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Produktbild: Handbuch Kindheits- und Jugendsoziologie

Handbuch Kindheits- und Jugendsoziologie

1

154,20 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Nein

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

20.04.2018

Herausgeber

Andreas Lange + weitere

Verlag

Springer Fachmedien Wiesbaden

Seitenzahl

784 (Printausgabe)

Dateigröße

11046 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783658042073

Beschreibung

Produktdetails

Format

PDF

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Nein

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Nein

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt
  • keine Vorlesefunktionen des Lesesystems deaktiviert

Erscheinungsdatum

20.04.2018

Herausgeber

Verlag

Springer Fachmedien Wiesbaden

Seitenzahl

784 (Printausgabe)

Dateigröße

11046 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783658042073

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Kindheit ist ein soziales Konstrukt, abhängig von Leitbildern

S.A.W am 06.02.2020

Bewertungsnummer: 1103377

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Reformation Mitte des 15. Jhdt. wurde die Konstantinische Schenkung, Basis der Legitimation des Papstes von Nikolaus von Kues als Fälschung entlarvt, was die reformatorische Kritik anheizte. Im Reich wurden die Bischöfe vom Papst ernannte, in Deutschland waren sie auch weltliche Fürsten, die ein Sechstel des Reiches beherrschten. Viele Adlige ließen ihre nachgeborenen Söhne zu Bischöfen ernennen, um ihr Herrschaftsgebiet zu erweitern. Die Abhängigkeit von den französischen Königen und das Schisma (1378-1417) waren Zeichen einer Krise der Kirche. Der Verkauf von Pfründen, Ämtern und Ablässen heizte die Kritik an der Kirche an. Man versuchte, durch Konzile zu reformieren. Um 1500 war die päpstliche Macht wieder gefestigt, das 5. Lateran-Konzil scheiterte aber 1517. Während das Universalkaisertum Karls V. zu Kriegen gegen Frankreich um Italien und gegen die Osmanen um Ungarn führte, verbreitete der Buchdruck das Gedankengut des Humanismus und der Reformation. Der Humanismus stellte das Individuum in den Mittelpunkt und betonte die Sprachen Griechisch und Hebräisch als Weg zu den Quellen. Seit Anselm von Canterbury entwickelte sich die Scholastik zu einer dialogischen Beweisführung. Thomas v Aquin argumentiert, Gott habe sich in seiner Macht beschränkt, um den Menschen ins Heil einbinden zu können. Wer richtig handle erhalte deshalb die Gnade Gottes, wogegen Luther heftig opponierte. Auch gegen die scholastische Lust an der Spekulation und der Rechthaberei begehrte Luther auf, indem er betonte, dass Gott weit über den Menschen stünde und daher nur er Gnade walten lassen könne. 1522 übersetzte Luther in wenigen Wochen die Bibel ins Deutsche, die Landstände, die sich durch Verträge mit den Fürsten eine Verfassung gegeben hatten, verbreiteten sein Gedankengut. Der Reichstag zu Worms 1495 brachte den ewigen Landfrieden, die Abschaffung der Fehde und damit ein de facto Gewaltmonopol des Kaisers. Bei der Kaiserwahl 1519 musste Karl V. zahlreiche Zugeständnisse machen, das Geld der Fugger gab den Ausschlag. Der Kurfürst von Sachsen wurde umworben, er konnte deshalb Luther beschützen. Weltpolitisch führte die Reformation zu Pluralismus und Bildungsimpulsen, da Lesen und Schreiben für das Bibelstudium notwendig waren. Die Stände schickten ihre Kinder aber nur ungern in die Schulen, da dort Schulgeld zu zahlen war. Nach protestantischer Lesart führte die Freiheit des Denkens zur kulturellen Blüte der Deutschen Klassik. Gut lesbares, profund recherchierte Buch, das einen guten Überblick über das Europa des 16. Jhdt. gibt. Rüdiger Opelt, Autor von „Tantalus Welt: die Überwindung nationaler Traumata“

Kindheit ist ein soziales Konstrukt, abhängig von Leitbildern

S.A.W am 06.02.2020
Bewertungsnummer: 1103377
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Reformation Mitte des 15. Jhdt. wurde die Konstantinische Schenkung, Basis der Legitimation des Papstes von Nikolaus von Kues als Fälschung entlarvt, was die reformatorische Kritik anheizte. Im Reich wurden die Bischöfe vom Papst ernannte, in Deutschland waren sie auch weltliche Fürsten, die ein Sechstel des Reiches beherrschten. Viele Adlige ließen ihre nachgeborenen Söhne zu Bischöfen ernennen, um ihr Herrschaftsgebiet zu erweitern. Die Abhängigkeit von den französischen Königen und das Schisma (1378-1417) waren Zeichen einer Krise der Kirche. Der Verkauf von Pfründen, Ämtern und Ablässen heizte die Kritik an der Kirche an. Man versuchte, durch Konzile zu reformieren. Um 1500 war die päpstliche Macht wieder gefestigt, das 5. Lateran-Konzil scheiterte aber 1517. Während das Universalkaisertum Karls V. zu Kriegen gegen Frankreich um Italien und gegen die Osmanen um Ungarn führte, verbreitete der Buchdruck das Gedankengut des Humanismus und der Reformation. Der Humanismus stellte das Individuum in den Mittelpunkt und betonte die Sprachen Griechisch und Hebräisch als Weg zu den Quellen. Seit Anselm von Canterbury entwickelte sich die Scholastik zu einer dialogischen Beweisführung. Thomas v Aquin argumentiert, Gott habe sich in seiner Macht beschränkt, um den Menschen ins Heil einbinden zu können. Wer richtig handle erhalte deshalb die Gnade Gottes, wogegen Luther heftig opponierte. Auch gegen die scholastische Lust an der Spekulation und der Rechthaberei begehrte Luther auf, indem er betonte, dass Gott weit über den Menschen stünde und daher nur er Gnade walten lassen könne. 1522 übersetzte Luther in wenigen Wochen die Bibel ins Deutsche, die Landstände, die sich durch Verträge mit den Fürsten eine Verfassung gegeben hatten, verbreiteten sein Gedankengut. Der Reichstag zu Worms 1495 brachte den ewigen Landfrieden, die Abschaffung der Fehde und damit ein de facto Gewaltmonopol des Kaisers. Bei der Kaiserwahl 1519 musste Karl V. zahlreiche Zugeständnisse machen, das Geld der Fugger gab den Ausschlag. Der Kurfürst von Sachsen wurde umworben, er konnte deshalb Luther beschützen. Weltpolitisch führte die Reformation zu Pluralismus und Bildungsimpulsen, da Lesen und Schreiben für das Bibelstudium notwendig waren. Die Stände schickten ihre Kinder aber nur ungern in die Schulen, da dort Schulgeld zu zahlen war. Nach protestantischer Lesart führte die Freiheit des Denkens zur kulturellen Blüte der Deutschen Klassik. Gut lesbares, profund recherchierte Buch, das einen guten Überblick über das Europa des 16. Jhdt. gibt. Rüdiger Opelt, Autor von „Tantalus Welt: die Überwindung nationaler Traumata“

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