Wichtiger Alpenübergang, Wasserscheide, Transitroute, Einkaufs- und Ausflugsziel, Staatsgrenze, Tor zum Süden: Der Brenner war und ist für die Menschen nördlich und südlichdieses Passes ein besonders emotionaler Ort. Othmar Kopp hat sich auf künstlerische Art und Weise dem Mythos sowie der historischen und aktuellen Bedeutung des Brenners angenähert. In beeindruckenden Fotografien und mit Hilfe von Erlebnisberichten durchreisender Personen ist es ihm gelungen, einen Ort zu porträtieren, der sich über die Jahrzehnte einen ganz besonderen Charme aufgebaut hat. - Hommage an eine der wichtigsten Alpenpässe Europas - Mit Erlebnisberichten von Künstlern, Fernfahrern, Eisenbahnern, Ausflüglern und Flüchtlingen - Essay des bekannten Südtiroler Schriftstellers Kurt Lanthaler
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Bildband mit anregenden Texten zum Brenner, einem Ort zwischen den Welten
Bewertung aus Tulfes am 15.04.2018
Bewertungsnummer: 1097556
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Viele kennen den Brenner nur als Durchzugsort, als einen der bedeutendsten Routen des Alpentransits, als meist befahrensten Pass (den Straßenverkehr betreffend) der Alpen. Vielen ist auch seine Bedeutung als Tor zum Süden, als Verbindung zwischen Österreich und Italien, zwischen Nord- und Südtirol ein Begriff. So mancher assoziiert mit dem Brenner auch lange LKW-Kolonnen, Staus an der Grenze, Zollbeamte, den Brennermarkt und - aktueller - einem steten Strom an Flüchtlingen, die versuchen, über den Brenner nach Deutschland und Österreich zu gelangen, sehr oft ohne Erfolg.
Alls dies und noch viel mehr ist der Brenner. Ein Ort "der Trennung und des Übergangs, des Wartens, der Hoffnung". Diesen politischen, historischen und emotionalen Ort hat der Innsbrucker Fotograf Othmar Kopp wirkungsvoll in Szene gesetzt. In anrührenden Bildern zeigt er alte und ganz neue Aspekte eines Ortes, der so gern recht grau daher kommt. Vieles erkennt der Leser dabei wieder, anderes lässt ihn den Brenner in völlig neuem Licht erscheinen. Es sind keine bunten, grellen Töne, die Othmar Kopp dabei zum Ausdruck bringt, sondern leise, nachdenkliche, nostalgische und wehmütige Betrachtungen.
Ergänzt wird diese "Grenzbetrachtung in Bildern" von ebenso nachdenklich stimmenden Texten. Dem Südtiroler Kurt Lanthaler ist es dabei gelungen, einen gar nicht grauen Essay über das "Wesen" des Brenners zu schreiben, der sich so gar nicht fassen lassen möchte. Bereichernd sind auch die 27 Geschichten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Brenner verbunden sind: Zollbeamte, Reisende, Fernfahrer, Anwohner, Geschäftsleute, Demonstranten und mehr. Gemein ist ihnen alle die Erinnerung, die Zärtlichkeit und die Hoffnung in Bezug auf einen Ort, der viel mehr ist, als nur ein Punkt auf der Landkarte.
Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die einen vermeintlich alt vertrauten Ort neu entdecken und erleben und die sich vielleicht bei einem nächsten "Grenzgang" die Zeit nehmen möchten, selbst auf Spurensuche zu gehen.
Absolute Kaufempfehlung!
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