Interreligiöser Unterricht in Brandenburg und Hessen
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
30.06.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
401 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638200424
Beachtung, da sie einen nur sehr geringen Anteil der Bevölkerung ausmachten.
Da sich nach dem Rotationsprinzip zwischen den 50er und den 70er Jahren die Zuzüge und
Abwanderungen ungefähr die Waage hielten und die Arbeiter nur selten ihre Familien mit nach
Deutschland brachten, da ihr Aufenthalt nur für einen kürzeren Zeitraum geplant war, war noch
keine massenhafte Migration zu verzeichnen.
Erst zum Beginn der 70er Jahre fand eine Familienzusammenführung statt, was eine hohe
Einwanderungsrate bedeutete und größere soziale Veränderungen auch kultureller und
religiöser Art bewirkte. Diese Auswirkungen zeigten sich in Folge auch in der Schule, wodurch
die Situation der Kinder mit Migrationshintergrund in deutschen Schulen zu einem öffentlichen
Skandal wurde und pädagogische Wissenschaftler im staatlichen Auftrag damit begannen, sich
mit dieser Situation zu beschäftigen. Allerdings darf bei dieser Entwicklung keinesfalls
vergessen werden, dass Heterogenität auch vor der Phase der Arbeitsmigration vorhanden war,
diese allerdings aufgrund ihrer nicht so auffälligen Ausprägung entweder nicht wahrgenommen
oder aber ignoriert wurde.
Dies läutete in der Pädagogik in den 70er Jahren die erste Phase ein, die von der
Ausländerpädagogik als kompensatorische Erziehung und der Assimilationspädagogik geprägt
war und den kulturellen sowie religiösen Hintergrund dieser Kinder nicht beachtete.
In dieser Phase wurden die Sprachschwierigkeiten als dominantes, weil auffälligstes Problem
wahrgenommen, dem man versuchte beizukommen. Die deutsche Sprache sollte erlernt
werden, damit sich die Kinder mit Migrationshintergrund möglichst schnell in den
Regelunterricht einfügen konnten. Zudem sollte durch den muttersprachlichen
Ergänzungsunterricht, der von muttersprachlichen Lehrern nach dem Curriculum des
Herkunftslandes, ohne Bezug zum sonstigen Unterricht der Kinder unterrichtet wurde, die
Rückkehrfähigkeit erhalten bleiben.
Im Vordergrund stand also ein Abbau von Defiziten, der die Assimilation der Kinder mit
Migrationshintergrund ermöglichen sollte.
Die grundsätzliche monokulturelle, monolinguale und auch monoreligiöse Ausrichtung des
Schulsystems sowie des Unterrichts wurden dabei nicht hinterfragt und die Entstehung einer
multikulturellen Gesellschaft, die sich bereits zu der Zeit auch in der Schule bemerkbar machte, wurde noch nicht wahrgenommen. [...]
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