"Nur weg!" - mehr hat Frederika nicht im Sinn, als sie gen Norden reist. Vielleicht sogar, um zu sterben. Doch dann entdeckt sie unerwartet ihre Begeisterung fürs Reisen und ihren Lebensmut dazu. Bald hat sie ihr Herz an die Schönheit Schwedens verloren und fragt sich, wie sie eine Weiterreise finanzieren kann. Da kommt ihr das freundliche Männerduo, das einen Mitfahrer sucht, gerade recht. Besonders der schüchterne Lars gewinnt rasch ihre Freundschaft. Doch ihn scheint ein finsteres Geheimnis zu belasten.
Unterdes glaubt ausgerechnet der frustrierte Polizist Karl Andersson an eine Verbindung zwischen den anonymen Leichen, die immer zahlreicher in den skandinavischen Wäldern auftauchen. Dabei zählt er doch eigentlich nur noch die Tage bis zur ersehnten Rente.
Drei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten - für sie alle werden die dunklen Wälder Schwedens zum Prüfstein ihres bisherigen Lebens und jeder von ihnen muss am Ende über sich selbst hinauswachsen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Hortensia13
5/5
22.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Ruhig, aber spannend
Der frustrierte Polizist Karl sehnt sich nach seiner Pensionierung, als er eines Tages etwas entdeckt, was seine Alltagsroutine durchbricht. Anderorts will Frederika nur weg. Auf der Suche nach Freiheit reist sie spontan in den Norden, wohin sie der Wind hinträgt. Doch erst in Schweden findet sie langsam zu sich. Was auch an der Begegnung mit zwei umherreisenden Männer zusammenhängt. Denn der stille Lars scheint sie zu verstehen. Doch ihn scheint ein finsteres Geheimnis zu belasten.
Normalerweise fällt es schwer drei Handlungssträngen bzw. Protagonisten zu folgen, aber hier es der Autorin Nina Casement sehr gelungen. Ich konnte allem gut folgen und die Geschichte ist spannend gestaltet. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen, was auch am Reisebericht von Frederika lag.
Fazit: Ein stimmungsmässig ruhig, aber spannender Thriller, der zudem Lust auf eine Schwedenreise macht. Sehr empfehlenswert.
Midnight-Girl
aus NRW
4/5
17.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Fred will einfach nur noch…
Fred will einfach nur noch weg, raus aus der gemeinsamen Wohnung, Kilometer um Kilometer zwischen sich und ihren Freund und ihre beste Freundin bringen, die sie beide schamlos ausgenutzt und belogen haben. Das Ziel: unbekannt. Erst einmal Richtung Norden, nach Schweden, vielleicht Finnland, sich treiben lassen. Während Fred einiges über die Gegenden, in denen sie verweilt, aber auch viel über sich selbst erfährt, trifft sie auf ein Männerduo, das dem Reisen scheinbar ebenfalls angetan ist. So dauert es nicht lange, bis sie sich ihnen anschließt und unbewusst eine ganz andere Richtung einschlägt. Derweil erschüttern diverse Jagdunfälle Skandinavien, doch nur Karl Andersson glaubt eine Verbindung zu erkennen, wenn auch nur schwach. Da er jedoch nicht zur Ermittlerelite gehört und eher als faul und frustriert gilt, wird seinen Beobachtungen keine Relevanz beigemessen. Karl aber kann plötzlich nicht mehr aufhören sich mit den Fällen zu beschäftigen. Wer kennt ihn nicht, diesen Drang, einfach mal ausbrechen zu wollen, alles hinter sich zu lassen, es auf sich zukommen lassen, wohin der Wind einen treibt? Dem Ruf folgen werden aber vermutlich die wenigsten, aus welchen Gründen