Ein vielschichtiger Kriminalroman rund um die Folgen von Flucht und Terror.
Im Zürcher Schauspielhaus wird der jüdische Autor Dan Weisz brutal niedergeschlagen. Die Ermittlungen weiten sich aus: Commissario Werner Meier nimmt rechtsradikale Oberland-Kreise unter die Lupe, während seine Freundin Zita Schnyder dem Privatleben des bekannten Autors in London auf den Grund geht. Bis ein grausiger Fund am idyllischen Greifensee das Ermittlerpaar zurück in die 80er Jahre führt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
dorli
aus Berlin
5/5
06.11.2018
Buch (Taschenbuch)
Quittengrab
Zürich. Der jüdische Autor Dan Weisz ist aus London angereist, um auf einer Lesung im Schauspielhaus seinen ersten Thriller vorzustellen. Zu den zahlreichen Zuschauern gehören nicht nur ein paar alte Studienfreunde von Weisz, auch Commissario Werner Meier ist anwesend. Als Weisz während der Pause in einem Waschraum niedergestochen wird, steht Meier vor der Frage, ob es sich bei der Tat um einen Terroranschlag oder eine persönliche Attacke handelt. Da eine kurz nach dem Überfall im Internet aufgetauchte Videobotschaft den Verdacht auf einen rechtsradikalen Hintergrund bekräftigt, ermittelt Beanie Barras - Meiers ehemalige Assistentin, neu bei der Kripo Zürich – gemeinsam mit ihrem alten Chef in diese Richtung…
Zita Schnyder, die sich gerade zu einer Veranstaltung nach London aufmacht, wird von Meier beauftragt, sich ein wenig im privaten Umfeld des Autors umzusehen…
Währenddessen stoßen Helen Himmel und Lilo Lienert in Waldbach bei der Suche nach einem alten Brunnen in einem Quittenhain auf menschliche Knochen und alarmieren Meier…
„Quittengrab“ ist bereits der vierte Fall für Werner Meier und Zita Schnyder – der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.
Gabriela Kasperski hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Das Attentat auf Weisz wirft im Verlauf der Handlung immer neue Fragen auf, so dass man durchweg prima mit den Ermittlern über Täter, Motive, Zusammenhänge und Hintergründe miträtseln und mitgrübeln kann.
Der Krimi besticht vor allen Dingen durch ein abwechslungsreiches Geschehen und einen vielschichtigen Handlungsaufbau – eine Vielzahl an Personen, häufige Perspektivwechsel, unterschiedliche Schauplätze und diverse Nebenhandlungen verlangen besonders auf den ersten Seiten konzentriertes Lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Einmal eingelesen, ist es aber ganz leicht, die Übersicht über diese Vielfalt zu behalten und es macht Spaß, den Akteuren zu folgen und ihre Ideen, Überlegungen, Bedenken, Erfolge, Fehlschläge und sonstigen Erlebnisse zu teilen.
„Quittengrab“ hat mir sehr gut gefallen – ein kurzweiliger, gut durchdachter Krimi, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.
Bewertung
aus Zürich
5/5
22.10.2018
Buch (Taschenbuch)
Ein temporeicher Krimi mit überraschenden Wendungen.
Eine Frau auf der Flucht, ein altes Geheimnis, eine aktuelle Bedrohnung. Der Plot von «Quittengrab» ist abwechslungsreich, die Schauplätze, unter anderem London, Zürich, Jerusalem, gut gewählt. Gabriela Kasperski gelingt es, Figuren mit wenigen Worten zu skizzieren. Besonders gefallen hat mir die figurenbezogene Sprache. Dadurch wurden die Charakteren noch greifbarer, ihre Eigenheiten spürbar. Auffallend sind die starken Frauen. «Quittengrab» berührt aber auch durch das Thema. Sehr menschlich, sehr nachvollziehbar.
