechende Kapiteltitel, unter dessen Thema die weiteren Erzählungen folgten. Ich mochte das, weil im Zusammenhang mit der Verarbeitung des Gesamtwerkes ein hochwertiger Eindruck der Ausgabe entstand. Der auktoriale Erzähler führte mich durch zwei Handlungsebenen. Einmal in eine historisch angelegte Fiktion mit Arthur Conan Doyle als Hauptfigur um 1900 und einmal ein rein fiktiver moderner Handlungsstrang, der 2010 spielen sollte und dessen Hauptakteur ein gewisser Harold White war. Dieser war frisch gebackenes Mitglied der Baker Street Irregulars. Ein Club, der sich den Sherlock-Holmes-Studien verschrieben hatte und wohl Wort für Wort die Geschichten sowie Abenteuer des berühmtesten Detektives auswendig konnten. So weit, so gut. Das Drama nahm seinen Lauf in Form von Harold White, den ich von Anfang an nicht mochte. Er wirkte so schrecklich einfältig und mit seinem Gehabe, er sei der besste Detektiv nach Sherlock Holmes manchmal so grotesk dämlich, dass ich ihm nichts wirklich glaubhaft abnehmen konnte. Zudem wirkte dieser komplette Handlungsstrang völlig aus der Zeit gefallen. 2010 konnte ich darin nicht wiedererkennen, stattdessen verschwamm alles zu einem konturlosen Nichts. Zudem war diese Erzählebene anstrengend zu lesen. Besonders am Anfang gab es ein wahres Füllhorn an Informationen, die ich erst einmal verdauen musste. Es war zwar an sich nicht langweilig, ließ sich aber aufgrund von sehr vielen Fremdwörtern und hochgestochenen Formulierungen schwergängig lesen. Im weiteren Verlauf geschahen einige ziemlich haarsträubende Ereignisse, die sich für mich nicht logisch nachvollziehen ließen. Insgesamt plätscherte die Jagd nach dem verlorenen Tagebuch des Arthur Conan Doyles an mir vorbei und ich fragte mich mehr als nur einmal, welchen Sinn dieser Handlungsstrang hatte. Ganz anders erging es mir bei der Erzählebene mit Arthur Conan Doyle um 1900. Hach war das herrlich, den Schriftsteller mal näher kommen zu dürfen und allerhand über ihn zu erfahren. Der Erzählstil war leicht und locker angereichert mit historischen Details, die dem Ganzen Spannung und Lebendigkeit verliehen. Ich hatte hier richtig Freude, mochte den Erfinder Sherlock Holmes ganz gern, auch wenn mir seine Jammerei über den Ruhm seiner Figur manchmal schon auf die Nerven ging. Besonderes Highlight war für mich Bram Stoker, der eigentlich nur eine Nebenfigur war. Aber ihn umgab eine Aura, die ich reizvoll fand und zu gern hätte ich mehr mit ihm und von seiner Interaktion gelesen. Während ich also beim Lesen von einem Extrem ins Nächste schwankte, geriet bei Herrn Moore irgendwann was durcheinander. Plötzlich wurde Arthur Conan Doyle ein wirklich unausstehlicher Charakter und dieser erst so goldschimmernde Handlungsstrang wurde pechschwarz und plump. Was war da bloß los, hätte ich am liebsten gefragt. Zur Krönung der Verwirrung um die weitere unlogische Entwicklung der Ereignisse zauberte der Autor plötzlich noch den Toten Oscar Wilde aus dem Hut. Warum der jetzt plötzlich zu einem Gesprächsthema wurde, ich habe keine Ahnung. Graham Moore liebte es mit seinem eloquenten Schreibstil, mit vielen Metaphern um sich zu schmeißen, wie Karnevalisten Süßigkeiten verteilen. Vielleicht sollte dies zur vollkommenen Untermalung seiner Szenenbilder dienen, mich begann es zu langweilen. Generell verkam für mein Empfinden die Geschichte zu einem Groschenroman. Vater Zufall war allgegenwärtig, das Ende vorhersehbar und generell alles irgendwie einen Tick zu drüber. Grundsätzlich gefiel mir die Plotidee, aber die Umsetzung? Nein, danke. Das war leider nichts. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Ist vielleicht etwas für die ganzen harten Sherlock-Holmes-Fans, mich konnte das Buch leider gar nicht begeistern.

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