auch immer. Nichtsdestotrotz kann allein die Vorstellung bereits befreiend wirken, so dass man schnell eine gewisse Verbindung zu Fred spürt. Man muss ihr Handeln nicht in allen Punkten gutheißen, den Mut der jungen Frau bewundert man dennoch, schließlich reist sie ohne Netz und doppelten Boden. Als Fred auf die zwei Männer, die ebenfalls gen Norden unterwegs sind, trifft, weiß der Leser längst mit wem sie sich hier einlässt. Die Passagen, in denen man der Fantasien des Duos gewahr wird und auch ihrer Ausführung beiwohnt, lassen nicht nur den Atem stocken, sondern regelrecht das Blut in den Adern gefrieren. Die Autorin vermittelt die Szenarien so detailliert und realitätsnah, dass man sich unweigerlich die Frage stellt, ob dies wirklich allein ihrer Vorstellungskraft entsprungen ist oder wie die Recherche wohl abgelaufen sein mag. „Jagdsaison“ ist genau das was auch der Untertitel bereits suggeriert, ein wahrlich „mörderischer Reisebericht“, der sich stilistisch aber durchaus Richtung Thriller bewegt. Der Leser erhält einen Überblick über die Gesamtsituation, verfolgt diverse Handlungsstränge gleichzeitig, weiß aber bis zum Schluss nicht auf welches Ende man sich einzustellen hat. Schließlich ist alles möglich, vieles denkbar und einiges unvorhersehbar, denn man kann den Figuren zumeist nur vor den Kopf schauen. Ob sie wirklich all ihre Gedanken offenlegen wird sich erst im weiteren Verlauf zeigen. Entsprechend ergibt sich eine Mischung aus reiner Darstellung der Fakten und Spannungselementen. Konzentriert man sich zunächst noch auf lokale Gegebenheiten und Touristenmagneten, steht schlussendlich einzig die Frage im Raum: Für wen endet die Reise in den Wäldern Skandinaviens?
World of books and dreams
4/5
29.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Mörderischer Roadtrip
Nachdem Frederika ihren Freund mit ihrer besten Freundin in flagranti erwischt hat, hat sie nur noch einen Gedanken – nichts wie weg! Studium und Wohnung lässt sie hinter sich, packt ihren Rucksack und reist nach Schweden. Eigentlich ist sie gar nicht der Typ für solch eine Reise, so schüchtern wie sie ist, doch kaum in Schweden, verliebt sie sich in die Schönheit der Landschaft. Auf ihrer Reise lernt sie den schüchternen Lars und dessen älteren Begleiter kennen und versteht sich ganz gut mit den beiden.
Zur gleichen Zeit hat Karl, der vom Außendienst der Polizei in den Innendienst wechselte, einen mysteriösen Fall auf dem Tisch. Eigentlich ist er gar nicht der Typ, der sich um irgendwelche Fälle kümmert, doch dieser hier macht ihn mehr als stutzig und er begibt sich auf die Suche nach Antworten.
Meine Meinung
Das Cover des Buches ist auf den ersten Blick sehr unspektakulär und es wäre mir gar nicht mal so sehr aufgefallen. Doch nachdem mir die Autorin von ihrer Geschichte schrieb, war ich doch neugierig und wollte wissen, was hinter einem mörderischen Reisebericht stecken könnte.
Zunächst einmal fiel der Einstieg sehr leicht, denn Nina Casement erzählt sehr flüssig und mit klarer Sprache und lässt sich Zeit, ihre drei Hauptcharaktere genau vorzustellen. Dabei ist es wirklich so, dass man immer wieder sehr detailreiche und bildhafte Beschreibungen der Landschaften erhält, durch die Frederika reist, so dass man sich glatt gemeinsam mit ihr in dieses Land verliebt und selbst gerne einmal dorthin reisen möchte.