Bewertung
aus Gronau
5/5
30.09.2018
Buch (Taschenbuch)
Bad-Hair-Day, Rabbi Jacob und Schtärnesiech
Fee erzählt von der Geschichte
Bei einer Lesung wird der Autor – Dan Weisz – auf der Toilette schwer verletzt. Während Commissario Werner Meier in Zürich ermittelt, ist seine Frau in London und schnüffelt der Frau von Weisz nach und in deren Umfeld.
Fees Meinung
Erst mal war es ein totales Durcheinander mit massig vielen Leuten. In der Leserunde mit der Autorin bekam ich dann eine Liste mit Schauplätzen und Personen. Vielen Dank noch mal. Ich wünsche mir, dass – in Zukunft – Serien und Bücher mit vielen Personen damit ausgestattet werden.
Es gab sehr viele Stränge, vor allem die Gruppe der Ex-Studierenden waren sehr, sehr viele.
Cover
Das Cover gefällt mir sehr gut, mit der Quitte darauf. Es gibt auch ein Grab, bei Quittenbäumen, daher ist das sehr gut gewählt. Auch die Rückseite mit Buchinhalt passt sehr gut dazu. Emons Bücher sind einfach toll, weil sie aus der Masse – schon von außen – ausstechen. Ich würde dem Aussehen und Äußeren des Buches eine 1 geben.
Charaktere
Dadurch, dass es in Zürich so viele Leute gab, blieben die eher blass – gegenüber denen, die in London spielten. Auch wenn Aliza Bloom sehr selten, aktiv dabei war, hat sie mich doch am meisten berührt. Zita und Beth mochte ich auch sehr. Mit Beanie hatte ich Mitleid wegen ihrer Frisur. So Bad-Hair-Days sind einfach der absolute Mist. Nussbaum als Chef würde ich erst mal absetzen. Wobei ja Beanie, Zita, Meier wohl zur Stammbesetzung gehören.
Serie
Dieses Buch ist Teil 4 einer Serie. Man kann es ohne Vorgänger lesen, aber so eine Schauplatz- und Personenliste wäre von Vorteil um alle mitspielenden Charaktere auseinanderdröseln zu können. Weil es doch enorm viele sind. Für diesen Fall braucht man jedoch nicht die anderen Teile. Es würden nur „kleine“ Fragen zu den einzelnen Hauptpersonen geklärt.
Lokalkolorit
Der war zweifellos vorhanden. Auch wenn es als schweizer Krimi deklariert wird, ist man doch international. Er spielt auch in Schweden und GB. Es gibt einen schweizer Ausdruck, der sich durch das Buch zieht: Schtärnesiech. Wird dann zum Schluss ein Mal von „Gopferteckel“ (d) und noch einem anderen Ausdruck, der seinen Unmut zum Ausdruck gibt, ersetzt. Mir gefällt der charmante Satzbau und die typischen Wörter und Wortstellungen im Krimi.
Highlights und Showdown
Es gab mehrere Highlights. Das Showdown in London auf dem Friedhof gefiel mir sehr gut. Auch die Spurensuche nach Alizia in Schweden. Es war total spannend. Der absolute Höhepunkt ist natürlich auf dem Turm in Zürich. Aber auch die Suche nach der Wasserader und der Fund des Grabes fand ich sehr gut beschrieben.
Humor
Besonders lustig bzw. makaber (!) war Beanies Bad Hair Day und Meier, als er dann ihr Stilberater wurde. Lustig war auch der Pfarrer, der immer auf Zitas und Meiers Kinder aufgepasst hat. Das hatte was! Das Buch ist mit einem augenzwinkernden Humor geschrieben. Nicht, dass es gewollt wäre, die ganze Zeit zu lachen, das nicht. Es gibt wenig, dafür sorgt es ein wenig für „Entspannung“.
Krimi, Spannung und Tempo
Der Krimi hatte von Anfang an ein Tempo, so dass man sich anschnallen musste. Man merkte das aber erst später, als man die Personen und Orte kannte. Denn es gab sehr viele Stränge. Dadurch wiederum konnte man sich ein paar Sachen denken, ein paar Sachen wurden „sanft“ aufgelöst und vieles blieb – für mich – bis zum Schluss fast – im Dunkeln. Es war von Anfang an – bis zum Schluss – sehr spannend.
