Mississippi, 1946: Laura McAllan ist ihrem Ehemann zuliebe aufs Land gezogen, wo er als Farmer einer Baumwollplantage Fuß fassen will. Doch ihr ist die Umgebung fremd, und auf Mudbound gibt es weder fließendes Wasser noch Strom. Unterstützung erhalten sie durch die Jacksons, ihre schwarzen Pächter. Die aufgeweckte Florence Jackson hilft Laura, wo sie nur kann. Aber auch wenn der Alltag sie an ihre Grenzen treibt und sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, würde sie es nicht wagen, Missstände anzumahnen. In diese angespannte Situation geraten zwei Kriegsheimkehrer: Florences Sohn Ronsel und Lauras Schwager Jamie. Deren Freundschaft wird zu einer Herausforderung für beide Familien, und so lassen Missgunst und Ausgrenzung die Stimmung bald kippen ...Ein intensiver, mit großer Wucht erzählter Debütroman und ein Plädoyer gegen Ausgrenzung, als ungekürzte Lesung aufwendig umgesetzt mit einem herausragenden Sprecherensemble.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Havers
5/5
17.01.2018
Hörbuch (CD)
Südstaatenromane gibt es in…
Südstaatenromane gibt es in großer Zahl, und in den meisten wird die üppige Plantagenherrlichkeit in den buntesten Bildern geschildert. Nicht so in Hillary Jordans „Mudbound“, der eine mittellose weiße sowie eine von ihnen abhängige afroamerikanische Familie ins Zentrum setzt. Keine prachtvollen Villen, keine rauschenden Feste, keine Pfirsich-Cocktails. Das wäre aber auch nicht passend, wenn man den zeitlichen Kontext betrachtet, in dem der Roman angesiedelt ist. Der Zweite Weltkrieg ist vorüber, die Soldaten kehren heim. So auch die beiden Freunde Jamie (Bruder von Henry McAllan) und Ronsel (Sohn der Jacksons), wobei Heimat in ihrem Fall „Mudbound“, eine Baumwollplantage in Mississippi, meint. Das Land gehört dem weißen Ehepaar Henry und Laura McAllan, deren unterstützt werden sie von ihren afroamerikanischen Pächtern Hap und Florence Jackson. Und es ist auch die Erde, die sie gemeinsam bebauen, die diese beiden Familien verbindet. Sie haben zwar unterschiedliche Hautfarben, müssen aber mit den gleichen Unbillen kämpfen, die vor allem Laura zu schaffen machen. Keine Wasserversorgung, keinen Stromanschluss, dafür aber wahlweise je nach Witterung jede Menge Staub und Matsch. Natürlich erzählt „Mudbound“ von Rassentrennung und Diskriminierung, das ergibt sich schon aus der Wahl des Ortes und der Zeit. Aber es ist auch eine Geschichte über Träume und Sehnsucht, über Stolz und Würde, über Autonomie und Abhängigkeit, und zu allererst über Hoffnung und Freundschaft, die die Rassenschranken überwindet. Jordan zeigt die Schwierigkeiten auf, die sich aus dem Umstand ergeben, dass eine Gesellschaft zutiefst rassistisch ist und es dem Einzelnen fast unmöglich machen, aus diesem Muster auszubrechen. Vor allem dann, wenn das einzige Unterscheidungsmerkmal die Hautfarbe ist. Wenn man im Krieg Seite an Seite gekämpft hat. Und doch kann dies nicht die unheilvollen Ereignisse verhindern, die den Schlusspunkt des Romans bilden… Der arme „tiefe Süden“ liefert die Kulisse für Jordans beeindruckenden (Familien-)Roman, der von der amerikanischen Kritik mit Lob überhäuft und mit Preisen ausgezeichnet wurde. Mittlerweile gibt es auch die entsprechende Verfilmung bei einem Streamingdienst, die nicht minder beeindruckend ist und deren Darsteller bereits als Oscar-Kandidaten gehandelt werden.