Während also der Einstieg ruhig ist, bleibt das Tempo auch erst einmal eher still, dafür aber keineswegs langweilig, denn neben den landschaftlichen Bildern bekommt der Leser auch ein intensives Gefühl für die Charaktere, deren Entwicklung und Beweggründe. Die Geschichte nimmt erst im hinteren Bereich Tempo auf und es kommt schon zu einem kleinen Showdown. Dabei schafft es die Autorin sehr gut, eine fesselnde und spannende Stimmung zu erzeugen. Dadurch, dass die Geschichte unblutig erzählt ist, ist sie auch perfekt für etwas zartbesaitete Leser, die bei Thrillern mehr Wert auf die charakterliche Entwicklung legen.
Nina Casement erzählt ihre Geschichte durch einen personellen Erzähler in der dritten Person. Dabei wechselt sie permanent die Perspektiven zwischen Frederika, Lars und Karl. Hier und da musste ich aufpassen, wenn die wechselnde Perspektive nur durch einen Absatz angezeigt wurde. Doch da die Charaktere von Grund auf verschieden sind, merkte ich schnell, wer was und wann erzählte. Während alle drei Perspektiven zunächst noch Abstand zueinander hatten, laufen die Verbindungen langsam aufeinander zu und werden letzten Endes glaubwürdig miteinander verstrickt.
Genau auf Frederika, Lars und Karl liegen auch die Schwerpunkte der Geschichte. Nebencharaktere gibt es nur wenige und selbst Lars’ Begleiter wird hier nur als “der Ältere” betitelt. Allerdings ist das hier auch genau so gewollt, denn es wirkt, als wäre ein Spot auf die anderen Charaktere gerichtet worden. Frederika entwickelt sich von einem schüchternen, betrogenen Mauerblümchen durchaus zu einer selbstbewussten Frau, die hier zu sich findet. Karl, der abgehalfterte Polizist, war mir zunächst nur wenig sympathisch, doch auch entwickelt sich hier sehr glaubwürdig. Von seinen Ermittlungsarbeiten hätte ich gerne noch ein wenig mehr erfahren, da diese ein wenig in den Hintergrund gerieten. Lars ist der, von dem wir auch mehr aus der Vergangenheit erfahren, aber was es mit ihm so auf sich hat, müsst ihr einfach selber lesen.
Mein Fazit
Ein interessantes Debüt, das mir unterhaltsame Lesestunden und einfach auch mal einen Thriller der anderen Art brachte. Vor allem der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen und da sie wirklich geschickt ihre Charaktere zeichnen kann, lässt mich gespannt auf weitere Thriller aus der Feder der Autorin zurück. Wer gerne intensive Charakterzeichnungen und lanfschaftliche Bilder mag und dabei auch noch Spannung erleben möchte, der sollte hier einmal hineinlesen.
wasliestlisa
4/5
16.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein schöner Thriller für zwischendurch
Ich empfehle dieses Buch wirklich jeden, der Fernweh nach Schweden hat und wenn man keines hat, bekommt man eines davon. Aber ich empfehle dieses Buch auch allen Krimi und Thrillerfans.
Hier kann man einen Krimi einmal ganz anders erleben. Wir Leser begleiten Fred während ihrer Reise durch die skandinavischen Länder und lernen nicht nur über Fred etwas, sondern
die Autorin bringt mit ihren schönen detaillierten Beschreibungen auch diese Staaten etwas näher. Ganz besonders gut fand ich, dass hier die Freds Beweggründe für diese Reise stückhaft mit in die Geschichte eingebaut wurde. So kann man die Protagonistin langsam kennenlernen und an ihren Aufgaben wachsen sehen.
Grundsätzlich besteht diese Geschichte aus drei Perspektiven. Zunächst einmal haben wir die Reisende Fred, dann haben wir die Handlungen rund um das Männerduo mit Lars und zu guter letzt dürfen wir den Polizisten Karl begleiten, der in Etappen sich diesen Morden annimmt und ermittelt.
Das betone ich so, weil diese Handlungsstränge zunächst den Anschein haben, dass sie überhaupt nicht passen. Da hab ich mir auch ein wenig schwer getan, weil es schon ziemlich flott in den Perspektivwechsel ging. Jedenfalls ergaben diese einzelnen Stränge im Fortschritt der Geschichte Sinn und verknüpften sich. Diese Verknüpfung fand ich eigentlich am besten, weil diese einfach nahtlos und ohne Ecken und Kanten ineinander übergingen und eins wurden.
