Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen sie die Welt kennenlernen, anders leben und lieben. Edgar ergreift die Chance, für eine Firma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter, fragt sich Tonis Tochter: Welche Hoffnungen und Träume hatte ihre Mutter als junge Frau? Lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Und wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
5/5
06.10.2025
eBook (ePUB)
Kristine Bilkau Eine Liebe in Gedanken
Ein sehr schönes Buch, das mich noch lange beschäftigt hat. Welches Leben hat meine Mutter geführt (geb. 1914). Wie ist sie mit den Verlusten und Einschränkungen in ihrem Leben umgegangen? Ich habe viel zu wenig gefragt. Ein sehr lesenswertes Buch für alle, die ihre Mutter-Tochter Beziehung reflektieren wollen.
Ein wunderschönes Buch mit Tiefgang. Hat mir sehr gut gefallen und war im Nu gelesen.
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
06.08.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Liebe, in Gedanken
"Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander gemacht. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen die Welt kennenlernen, anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Sie will nicht mehr warten und hoffen, sondern endlich weiterleben.
Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biographien. Toni lebt in dem Konflikt zwischen ihren Idealen von Freiheit und Unabhängigkeit und dem Wunsch, sich zu binden, um Edgar zu vergessen. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei? Wer war dieser Mann, den sie nie vergessen konnte? Die Tochter will ihm begegnen, ein einziges Mal." - soweit der Klappentext.
Kristine Bilkau, Jahrgang 1974, hat Geschichte und Amerikanistik studiert. Ihr Debütroman "Die Glücklichen" fand ein begeistertes Medienecho, wurde mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. (Quelle: Klappentext)
Das Cover zeigt eine Frau, gekleidet im Stil der 60er Jahre, die aufs Meer schaut, das den Farbtupfer setzt. Ein Cover, das in seiner Schlichtheit die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Kristine Bilkau schreibt einen ganz eigenen Stil, klar, gefühlvoll und intensiv. Jeder Satz, jedes Wort sitzt, keine Schnörkel, keine Klischees.
Der Roman ist in viele, recht kurze Kapitel unterteilt. Dabei wechseln sich Gegenwart, das Auflösen der Wohnung der verstorbenen Mutter mit all den Fragen, die das aufwirft und Vergangenheit, die Liebe zwischen Toni und Edgar ab. Diese Liebe, die sich nicht erfüllt hat, hat Tonis Leben entscheidend verändert. Tonis Tochter versucht, Antworten auf die Frage nach dem "Warum" zu finden, es gelingt ihr nicht.
Kristine Bilkau hat einen wunderbaren, berührenden Roman geschrieben, der mich absolut begeistert hat.
Lese-katze92
5/5
26.06.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Edgar und Toni lieben sich,…
Edgar und Toni lieben sich, sie scheinen füreinander bestimmt. Sie sind nicht nur unzertrennlich, sondern träumen beide von einem besseren Leben zu zweit. Während Edgar mit seiner beruflichen Situation immer frustrierter erscheint, könnte es bei Toni kaum besser laufen. Doch schon bald zeichnen sich die ersten Beiden ab. Toni muss immer wieder schmerzlich erfahren, dass sie ihrer Zeit zu weit voraus ist. Während sie sich auch von erniedrigenden Situationen nicht ermutigen lässt, ahnt sie nicht, dass die größte Herausforderung noch bevorsteht, denn Edgar hat ein vielversprechendes Arbeitsangebot in Hongkong erhalten. Weit weg von Deutschland und weit weg von seiner geliebten Toni. Jahrzehnte später ist Toni friedlich entschlafen. Langsam und behutsam löst ihre Tochter nun den Haushalt auf. Dabei fallen ihr nicht nur all jene vertraute Dinge in die Hände, die ihr nur allzu vertraut sind, sondern auch ein Stapel Briefe. Jene Briefe, welche Edgar ihrer Mutter schrieb, als diese noch jung und voller Träue war. Sie lässt dabei nicht nur die Beziehung ihrer Mutter Toni und die von Edgar Revue passieren, sondern reflektiert zugleich auch das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bin noch immer sehr berührt von der zarten und behutsamen Schreibweise der Autorin. Sie erzählt in ihrem Roman nicht bur über die tragische Liebe zweiter Menschen voller Hoffnungen und Träume, sondern zeigt dem Leser auch auf, mit welchen Widrigkeiten eine junge Frau in diesen Zeiten zurechtkommen musste. Auch verdeutlicht ihr Werk, mit Blick in die Vergangenheit einer jungen Frau, wie viel sich teilweise für die Frauen heutzutage verändert hat, aber auch noch verändern muss. Die Liebe zwischen Toni und Edgar hat mich nicht nur Träumen sondern auch verzweifelt den Kopf schütteln lassen. Gerne hätte ich sie manchmal wachgerüttelt oder sie einfach nur getröstet. Aber auch die Beziehung zwischen Mutter und Tochter kam nicht zu kurz. So musste diese sich wichtigen Fragen stellen, wie "Habe ich genug Zeit mit meiner Mutter verbracht? War sie einsam? Habe ich meine Mutter wirklich gekannt?". Dies sind Fragen, die sich viele Menschen auch im echten Leben stellen sollten bzw. sicherlich stellen werden. Mit "Eine Liebe, in Gedanken", ist der Autorin eine einfühlsam und behutsam erzählte Geschichte gelungen, welche mich als Leserin nicht nur berühren konnte, sondern mich zugleich auch zum Nachdenken angeregt hat.
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