Manipulierte Bilder, erfundene Geschichten, üble Gerüchte: Im Internet wird mit unfairen Methoden Stimmung gemacht - für Bürger ist oft nicht erkennbar: Was stimmt? Was ist erlogen? Online-Expertin Ingrid Brodnig erklärt, wie man den Durchblick bewahrt. Sie analysiert die Tricks der Fälscher und veranschaulicht, wieso die Manipulation im Netz derzeit so erfolgreich ist: Welche Rolle zum Beispiel Wut für die Sichtbarkeit einer Meldung spielt oder wie gleichgültige Technikkonzerne die Situation verschlimmern. Auch Populisten reüssieren in diesem erhitzten politischen Klima und errichten online ihre Parallelrealität. Doch so muss es nicht bleiben! In der grundlegend aktualisierten und überarbeiteten Neuauflage erklärt Brodnig die Mechanismen der modernen Propaganda - und wie man diese bekämpfen kann. Denn auch in digitalen Zeiten können wir an Fakten festhalten, einen kühlen Kopf bewahren und unsere Demokratie vor unfairen Methoden verteidigen.
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Was tun gegen Fake-News 12…
Juti aus HD am 04.08.2019
Bewertungsnummer: 2729924
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Was tun gegen Fake-News 12 Millionen Flüchtlinge wünscht Frau Merkel und einen 55jährige aus Bayern, die das glaubt. Auf den Fake angesprochen, sagt sie: „es kann passieren.“(11) Verändern Fehlinformationen unsere Demokratie? Ja, sagt Brodnig, wenn die Gesellschaft schon gespalten ist und wenn Wahlentscheidungen knapp sind. Das Vertrauen in den „Mainstream-Journalismus“ ist in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern im gesunken im unterschiedlichem Maß gesunken. Fake-News werden gerne geglaubt, wenn sie der eigenen Überzeugung entsprechen. Und sie sind bei Facebook attraktiver als normalen Nachrichten. Wut lädt zum Klicken ein und das verschafft den Fake-News noch mehr Aufmerksamkeit. Und Facebook findet das gut, weil seine Algorithmen möglichst viel Werbung akquirieren möchten. Sie unterscheidet Fake-News in 7 Typen: 1. Satire, die als solche nicht oder kaum gekennzeichnet ist und nicht verstanden wird 2. Bilder in falschen Zusammenhang 3. irreführende Informationen 4. Informationen im falschen Zusammenhang 5. Betrügerische Inhalte 6. Überarbeitete Inhalte 7. falsche Inhalte Die Gefahr der sozialen Medien liegt darin, dass sich ihre Benutzer recht bald in „Echokammern“ befinden, also ihre Meinung bestätigt wissen und abweichende gar nicht mehr angeboten bekommen. Rechte Gruppen sind dabei mehr abgeschirmt als linke. Was auf deutschsprachigen, sozialen Medien 2016 am meisten „geliket“ wird, sind die Mainstream-Medien, Trash, alarmistische Medien, Kreml-Medien, Rechte Medien wie die Junge Freiheit, aber linke Medien wie die Nachdenkseiten schafften es keinmal unter die Top 100. Der Kreml hat in St.Petersburg eine Agentur gegründet, die gesellschaftliche Spaltungen in einem Land mit Bots noch verstärken will. Zu den US-Wahlen hat das ganz gut geklappt, wie Untersuchungen des US-Senats zeigen. Le Pen wurde aber nicht französische Präsidentin. Im Selbstexperiment zeigt die Autorin, wie wenig Geld es braucht, um sich Followers auf Facebook zu kaufen. Bilder lösen weit mehr Emotionen aus als Texte. Für Fakes helfen Memes, die ganz leicht zu verändern sind. Werbung kann auch personengenau im Netz geschaltet werden. Trump- Wähler, die man zum Urnengang überzeugen musste erhalten andere Werbung als Wähler, die man überzeugen musste, Trump statt Clinton zu wählen. Hillary wurde unterstellt Vergewaltiger und Drogenabhängig ins Land zu lassen. Diese Facebook-Werbung kam aus Russland und wurde auch mit Rubel bezahlt. Fake-News sind nur dann strafbar, wenn die Persönlichkeitsrechte verletzt werden. In Österreich besteht auch die Gefahr auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben. Brodnig fordert, dass Facebook seinen Algorithmus zumindest darauf hin überprüfen lassen muss, wie es die Relevanz von Nachrichten sortiert. Auch die Autoindustrie unterliege gewisse Sicherheitsbestimmungen und die könne der Staat auch von den digitalen Firmen verlangen. Vom Benutzer verlangt sie gewisses Misstrauen gegen Bilder, gegen Emotionen und fordert bei den Fakten zu bleiben. Dabei gibt sie als deutschsprachige Faktencheker die Internetseiten faktenfinder.tagesschau.de , correctiv.org/echtjetzt und mimikama.at an. Ein wichtiges Thema, auch mit Tipps und Lösungen. Mir missfällt aber, dass die in Kapitel 1 genannten 4 Teile des Buches nicht im Inhaltsverzeichnis zu finden sind und es gibt zahlreiche Wiederholungen. Daher 4 Sterne.
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