Anna verbringt ihren Urlaub mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Taormina auf Sizilien. Plötzlich fühlt sich der Boden, auf dem sie steht, brüchig an. Sie begegnet Alexander, der das aufregende Leben führt, nach dem sie sich sehnt. Und Alexander? Beneidet er sie um ihr Familienglück? Mit einem Mal wird der Zweifel am eigenen Leben übermächtig, alles steht auf dem Spiel. Und sieben Tage können alles verändern ... Verena Carl erzählt mit großer Klarheit und Entschiedenheit von einer existenziellen Situation.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Lichter unter uns
Mein Urlaubsroman der ganz besonderen Art!
Bewertung
5/5
06.10.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Anna verbringt ihren Urlaub auf Sizilien zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern. Vor Jahren war sie schon mal hier, kurz nach ihrer Hochzeit und damals war alles so leicht und einfach. Mittlerweile hat sie der Familienalltag fest im Griff und Anna fragt sich, ob das wirklich schon alles ist, was sie vom Leben erwarten kann. Als sie auf Alexander trifft, ist sie fasziniert von ihm. Er führt ein scheinbar sorgloses Leben. Doch auch Alexander plagen Selbstzweifel, obwohl er nach außen den sportlichen, junggebliebenen Lebemann gibt. Ein toller Roman über das Leben, über Glück und über falsche und richtige Entscheidungen.
Bewertung
5/5
27.07.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Beim Familien Urlaub auf Sizilien...
Beim Familien Urlaub auf Sizilien stellt Anna die Frage, nach dem Sinn ihres Daseins.
Mit beißender Ironie beschreibt Carl die Lebenssituation Familien der "besseren Gesellschaft"
Bewertung
aus Groß-Gerau
5/5
20.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sizilien- ein Traumurlaub?
Verena Carl schreibt mit " Die Lichter unter uns" einen Roman, der in die Tiefe geht. Der Lichter zu Tage fördert, die unser Inneres ausleuchten sollen und es dennoch nicht können. Die unsere Oberfläche nur schwer nach Innen durchdringen können und so unser Innerstes nicht erhellen.
Anna verbringt mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern Bruno und Judith einen Urlaub auf Sizilien. Der Alltag nagt an dem Elternpaar, die 40 sind bereits überschritten, die Tochter in der präpubertären Phaseund man ist sich gegenseitig etwas abhanden gekommen miteinander, mit den Jahren, mit den Kindern, mit so vielem, was sich über die gemeinsamen Jahre legt, wie ein dicker Film, eine Schutzschicht, die uns umhüllt und uns den Anderen, aber auch uns selbst nicht mehr erkennen lässt.
Alexander mit seiner deutlich jüngeren Begleitung Zoe weckt Begehrlichkeiten in Anna und wird zu einem sinnlichen Ideal gebremster Phantasien. Der Blick auf die andere Seite, in der das Gras doch immer grüner ist, als bei einem selbst bringt aber Erkenntnisse zu Tage, die den Leser am grünen Gras zweifeln lassen. Die Sprache und der Schreibstil eröffnen deutliche Bilder, geben Denkanstöße und lassen eigene Reflexionen zu. der Leser kommt dem Protagonisten nah und lernt sie kennen. Auch, wenn er nicht alle Verhaltensweisen zu schätzen vermag ist eine Versöhnung mit den Protagonisten möglich, wenn man sich die Mühe macht sich hineinzuversetzen ins Scheitern, Verdrängen, Hoffen und Wünschen.
Ein Buch, das sich wie ein Nachmittag am Strand liest, wohlwissend, wie instabil dieser so sicher wirkende Platz auf der Sanduhr wirkt, wie leicht man fortgespült, verweht und zugedeckt werden kann in einem Treibsand aus Sprachlosigkeit und ungelebter Möglichkeiten
Ingrid
aus Erkelenz
5/5
25.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit viel Gespür für zwischenmenschliche Töne geschrieben
Zwar strahlt das Cover des Romans „Die Lichter unter uns“ von Verena Carl durch den sonnengelben Grundton des Schutzumschlags eine gewisse sommerliche Leichtigkeit aus, doch die Autorin schlägt nachdenkliche Klänge in ihrer Geschichte an. Vom Balkon schaut eine Frau auf dem Cover des Buchs auf die Weite des Meeres und hängt ihren Gedanken nach. „Die Lichter unter uns“ sind für sie die Lichter zwischen ihrer jetzigen Ferienwohnung und dem Strandhotel ihrer Hochzeitsreise. Sie sind leuchtende Punkte, die die Anwesenheit von Menschen repräsentieren und damit eine Vielzahl von Lebenswegen auf die man neidisch oder bedauernd blicken kann.
