Produktbild: 1949

1949 Das lange deutsche Jahr | Eine lebendige Geschichte der Nachkriegszeit

1

12,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

29.08.2018

Verlag

Droemer eBook

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

3484 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783426452790

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Produktdetails

Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Erscheinungsdatum

29.08.2018

Verlag

Droemer eBook

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320 (Printausgabe)

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3484 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

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9783426452790

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    aus Rostock-Warnemünde

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    28.03.2025

    eBook (ePUB 3)

    Wer verstehen will, wie aus Trümmern eine Gesellschaft wurde – hier beginnt das Nachdenken.

    Der Titel führt leicht in die Irre. Christian Bommarius beginnt 1949 nicht mit einem Silvesterfeuerwerk, sondern im Juni 1948 – mit der Währungsreform. Denn hier, in diesem ökonomischen Einschnitt, beginnt das neue Kapitel deutscher Geschichte tatsächlich. Es ist eine kluge Entscheidung: Die Staatsgründungen vollziehen sich 1949, aber der tiefere Umbruch beginnt früher – schleichend, tastend, widersprüchlich. Bommarius erzählt davon mit feinem Gespür für das Verborgene im Sichtbaren. Das Jahr 1949 steht für das Ende der Nachkriegszeit und den Beginn von zwei deutschen Staaten. Die Bundesrepublik im Westen, die DDR im Osten. Doch das Buch will mehr als zwei Gründungsakte beschreiben. Bommarius geht es nicht um einen heroischen Gründungsmythos, sondern um ein gesellschaftliches Panorama. Er zeigt, wie Institutionen entstehen – aber auch, wie Menschen in diesen Übergang hineingeworfen werden. Wie aus Erschöpfung System wird. Wie Alltag und Ideologie nebeneinander existieren. Der Autor folgt dem Kalender, aber nicht starr. Sein Zugriff ist chronologisch, ohne mechanisch zu sein. Er gleicht eher einer musikalischen Partitur: Themen tauchen auf, verschwinden, kehren zurück. Debatten flackern auf – über Verfassung und Erinnerung, über Schuld und Versorgung, über Pressefreiheit und NS-Prozesse. Manche Töne sind laut, andere fast unhörbar, aber alle gehören zum Gesamtbild. Bommarius verzichtet auf die großen Thesen – und lässt stattdessen die Vielzahl der Stimmen für sich sprechen. Bemerkenswert ist die Spannbreite des Stoffes: Politik, Recht, Medien, Wirtschaft, Kultur, Wohnungsnot, Strafprozesse, Frauenbilder, Pressezensur – nichts wird hier isoliert betrachtet. Der Wiederaufbau ist bei Bommarius kein technisches Programm, sondern eine gesellschaftliche Suchbewegung. Zwischen Lagerberichten und Bundestagsreden, zwischen Kinoplakaten und Gerichtsverhandlungen wird sichtbar, wie fragil dieser neue Anfang war. Der Ton bleibt dabei zurückhaltend, manchmal lakonisch. Keine inszenierte Dramatik, keine belehrenden Kommentare. Und doch ist Haltung spürbar. Bommarius benennt das Fortwirken alter Eliten, das Schweigen über Schuld, die Zähigkeit des autoritären Erbes – ohne zu polemisieren. Er schreibt nicht als Richter, sondern als Chronist mit moralischer Aufmerksamkeit. Genau das macht das Buch so überzeugend: Es urteilt, ohne zu verurteilen. Fazit: 1949 ist kein Geschichtsbuch im klassischen Sinn, sondern eine literarisch komponierte Chronik eines Jahres, das sich nicht auf Gründungsdaten reduzieren lässt. Bommarius macht sichtbar, wie viele Widersprüche, Ängste, Kompromisse in diesen Neubeginn eingeschrieben waren. Und er erinnert daran, dass Geschichte selten aus Entscheidungen besteht – sondern aus Bewegungen, Widerständen, Unschärfen.

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