KrimiElse
5/5
02.01.2018
Hörbuch (CD)
Eindringlich und erschütternd…
Eindringlich und erschütternd Eine Südstaatengeschichte, deren Verfilmung bereits Furore macht und eine hochkarätige Riege von Sprechern - das hat mich sehr neugierig gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht von der deutschen Hörbuch-Version von „Mubound. Die Tränen von Mississippi“ der Autorin Hillary Jordan. Es ist eine ergreifende, mitreißende, spannende und interessante Geschichte zweier Familien in den Südstaaten der USA nach dem 2.Weltkrieg, die von sechs Sprechern aus dem jeweiligen Blickwinkel eines der sechs Protagonisten des Romanes eindringlich und absolut passend gelesen wird. Kurz nach Kriegsende folgt die liberal erzogene Südstaatlerin Laura McAllan ihrem Ehemann Henry auf eine Baumwollplantage in Mississippi, die weit von ihrer gewohnten städtischen Umgebung entfernt ist, und auch noch mit extrem rückständigen Wohnverhältnissen aufwartet. Begleitet von ihren beiden geliebten Töchtern und dem rassistischen, bösartigen Schwiegervater richtet sie sich mehr schlecht als recht ein, wohingegen ihr Mann Henry als Farmer förmlich in seiner Aufgabe aufblüht. Wie damals in den Südstaaten auf den Baumwollplantagen üblich hat die weiße Farmerfamilie McAllen Pächter, die sie auf den Feldern unterstützen und einen Teil ihres Ertrages an den Eigentümer abtreten müssen. Eine davon ist die schwarze Familie Jackson, die unermüdlich dafür arbeitet und kämpft, sich ein eigenes Stück Land leisten zu können. Dafür arbeitet Hap Jackson gemeinsam mit seinen Kindern auf den Feldern für die McAllens und Florence, seine Frau, unterstützt Laura McAllan im Haushalt. Der Schmutz, der anstrengende und unsichere Alltag des Landlebens, die Engstirnigkeit der Umgebung und ein Unglücksfall schaffen eine angespannte Situation, in die die beiden Kriegsheimkehrer Ronsel Jackson und Jamie McAllen kommen. Alte und neue Wunden brechen auf, und nicht zuletzt wegen der missgünstigen und rassistischen Umgebung eskaliert letztlich alles. Das Hörbuch bietet einen ungewohnten Blickwinkel, nämlich nicht entweder den der armen schwarzen oder einer armen weißen Familie in den Südstaaten, sondern widmet sich ausdrücklich den Berührungspunkten, an denen beide Familien verknüpft sind. Das ist die willensstarke, stolze und eindrucksvolle schwarze Florence, die als Haushaltshilfe der gütigen Laura McAllan zur Hand geht. Obwohl beide in ihren jeweiligen Rollen gefangen sind, schreiten sie an die Ihnen zugedachten Grenzen und widersetzen sich bis zu einem gewissen Grad den Rassengesetzen, indem sie fast so etwas wie Vertrautheit und Achtsamkeit füreinander empfinden. Einen Schritt weiter gehen Ronsel Jackson, Florences Sohn und Kriegsheimkehrer, und Lauras Schwager Jamie McAllan, ebenfalls Kriegsheimkehrer, die sich beim Trinken gegen die Dämonen, die sie aus dem Krieg mitbrachten, anfreunden und dabei ziemlich offen gegen die Rassengesetze und den „guten Ton“ im Baumwollpflückerland rebellieren. Neben der eigentlichen Geschichte bietet das Buch Einblick in die verheerenden damaligen Zustände in den Südstaaten der USA. Durch die Nähe, die die Autorin zu den Personen schafft, und die auch die Sprecher gekonnt transportieren, bekommt dieser Aspekt des Buches eine besonders abartige und grausame Komponente.
KrimiElse
5/5
02.01.2018
Hörbuch (CD)
Eindringlich und erschütternd
Eine Südstaatengeschichte, deren Verfilmung bereits Furore macht und eine hochkarätige Riege von Sprechern - das hat mich sehr neugierig gemacht, und ich wurde nicht enttäuscht von der deutschen Hörbuch-Version von Mubound. Die Tränen von Mississippi der Autorin Hillary Jordan. Es ist eine ergreifende, mitreißende, spannende und interessante Geschichte zweier Familien in den Südstaaten der USA nach dem 2.Weltkrieg, die von sechs Sprechern aus dem jeweiligen Blickwinkel eines der sechs Protagonisten des Romanes eindringlich und absolut passend gelesen wird.
Kurz nach Kriegsende folgt die liberal erzogene Südstaatlerin Laura McAllan ihrem Ehemann Henry auf eine Baumwollplantage in Mississippi, die weit von ihrer gewohnten städtischen Umgebung entfernt ist, und auch noch mit extrem rückständigen Wohnverhältnissen aufwartet. Begleitet von ihren beiden geliebten Töchtern und dem rassistischen, bösartigen Schwiegervater richtet sie sich mehr schlecht als recht ein, wohingegen ihr Mann Henry als Farmer förmlich in seiner Aufgabe aufblüht.
