Mit letzten Kräften erreichen Lucie und ihre Freunde die Stadt der Überlebenden. Während Jem vor den Toren gegen angreifende Tiere kämpft, hofft Lucie im Inneren endlich Antworten zu finden. Doch im Schatten der Türme scheint das Mittelalter wieder aufgelebt zu sein: Wissenschaft gilt als schwarze Magie, Fragenstellen ist streng verboten. Als die Jugendlichen aus verbotenen Büchern erfahren, dass sie nicht die ersten Zeitreisenden sind, entlädt sich der Zorn des Burgherrn. Den Freunden bleibt nur die Flucht. Ihr Ziel: der einzige Ort, der noch Hoffnung verspricht - die Oase der Zeitspringer. Aber der Weg dorthin führt durch gefährliche Sümpfe, mitten ins Land der Squids.
„Abenteuer pur - ein echter Thiemeyer eben!“ (Samuel, 13 Jahre, in der Zeitschrift BuchMarkt)
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Spannende Fortsetzung
KittyCatina am 10.06.2021
Bewertungsnummer: 1506612
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Auch den zweiten Band dieser Trilogie habe ich einfach nur verschlungen, denn dieser, welcher direkt an die Ereignisse aus Band eins anschließt, war ebenfalls richtig spannend und konnte mich vor allem mit seinem interessanten Worldbuilding überzeugen.
Der Schreibstil des Autors war hier auch wieder großartig, passend für ein Jugendbuch, leicht und flüssig zu lesen, aber nicht zu kindlich und deshalb auch für Erwachsene richtig gut lesbar. Zudem war er sehr bildlich, so dass es mich gleich von Anfang an wieder direkt in die Geschichte hineingezogen hat. Und was Mark Bremer als Sprecher des Hörbuchs angeht, so feiere ich diesen Mann einfach nur, denn er ist einfach der perfekte Sprecher und weiß, nur mit seiner Stimme, die Geschichte zum Leben zu erwecken.
Toll fand ich auch die Geschichte, die wirklich interessant weiterging und mich absolut packen konnte. Dabei gab es am Anfang noch einmal eine Zusammenfassung der Ereignisse aus dem ersten Band, was ich mir für einen Folgeband jeder Buchreihe wünschen würde, gerade wenn man die einzelnen Teile mit einem gewissen Zeitunterschied lesen will oder muss. Dazu kamen noch die teils wirklich actionreichen Szenen, einige spannende Wendungen und wie schon erwähnt, das richtig tolle Worldbuilding, wobei es sich hier um eine apokalyptische Welt handelt, in welcher mal nicht Zombies, Vampire oder andere fantastische Wesen das Leben der Menschen bedrohen. Vielmehr spielen hier, wie der Titel der Reihe schon aussagt, evolutionäre Entwicklungen eine große Rolle und das auf eine super gut durchdachte Art und Weise. Außerdem finde ich es richtig toll, dass man eigentlich nie weiß, was man hier glauben soll, denn wenn immer eine Frage geklärt wird, stellt sich wieder eine neue. Nebenbei entwickelt sich auch die Liebesgeschichte zwischen Lucie und Jem weiter und anderweitig werden ebenfalls langsam Bindungen aufgebaut. Diese stehen aber zum Glück nicht im Mittelpunkt der Geschichte und wirken immer erwachsener. Dennoch endet auch dieser Band wieder mit einem Cliffhanger, welcher es unabdingbar für mich macht, gleich den Abschlussband zur Hand zu nehmen.
Was mir ebenfalls gefallen hat, waren die Charaktere. Diese haben mir ja schon im ersten Band super gut gefallen, entwickeln sich hier aber immer weiter, wachsen mit ihren Herausforderungen und müssen wohl oder übel erwachsen werden. Dennoch stört mich ein bisschen, dass es selbst unter den eigentlichen Freunden, neben all den anderen Gefahren, noch einen Verräter geben muss, denn das war mir dann doch ein bisschen zu viel des Guten und hätte für mich nicht sein müssen. Aber wer weiß, vielleicht ergibt es am Ende ja doch noch einen Sinn.
Insgesamt ist auch dieser zweite Band wieder ein richtig gutes Buch, in dem die Geschichte rund um Lucie, Jem und ihre Begleiter, obwohl sie für Jugendliche geschrieben wurde, spannend und rasant weitererzählt wird und welches auf ein sehr spannendes Finale hoffen lässt.
Packende Fortsetzung, die die Handlung auf ähnlichem Niveau wie ihr Vorgänger weiterführt.