Der Schreibstil der Autorin war für mich ganz gut, weil er wirklich locker und entspannt war. So als Abendlektüre eine gute Wahl würde ich sagen. Es ist zunächst ein ruhiger und unspektakulärer Reisebericht einer Frau und erst im Verlauf der Geschichte mischen sich Thrillerelemente dazu und bauen die Spannung auf.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass es wirklich ein angenehmes Buch ist, welches man sich mal als entspannende Lektüre zulegen sollte.
Ashelia
5/5
07.11.2018
eBook (ePUB)
Mörderischer Reisebericht
Als ich den Untertitel "Mörderischer Reisebericht" las, konnte ich mir spontan nicht so ganz genau vorstellen, wie ich mir das vorzustellen habe. Aber genau das machte bei mir auch den Reiz an dem Roman aus. Und ich habe es nicht bereut, ihn zu lesen - ganz im Gegenteil, ich wurde positiv überrascht!
Der Untertitel beschreibt den Inhalt relativ gut. Frederika - kurz Fred - lässt alles hinter sich, nimmt ihre Ersparnisse und reist nach Skandinavien. Während sie auf der Suche nach Ruhe, Vergessen und einer Idee für die Zukunft von Norddeutschland über Dänemark nach Schweden reist, besucht sie kulturelle Stätten und wandert lange Strecken durch die freie Landschaft. Die Beschreibungen der Natur machen daher einen bedeutenden Teil des Romans aus und der Leser wird in weite Wälder, in Heidelandschaften und an die Meeresküsten entführt. Die Landschaftsbeschreibungen, aber auch die Beschreibungen der kleinen oder größeren Orte in Skandinavien sind gelungen und fangen die Atmosphäre wunderbar ein.
Neben Freds Erlebnissen erfahren wir von dem Männerduo Lars und "dem Älteren" sowie von einem Polizeimitarbeiter, der unerwartet einen Zusammenhang zwischen mehreren "Jagdunfällen" feststellt. Die Zusammenhänge der drei Erzählstränge ergeben sich nach und nach und führen auf das große Finale zu.
Die Spannung wird in diesem Roman auf eine ruhige, zurückhaltende Art erzeugt. Nicht alles ergibt sich auf Anhieb, durch Andeutungen und Rückblenden baut sich allmählich das Gesamtbild auf. Doch gerade die ruhige Erzählart, getragen von schönen Landschaften und ganz alltäglichen Problemen bzw. Freds kleiner Lebenskrise, weiß ungemein zu fesseln. Man fühlt sich als Leser sicher, fast schon geborgen, wenn man Freds Reise folgt - und wird zeitgleich durch die düsteren Zwischenszenen immer wieder aus dieser angenehmen Reise durch Skandinavien herausgerissen.
Dabei kommt der Roman ohne große Blutbäder und krasse Schockmomente aus und verursacht dennoch ein stets vorhandenes, hintergründiges Unwohlsein.
Die Hauptcharaktere werden mit wenigen Worten ausreichend beschrieben und vor allem durch ihre Taten charakterisiert. So bekommt man ein Gefühl für sie, versteht ihr Leben, ihre Entscheidungen - oder kann sie zumindest ein Stück weit nachvollziehen. Einzig über "den Älteren" hätte ich gerne noch mehr erfahren, denn dieser bleibt bis zum Ende absolut undurchsichtig - was auch daran liegt, dass aus seiner Sicht nicht erzählt wird.
Fazit: "Jagdsaison. Ein mörderischer Reisebericht" konnte mich überzeugen und ist jedem Fan von Thrillern mit ruhigen Tönen zu empfehlen, die zeitgleich auch gegen schöne Landschaftsbeschreibungen und Reiseanregungen nichts einzuwenden zu haben.
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