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Produktbild: Kallocain

Kallocain Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

29.10.2018

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1240 KB

Übersetzt von

Paul Berf

Sprache

Deutsch

EAN

9783641235758

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ePUB

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Erscheinungsdatum

29.10.2018

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

288 (Printausgabe)

Dateigröße

1240 KB

Übersetzt von

Paul Berf

Sprache

Deutsch

EAN

9783641235758

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gefällt mir besser als 1984

thrill.tastic am 08.06.2020

Bewertungsnummer: 1336760

Bewertet: eBook (ePUB)

»Kallokain« erschien 1940 im schwedischen Original als letzter Roman der Autorin Karin Boye. Sie studierte 1920, als das noch sehr wenige Frauen taten, und wurde zu einer Größe der schwedischen Literatur im 20. Jahrhundert, bevor sie sich mit nur 40 Jahren das Leben nahm. Sie verarbeitete in diesem Werk die beiden totalitären Systeme der damaligen Zeit, mit denen sie in Berührung kam: die stalinistische Sowjetunion und das nationalsozialistische Deutschland. Wir begleiten den Protagonisten Leo Kall, der rückblickend von seinem Leben in einem totalitären Staat erzählt, wo er als Chemiker tätig ist und eine Art Wahrheitsserum hervorbringt, das die Probanden dazu bringt, ihre tiefsten Gedanken und Gefühle zu äußern, die sie sonst für sich behalten würden. Der nicht genauer benannte »Weltstaat«, der in diesem Werk beschrieben wird, dringt vollständig in das Privatleben seiner Bürger ein und daher besteht äußerst großes Interesse daran, auch die letzte Hürde, die Gedankenwelt, noch zu nehmen. Die gleichförmigen, knapp bemessenen Wohnungen sind mit Bild- und Tonübertragung überwacht, bis hinein ins ehleliche Schlafzimmer, daher ist es so gut wie unmöglich, ein privates, ehrliches Gespräch zu führen. Dies wirkt sich natürlich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen aus, die quasi nicht existent sind. Intensivere Gefühle füreinander können kaum entstehen. Zwar werden noch Kinder gezeugt und dies ist auch vom Staat erwünscht, doch diese werden in externen Einrichtungen von Staatspersonal erzogen. Die Abwesenheit von Vertrauen führt dazu, dass man in jedem Menschen einen potentiellen Verräter sieht, selbst innerhalb der eigenen Familie. Diese Abkehr vom Individuum und Zusammenhalt in der Bevölkerung hin zur vollständigen Aufopferung für den Staat wird hier sehr drastisch und überspitzt aufgearbeitet, doch der Weltaufbau gefiel mir wirklich unheimlich gut. Weniger warm wurde ich mit der Hauptfigur. Man merkt ihm zwar aufgrund des Erzählens im Nachhinein eine gewisse Emotionalität an, aber es war für mich teilweise fast anstrengend, seinen Gedanken zu folgen, die sehr lang von seinem engstirnigen Weltbild bestimmt sind. Das er kein Sympathieträger ist, ist natürlich Dreh- und Angelpunkt des Buches, dennoch habe ich mich manchmal trotzdem an ihm gestört. Es hat einen gewissen Anspruch, liest sich aber schöner und spannender als so manch andere klassische Literatur und bringt es durch seine Kürze auf den Punkt. Da das Buch nicht erkennen lässt, zu welcher Zeit oder an welchem Ort es spielt, büst es nichts an Aktualität ein. Zwar bietet der Handlungsstrang keine riesigen Überraschungen, dennoch bin ich der Meinung, »Kallocain« ist ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte und der sich auch problemlos lesen lässt. Greift ruhig einmal dazu.

gefällt mir besser als 1984

thrill.tastic am 08.06.2020
Bewertungsnummer: 1336760
Bewertet: eBook (ePUB)