Der Medienblogger am 20.09.2019
Bewertungsnummer: 1243728
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Im direkten Anschluss an den ersten Band schreibe ich nun meine Rezension zum Mittelteil der Jugendbuchtrilogie „Evolution“, der den Titel „Der Turm der Gefangenen“ trägt. Die Handlung rund um Jem, Lucie und ihre Freunde setzt unmittelbar nach dem Ende von Teil 1 ein – für all diejenigen, die jedoch zuvor ihr Gedächtnis auffrischen wollen, ist eine Zusammenfassung des bisher Geschehenen abgedruckt. Wie mir die vorliegende Lektüre – auch im direkten Vorgleich zu seinem Vorgänger – gefallen hat, das erfährst du in der folgenden Rezension.
Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist einfach zu lesen, die Kapitellänge angenehm kurz, sodass man auch diesen Band zügig beenden kann. Das bereits bekannte Figurenensemble wird durch einige Figuren erweitert, die diese Lektüre um einige bemerkenswerte Facetten ergänzen. Die Protagonisten treffen paradoxerweise in der Zukunft auf Zivilisation, die in jeglicher Hinsicht atavistisch erscheint. Das Aufeinandertreffen verschiedener Weltansichten und die Reibung aneinander sind ziemlich interessant. Dieses neue System, auf das die Freunde treffen, wird jedoch unzureichend erläutert – wie ist es zu diesem rückschrittlichen Entwicklungen gekommen; woraus speist sich die Denkart dieser Menschen? – schließlich sind Veränderung und das Ende der Menschheit doch zentrale Themen dieser Trilogie!
Die schwächelnde charakterliche Ausarbeitung, die ich an „Die Stadt der Überlebenden“ bemängelt habe, scheint hier ein Stück weit besser gelungen zu sein. Ich hatte nicht so oft das Gefühl, die Figuren wie durch ein Fernglas zu beobachten, sondern ihre Motive und Beweggründe wirklich nachvollziehen zu können. Diese Verbesserung resultiert, so meine These, aus der Figur Marek: Er hat sich seit Teil 1 aus seiner Klischeerolle als aufmüpfiger Möchtegernanführer befreit und eine starke Veränderung durchlebt, die jeder Glaubwürdigkeit entbehrt – seine Motive werden lediglich oberflächlich angerissen und stoßen bei mir keineswegs auf Nachvollziehbarkeit. Dass ich jedes Mal erzürnt die Stirn runzeln musste, wenn er ins Spiel trat, lenkt die Aufmerksamkeit stark von den übrigen Charakteren ab, deren eventuelle Defizite somit nicht so stark hervortreten.
Der zivilisationskritische Aspekt wird durch die Entdeckungen der Jugendlichen stärker hervorgehoben: Der Mensch als höchstes Wesen und die Handlungsweisen der Charaktere im Umgang mit fremden Spezies werden kritisch hinterfragt. Das Aufeinandertreffen mit den Squids ist eines der Höhepunkte des Romans – hier entblößt der Autor das gesamte Potenzial seines Szenarios. Gerne mehr in diese Richtung, Herr Thiemeyer!
Leider ist auch in „Der Turm der Gefangenen“ ein frühes Stadium der Orientierungslosigkeit festzustellen. Welcher Aspekt fungiert als treibende Kraft; wohin entwickelt sich die Geschichte fort? – Fragen, die (noch) keine Antwort finden. Das Aufsuchen der Zeitspringer als mögliche Rückkehr nach Hause; das Sammeln von Informationen über den Verbleib der Menschheit; die Auseinandersetzung mit der Spezies der Squids; das Retten der Burgleute; die Flucht und die sich entflammende Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren – das alles sind Handlungsstränge, die wie in dem Roman angerissen werden, aber wie Puzzleteile auf die Verbindung untereinander warten. Und so wird sich erst rückwirkend mit dem Ende des dritten Teils herausstellen können, wie ich die gesamte Trilogie empfinde. Denn erst da zeigt sich, welchen Weg der Autor für seine Reihe vorsieht und einschlägt.
Insgesamt bleibt die vorliegende Lektüre etwa auf dem gleichen Niveau wie sein Vorgänger, wenn sie nicht sogar ein kleines Stück besser ist. Ein offenes und vielversprechendes Ende machen Lust auf den abschließenden Band der Reihe. Denjenigen, die den ersten mochten, kann ich also diesen zweiten Teil ebenfalls ans Herz legen.
„Evolution: Der Turm der Gefangenen“ ist eine packende Fortsetzung, die die Handlung auf ähnlichem Niveau wie ihr Vorgänger weiterführt.
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