Ohne Zweifel haben wir das größte Wunderwerk der Evolution in unserem Kopf. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Gehirn spielt uns fortwährend Streiche: Es versetzt uns in Angstzustände, als verfolge uns der Säbelzahntiger, quält uns an Bord eines Schiffes mit Übelkeit oder entwirft ein völlig überzogenes Bild von uns selbst.
Die Gründe werden im unausgeglichenen Verhältnis sehr alter primitiver Hirnteile und neuerer Regionen vermutet. So dominiert uns oft das sogenannte Reptilgehirn, und die uralte Amygdala lässt uns weiterhin Ausschau nach Gefahren halten, die es längst nicht mehr gibt – mit entsprechenden unpassenden, lästigen Reaktionsmustern.
Kompetent, leicht nachvollziehbar und witzig erklärt Burnett, wie, wann und warum uns das Gehirn in die Irre führt.
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Informativ und unterhaltsam
umgeBUCHt Blog aus Weeze am 02.03.2021
Bewertungsnummer: 1223490
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Über Blackouts, Aberglaube, Seekrankheit – wie uns das Gehirn austrickst“ steht ergänzend zum Titel "Unser verrücktes Gehirn" angegeben, gleich unter den Kreisen, von denen man beim Anschauen fast selbige in den Augen bekommt, weil uns die optische Täuschung Bewegung vorgaukelt. Der Klappentext verspricht außerdem, dass der Autor, der von Beruf Neurologe an der Cardiff University und nebenbei noch Stand-up-Comedian ist, kompetent, leicht nachvollziehbar und witzig, allgemein vertraute Probleme dadurch erklärt, dass ‚unser verrücktes Gehirn‘ als Steuerungszentrum menschlichen Handelns und Denkens nur bedingt tauglich ist. Ein interessantes Thema, über das ich unbedingt mehr erfahren wollte, auch wenn ich eingangs ein wenig befürchtete, dass dieses Buch zu humorvoll mit den kleineren und größeren Schwächen unseres Gehirns, beziehungsweise unserer Art zu Denken, umgehen und im Klamauk versumpfen könnte. Glücklicherweise war diese Sorge unbegründet, denn der Autor widmet sich dem Thema mit leichtem Augenzwinkern und versteht es hervorragend, mir als neugierigem an Psychologie interessiertem Leser die teils komplizierten wissenschaftlichen Zusammenhänge unterhaltsam und anschaulich zu erklären.
Zum Inhalt des Buches zitiere ich das kurze Resumée des Autors auf Seite 326:
„Was haben wir bislang über das menschliche Gehirn erfahren? Es wurstelt mit Erinnerungen herum, es lässt sich leicht ins Bockshorn jagen, es erschrickt über harmlose Dinge, es wirkt sich negativ aus auf unsere Ernährungsweise, unseren Schlaf, unsere Bewegung, es redet uns ein, dass wir brillant sind, wenn wir alles andere sind, es gaukelt uns die Hälfte von dem, was wir wahrnehmen, nur vor, es bringt uns dazu, unvernünftige Dinge zu tun, wenn wir erregt sind, es veranlasst uns, unglaublich schnell Freundschaften zu schließen und sie im Nu wieder aufzukündigen. Eine Liste, die beunruhigt. Noch beunruhigender aber ist, dass das Gehirn all dies anstellt, wenn es richtig funktioniert.“
Und so geht Dean Burnett abschließend auf seine ebenso unterhaltsame wie informative Weise auch auf das ein, was den Menschen ereilen kann, wenn es zu einer neurologischen oder geistigen Störung kommt. Er widmet sich Depressionen, Zwangsneurosen, Psychosen sowie den neurologischen Mechanismen, die Alkoholismus und anderen Suchtkrankheiten zugrunde liegen.
Aber ich erfahre im Laufe des Buches auch, dass das Ego eines Menschen seine Erinnerungen verzerren kann, was es mit der Apophänie auf sich hat, warum unser Gehirn schlecht mit Zufälligkeit umgehen kann, dass es auch olfaktorische Halluzinationen gibt, dass wir in allem Gesichter erkennen weil wir Gehirnareale besitzen, die eigens dem Erkennen von Gesichtern dienen, dass wir uns bereits auf neurologischer Ebene darum kümmern, was andere von uns halten und dass die Geringschätzung für Menschen steigt, je geringer die Möglichkeit besteht ihnen zu helfen – vor allem Letzteres muss man erstmal sacken lassen.
„Die Art und Weise, wie das Gehirn die Welt um sich herum wahrnimmt, und was davon es für wichtig genug erachtet, um ihm Aufmerksamkeit zu schenken, verdeutlichen sowohl sein phantastisches Leistungsvermögen als auch seine vielen Unvollkommenheiten.“ (S. 192)
Dean Burnett wählt anschauliche Beispiele und Bilder aus dem Alltagsleben, schreibt witzig, salopp, eloquent und mit (Selbst-)Ironie, ohne dass die wissenschaftliche Seriosität darunter Schaden nähme. Ganz vereinzelt lässt mich eine für mich zu hoch dosierte wissenschaftliche Konzentration des Textes kurz aussteigen, aber das bleibt eher die Ausnahme. Das Staunen und wissbegierige unterhaltsame Lesen überwiegt bei diesem Buch für mich, weshalb ich es jedem Interessierten empfehlen kann.
Solides Sachbuch mit Pepp
ShaanielsBookWorld aus Niedersachsen am 02.03.2021
Bewertungsnummer: 1109653
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
-Über Blackouts, Aberglaube, Seekrankheit -
-Wie uns das Gehirn austrickst-
Autor: Dean Burnett
Verlag: C. Bertelsmann
Preis: 17€, Paperback, Klappenbroschur
Seiten: 400 Seiten
ISBN: 978-3-570-10294-7
Erscheinungsdatum: 14.05.2018
3 Von 5 Sterne ⭐⭐⭐
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Hey ihr Süßen 💕
Gerade habe ich dieses, etwas andere Buch gelesen und beendet. Ich bin etwas zwiegespalten. Zu aller erst einmal, hatte ich etwas anderes erwartet, als trockene wissenschaftliche Fakten. Schließlich wurde dieses Buch von einem Comedian mit Dr. Titel verfasst. Leider wurde ich enttäuscht. Das Buch war zwar ganz in Ordnung und teilweiße auch interessant, aber ich konnte daraus nichts für mich mitnehmen und auch nichts neues lernen. Nachdem ich die Einleitung gelesen habe und nur noch grinsen konnte, hatte ich mir dies Selbstverständlich auch vom ganzen Buch erwartet. Doch Pustekuchen, das war leider nichts. Ich habe einfach ein trockenes Sachbuch bekommen, mit ein paar Vergleichen, die sonst in keinem Buch stehen. Zum Beispiel bei der Frage warum Gruseln und Angst, bzw. Horror uns anziehen, würde mit Beispielen wie zb Stephen King und den Filmen Saw geantwortet. Sicherlich sehr passend, aber sowas von langweilig. Leider nur drei Sterne für ein Sachbuch, mit etwas Pepp, aber dennoch einigen Schwachpunkten und längen.
Vielen lieben Dank Gruß
Sonja/Shaaniel
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