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Produktbild: Haymatland

Haymatland Wie wollen wir zusammenleben?

Aus der Reihe Streitschrift
2

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

12.10.2018

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

160 (Printausgabe)

Dateigröße

3031 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843720144

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • nicht oder eingeschränkt barrierefrei

Erscheinungsdatum

12.10.2018

Verlag

Ullstein Ebooks

Seitenzahl

160 (Printausgabe)

Dateigröße

3031 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843720144

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Ein sehr persönliches Buch!

monerl aus Langen am 24.01.2021

Bewertungsnummer: 1145455

Bewertet: eBook (ePUB)

Meine Meinung Die Autorin hat hier ein sehr persönliches Buch geschrieben. Sie gibt viel von ihrer Familie, von ihren eigenen Gedanken und Gefühlen preis. In sehr verständlicher, einfacher und gut lesbaren Sprache erzählt Dunja Hayali, wie ihre Eltern sich kennengelernt haben und wie es dazu kam, dass sie letztendlich in Deutschland hängengeblieben sind. Diese Geschichte ähnelt allen anderen “Elterngeschichten” von Kindern mit Migrationshintergrund. Fast alle Eltern wollten ein paar Jahre bleiben, das Studium beenden, etwas Geld verdienen. Berufserfahrung sammeln und dann mit dieser “bunten Tüte” voller materiellen und immateriellen Schätzen nach Hause in die Heimat zurückkehren. Wie bei so vielen zog sich die Entscheidung über die Rückkehr so lange hin, bis sie sich selbst in Deutschland beheimatet fühlten und deshalb geblieben sind. Hayalis Mutter wollte sogar in Deutschland beerdigt werden. So kam es, dass die Autorin, in Deutschland geboren, sich als Deutsche fühlt und Deutschland als ihre Heimat benennt. Die Erklärungen und Beschreibungen für den Begriff “Heimat” und das Gefühl, das er auslöst, haben mir sehr gut gefallen. Sie drücken die Liebe, die Freude und das Glück, im Geburtslotto gewonnen zu haben, sehr gut aus. Dass Menschen ihr Geburtsland verlassen, um in der Fremde, aus welchen Gründen auch immer, eine neue Heimat zu finden, ist wohl so alt wie die Menschheit selber. So nennt Dunja Hayali auch den bekanntesten Verfechter gegen Migration, der nur aufgrund der Auswanderung seiner Vorfahren genau dort ist, wo er jetzt ist: “Donald Trump. Sein Großvater, Friedrich Trump, wanderte nämlich 1885 aus Kallstadt in der Pfalz in die USA aus. Er war Friseur (bitte fügen Sie hier einen Gedanken Ihrer Wahl ein) und hatte in der Heimat keine wirtschaftliche Perspektive. Im Nordwesten der USA und im kanadischen Yukon-Territorium häufte er mit einfachen Restaurants, die unter anderem Pferdefleisch verkauften, vor allem in den Jahren des Goldrauschs die Grundlage seines Wohlstands an. Davon zehrt sein Enkel noch heute.” (eBook Pos. 157 von 2013) Leider ist es derzeit so, dass auch die Autorin öffentlich und in den (un)sozialen Medien von vielen Menschen ganz furchtbar unter der Gürtellinie angegangen wird, die ihr das Deutsch-Sein und Deutschland als ihre Heimat absprechen wollen. Und so fragt sie sich nicht zu unrecht: “Wird es wirklich dazu kommen, dass jemand für mich entscheidet, was ich Heimat nennen darf, egal ob ein Minister oder selbsternannter Abendlandsverteidiger? Entscheiden die, wo ich leben darf? Grölen bald deutlich mehr Menschen als der kleine Haufen am Aschermittwoch 2018 im sächsischen Nentmannsdorf >>Abschieben!<<? Abschieben, weil zum Beispiel meine Familie und ich wie viele Millionen andere in deren Augen nicht hierhergehören, die uns als >>Kameltreiber<< oder >>Asyltouristen<< diffamieren?” (eBook Pos. 197 von 2013) Ich folgte Dunja Hayalis Gedanken und Ausführungen sehr gerne. Es ist ein persönlicher Erlebnisbericht zum Thema “Deutsche mit Migrationshintergrund”, dem wachsenden Hass gegen solche Bürger, dem Versagen der Politik sich angemessen mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Lösungen zu bieten. Sie nimmt aber auch die Medien und ihre Berufsgruppe unter die Lupe und in die Pflicht. “Unser Job ist es nun einmal, Konflikte und ihre Auswirkungen schonungslos zu beschreiben und einzuordnen. Aber manchmal verlieren wir dabei das Positive, das Gelungene aus dem Blick.” (eBook Pos 1448 von 2013) Fazit Dies ist ein wunderbares Buch, das vor Lebenslust nur so sprüht. Und genauso intensiv benennt die Autorin darin aber auch ihr Missfallen an der derzeitigen Situation, die sie zwingt, sich in bestimmten Situationen und mit bestimmten Menschen unwohl zu fühlen. Sie will diese negative Entwicklung in Deutschland und in vielen Regionen auf der Welt, so nicht einfach hinnehmen. Wir müssen die Augen öffnen und erkennen, dass Deutschland bereits seit langem ein Einwanderungsland ist, nicht erst seit der Flüchtlingswelle von 2015. In Deutschland leben neben Türken auch viele Russen, Polen, Spanier, Franzosen, Griechen, US-Amerikaner und noch viele andere, die Deutschland seit Jahren bunt gemacht haben, mit ihren Sprachen und Kulturen bereichern und wir alle gemeinsam dafür sorgen müssen, dass es uns weiterhin so gut geht wie bisher. Dabei müssen wir von der Politik unterstützt werden, die nun auch anfangen müssen, sich um weitere Themen als die Flüchtlinge zu kümmern und all die “Abgehängten” wieder auffangen. Ich danke der Autorin für dieses besondere Plädoyer für ein WIR und dass wir dabei immer im Dialog bleiben, um voneinander zu lernen. Absolute Leseempfehlung!

