Bewertet wird die deutschsprachige Ausgabe "Schuldig":
Als die dreizehnjährige Constance Lawson spurlos verschwindet, gerät deren Onkel Karl schnell unter Verdacht, nicht zuletzt ist die sensationsheischende Journalistin Amanda Bowe mit ihren unterschwelligen Andeutungen und Suggestionen daran beteiligt. Während Karl in Untersuchungshaft sitzt, stellt sich tatsächlich seine Unschuld heraus, dennoch bleibt großer Schaden zurück – er hat mittlerweile Familie, Job und seinen Ruf verloren.
Mit fesselnden Worten geht es flott dahin, Laura Elliot versteht es, den Leser an dieses Buch zu binden. Constance und ihre Verwandtschaft ist rasch vorgestellt, da brodelt es auch schon in Glenmoores Gerüchteküche. Die Stimmung gegen Karl heizt sich zunehmend auf, seine Frau zieht mit der gemeinsamen Tochter an einen abgeschiedenen Ort und es dauert nicht lange, bis Karl aufgrund von Indizien festgenommen wird. Überaus packend schildert die Autorin die Gefühle, welche in Onkel Karl vorgehen, seine einsetzende Resignation, da ihm weder seine Frau oder sein Bruder, noch die Nachbarn Glauben schenken. Für alle ist er ganz klar der abnormale Pädophile, der sich immer schon sonderbar verhalten hätte. Verwirrspiele und Illusionen bestimmen den Fortgang der Handlung, welche in vier große Abschnitte gegliedert ist. Auch wenn im Mittelteil die Spannung vorübergehend etwas nachlässt und die Geschichte schon auserzählt sein könnte, so nimmt das ganze alsbald wieder Fahrt auf und entwickelt sich in eine andere Richtung, die vielleicht nicht ganz realistisch ist, aber durchaus verständlich erscheint.
Sehr interessant und nachvollziehbar stellt Elliot dar, wie schnell jemand fälschlicherweise vorverurteilt werden kann, wie einschneidend sich das Leben dieser Person verändern kann und wie schwierig es ist, trotz jeglicher Unschuld wieder Fuß fassen zu können. Onkel Karl hat viele Hürden zu meistern, welch Genie hinter dieser Figur steckt, tritt am Ende deutlich zutage.
Großartige Unterhaltung gekoppelt mit einem ernsthaften Thema – so bereitet Lesen wirklich Freude! Ich habe die Stunden mit Onkel Karl, der Journalistin Amanda und den irischen Gardai überaus genossen und empfehle „Schuldig“ sehr gerne weiter.
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