Er hat Stil. Er liebt Kunst. Er verhandelt knallhart. Und um zu gewinnen, scheut er keine Gefahr. Offiziell Unterhändler für die High Society Wiens, operiert Alexander Merahwi im Hintergrund mit einem Team, das jedem Geheimdienst zur Ehre gereicht. Wenn einer sich mit der russischen Mafia anlegen kann, dann er, selbst kaltblütig und kompromisslos wie ein Hai. Eine geschmuggelte Ikone gerät in die falschen Hände, und Merahwi plant einen gewagten Coup, um sie wiederzubeschaffen. Neu unter Merahwis Mitarbeitern ist Julian, ohne Erfahrung, aber mit einer gehörigen Portion Idealismus und einem Faible für Männer im Rampenlicht. Julian beginnt eine Affäre mit dem Auftraggeber, einem Ballettstar, doch in Merahwis Team hat Liebe zwischen Männern keinen Platz. Romantischer Thriller im Herzen Wiens. Der Fall bildet den Auftakt einer Reihe, ist jedoch in sich abgeschlossen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Isabel
aus Garrel
5/5
19.11.2017
Buch (Taschenbuch)
Spannend und Emotional
Liebesromane lese ich selten, Thriller hin und wieder mal und mit Romanen im Gay-Bereich habe ich bisher noch gar keinen Kontakt gehabt. Dagegen durfte ich zwei Romane von B.D. Winter, welche unter ihrem Namen Barbara Drucker und in einem völlig anderem Genre erschienen sind, schon lesen und war von ihrem Schreib- und Erzählstil begeistert. Da war es für mich natürlich klar, dass ich auch ihren neuen Roman der "Shark Temptations"-Reihe lesen wollte, auch wenn dieser genau eine Mischung aus den drei oben genannten Bereichen ist, die ich eigentlich nicht bzw. selten lesen. Und was soll ich sagen, er hat mich positiv überrascht.
Der Stil war wie bei ihren anderen Romanen sehr gut an die jeweiligen Szenen angepasst. Wird es gefährlich, schreibt sie auch "rasanter" ohne dabei Details zu verlieren, wird es romantisch oder gar erotisch, wird es ruhiger, aber auf gar keinen Fall kitschig oder bei den Sexszenen obszön. Es liest sich einfach sehr gut und durch ihre detaillierten Beschreibungen, die aber auch nicht ausufernd werden, kann man sich die Orte in Wien und auch die Personen sehr gut vorstellen. Ok, bei letzterem muss ich gestehen, dass ich schonmal in Wien war und daher einen Teil der beschriebenen Orte kenne.
Die Hauptpersonen in diesem Roman sind Julian Melnik und sein Chef Alexander Merahwi. Die Geschichte wird zum größtenteil mit dem Blick auf die beiden erzählt, aber einige Szenen folgen auch ihrem Klienten und Julians Liebhaber Toyla. Julian fand ich sofort sympathisch. Er versprüht Lebensfreude und ist insgesamt in meinem Augen ein sehr positiv eingestellter Mensch. Merahwi hingegen hatte es schwerer bei mir. Seine Ansicht, dass die sexuelle Orientierung nichts im Unternehmen zu suchen hat, ist mir im Grunde einleuchtend. Privatleben und Berufsleben sind halt nicht dasselbe, aber was er von Julian verlangt und mein Eindruck, dass ihm Julians Homosexualität in der Öffentlichkeit peinlich ist, haben ihm zu Beginn erstmal Minuspunkte bei mir eingebracht. Am Ende des Buches mochte ich ihn zwar mehr, aber im Laufe der Reihe muss er echt an sich arbeiten, damit ich ihm die Minuspunkte wieder abziehe.
Aber abgesehen von den Sympathien, die ich den einzelen Personen gegenüber empfinde oder bei manchen auch nicht, finde ich es gut, dass die Autorin Merahwi eine solche Einstellung gegeben hat. Leider entspricht es nun mal der Realität, dass es Menschen gibt, die Homosexualität als "falsch" empfinden und dies in einem Roman anzusprechen und dadurch ein Stück mehr in der Öffentlichkeit zu erwähnen, ist mehr als richtig.
Kommen wir zur Handlung selbst. Julian fängt neu bei Merahwi & Martin an und als er erfährt, dass es neben den Aufgaben, die der Öffentlichkeit bekannt sind, auch inoffizielle gibt, ist er selbst schon mittendrin auf der Jagd nach der verschwundenen Ikone. Die Suche danach überrascht immer wieder mit Wendungen. Nicht nur durch die Feinde, die sich Merahwi und Co. machen, sondern auch durch Julians Liebesleben und ein Geheimnis von Merahwi. Ich habe es beim Lesen geliebt, immer wieder überrascht zu werden, meine Lieblingsnebenfigur Dana kennenzulernen, mich über Julian aufzuregen, mich über Merahwi aufzuregen und mir Gedanken darüber zu machen, wie das alles wohl ausgehen wird. Kurz gesagt, ich hatte richtig Spaß beim Lesen und fieberte dem Ende entgegen, welches zwar den aktuellen Auftrag abschließt, aber mit einem kleinen fiesen Cliffhanger endet und so neugierig auf den nächsten Band macht.
---Fazit---
Tanz der Ikonen überzeugt durch seine wendungsreiche Handlung, tollen Charakteren, die alle ihre Eigenheiten haben und einem fantastischen Schreibstil. Die Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte ist in einer schönen Balance und sehr gut miteinander verwoben.
Bewertung
aus Düsseldorf
5/5
14.02.2021
eBook (ePUB)
Spannender Plot, ausgefeilte Charaktere, große Gefühle
Für mich ein vollkommen neues Genre und B.D. Winter hat nicht enttäuscht: Spannender Plot, ausgefeilte Charaktere, große Gefühle.