Politik
Es gab 2 politische Stränge im Krimi. Erst mal die Wahl in Amerika Hillary – Trump. Wobei die Frauen mit ihrem Genderbewußtsein alle für Hillary waren. Alle waren – wie ich – genauso enttäuscht und fassungslos als Trump gewann. Und egal, was Hillary (wie jeder andere Politiker auch!) verbrochen hat oder nicht, sie ist eine FRAU und hier hat eine FRAU verloren und das spricht dafür, dass Frauen – zumindest in Amerika – sehr wenig an Wert haben. Bei dieser Wahl wurden „wir Frauen“ wieder um Jahrzehnte zurückgeworfen. Wenn ich die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump habe, ist ganz klar, dass ich mich für die „Frau“ entscheide. Wie die Leserin bzw. der Leser sieht, ist das mein Thema.
Dann gabs dann noch dieses leidige Thema Juden-Palästinenser. Aliza Bloom (ihr Pseudonym fürs „Über“leben) ist Palästinenserin und muss praktisch für den Rest ihres Lebens als „Jüdin“ leben. Man spürt die ganzen Konflikte und ist total mitgerissen. Man wünscht sich nur eins: Frieden. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Ach so, doch noch was, ich wurde an Rabbi Jacob erinnert. Teilweise lockte mir der Text so ein Schmunzeln vor. Es war ja nicht alles bierernst und traurig.
Schreibstil und Sonstiges
Meist wurde aus der Sicht von Beanie, Meier und Zita geschrieben. Ich fand den Schreibstil sehr gut. Er war rasant, vieles konnte man sich im Kopfkino vorstellen, manches blieb auch etwas entfernt. Je nachdem wie nahe man dem Thema auch selbst stand. Jedenfalls wurde ich von Anfang an mitgerissen. Der Krimi kommt in mein Emons-Regal. 🙂 Und ich werde versuchen, die anderen 3 Teile aufzutreiben und auch zu lesen. Natürlich freue ich mich schon auf Band 5. 🙂
Fees Fazit
Mir hat der Krimi von Anfang an sehr gut gefallen. Er war vielschichtig und dazu spannend, mit aktuellen Themen. Sicher ist mir nicht alles aufgefallen und man könnte ein Seminar machen – das über eine ganze Woche geht – und über den Krimi reden und es würde einem dann noch viel mehr einfallen. Meiner Meinung nach und wenn ich könnte, dann würde ich dem Krimi 10 Sterne geben. Es ist einer der besten Krimis des Emons Verlages.
Chrissysbooks
5/5
30.09.2018
Buch (Taschenbuch)
Spannender Kriminalroman mit topaktuellen Themen
Das Cover mit der Abbildung einer Quitte ist passend gewählt, jedoch hätte es mich nicht angesprochen und zu einem Kauf animiert.
Quittengrab war mein erstes Buch von der Autorin Gabriela Kasperski. Es war der schon der 4. Fall des Ermittlerpaares Schnyder und Meier aber für das Verständnis waren keine Vorkenntnisse erforderlich.
Der Kriminalroman konnte mich von Anfang an fesseln. Dennoch geriet mein Lesefluss zu Beginn durch die vielen verschiedenen Personen und auch wechselnden Schauplätze ins Stocken. Trotzdem schaffte es die Autorin die Spannung aufrecht zu halten. Der Schreibstil der von Gabriela Kasperski hat mir sehr gut gefallen. Sie zog mich mit ihrem gut konstruierten Kriminalroman und einer tragischen Liebesgeschichte in den Bann. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, welch dunkles Geheimnis die alten Freunde von dem Autor Dan Weisz verbindet.
Das Ermittlerpaar war mir sehr sympathisch. Zita Schnyder, eine sehr emanzipierte Frau, die mit ihrer Hausfrauenrolle nicht glücklich war. Sie brachte durch ihre mutigen Recherchen die Ermittlungen voran. Ihr Lebensgefährte Meier "Commissario" versuchte auch Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und war stellenweise mit seinen Vaterpflichten überfordert.
