Wien, 1912. Nach einer Kindheit in Armut hat Marie Haidinger es geschafft. Seit wenigen Monaten ist sie Kindermädchen in der Sternwartestraße 71 – dem Haushalt des berühmten Schriftstellers Arthur Schnitzler im gediegenen Cottage-Viertel. Als sie für ihren Dienstherrn in der nahe gelegenen Buchhandlung auf der Währinger Straße ein Buch abholt, lernt sie eine völlig neue Welt kennen: Die Welt der Bücher. Und Oskar, den ebenso charmanten wie mittellosen Buchhändler, der ihr schon bald Avancen macht. Aber meint Oskar es auch ernst mit ihr? Wie brüchig das Glück sein kann, wird Marie klar, als Sophie, das Dienstmädchen der Schnitzlers, nach einer Abtreibung fast stirbt. Und als sie zufällig mithört, dass der Hausherr Oskar spätabends im feinen »Sacher« gesehen hat – in Begleitung einer überaus hübschen jungen Dame … Vor dem Hintergrund der Werke Arthur Schnitzlers und genau recherchierter historischer Ereignisse lässt Petra Hartlieb das Wien des großen Dichters wiederauferstehen – vom Dienstbotentrakt bis in die glamourösen Salons der freigeistigen Intellektuellen der Zeit.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
05.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schmankerl für Literaturliebhaber
Petra Hartliebs zweiter historischer Roman entführt den geneigten Leser erneut in das Wien des Jahres 1912.
Haupt-Schauplätze sind erneut die Buchhandlung in der Währinger Straße (dessen heutige Eigentümerin die Autorin ist) sowie der Haushalt der Familie (Arthur) Schnitzler.
Eingebettet in historische Fakten, erzählt der Roman die Liebesgeschichte des Buchhändlers Oskar und des Kindermädchens Marie, spannend und mit viel Herz.
Doch ein weitere „Liebesgeschichte“ schwingt von der ersten bis zur letzten Seite mit:
Die Liebe zum Buch!
Man spürt sie bei der Autorin und ihren Figuren und man sieht und fühlt sie, wenn man das liebevoll gestaltete Buch zur Hand nimmt. Schön!
Bewertung
aus Schwechat
5/5
03.04.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eintauchen in das "alte Wien"
Mit diesem Buch konnte ich mich in die Zeit um die Jahrhundertwende in Wien hineinversetzen. Wunderbar geschildert, eine rührende Liebesgeschichte im alten Wien. Ich habe dieses Buch mittlerweile zweimal an Freundinnen verschenkt.
Bewertung
aus Wien
5/5
25.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
bemerkenswert
Petra Hartlieb ist mit der Fortsetzung von Ein Winter in Wien ein großes Buch gelungen. Mit klarer Sprache, die wirklich begeistert und die dazu führt, dass man sich im Text von der ersten Seite an wohlfühlt, erzählt sie die Geschichte von Marie und Oskar weiter. Sie zeichnet ein eindrucksvolles Bild der damaligen Zeit, was aber nicht nur auf Fiktion, sondern auf außergewöhnlich genauer Recherche beruht. Alles ist historisch belegt, sodass nur die eigentliche Handlung dem Kopf der Autorin entsprungen ist. Und das mit großer Einfühlsamkeit und wunderbarem Ideenreichtum.
Ein kluges, lehrreiches Buch, romantisch aber definitiv nicht kitschig.
Sharon Baker
aus Mönchengladbach
5/5
20.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wunderschön, liebenswert & nostalgisch ...
Maries größter Traum ist in Erfüllung gegangen, sie sitzt im Theater und schaut sich ein Stück ihres Arbeitgebers, den großen Dichter Arthur Schnitzler an. Außerdem sitzt Oskar neben ihr und sie kann ihr Glück immer noch nicht fassen, das die Liebe in ihrem Leben einzieht. Aber nicht alles läuft Rund in Maries Umgebung. Das Dienstmädchen Sophie leidet an Übelkeit, die Eheleute Schnitzler streiten und so hört Marie, dass Arthur Schnitzler ihren Oskar mit einer anderen Frau im Sacher gesehen hat. Spielt er nur mit ihr? Aber hätte überhaupt eine Beziehung mit ihm eine Zukunft? Und was ist mit Sophie los? Und wann kommt endlich der Frühling?
Während im ersten Band, das winterliche Wien seinen Zauber ausgestrahlt hat und uns wie in einer Schneekugel mit weihnachtlicher Vorfreude bestäubte, warten wir nun auf den Frühling. Und ich muss gestehen, ich war total entzückt, dass es mit dieser Geschichte und seinem Zeitbild des Wiens um 1900 weitergeht. Ob mich die Sorgen und Nöte wieder an die Geschichte fesseln konnten, berichte ich euch jetzt.
So klappen wir das Puppenhaus auf und schauen uns doch den Querschnitt genauer an. Marie ist immer noch bei Arthur Schnitzler beschäftigt, liebt die Kinder und lässt die zarten Banden um ihren Oskar stärker werden. Dabei ist es, um diese historische Zeit gar nicht so einfach, sich zu treffen und eine Beziehung auf zu bauen. Da sind nur Verabredungen an freien Tagen übrig, um sich näher kennenzulernen. Aber ist er wirklich der Richtige? Was für eine Zukunft soll diese Liebe haben? Tja, und dann gibt es auch noch diese Gerüchte und eigene Lebenseinschnitte, die einen das Herz schwer und einen bange machen. Wie ihr seht, gibt es wieder ganz viele Gemütsschwankungen, Unsicherheiten und Ungewissheit. Da waren Probleme noch ganz anderer Natur und wirklich schwer im Alltag eines Zimmermädchens aufzulösen.