Ein sehr persönliches Buch!

monerl aus Langen am 24.01.2021
Bewertungsnummer: 1145455
Bewertet: eBook (ePUB)

Meine Meinung Die Autorin hat hier ein sehr persönliches Buch geschrieben. Sie gibt viel von ihrer Familie, von ihren eigenen Gedanken und Gefühlen preis. In sehr verständlicher, einfacher und gut lesbaren Sprache erzählt Dunja Hayali, wie ihre Eltern sich kennengelernt haben und wie es dazu kam, dass sie letztendlich in Deutschland hängengeblieben sind. Diese Geschichte ähnelt allen anderen “Elterngeschichten” von Kindern mit Migrationshintergrund. Fast alle Eltern wollten ein paar Jahre bleiben, das Studium beenden, etwas Geld verdienen. Berufserfahrung sammeln und dann mit dieser “bunten Tüte” voller materiellen und immateriellen Schätzen nach Hause in die Heimat zurückkehren. Wie bei so vielen zog sich die Entscheidung über die Rückkehr so lange hin, bis sie sich selbst in Deutschland beheimatet fühlten und deshalb geblieben sind. Hayalis Mutter wollte sogar in Deutschland beerdigt werden. So kam es, dass die Autorin, in Deutschland geboren, sich als Deutsche fühlt und Deutschland als ihre Heimat benennt. Die Erklärungen und Beschreibungen für den Begriff “Heimat” und das Gefühl, das er auslöst, haben mir sehr gut gefallen. Sie drücken die Liebe, die Freude und das Glück, im Geburtslotto gewonnen zu haben, sehr gut aus. Dass Menschen ihr Geburtsland verlassen, um in der Fremde, aus welchen Gründen auch immer, eine neue Heimat zu finden, ist wohl so alt wie die Menschheit selber. So nennt Dunja Hayali auch den bekanntesten Verfechter gegen Migration, der nur aufgrund der Auswanderung seiner Vorfahren genau dort ist, wo er jetzt ist: “Donald Trump. Sein Großvater, Friedrich Trump, wanderte nämlich 1885 aus Kallstadt in der Pfalz in die USA aus. Er war Friseur (bitte fügen Sie hier einen Gedanken Ihrer Wahl ein) und hatte in der Heimat keine wirtschaftliche Perspektive. Im Nordwesten der USA und im kanadischen Yukon-Territorium häufte er mit einfachen Restaurants, die unter anderem Pferdefleisch verkauften, vor allem in den Jahren des Goldrauschs die Grundlage seines Wohlstands an. Davon zehrt sein Enkel noch heute.” (eBook Pos. 157 von 2013) Leider ist es derzeit so, dass auch die Autorin öffentlich und in den (un)sozialen Medien von vielen Menschen ganz furchtbar unter der Gürtellinie angegangen wird, die ihr das Deutsch-Sein und Deutschland als ihre Heimat absprechen wollen. Und so fragt sie sich nicht zu unrecht: “Wird es wirklich dazu kommen, dass jemand für mich entscheidet, was ich Heimat nennen darf, egal ob ein Minister oder selbsternannter Abendlandsverteidiger? Entscheiden die, wo ich leben darf? Grölen bald deutlich mehr Menschen als der kleine Haufen am Aschermittwoch 2018 im sächsischen Nentmannsdorf >>Abschieben!<<? Abschieben, weil zum Beispiel meine Familie und ich wie viele Millionen andere in deren Augen nicht hierhergehören, die uns als >>Kameltreiber<< oder >>Asyltouristen<< diffamieren?” (eBook Pos. 197 von 2013) Ich folgte Dunja Hayalis Gedanken und Ausführungen sehr gerne. Es ist ein persönlicher Erlebnisbericht zum Thema “Deutsche mit Migrationshintergrund”, dem wachsenden Hass gegen solche Bürger, dem Versagen der Politik sich angemessen mit diesen Themen auseinanderzusetzen und Lösungen zu bieten. Sie nimmt aber auch die Medien und ihre Berufsgruppe unter die Lupe und in die Pflicht. “Unser Job ist es nun einmal, Konflikte und ihre Auswirkungen schonungslos zu beschreiben und einzuordnen. Aber manchmal verlieren wir dabei das Positive, das Gelungene aus dem Blick.” (eBook Pos 1448 von 2013) Fazit Dies ist ein wunderbares Buch, das vor Lebenslust nur so sprüht. Und genauso intensiv benennt die Autorin darin aber auch ihr Missfallen an der derzeitigen Situation, die sie zwingt, sich in bestimmten Situationen und mit bestimmten Menschen unwohl zu fühlen. Sie will diese negative Entwicklung in Deutschland und in vielen Regionen auf der Welt, so nicht einfach hinnehmen. Wir müssen die Augen öffnen und erkennen, dass Deutschland bereits seit langem ein Einwanderungsland ist, nicht erst seit der Flüchtlingswelle von 2015. In Deutschland leben neben Türken auch viele Russen, Polen, Spanier, Franzosen, Griechen, US-Amerikaner und noch viele andere, die Deutschland seit Jahren bunt gemacht haben, mit ihren Sprachen und Kulturen bereichern und wir alle gemeinsam dafür sorgen müssen, dass es uns weiterhin so gut geht wie bisher. Dabei müssen wir von der Politik unterstützt werden, die nun auch anfangen müssen, sich um weitere Themen als die Flüchtlinge zu kümmern und all die “Abgehängten” wieder auffangen. Ich danke der Autorin für dieses besondere Plädoyer für ein WIR und dass wir dabei immer im Dialog bleiben, um voneinander zu lernen. Absolute Leseempfehlung!

Eine kluge Frau

Bewertung am 15.11.2018

Bewertungsnummer: 403892

Bewertet: eBook (ePUB)