»Kallokain« erschien 1940 im schwedischen Original als letzter Roman der Autorin Karin Boye. Sie studierte 1920, als das noch sehr wenige Frauen taten, und wurde zu einer Größe der schwedischen Literatur im 20. Jahrhundert, bevor sie sich mit nur 40 Jahren das Leben nahm. Sie verarbeitete in diesem Werk die beiden totalitären Systeme der damaligen Zeit, mit denen sie in Berührung kam: die stalinistische Sowjetunion und das nationalsozialistische Deutschland. Wir begleiten den Protagonisten Leo Kall, der rückblickend von seinem Leben in einem totalitären Staat erzählt, wo er als Chemiker tätig ist und eine Art Wahrheitsserum hervorbringt, das die Probanden dazu bringt, ihre tiefsten Gedanken und Gefühle zu äußern, die sie sonst für sich behalten würden. Der nicht genauer benannte »Weltstaat«, der in diesem Werk beschrieben wird, dringt vollständig in das Privatleben seiner Bürger ein und daher besteht äußerst großes Interesse daran, auch die letzte Hürde, die Gedankenwelt, noch zu nehmen. Die gleichförmigen, knapp bemessenen Wohnungen sind mit Bild- und Tonübertragung überwacht, bis hinein ins ehleliche Schlafzimmer, daher ist es so gut wie unmöglich, ein privates, ehrliches Gespräch zu führen. Dies wirkt sich natürlich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen aus, die quasi nicht existent sind. Intensivere Gefühle füreinander können kaum entstehen. Zwar werden noch Kinder gezeugt und dies ist auch vom Staat erwünscht, doch diese werden in externen Einrichtungen von Staatspersonal erzogen. Die Abwesenheit von Vertrauen führt dazu, dass man in jedem Menschen einen potentiellen Verräter sieht, selbst innerhalb der eigenen Familie. Diese Abkehr vom Individuum und Zusammenhalt in der Bevölkerung hin zur vollständigen Aufopferung für den Staat wird hier sehr drastisch und überspitzt aufgearbeitet, doch der Weltaufbau gefiel mir wirklich unheimlich gut. Weniger warm wurde ich mit der Hauptfigur. Man merkt ihm zwar aufgrund des Erzählens im Nachhinein eine gewisse Emotionalität an, aber es war für mich teilweise fast anstrengend, seinen Gedanken zu folgen, die sehr lang von seinem engstirnigen Weltbild bestimmt sind. Das er kein Sympathieträger ist, ist natürlich Dreh- und Angelpunkt des Buches, dennoch habe ich mich manchmal trotzdem an ihm gestört. Es hat einen gewissen Anspruch, liest sich aber schöner und spannender als so manch andere klassische Literatur und bringt es durch seine Kürze auf den Punkt. Da das Buch nicht erkennen lässt, zu welcher Zeit oder an welchem Ort es spielt, büst es nichts an Aktualität ein. Zwar bietet der Handlungsstrang keine riesigen Überraschungen, dennoch bin ich der Meinung, »Kallocain« ist ein Klassiker, den jeder gelesen haben sollte und der sich auch problemlos lesen lässt. Greift ruhig einmal dazu.

Kallocain

Miss.mesmerized am 25.11.2018

Bewertungsnummer: 1150417

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Chemiker Leo Kall blickt zurück auf die Zeit vor seiner Verhaftung und will nun endlich nach unzähligen Jahren berichten, was damals geschah. In der Chemiestadt Nr. 4 arbeitete er in einem Labor und es gelang ihm ein sagenhaftes Medikament zu erfinden, das seinen Namen tragen sollte: Kallocain. Die Wahrheitsdroge führte dazu, dass die Versuchspersonen ihre Geheimnisse preisgaben und dem totalitären Staat ihre intimsten Gedanken verrieten. Schnell wird man auf ihn aufmerksam und lädt in gemeinsam mit seinem Vorgesetzten in die Hauptstadt ein, um der Staatsführung sein Experiment vorzuführen. Doch all der Erfolg kann Leo Kall nicht vor seinen Ängsten und Unsicherheiten schützen. Sein ganzes Leben lang wird er von Alpträumen geplagt und die für ihn nach all den Ehejahren immer noch offene Frage, ob ihn seine Frau Linda überhaupt jemals geliebt hat, lässt ihn eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen treffen. Karin Boyes Roman aus dem Jahre 1940 gilt als eines der wichtigsten schwedischen Romane des 20. Jahrhunderts. Ihr letztes Werk, bevor sie sich das Leben nahm, blickt in eine düstere Zukunft und ist stark beeinflusst von den Zeichen der Zeit. Die deutschen Vorfahren der Autorin haben sie immer wieder gen Süden blicken und beobachten lassen, was sich dort in den 1930er Jahren abspielte und wohin sich die Welt bewegte. Leo Kall lebt im sogenannten Weltstaat, der mit seiner Überwachung und starren Struktur sowohl an die Ideen Hitlers anknüpfte wie auch an die stalinistische Sowjetunion erinnert. Ersteres kommt vor allem auch in der nur am Rande angerissenen Rassentheorie zum Ausdruck, der zufolge die Menschen im Weltstaat sich genetisch stark von jenen im verfeindeten Universaalstaat unterscheiden. Das Leben wird von Geburt an vom Staat bestimmt und gelenkt und spielt sich weitgehen unter der Erde ab, es bedarf einer Sondergenehmigung, um an die Oberfläche zu kommen. Die Gesellschaft ist stark kommunistisch ohne große Hierarchien geprägt, gleichzeitig durchdringt sie aber auch eine militärische Struktur, die sich beispielsweise in der Anrede als „Mitsoldat“ niederschlägt. Interessant ist einerseits natürlich Kalls Erfindung namens „Kallocain“, die Wahrheitsdroge, die staatsfeindliche Gedanken aufdeckt und somit eine schnelle Reaktion auf konterrevolutionäre Strömungen erlaubt. Viel spannender fand ich jedoch den Charakter Kalls selbst, der fortwährend von Unsicherheit und Zweifel geplagt wird, der gefallen will und doch beinahe durchgängig starken Ängsten ausgeliefert ist. Letztlich ist das Gefängnis für ihn ein Ort der Befreiung, denn er ist die ihn beängstigende Freiheit im Staat losgeworden und die engen Mauern bieten ihm den Schutz vor sich selbst und seinen Gedanken, den er zuvor schmerzlich vermisst hat. Boyes Roman steht in einer Reihe mit Dystopien wie „Schöne neue Welt“ oder „1984“, die in dieselbe Entstehungszeit fallen. Gerade weil Roman und Autorin einen starken Bezug zu Deutschland haben, ist mir unverständlich, weshalb er nicht weitaus bekannter bei uns ist. Vielleicht mag die Neuübersetzung daran etwas zu ändern, in der aktuellen Zeit kann es gar nicht genug erfolgreiche Literatur, die die Folgen extremer politischer Entwicklungen aufzeigt, geben.