Wie damals in den Südstaaten auf den Baumwollplantagen üblich hat die weiße Farmerfamilie McAllen Pächter, die sie auf den Feldern unterstützen und einen Teil ihres Ertrages an den Eigentümer abtreten müssen. Eine davon ist die schwarze Familie Jackson, die unermüdlich dafür arbeitet und kämpft, sich ein eigenes Stück Land leisten zu können. Dafür arbeitet Hap Jackson gemeinsam mit seinen Kindern auf den Feldern für die McAllens und Florence, seine Frau, unterstützt Laura McAllan im Haushalt. Der Schmutz, der anstrengende und unsichere Alltag des Landlebens, die Engstirnigkeit der Umgebung und ein Unglücksfall schaffen eine angespannte Situation, in die die beiden Kriegsheimkehrer Ronsel Jackson und Jamie McAllen kommen. Alte und neue Wunden brechen auf, und nicht zuletzt wegen der missgünstigen und rassistischen Umgebung eskaliert letztlich alles.
Das Hörbuch bietet einen ungewohnten Blickwinkel, nämlich nicht entweder den der armen schwarzen oder einer armen weißen Familie in den Südstaaten, sondern widmet sich ausdrücklich den Berührungspunkten, an denen beide Familien verknüpft sind. Das ist die willensstarke, stolze und eindrucksvolle schwarze Florence, die als Haushaltshilfe der gütigen Laura McAllan zur Hand geht. Obwohl beide in ihren jeweiligen Rollen gefangen sind, schreiten sie an die Ihnen zugedachten Grenzen und widersetzen sich bis zu einem gewissen Grad den Rassengesetzen, indem sie fast so etwas wie Vertrautheit und Achtsamkeit füreinander empfinden.
Einen Schritt weiter gehen Ronsel Jackson, Florences Sohn und Kriegsheimkehrer, und Lauras Schwager Jamie McAllan, ebenfalls Kriegsheimkehrer, die sich beim Trinken gegen die Dämonen, die sie aus dem Krieg mitbrachten, anfreunden und dabei ziemlich offen gegen die Rassengesetze und den guten Ton im Baumwollpflückerland rebellieren.
Auch dem Leid und der Schuld, die die beiden Familien verbinden, widmet sich die Autorin in ihrem eindrucksvollem Debüt, nämlich als der konservative Süden zuschlägt und Ausgrenzung, Hass und Tod über die Familien bringt.
Neben der eigentlichen Geschichte bietet das Buch Einblick in die verheerenden damaligen Zustände in den Südstaaten der USA. Heute unvorstellbar, damals Alltag, dem keiner ohne Strafe entfliehen konnte, wird von der strikten Trennung Schwarz und Weiß berichtet, die vielerorts im Süden nicht nur gesetzlich verankert war, sondern gesetzeswidrig aber dennoch geduldet durch die fürchterlichen Greueltaten des Klu-Klux-Klan durchgesetzt wurde. Durch die Nähe, die die Autorin zu den Personen schafft, und die auch die Sprecher gekonnt transportieren, bekommt dieser Aspekt des Buches eine besonders abartige und grausame Komponente. Da ist zum Beispiel der schwarze Ronsel Jackson, der für die Weißen im 2. Weltkrieg kämpfte, viele Auszeichnungen gemeinsam mit seiner schwarzen Panzerdivision bekam, aber dennoch nach seiner Heimkehr von weißen Rassisten wie Abschaum behandelt wird und einer hohen gesetzlich begründeten Gefängnisstrafe ins Auge sieht, weil er im Krieg ein weißes deutsches Mädchen liebte.
Es ist erstaunlich, wie es die Autorin schafft, aus einem recht friedlichen Anfang eine Geschichte voller Qualen aufzubauen. Geschickt verknüpft sie die Gegenwart mit ein paar eingestreuten Rückblicken, wechselt die Orte von der Farm in Mississippi in einen Panzer oder ein Flugzeug mitten im Kriegsgebiet Europa und lässt die verschiedenen Protagonisten ihren Blickwinkel der Geschichte erzählen, ohne dabei den Faden zu verlieren.
Es ist großartig, wie dadurch Spannung aufgebaut wird, so dass ich fast erbarmungslos getrieben wurde, weiter zu hören.