Aber vor allem: Großartiger Schreibstil, der einen mit dem ersten Satz ins Wien unserer Zeit mitnimmt und erst mit dem letzten wieder in unsere eigenen vier Wände entlässt. Nicht nur zaubert die Autorin das Bild ihrer Stadt in unseren Geist, sie lässt auch durch die spritzigen, flotten Dialoge die Stadt lebendig werden. Ganz nebenbei lernt man einiges über die Unterschiede zwischen den beiden deutschen Sprachen.
Doch das ist natürlich nicht alles. Sie füllt die Stadt mit Leben, Liebe und Lifestyle: Die Charaktere sind allesamt großartig und man zittert mit ihnen durch all ihre Abenteuer.
Ganz besonders Julian hat es mir mit seiner naiven, direkten und fröhlichen Art angetan. Man muss ihn einfach lieben. Sein Gefühlschaos hat mich so manches Mal wünschen lassen, ich könnte ihn aus dem Buch herausholen, in den Arm nehmen und trösten.
Die Geschichte ist voller interessanter Konflikte, Wendungen und Emotionen, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann.
Ich freue mich auf Band 2, der schon auf meinem Nachtkästchen wartet.
Mein Regal voller Regenbögen
5/5
25.04.2019
eBook (ePUB)
Sehr gelungene Kombination aus Romantik und Thriller.
Auf meine Liste für Must-Reads hat es „Tanz der Ikonen“ schon kurz nach dem Erscheinen geschafft. Zum Lesen bin ich aber erst jetzt, über ein Jahr später, gekommen, nachdem ich mehr oder weniger mit der Nase darauf gedrückt wurde. Gut, dass Bücher nicht nachtragend, ich selbst könnte mir aber in den Allerwertesten beißen, dass ich die Story nicht schon viel früher angegangen bin. B.D. Winter hat mit ihrer ersten Veröffentlichung im Gay-Genre nämlich einen richtigen Pageturner geschaffen.
Schon der Einstieg in den Auftaktband der Shark Temptation-Reihe beginnt mit einer guten Portion Spannung. Man ist live dabei, wie durch Erpressung eine wertvolle Ikone (Heiligenbildchen, religiöse Kunst) auf nicht ganz legalem Weg in das Land gebracht wird. Und wie es der Teufel will, um bei der Religion zu bleiben, läuft die Übergabe nicht so reibungslos wie geplant. Das kleine Kunstwerk landet in den falschen Händen. Leider gehören diese, wie der ursprüngliche Auftraggeber des Schmuggels auch, der russischen Mafia an. Ein Fall, den allen Beteiligten definitiv nicht vor einem Staatsorgan ausbreiten möchten und hier kommt „Merahwi & Martin“ ins Spiel. Die Firma von Alexander Merahwi hat sich Verhandlungsstrategie auf die Visitenkarte geschrieben. Ein sehr dehnbarer Begriff des Betätigungsfeldes, denn spezielle Aufträge erfordern spezielle Mittel und so sind die Arbeitsmethoden des Teams, das Julian noch ziemlich grün hinter den Ohren verstärkt, auch gerne einmal jenseits der Legalität angesiedelt.
Es entwickelt sich ein temporeiches Katz- und Maus-Spiel zwischen den drei Fronten, welches die Autorin sehr gekonnt umgesetzt hat. Das Setting, die einzelnen Szenen, aber auch ALLE Protagonisten, nicht nur die Hauptcharaktere, sind wirklich detailreich ausgearbeitet. Ich hatte beim Lesen nie das Gefühl, der Dynamik wegen, durch die Story gehetzt zu werden und nur einen oberflächlichen Blick auf das Geschehen zu erhaschen. Genau so intensiv wie der Thrilleranteil kam auch die Love-Story mit ihren Höhen und Tiefen bei mir an, was vor allem der Vielschichtigkeit von Julian und Alexander geschuldet ist. Mit letzterem hat B.D. Winter bei mir eine Punktlandung vollzogen.
- Merahwi sah ihn direkt an. Seine Augen waren dunkelbraun, fast schwarz, und Julian konnte den Ausdruck darin nicht deuten. Er kam ihm lauernd vor. Er hatte den Eindruck, dass Merahwi mehr hören wollte, doch er wusste nicht, was er sagen sollte, und so schwiegen sie beide, und dieses Schweigen erzeugte unangenehmen Druck. – (S. 18)
Sandros Unberechenbarkeit, sein Charisma, die Unnachgiebigkeit, mit der er seine Ziele angeht, sowie seine Vergangenheit, auf die man ab und an einen sehr kurzen Blick werfen kann, machen ihn für mich zu einem wahnsinnig interessanten Charakter. Ich bin wirklich gespannt darauf, was im zweiten Teil hinter dieser undurchsichtigen Fassade noch zum Vorschein kommt.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung auf die Sprache bezogen. Das gelegentlich aufgreifen des Wiener Dialekts bzw. des österreichischen Humors fand ich großartig. Es war wie nach Hause kommen für mich, da Bayern und die Alpenrepublik in den Punkten doch viel gemeinsam haben.
„Tanz der Ikonen“ ist für mich Romantic-Suspence, wie ich sie lesen will. Ein spannender Thriller, verwoben mit einer Love-Story, die den fesselnden Handlungsverlauf nicht erdrückt, sondern noch zusätzlich unterstreicht. Nach diesem ersten Teil steht für mich fest, dass ich mit dem Folgeband definitiv kein weiteres Jahr warten werde. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.
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