Kallocain

Miss.mesmerized am 25.11.2018
Bewertungsnummer: 1150417
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Chemiker Leo Kall blickt zurück auf die Zeit vor seiner Verhaftung und will nun endlich nach unzähligen Jahren berichten, was damals geschah. In der Chemiestadt Nr. 4 arbeitete er in einem Labor und es gelang ihm ein sagenhaftes Medikament zu erfinden, das seinen Namen tragen sollte: Kallocain. Die Wahrheitsdroge führte dazu, dass die Versuchspersonen ihre Geheimnisse preisgaben und dem totalitären Staat ihre intimsten Gedanken verrieten. Schnell wird man auf ihn aufmerksam und lädt in gemeinsam mit seinem Vorgesetzten in die Hauptstadt ein, um der Staatsführung sein Experiment vorzuführen. Doch all der Erfolg kann Leo Kall nicht vor seinen Ängsten und Unsicherheiten schützen. Sein ganzes Leben lang wird er von Alpträumen geplagt und die für ihn nach all den Ehejahren immer noch offene Frage, ob ihn seine Frau Linda überhaupt jemals geliebt hat, lässt ihn eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen treffen. Karin Boyes Roman aus dem Jahre 1940 gilt als eines der wichtigsten schwedischen Romane des 20. Jahrhunderts. Ihr letztes Werk, bevor sie sich das Leben nahm, blickt in eine düstere Zukunft und ist stark beeinflusst von den Zeichen der Zeit. Die deutschen Vorfahren der Autorin haben sie immer wieder gen Süden blicken und beobachten lassen, was sich dort in den 1930er Jahren abspielte und wohin sich die Welt bewegte. Leo Kall lebt im sogenannten Weltstaat, der mit seiner Überwachung und starren Struktur sowohl an die Ideen Hitlers anknüpfte wie auch an die stalinistische Sowjetunion erinnert. Ersteres kommt vor allem auch in der nur am Rande angerissenen Rassentheorie zum Ausdruck, der zufolge die Menschen im Weltstaat sich genetisch stark von jenen im verfeindeten Universaalstaat unterscheiden. Das Leben wird von Geburt an vom Staat bestimmt und gelenkt und spielt sich weitgehen unter der Erde ab, es bedarf einer Sondergenehmigung, um an die Oberfläche zu kommen. Die Gesellschaft ist stark kommunistisch ohne große Hierarchien geprägt, gleichzeitig durchdringt sie aber auch eine militärische Struktur, die sich beispielsweise in der Anrede als „Mitsoldat“ niederschlägt. Interessant ist einerseits natürlich Kalls Erfindung namens „Kallocain“, die Wahrheitsdroge, die staatsfeindliche Gedanken aufdeckt und somit eine schnelle Reaktion auf konterrevolutionäre Strömungen erlaubt. Viel spannender fand ich jedoch den Charakter Kalls selbst, der fortwährend von Unsicherheit und Zweifel geplagt wird, der gefallen will und doch beinahe durchgängig starken Ängsten ausgeliefert ist. Letztlich ist das Gefängnis für ihn ein Ort der Befreiung, denn er ist die ihn beängstigende Freiheit im Staat losgeworden und die engen Mauern bieten ihm den Schutz vor sich selbst und seinen Gedanken, den er zuvor schmerzlich vermisst hat. Boyes Roman steht in einer Reihe mit Dystopien wie „Schöne neue Welt“ oder „1984“, die in dieselbe Entstehungszeit fallen. Gerade weil Roman und Autorin einen starken Bezug zu Deutschland haben, ist mir unverständlich, weshalb er nicht weitaus bekannter bei uns ist. Vielleicht mag die Neuübersetzung daran etwas zu ändern, in der aktuellen Zeit kann es gar nicht genug erfolgreiche Literatur, die die Folgen extremer politischer Entwicklungen aufzeigt, geben.

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Kallocain

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