Petra Hartlieb lässt uns auch im zweiten Band eine Zeitreise in die Vergangenheit bestreiten. Sie zeigt die gesellschaftlichen Unterschiede auf, lässt einen Blick in die schimmernde Welt, der gut Betuchten werfen, aber wir begleiten unser Kindermädchen weiter. Hier herrscht große Sorge um Zimmermädchen Sophie, die sich mit dem falschen Mann eingelassen hat und in großen Nöten geraten ist, was wiederum Marie und ihre Beziehung zu Oskar beeinflusst. Aber auch bei Oskar herrscht Umbruchstimmung, sein Arbeitgeber will in Verkuppeln und so muss sich auch der liebe Buchhändler mit seinen Gefühlen und Zukunftssorgen auseinandersetzten.
Wie schon im ersten Band ist die nette Liebesgeschichte nur ein toller abgesteckter Rahmen um die Zeit, das Leben und die Stadt erstrahlen zu lassen und uns diese Epoche zu versetzen. Tja, und ich finde, Frau Hartlieb macht das ziemlich geschickt und es ist ihr auch diesmal gelungen, mich an die Seiten zu fesseln und alles andere auszublenden. Man hat das Gefühl man trifft auf Freunde und hält einen schönen Kaffeeklatsch mit Erzählungen aus dem Nähkästchen. Allerdings ist Wien in der Zwischenphase zwischen Winter und Frühling, grau, nass und gar nicht zauberhaft, das zarte Grün schimmert erst am Ende durch und hat so leider gar nicht die erhoffte Wirkung wie im ersten Buch. Aber egal, vielleicht ist der Sommer ja wieder um einiges besser, naja, unter uns, ich hätte schon gern einen weiteren Folgeband. Ob der wohl kommt? Immerhin fehlen noch zwei Jahreszeiten und so eine Epoche will doch erzählt werden.
Wenn es Frühling wird in Wien, ist wieder ganz toll beschrieben und man fühlt sich wie das Mäuschen unter den Dielen, überall darf man seine Nase hinein stecken und beobachten. Es spiegelt wieder ganz facettenreich die alte Zeit wieder und macht einfach unheimlich Spaß zu entdecken und mitzufiebern. Aber Vorsicht, hier ist alles harmonisch im Einklang abgestimmt und nicht die dramatische Liebesgeschichte, der Leser, der das erwartet, sollte lieber die Finger davon lassen, alle anderen werden einen tollen Spaziergang durch Wien haben.
Bibliomarie
aus Düsseldorf
4/5
10.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wiener Frühling
Marie ist ein Mädchen vom Land. Als Kindermädchen im Haushalt von Arthur Schnitzler kommt sie ein wenig mit der feinen Welt in Berührung. Im Vorgängerbuch lernte sie Oskar, einen jungen Buchhändler kennen und traut sich gar nicht an eine Liebe zu denken, denn auch bei Angestellten und Dienstboten gibt es eine Hierarchie und ein Buchhändler steht doch viel weiter oben, als ein kleines Stuben-oder Kindermädel. Dann schenkt ihr Schnitzler zwei Theaterkarten zu Weihnachten und mit Oskar verbringt sie staunend und beeindruckt glückliche Stunden im K & K Hoftheater. Eine ganz neue Welt eröffnet sich Marie.
Wir sind in Wien, im Jahr 1912 noch lebt man glücklich. Die Stadt wirkt wie der Hintergrund einer Operette. Frühling in Wien ist eine herzige Geschichte. Ich wähle diesen Ausdruck ganz bewusst, da es liebenswert, aber nie süßlich geschrieben ist. Es wirkte wie aus der Zeit gefallen, entführte es mich für einige Lesestunden in eine vergangene Welt der Operetten und Theater. Nicht von ungefähr hatte ich immer die Melodie des alten Wiener Lieds Im Prater blühn wieder die Bäume im Ohr, auch wenn das zeitlich nicht ganz passt. Das Buch ist unterhaltsam und leicht, vielleicht ein wenig altmodisch im Stil, will nie mehr als unterhalten und das ist gekonnt gelungen.
Die Schilderung des Schnitzlerschen Haushalts hat mir ausnehmend gut gefallen, die Eifersüchteleien der Gnädigen Frau und die eigene Welt der Dienstboten im Souterrain. Da werden auch nicht die Nöte eines Stubenmädels verschwiegen, die in Schwierigkeiten geriet und nur noch einen Ausweg sah.
Ebenso interessant war die Welt des Buchhandels, auch vor 100 Jahren fürchteten sich die Buchhändler schon vor sinkenden Leserzahlen und prophezeiten das Ende des Buchs. Außerdem darf die geschichtsträchtige Buchhandlung der Autorin auch eine Nebenrolle spielen.
Auch wenn ich den ersten Teil noch nicht gelesen hatte, die Vorgeschichte der Figuren nicht kannte, war ich gleich inmitten des Geschehens. Das nicht sehr umfangreiche Büchlein ist sehr sorgfältig und liebevoll ausgestattet und auch als Geschenk wunderbar geeignet.
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