Sie kennen wahrscheinlich alle Dunja Hayali aus dem Fernsehen. Und Sie haben wahrscheinlich eine ganz eigene Meinung über diese Frau. Ich weiß schon jetzt, dass ich mit dieser Buchbesprechung u.a. auch in meinem FB-Freundeskreis anecken werde. Denn diese Frau polarisiert. Für manche ist Dunja Hayali einfach ein rotes Tuch. Ein Gutmensch. Eine Frau, die dem Islam nahe steht. Eine Frau, die dadurch, dass sie die Moslems nicht verteufelt, antisemitisch ist. Ich persönlich allerdings bewundere sie sehr für ihre Meinung, für ihr Auftreten und dafür, wie sie die Dinge beim Namen nennt. Nun hat sie ein sehr persönliches Buch geschrieben, in dem sie sich deutlich zu dem Thema äußert, wie sie es sieht, was gerade in Deutschland abgeht, seitdem so viele Menschen aus fremden Ländern zu uns kommen, die hier Hilfe suchen. Sei es aus Gründen, dass sie in dem Land, in dem sie geboren wurden, nicht mehr sicher sind, da sie aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt werden, weil dort Krieg oder eine Hungersnot herrscht, oder weil sie hier bei uns für sich einfach eine bessere Zukunft sehen, so dass sie Zuhause ihre Familie unterstützen können. Dunja Hayali ist eine Deutsche. Sie wird aber wie so viele Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und ihre familiären Wurzeln in einem anderen Land haben, persönlich angegriffen. Und das auf das Übelste. Ein weiteres Beispiel ist gerade ganz aktuell Collien Ulmen Fernandes. Ja, die Eltern Dunja Hayalis kommen als Mossul/Irak. Aber sie sind schon in den fünfziger Jahren nach Europa gekommen, um dort zu studieren. Dort haben sie sich kennen- und lieben gelernt. Sie haben geheiratet und sind letztendlich in Deutschland angekommen und haben dort ihre Familie gegründet. Sowohl ihre beiden älteren Geschwister als auch sie wurden in Deutschland geboren. Und übrigens sind ihre Eltern keine Moslems, sondern Christen, ebenso wie die Kinder. Und die ganze Familie hat sich integriert und ist beruflich erfolgreich. Und doch wird Dunja Hayali ihre deutsche Heimat abgesprochen. Warum? Und was ist überhaupt Heimat? Dies ist ein Thema, mit dem sie sich in diesem Buch auseinandersetzt. Was ist für Sie Heimat? Für mich ist das ein Ort, an dem ich mich wohl fühle und sicher. Das muss für mich nicht automatisch der Ort oder das Land sein, in dem geboren wurde. Ich bin nun allerdings ein Mensch, der privilegiert ist. Ich bin in den geburtenreichen sechziger Jahren in dem nördlichsten Bundesland der damaligen BRD in einer Beamtenfamilie der Mittelschicht zur Welt gekommen, konnte das Gymnasium besuchen und mit Abitur abschließen, habe ohne große Probleme einen Ausbildungsplatz in meinem Wunschberuf gefunden und arbeite seitdem in ihm. Ich bin zum Glück nie arbeitslos gewesen. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung, ohne finanzielle Not und sowohl an meinen Wohnort als auch an dem Ort, wo ich arbeite (Hamburg), habe ich noch nie Probleme mit den Menschen gehabt, die hier zu uns nach Deutschland gekommen sind. Ich habe allerdings auch einige Zeit in Hamburg-Wilhelmsburg gelebt – einem Stadtteil, der einige Zeit als Problemstadtteil verschrien war, da dort überproportional viele Ausländer lebten und immer noch leben. Aber auch dort habe ich mich immer wohlgefühlt. Und ich trage häufig aus Solidaritätsgründen mit den immer wieder angegriffenen Juden einen Davidstern deutlich sichtbar an einer Kette. Auch dies ist mir bisher zum Glück noch nie zum Verhängnis geworden. Bin ich da nun ein glücklicher Einzelfall? Ich denke nein, denn in meinem persönlichen Umkreis habe ich auch von Freunden und Bekannten noch nichts anderes vernommen. Anders sieht es bei Freunden aus, die es nicht so gut getroffen haben, oder die z.B. im Pott wohnen. Dort ist es wohl noch einmal etwas anderes. Aber muss es deshalb zu einer Spaltung in Deutschland kommen? Dunja Hayali erzählt sehr viel von ihrer Familie und wie sie aufgewachsen ist. Sie erzählt aber auch davon, wie sie jetzt immer wieder angegriffen wird. Und sie beschreibt, wo sie die Probleme und die Lösungen für uns sieht. Sie erzählt aber auch sehr gut, dass wir bereits nach dem 2. Weltkrieg diverse Flüchtlingsströme, bzw. Zuwanderungswellen gut überstanden und integriert haben. Da waren erst einmal die Vertriebenen Deutschen aus den Ländern, die nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr Deutsch waren. Wie wurden diesen denn damals empfangen? Ich erwähne hier nur einmal kurz den Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen, wo die Vertriebenen aus Ostpreußen als Polacken beschimpft wurden. Dann kamen die Gastarbeiter, von denen viele hier geblieben und inzwischen sogar Deutsche geworden sind. Danach kamen die Boatpeople und die Deutschrussen. Und jetzt eben die Menschen aus dem Nahen Osten und Schwarzafrika. Aber andererseits gehen auch viele Deutsche schon immer ins Ausland. Und dies tun sie zumeist aus dem Grund, dass sie sich dort bessere Perspektiven ausmalen. Sind dies denn keine Wirtschaftsflüchtlinge? Die Autorin zeigt aber nicht nur auf, was gewesen ist und wie der derzeitige Ist-Zustand ist, sondern sie bietet durchaus auch Lösungsvorschläge an. Ich finde, dass dies ein hervorragendes Buch ist, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wie wollen wir in Zukunft in Deutschland, in Europa und in der Welt leben? Ich bin ja auch so ein Gutmensch und hoffe sehr, dass wir es schaffen, den Menschen Heimat und Hoffnung zu geben so dass sie ebenso gut wie wir hier leben können. Und wenn wir es dann auch noch schaffen, dass die Menschen nicht aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen müssen, umso besser. Denn viele von ihnen wären lieber dort geblieben, wo sie ihre Heimat gesehen haben, wo ihre Familie und ihre Freunde wohnen, wo sie nicht die Fremden, die Gehassten sind und wo sie nicht andauernd anecken. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Buch viele Menschen erreicht und zum Nachdenken bringt.

