Victor führt ein Doppelleben, als Hotelfachmann und Einbrecher. Als er wegen eines Bruchs im Gefängnis landet und von Frau und Tochter verstoßen wird, will er nach der Haft nur noch eines: Ein eigenes Restaurant eröffnen, um seine Familie zurückzugewinnen. Auch Georg hat zwei Identitäten, als Künstler einerseits und Erbe eines milliardenschweren Schlachtkonzerns andererseits. Doch Georg rührt seinen Erbteil nicht an, hasst die barbarischen Produktions- und Arbeitsbedingungen nicht nur in der familieneigenen Firma genauso, wie er den Kunstbetrieb verachtet: Er will die Gesellschaft mit radikalen Kunstaktionen aufrütteln ¿ mit Aktionen, die wehtun.
Als Victor zufällig bei Georg unterkommt, treffen sie eine Abmachung: Victor bringt Georg das Einbrechen bei. Dafür erhält er von Georg das Kapital für sein ersehntes Restaurant. Der Plan scheint aufzugehen, bis Georgs Aktionen außer Kontrolle geraten ¿
Virtuos und mit bösartiger Komik erzählt Lilian Loke von einem riskanten Deal in einer erbarmungslosen Welt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
07.05.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch das uns alle angeht...
Ein Künstler, der die Menschen mit seinen Aktionen aus ihrer Lethargie reißen möchte. Ein ehemaliger Krimineller, der das Geld für ein eigenes Restaurant braucht: Sie sind ein wirklich ungewöhnliches Duo. In atemberaubendender Sprache schildert Lilian Loke ihre Geschichte, die betroffen macht und zum Nachdenken anregt. Die Figuren gehen hart mit sich selbst ins Gericht, sind vielschichtig und glaubwürdig. Ein Buch, das ein krasses Thema aufgreift ohne es beschönigen zu wollen und das jeder gelesen haben sollte!
Bewertung
5/5
29.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Noch deutlich tiefer als ihr Debüt
Im Gegensatz zum Debüt wirkt die Sprache noch etwas flüssiger und einen Tick besser abgestimmt und lässt sich noch besser lesen.
Auch die Story behandelt nun mehrere Facetten und geht unglaublich tief.
Die Figuren bieten Möglichkeiten zum Eintauchen und zum gleichzeitigen Reflektieren unser Selbst.
Gesellschaftskritik perfekt eingebaut in einen spannenden Roman der einen aber auch gnadenlos nachdenken lässt.
Dennoch aufgrund des Gesamtpakets nie oberklug oder gar belehrend.
Wer literarische Qualität mit mal einem besonderen Stil sucht oder einfach ein spannendes Buch kann hier bedenkenlos zugreifen.
Martin Schult
aus Borken
5/5
19.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein gefährlicher Deal...
Victor ist gelernter Hotelfachmann, der nebenbei gerne einen Einbruch begeht. Er hat dieses "Handwerk" von seinem Kumpel Fred gelernt und auch nur der zufällige Aufenthalt des Hausbesitzers während eines Einbruchs kann seine Diebesserie stoppen. Victor wird verurteilt und landet für ein gutes Jahr im Gefängnis. Als er wieder in Freiheit ist, trifft er zufällig auf Georg. Der ist eigentlich Künstler und der Nachkomme eines sehr vermögenden Industriellen. Die beiden freunden sich an und erkennen nach kurzer Zeit, dass sie sich gegenseitig beim Erfüllen eines Herzenswunsches behilflich sein können. Die Folge ist ein Deal, der beide Leben deutlich verändern soll...
Ich hatte schon viel positives vom Erstlingswerk "Gold in den Straßen" der Autorin Lilian Loke gehört und war nun gespannt auf ihr neues Werk. Um es vorwegzunehmen war "Auster und Klinge" für mich eine echte Entdeckung und das Buch konnte mich begeistern. Zum einen überzeugte mich der sehr gut zu lesende Schreibstil, der aber mit vielen Bildern und der eingeschobenen wohldosierten Komik seine eigene Note entwickelte. Zum anderen hat Lilian Loke mit Victor und Georg zwei interessante und exzentrische Charaktere geschaffen, deren Miteinander faszinierend zu verfolgen war. Ein Buch welches sicherlich den ein oder anderen Seitenhieb gegen die aktuelle Gesellschaft beinhaltet, aber auch mit den Einzelschicksalen überzeugen kann. Der Autorin ist es aus meiner Sicht gelungen einen enormen Spannungsbogen um das Duo aufzubauen, der den ein oder anderen Kriminalroman oder Thriller in den schatten stellt. Auch das Finale hätte ich anders vermutet, was aber auch der nie vorherzusehenden Handlung gerecht wurde.