Anna ist 43 Jahre alt und verbringt Ende Oktober ihren 14-tägigen Urlaub mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern in Taormina auf Sizilien. Dort haben sie ihre Hochzeitsreise in einem Hotel am Strand verbracht, aber inzwischen kann die Familie sich nur noch eine Ferienwohnung am Steilhang des Ortes leisten. Die 10-jährige Tochter ist Farb-Synästhetikerin, in der Entwicklung vom Kind zur Frau, sensibel und fordert daher die besondere Aufmerksamkeit ihrer Eltern, die aber den sechsjährigen Bruder nicht zu kurz kommen lassen wollen. Am Ende der ersten Ferienwoche benötigt Anna eine kurze Auszeit und setzt sich abends allein in ein Café auf einen Drink. Dabei beobachtet sie eine Gruppe von drei Personen am Nebentisch. Das Bild des älteren der beiden Männer, den sie später als Alexander kennenlernt, etwa 50 Jahre alt, brennt sich in ihr Gedächtnis ein und bringt sie zum Grübeln über ihr Leben und die von ihr verpasste Chance, so vermeintlich glücklich zu leben wie er.
Die Autorin führt dem Leser Schein und Sein einer Person vor Augen. Sie wechselt in der Form der allwissenden Erzählerin die Perspektiven, so dass ich neben Anna auch mehr von und über Jo und der Gruppe im Café erfahren konnte. Während Anna sich ein mondänes Leben an der Seite des weltgewandt erscheinenden Alexanders ausmalt, erfuhr ich in den Kapiteln, die ihn in den Fokus setzen, mehr über sein tatsächliches Wirken zwischen Arbeit, Erwartungen an den erwachsenen Sohn, neuer Ehefrau und einer verdrängten Diagnose.
Anna hadert mit sich und ihrer Welt. Ihre Rolle als Ehefrau, Mutter und Hausfrau erfüllt sie nicht mehr, ihrem Job als freier Journalistin hat sie sich immer weniger gewidmet. Statt in Taormina Entspannung zu finden, wandern ihre Gedanken zu ihrer Hochzeitsreise und ihrer damaligen Vorfreude auf die Zukunft an der Seite Jos. Ihr Mann, die Kinder und der Haushalt stellen Anforderungen, die sie auf gewisse Weise binden und spontane Handlungen einschränken. In ihrer Ehe sind die kleinen Geheimnisse voreinander mit der Zeit gewachsen und täglich buhlen beide um die Gunst der Kinder während sie sich mit konträren Antworten zu Fragen der Erziehung auseinandersetzen. Die Entfernung zum Alltag, die Wärme auf der Haut und die Reize der Urlaubslandschaft lassen jeden träumen, auch Anna. Der attraktive, gut gekleidete Alexander, dessen erwachsener Sohn zur Gruppe im Café gehört, verführt sie dazu, sich an seiner Seite vorzustellen, an der sie keine Kinder mehr zu erziehen hat, es ihr nicht an Geld mangelt und sie selbst erfolgreich ist.
In einer teilweise poetisch anmutenden Sprache setzt Verena Carl sich mit tiefem Einfühlungsvermögen mit den verschiedenen Gefühlen ihrer Protagonisten auseinander. Sie ist eine gute Beobachterin, die ihre Sicht in Worte zu verpacken weiß. Gerne legt sie ihre Finger in Wunden, jedoch ohne zu moralisieren. Aktuelle Themen untermalen die reale Situation und lassen die Erzählung noch authentischer wirken. Die Bilder in den Medien suggerieren uns eine Scheinwelt, aus der wir nicht erkennen können, was gut und richtig für unser eigenes Leben ist. Die Autorin ließ mich darüber nachdenken, welche Kriterien gelten sollen, um Glück und innere Befriedigung zu messen.
Mit viel Gespür für die zwischenmenschlichen Töne hat Verena Carl einen Roman geschrieben über die Anforderungen des Alltags, denen man gerecht werden muss, unerfüllten Lebensträumen und der Suche nach neuen passenderen Zielen, die die Hoffnung aufrechterhalten, das am Ende doch noch Wünsche in Erfüllung gehen. Gerne gebe ich hierzu eine Leseempfehlung.
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