Während ihre Mutter das letzte Einkaufsgeld versäuft, beobachtet Charlie vom Balkon ihrer Betonmietskaserne die benachbarten Bungalows und deren Bewohner: Sie lernt, dass es mehrere soziale Klassen gibt und sie selbst zur untersten gehört. Dann, kurz nach ihrem zwölften Geburtstag, zieht ein neues Ehepaar ins Viertel. Die beiden sind Schauspieler, unberechenbar, chaotisch, luxuriös, schlauer als alle anderen - und für Charlie das, was der Rest der Welt als ihre "erste große Liebe" bezeichnen würde: Spielkameraden und Lover, größter Einfluss und größte Gefährdung. Klar und radikal erzählt Helene Hegemann vom Überleben in einer zunehmend apokalyptischen Welt und der vitalen Kraft des freien Willens.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
6 Bewertungen
5 Sterne
4 Sterne
3 Sterne
2 Sterne
(0)
1 Sterne
(0)
Radikal, ehrlich, faszinierend
Bewertung am 17.09.2018
Bewertungsnummer: 444628
Bewertet: eBook (ePUB)
Eine abgründige Geschichte über drei verlorenen Seelen in einer hedonistischen, zerstörten Welt. Gnadenlos grell beleuchtet Hegemann das Leben ihrer Protagonisten. Verstörend gut.
Dystopie oder doch nicht ?
Kaffeeelse am 03.09.2018
Bewertungsnummer: 1129991
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
"Bungalow", der neue Roman von Helene Hegemann, beschreibt eine Welt, die eigentlich unsere ist, aber von ihr schon weitergedacht wurde. Was ein interessanter Grundgedanke ist, oder ein angstmachender. Je nach Betrachtungsweise. Der Roman rüttelt an unserer Gesellschaft. Und konfrontiert uns mit möglichen Folgen. Handlungsort ist ein Neubauviertel, in dem der soziale Rand der Gesellschaft lebt, in dem Innenhof der Neubaublöcke liegen 16 Bungalows, bewohnt von reicheren Vertretern der Gesellschaft, angeordnet in der Form eines Hakenkreuzes. … Die Welt, die da beschrieben wird hat eine starke Klimaveränderung hinter sich und einen Krieg. Und man fragt sich wieso und vergleicht und bekommt Angst.
Charlie, die Protagonistin, lebt in den Neubauten, mit ihrer psychisch kranken Mutter, die mit Alkohol versucht ihrer Welt/Krankheit zu entkommen. Mutter und Vater haben sich getrennt, Charlie bekommt ihren Vater nur sporadisch zu Gesicht, kann aber auch ein Hilfsangebot seinerseits nicht annehmen. Mutter und Tochter sind zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Geldnot und soziale Ausgrenzung plagen beide. Dazu kommt noch durch Paranoia hervorgerufene Gewalt. Sehr heftig das Ganze. Und sie blicken auf die besser Gestellten. Charlie wird langsam erwachsen, sie verändert sich, da bekommt ein Bungalow neue Mieter. Georg und Maria, die neuen Mieter, ziehen Charlie magisch an, eine gewisse Obsession entsteht.
In der Wortwahl/Sprache zeichnet sich dieser Roman aus, einerseits schon etwas rotzig/jugendlich, andererseits sind wieder Sätze drin, die sich förmlich ins Hirn brennen, andererseits klingt es wieder als ob jemand erzählt, der deutlich älter/gebildeter ist. Ich empfand das für mich aber nicht als störend. Ganz im Gegenteil. Dann hat dieser Roman einen starken Sog/eine starke Faszination. Ich habe ihn schnell gelesen, konnte ihn schlecht wieder weglegen. Andererseits ist es nicht so eine Geschichte, die erzählt wird, es gibt kein eindeutiges Ende/keine Auflösung. Vieles bleibt verborgen, ist verwirrend. Anscheinend soll sich der Leser eigene Gedanken zu diesem Buch machen. Aber der Sprachklang ist definitiv etwas Herausragendes an diesem Roman.
In ihrem neuen Roman – Bungalow – erzählt Helene Hegemann, das Enfant Terrible des deutschen Literaturbetriebs die Geschichte von Charlie und ihrer Suchtkranken Mutter. Es ist genau dieses Beziehungsgeflecht, dass im Hintergrund einer sehr düsteren Version unserer Gegenwart erzählt wird. In Details und gut pointierten Szenen lässt sie den Leser daran teilhaben. Ich hätte mir gewünscht, dass Bungalow, der äußerst sprachgewaltig daherkommt, und bei aller Kritik, eben mit seiner Ausdrucksweise glänzt, ein wenig strukturierter gewesen wäre. Meiner Aufmerksamkeitsspanne hätte es sehr gutgetan.
Helen Hegemann hat es mit diesem Roman auf die Longlist des deutschen Buchpreises 2018 geschafft. Ich bin schon gespannt, ob es der Roman auf die Shortliste schafft. Bedenkt man mit welchen Vorwürfen Helene Hegemann mit ihrem Debüt Axolotl Roadkill sich konfrontiert gesehen hat. Ganze Passagen sollen aus einem anderen Roman übernommen worden sein. Axolotl Roadkill, der in 20 Sprachen übersetzt worden ist, wurde sogar verfilmt. Helen Hegemann führte beim Film selbst Regie, der beim Sundance Festival 2017 gezeigt worden ist.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.