"Auster und Klinge" ist wirklich eines meiner Lesehighlights des zugegebener weise noch jungen Jahres, aber ich kann hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung an die aussprechen, die sich gerne auch von ein paar schrägen Protagonisten überraschen lassen wollen. Von mir erhält der Roman daher fünf von fünf Sterne und ich freue mich auf weitere Bücher der interessanten Autorin.
Bewertung
aus Eschweiler
5/5
15.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unstimmiges Buch im guten Stil
Victor, gefasster Dieb auf Bewährung, will nur eins: sein eigenes Restaurant eröffnen und zu seiner Familie nach seinem Gefängnisaufenthalt zurückkehren. Georg, Callcenter-Mitarbeiter und gescheiteter Künstler weiß, was er nicht will: im großen Schlachthauskonzern seiner Familie einsteigen, auch das Geld will er nicht. Zufällig treffen Victor und Georg aufeinander und Georg überlegt, ob er Victors Geschick für seine Kunstaktionen gebrauchen kann, während Georgs Geld Victors Restaurant auf die Sprünge helfen kann...
Ein bisschen ratlos lässt der Roman mich zurück. Aufgrund des Inhalts dachte ich an einen lockeren, vielleicht humorvollen Roman über ein interessantes Duo, das sich am zwar mit illegalen Machenschaften aber mit nichts Gefährlichem beschäftigt. Erstmal hat es lange gedauert, bis das Buch Fahrt aufnahm. Mit etwas mehr als 300 Seiten ist das Buch nicht allzu umfangreich, aber erst nach der Hälfte war das "Vorgeplänkel" beendet. Auch habe ich keinen wirklichen Spannungsbogen wahrgenommen. Die Geschichte wird erzählt, erzählt erzählt, aber worauf das Ganze hinaus soll, hat sich mir nicht erschlossen. Auch Georgs Motive und die Sinnhaftigkeit seines Handelns blieben mir verborgen, Humor habe ich ebenfalls eher vergeblich gesucht.
Zu dem kommt ein Schreibstil, der durch den ersten Satz gut repräsentiert wird. Lange kurze Sätze, durch Kommas getrennt, ohne Konjunktionen, abgehackt. Ich habe mich da irgendwann 'reingelesen, aber sobald der Inhalt mal Längen aufwies, musste ich mich stark konzentrieren, um die Seiten nicht zu überfliegen und ich muss gestehen, dass ich das dennoch das ein oder andere Mal getan habe. Hinzu kam, dass zwischen Gegenwart und Vergangenheit wild gesprungen wurde und auch die Zeitsprünge viel Aufmerksamkeit abverlangt haben. Denn nur so konnte man nachvollziehen, wo man sich gerade in der Geschichte befindet. Durch diesen abgehackten Stil blieb die ganze Geschichte für mich auch distanziert. Ob es wegen der kriminellen Machenschaften so gewollt war oder andere Gründe hat, weiß ich nicht. Aber leider blieben deswegen auch die Personen für mich ziemlich konturenlos, weswegen mir sowohl Georgs als auch Victors Schicksal recht egal waren, auch wenn ich zumindest für Victor noch ein wenig mehr Interesse aufbringen konnte.
Und wenn ich mir nach dem Lesen nun das Cover anschaue - okay, das Herz erschließt sich mir, aber die Farbwahl: orangenes Herzorgan auf pinkem Umschlag mit weißer Schrift? Ich habe nicht das Gefühl, dass das zum Inhalt oder zum Stil des Buches passt.
Also was bleibt? Stilistisch ist das Buch gut, aber es war für mich nicht stimmig. Obwohl ich gerne Dieben oder kleinen Outlaws auf ihren Abenteuern folge, hat mich dieses Buch nicht gepackt.
Bewertung
4/5
28.12.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bemerkenswerte Geschichte,...
Eine bemerkenswerte Geschichte, die trotz Humor und Sakasmus aktuelle Themen beleuchtet und zum Nachdenken anregt.
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