Auch Beanie Barras von der Kripo Zürich ist mir ans Herz gewachsen. Sie schaffte es immer ihren ehemaligen Chef Commissario Meier mit in ihre Ermittlungen einzubeziehen.
Trotz der vielen Personen hat mir das Buch richtig gut gefallen. Gabriela Kasperski hat einen gut konstruierten, spannenden Kriminalroman mit topaktuellen Themen geschrieben, der mich durchweg fesseln konnte.
peedee
4/5
19.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Terror, Fake News und ein Keltengrab?
Schnyder & Meier, Band 4: Dan Weisz, ein international bekannter Thriller-Autor, hält eine Lesung im Zürcher Schauspielhaus – er führt das Publikum mit einer inszenierten Blutlache an der Nase herum, nicht ahnend, dass er kurz darauf brutal zusammengeschlagen wird. Terroralarm in Zürich! Sabine „Beanie“ Barras nimmt die Ermittlungen auf – mit Unterstützung von Werner Meier. Geht dieser Anschlag auf das Konto der rechtsradikalen Kreise? Wer hat die mysteriösen Videos ins Internet hochgeladen?
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir durch seine Schlichtheit sehr gut. Die Quitte ist ein Element, das seit Reihenbeginn immer wieder vorkommt. Die Autorin scheint Quitten sehr zu mögen…
Dies ist Band 4 einer Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Da ich vor drei Wochen mit dieser Reihe begonnen habe, bin ich ganz in der Schnyder-und-Meier-Welt drin. Ich war sehr gespannt auf den vorliegenden Band. Der Einstieg ist mir dieses Mal aber schwerer gefallen als bei den anderen Bänden. Ich war die Vielzahl der Protagonisten bereits gewohnt, aber nun schien das Ganze noch etwas komplexer zu sein. Doch dann entwickelte das Buch einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte (oder wollte).
Die Geschichte beginnt in Jerusalem 1986, spielt dann in der Gegenwart in der Schweiz und in England und endet in Jerusalem 2017. Sabine „Beanie“ Barras hat zur Kapo Zürich gewechselt; sie hat ein grosses Problem mit ihren Haaren (ihre Haarpracht, die sie ihrer afrikanischen Verwandtschaft verdankt, ist schwer zu bändigen). Stylingexperimente haben ihren Haaren massiv geschadet und deshalb trägt sie vorübergehend ein Kopftuch. Nicht unbedingt von Vorteil, wenn es plötzlich um Rassismus und Terror geht, da eine kopftuchtragende Frau vielerorts negative Emotionen hervorruft. Obwohl sie neu bei der Kapo Zürich arbeitet, bleibt sie in Kontakt mit ihrem früheren Chef Werner Meier, den sie, ebenso wie den IT-Spezialisten Andi, für ihre Ermittlungen herbeizieht – inoffiziell, versteht sich. Und Werner Meier seinerseits zieht „natürlich“ seine Freundin, Zita Schnyder, hinzu, die ihm bei den letzten Fällen schon hilfreiche Tipps gegeben hat (aber leider auch wiederholt in Gefahr geraten ist). Dieses Mal fliegt Zita aus beruflichen Gründen nach London und kann daher gleich ein bisschen im Leben des von ihr so verehrten Autors, der im Koma liegt, recherchieren. Zu Hause versucht Werner, die zwei Jungs und seine Polizeiarbeit gleichzeitig zu managen. Nicht einfach…
Terror, Rassismus, Antisemitismus, Geheimnisse, Fake News, Keltengrab – dies sind nur einige der behandelten Themen. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und hat mich sehr gut unterhalten. Ich habe fast bis zuletzt in puncto Täterschaft im Dunkeln getappt. Kompliment an die Autorin, wie sie all die vielen Details und Einzelgeschichten miteinander verwoben hat. Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin bereit für Band 5.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.