Das Hörbuch hat mir ausgezeichnet gefallen, es hat mich gefesselt und erschüttert durch die Geschichte selbst und durch die sehr gekonnte Umsetzung. Ich vergebe begeisterte fünf Sterne.
dreamer
5/5
29.12.2017
Hörbuch (CD)
Eines meiner Jahreshighlights
Mudbound Die Tränen von Mississippi von Hillary Jordan gehört definitiv zu den Highlights meines Lesejahres 2017. Dabei bezieht sich meine Rezension hier auf die Hörbuchvariante des Romans.
Die Kapitel werden abwechselnd in der Ich-Perspektive durch die verschiedenen Protagonisten der Handlung erzählt. Da ist natürlich Laura, die gemeinsam mit ihrem Mann Henry und ihren beiden Kindern auf eine Farm gezogen ist. Beide treten in der Geschichte als Erzähler auf. Hinzu kommen Henrys jüngerer Bruder Jamie und drei Mitglieder der Familie Jackson (Florence, Hap und ihr Sohn Ronsel).
Dabei steht nicht nur Lauras Unzufriedenheit mit dem Leben auf der Farm im Vordergrund. Es geht um viel mehr: Um Rassismus, Ungerechtigkeit, Familienstreitigkeiten, Kriegstraumata
Hillary Jordan gelingt es, die dramatische und tragische Geschichte so geschickt in Szene zu setzen, dass man die Verzweiflung einiger Charaktere hautnah miterleben kann. Nicht zuletzt tragen dazu die Sprecher des Hörbuches bei, die in ihren Rollen aufzugehen scheinen. Dabei erzählt Hillary Jordan durch die Protagonisten ihre Geschichte auf eine Art und Weise, die weder rührselig noch kitschig ist. Die Ereignisse werden dem Leser/Zuhörer einfach relativ schonungslos vor Augen geführt. Die Ungerechtigkeit, mit der man Ronsel und seine Familie behandelt, geht einem sehr nahe und man hofft einfach, dass sich für sie alles doch noch zum Besseren wenden wird.
Mudbound Die Tränen von Mississippi hat mir sehr gut gefallen und die Geschichte wird mich sicher noch eine ganze Weile in Gedanken begleiten. Es ist eine aufwühlende, emotional bewegende und spannende Geschichte, die Hillary Jordan da erzählt und die von mir volle fünf Sterne erhält.
Bewertung
aus Bochum
5/5
26.12.2017
Hörbuch (CD)
Wunderbares Hörbuch!
Für mich eines der besten Hörbücher überhaupt. Mudbound spielt in den Südstaaten, Mississippi. Gelesen wird von verschiedenen Sprechern, die jeweils einen Part bzw. eine der handelnden Personen übernehmen. Dies gelingt großartig. Ich fand es faszinierend, so an den Gedanken und Geschehnissen teilzunehmen, die aus der Perspektive der einzelnen Protagonisten geschildert werden. Der Autorin ist es auf großartige Weisen gelungen, einen Einblick in das Leben der Menschen zu dieser Zeit unter Rassentrenung und Rasenhass wiederzugeben. Hauptakteurin ist Laura McAllen, die spät heiratet und mit ihrem Mann auf eine unwirtliche Farm/Baumwollplantage ziehen muss, ohne fließendes Wasser und Strom, mit zwei kleinen Kindern. Ihr Lebensweg verquickt sich mit dem ihres Schwagers, des garstigen Schwiegervaters und den dunkelhäutigen Pächtern und ihrem Sohn, der später ein Freund von Lauras Schwager wird. Das Buch ist wirklich fesselnd, bewegend und gegen Ende hin auch manchmal schwer zu ertragen. Hervorragend, ich hätte auch mehr Sterne vergeben!
Spannende Geschichte über eine dunkle Zeit der amerikanschen Geschichte
Mudbound – die Tränen von Mississippi wurde im Jahr 2009 von Hillary Jordan veröffentlicht und nun endlich auch ins Deutsche übersetzt. Diese kraftvolle und faszinierende Erzählung wird abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Der Figur Laura hat sie biografische und persönliche Details ihrer eigenen Großmutter einfließen lassen. Der Roman handelt von Rassismus und Familiengeheimnissen, und beleuchtet eine dunkle Zeit der amerikanischen Geschichte.
Jordans Werk wurde bereits verfilmt und feierte die Weltpremiere im Rahmen des Sundance Film Festivals. Im Rahmen der Golden Globe Awards 2018 wurde Mary J. Blige als beste Nebendarstellerin nominiert. Wenn sie spannende und packende Romane, wie „Gute Geister“ von Kathryn Stockett und „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee mögen, dann empfehle ich Ihnen Mudbound wärmstens!
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