Eine kluge Frau

Bewertung am 15.11.2018
Bewertungsnummer: 403892
Bewertet: eBook (ePUB)

Sie kennen wahrscheinlich alle Dunja Hayali aus dem Fernsehen. Und Sie haben wahrscheinlich eine ganz eigene Meinung über diese Frau. Ich weiß schon jetzt, dass ich mit dieser Buchbesprechung u.a. auch in meinem FB-Freundeskreis anecken werde. Denn diese Frau polarisiert. Für manche ist Dunja Hayali einfach ein rotes Tuch. Ein Gutmensch. Eine Frau, die dem Islam nahe steht. Eine Frau, die dadurch, dass sie die Moslems nicht verteufelt, antisemitisch ist. Ich persönlich allerdings bewundere sie sehr für ihre Meinung, für ihr Auftreten und dafür, wie sie die Dinge beim Namen nennt. Nun hat sie ein sehr persönliches Buch geschrieben, in dem sie sich deutlich zu dem Thema äußert, wie sie es sieht, was gerade in Deutschland abgeht, seitdem so viele Menschen aus fremden Ländern zu uns kommen, die hier Hilfe suchen. Sei es aus Gründen, dass sie in dem Land, in dem sie geboren wurden, nicht mehr sicher sind, da sie aus politischen oder religiösen Gründen verfolgt werden, weil dort Krieg oder eine Hungersnot herrscht, oder weil sie hier bei uns für sich einfach eine bessere Zukunft sehen, so dass sie Zuhause ihre Familie unterstützen können. Dunja Hayali ist eine Deutsche. Sie wird aber wie so viele Personen, die in der Öffentlichkeit stehen und ihre familiären Wurzeln in einem anderen Land haben, persönlich angegriffen. Und das auf das Übelste. Ein weiteres Beispiel ist gerade ganz aktuell Collien Ulmen Fernandes. Ja, die Eltern Dunja Hayalis kommen als Mossul/Irak. Aber sie sind schon in den fünfziger Jahren nach Europa gekommen, um dort zu studieren. Dort haben sie sich kennen- und lieben gelernt. Sie haben geheiratet und sind letztendlich in Deutschland angekommen und haben dort ihre Familie gegründet. Sowohl ihre beiden älteren Geschwister als auch sie wurden in Deutschland geboren. Und übrigens sind ihre Eltern keine Moslems, sondern Christen, ebenso wie die Kinder. Und die ganze Familie hat sich integriert und ist beruflich erfolgreich. Und doch wird Dunja Hayali ihre deutsche Heimat abgesprochen. Warum? Und was ist überhaupt Heimat? Dies ist ein Thema, mit dem sie sich in diesem Buch auseinandersetzt. Was ist für Sie Heimat? Für mich ist das ein Ort, an dem ich mich wohl fühle und sicher. Das muss für mich nicht automatisch der Ort oder das Land sein, in dem geboren wurde. Ich bin nun allerdings ein Mensch, der privilegiert ist. Ich bin in den geburtenreichen sechziger Jahren in dem nördlichsten Bundesland der damaligen BRD in einer Beamtenfamilie der Mittelschicht zur Welt gekommen, konnte das Gymnasium besuchen und mit Abitur abschließen, habe ohne große Probleme einen Ausbildungsplatz in meinem Wunschberuf gefunden und arbeite seitdem in ihm. Ich bin zum Glück nie arbeitslos gewesen. