Eigentlich hätte sich Bezirksinspektor Gerhard Grinninger auf ein paar erholsame Wochen im malerischen Bad Hansberg gefreut. Ein Kur-Aufenthalt, der ihm nach den Eskapaden rund um den Misthaufen-Mord durchaus zugestanden wäre, schließlich ist er selbst dabei dem Tod noch einmal von der Schaufel gesprungen. Doch der beim Grenzübergang Guglwald auf einer Baustelle tot aufgefundene Journalist Claus Peter Steiner macht Grinninger einen Strich durch seine Wellness-Rechnung. Die Edelfeder des streng rechtskonservativen Wochenmagazins »Alpenpost« ist anscheinend nach der »Cha-Ping!«-Methode ermordet worden: Steiner war mit Crystal-Meth vollgepumpt und danach von Hunden zu Tode gehetzt worden. Ein mafiöses Straf-Ritual, das vor allem innerhalb der vietnamesisch stämmigen Minderheit verübt wird.
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Spannender Krimi, der einen zum Schmunzeln bringt
Bewertung aus Wien am 06.08.2018
Bewertungsnummer: 1123637
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Krimifan, aber Werke von Menschen zu lesen, die man kennt, ist immer interessant und regionale Autoren zu unterstützen sowieso. Die Geschichte ist – wie auch schon beim ersten Buch – erneut im Mühlviertel angesiedelt, rund um eine fiktive Gemeinde namens Bad Hansberg. Das sei aber reiner Zufall, wie der Autor im Vorwort zu verstehen gibt. Nun gut, man nimmt es mit einem Augenzwinkern. ;) Statt einem toten Landwirt in einem Misthaufen wird diesmal ein exzentrischer Journalist tot in einer Baugrube eines gerade im Entstehen begriffenen Shoppingcenters gefunden. Bezirksinspektor Gerhard Grinninger, der sich gerade vom ersten Mordfall erholen wollte, kann nicht anders, als erneut den Ermittler zu mimen. Schnell macht er sich auf den Weg zum Ort des Geschehens in der Nähe des Grenzüberganges Guglwald, wo der Redakteur des Wochenblattes "Alpenpost" liegt. Wie sich herausstellt, wurde dieser mit der "Cha-Ping!"-Methode, die in vietnamesischen Kreisen ihren Ursprung hat, zur Strecke gebracht. Dabei wird das Opfer mit Crystal-Meth vollgepumpt und danach von Hunden zu Tode gehetzt. Als Täter kommt eigentlich nur ein Immobilien-Mogul namens Han I Moon in Frage, der in der Grenzregion etliche Einkaufszentren betreibt und dem auch schmutzige Geschäfte mit Drogen nachgesagt werden. Doch auf einmal macht sich auch noch eine andere Schar an Personen verdächtig: ein ehemaliger Banker, der neuerdings auf nachhaltigen Landwirt macht, ein reicher Geschäftsmann, der an der Spitze einer dubiosen Studentenverbindung steht, ein Ex-Häftling, der plötzlich fromm geworden ist oder ein Blogger, der sich selbst als Aufdecker bezeichnet. Die Ermittlungen beginnen.
FAZIT: Durch die vielen Verdächtigen ist die Geschichte, genauso wie jene des ersten Buches, spannend. Die Kapitel haben zudem eine optimale Länge, sodass man vom einen zum nächsten gleitet. Sprachlich gesehen fand ich dieses Werk besser als das erste. Zum einen wurde mehr Sorgfalt auf das Ausmerzen von Wortwiederholungen gelegt und zum anderen wurde weniger darauf gepocht, andere Krimiautoren zu imitieren, sondern mehr Eigenes zu schaffen. Die Figuren sprechen im ersten Buch teils auf Hochdeutsch, teils auf Dialekt, was ich etwas verwirrend fand. Hier lässt der Autor nun alle auf Hochdeutsch reden, was dem Text mehr Kontinuität verleiht. Wie die Mühlviertler "in Echt" reden, kann sich die Leserschaft ohnehin vorstellen. ;) Die Protagonisten sind auch detailreicher beschrieben, sodass es einfacher ist, sich zu merken, wer wer ist. Gerade als Redakteurin ist natürlich auch die ganze Thematik rund um Content und Inserate, den derzeitigen Informationskrieg oder die Fake-News-Debatte nachvollziehbar und daher interessant zu lesen. Wie oben erwähnt, sind die Figuren frei erfunden. Dem geschulten Leser aus der Region werden aber Ähnlichkeiten mit realen Personen doch rasch auffallen und ganz ehrlich, davon lebt dieses Buch ja auch letztendlich ein bisschen. ;)
Landkrimi mit Tiefgang
Bewertung aus St.Johann am Wimberg am 14.06.2018
Bewertungsnummer: 1110644
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Sterbende Landgemeinden, florierende Billig-Shoppingcenters jenseits der Grenze, ein toter Journalist und ein lauter Wink mit der Fake-News-Keule. Schon die Zutaten für diesen Lesestoff rund um Komissar Grinninger haben es mir angetan. Kurzweilig zu lesen, viele Hinweise auf aktuelle Ereignisse und mit Tiefgang recherchierte Charaktere. Wer das Mühlviertel kennt, wird dieses Buch lieben. Besonders dann, wenn er in so manchen vorkommenden Menschen jemanden Bekannten zu erkennen glaubt. Mir ist das so ergangen :-)
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