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung, ohne finanzielle Not und sowohl an meinen Wohnort als auch an dem Ort, wo ich arbeite (Hamburg), habe ich noch nie Probleme mit den Menschen gehabt, die hier zu uns nach Deutschland gekommen sind. Ich habe allerdings auch einige Zeit in Hamburg-Wilhelmsburg gelebt – einem Stadtteil, der einige Zeit als Problemstadtteil verschrien war, da dort überproportional viele Ausländer lebten und immer noch leben. Aber auch dort habe ich mich immer wohlgefühlt. Und ich trage häufig aus Solidaritätsgründen mit den immer wieder angegriffenen Juden einen Davidstern deutlich sichtbar an einer Kette. Auch dies ist mir bisher zum Glück noch nie zum Verhängnis geworden. Bin ich da nun ein glücklicher Einzelfall? Ich denke nein, denn in meinem persönlichen Umkreis habe ich auch von Freunden und Bekannten noch nichts anderes vernommen. Anders sieht es bei Freunden aus, die es nicht so gut getroffen haben, oder die z.B. im Pott wohnen. Dort ist es wohl noch einmal etwas anderes. Aber muss es deshalb zu einer Spaltung in Deutschland kommen? Dunja Hayali erzählt sehr viel von ihrer Familie und wie sie aufgewachsen ist. Sie erzählt aber auch davon, wie sie jetzt immer wieder angegriffen wird. Und sie beschreibt, wo sie die Probleme und die Lösungen für uns sieht. Sie erzählt aber auch sehr gut, dass wir bereits nach dem 2. Weltkrieg diverse Flüchtlingsströme, bzw. Zuwanderungswellen gut überstanden und integriert haben. Da waren erst einmal die Vertriebenen Deutschen aus den Ländern, die nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr Deutsch waren. Wie wurden diesen denn damals empfangen? Ich erwähne hier nur einmal kurz den Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen, wo die Vertriebenen aus Ostpreußen als Polacken beschimpft wurden. Dann kamen die Gastarbeiter, von denen viele hier geblieben und inzwischen sogar Deutsche geworden sind. Danach kamen die Boatpeople und die Deutschrussen. Und jetzt eben die Menschen aus dem Nahen Osten und Schwarzafrika. Aber andererseits gehen auch viele Deutsche schon immer ins Ausland. Und dies tun sie zumeist aus dem Grund, dass sie sich dort bessere Perspektiven ausmalen. Sind dies denn keine Wirtschaftsflüchtlinge? Die Autorin zeigt aber nicht nur auf, was gewesen ist und wie der derzeitige Ist-Zustand ist, sondern sie bietet durchaus auch Lösungsvorschläge an. Ich finde, dass dies ein hervorragendes Buch ist, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wie wollen wir in Zukunft in Deutschland, in Europa und in der Welt leben? Ich bin ja auch so ein Gutmensch und hoffe sehr, dass wir es schaffen, den Menschen Heimat und Hoffnung zu geben so dass sie ebenso gut wie wir hier leben können. Und wenn wir es dann auch noch schaffen, dass die Menschen nicht aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen müssen, umso besser. Denn viele von ihnen wären lieber dort geblieben, wo sie ihre Heimat gesehen haben, wo ihre Familie und ihre Freunde wohnen, wo sie nicht die Fremden, die Gehassten sind und wo sie nicht andauernd anecken. Ich wünsche mir sehr, dass dieses Buch viele Menschen erreicht und zum Nachdenken bringt.

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von Dunja Hayali

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