Hier hat eine große Erzählerin aus einer grimmigen Geschichte einen grandiosen Roman gemacht. Die Mitglieder einer wissenschaftlich orientierten Familie werden durch eine zufällige Entdeckung auf einem Kirchenbild in den schwer durchschaubaren Mythos eines Vogelgottes hineingezogen - mit einem Sog, dem sie so wenig widerstehen können wie der Leser dieser Geschichte. Spätestens als sich herausstellt, dass dieser Mythos eben nicht nur ein Mythos ist. Es ist eine sagenhafte, aber elende Gegend dieser Erde, wo die Verehrer des Vogelgotts leben, die ihm allerdings weniger ergeben als vielmehr ausgeliefert zu sein scheinen.In diesem unwiderstehlichen Roman entpuppt sich eine geheime Welt als die unsere, in der die Natur ihre Freundschaft aufkündigt und wir ihrer Aggression und Düsternis gegenüberstehen.Das ist nicht die übliche Jung und Jung Literatur, werden manche denken. Beim Lesen und vor allem Weiterlesen fragt man sich, warum man das Buch nicht aus der Hand legen kann, zumal hier nicht mit altertümlichen Spannungselementen gearbeitet wird.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
aus Königswinter
2/5
22.01.2020
eBook (ePUB 3)
Nix für mich
Obwohl ich Biologin und Heilpraktikerin bin konnte das Buch mich nicht packen, ich bin über die ersten Kapitel nicht hinaus gekommen ausserdem hatte ich jedesmal ein diffuses ungutes Gefühl, das ist mir noch bei keinem Buch passiert. Schade
Kaffeeelse
5/5
10.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Geflügeltes Grauen
Was für ein wunderbares Buch! Wieder ein Lesehighlight und was für eines. Erstmal möchte ich diesen unwiderstehlichen Lesesog erwähnen, es entsteht fast ein Rausch beim Lesen dieses Buches. Man kann und will es nicht aus der Hand legen, ein unbedingter Wissensdrang nach der Auflösung, nach dem Ende hat mich beim Lesen gepackt. So etwas hat man selten. Schon dafür allein hat die Autorin die Höchstpunktezahl verdient. Dann diese Geschichte, sie ist in vier Teile gegliedert, vier verschiedene Personen der Familie Weyde erzählen Teile ihres Lebens, alle vier haben Berührungspunkte mit etwas Unerklärlichem/etwas Bedrohlichem, jeder weitere Teil erklärt auch mehr aus dem vorhergehenden Teil/aus den vorhergehenden Teilen, dabei wird Fiktion und Wirklichkeit geschickt verwoben, so dass vor den Augen des Lesers eine eventuelle Wirklichkeit entsteht. Echt geschickt gemacht. Auch dafür ist in meinen Augen eine Höchstpunktzahl erforderlich. Dann ist die Geschichte wie ein Schauerroman gehalten, dabei ist dann die Sprache zu erwähnen, die sehr antiquiert gehalten ist, eigentlich wähnt man sich durch diese Sprache in vergangenen Sphären, ich bin beim Lesen richtig über die Worte Flughafen und Laptop gestolpert, es passte für mich nicht zum Text. Herrlich nicht? Auch zeichnen sich die verschiedenen Teile durch einen unterschiedlichen Sprachklang aus, es wird durch die Autorin versucht den verschiedenen Personen angepasst zu erzählen. Wunderbar, auch dafür hat Frau Röckel eine Höchstpunktezahl verdient. Insgesamt in meinen Augen also ein absolut außergewöhnliches Buch!
Zur Geschichte: 4 Mitglieder der Familie Weyde kommen in Kontakt mit dem Bösen. Im Prolog kommt der Vater Konrad Weyde, ein Ornithologe, in ein Bergdorf und sichtet einen ihm unbekannten großen Vogel, der Jagdinstinkt erwacht. Im Teil 1 wird das Jüngste der Kinder von Konrad Weyde, Thedor, ein ehemaliger Medizinstudent, in ein fiktives tropisches Land zum Leiten einer Krankenstation versetzt und kommt in Kontakt mit einem uralten bedrohlichen Kult, seinem Gott und dessen Jüngern. Im Teil 2 interessiert sich das mittlere Kind von Konrad Weyde, Dora, eine Kunsthistorikerin, für ein Madonnenbild in einer Kapelle und entdeckt, dass dieses übermalt wurde. Um was zu verdecken? Und im Teil 3 entdeckt der Älteste des Weyde-Nachwuchses, Lorenz, ein Journalist, Ungereimtheiten in der Behandlung von Kindern in einer Heilanstalt. Alle vier Mitglieder der Familie Weyde kommen in Kontaktmit mehr oder weniger irdischen Vertretern des Vogelgottes, namentlich sehr ähnlich und außerdem durch Äußerlichkeiten erkennbar. Und sehr gewürzt wird die Geschichte noch durch einen interessanten Bezug auf Mythen und historische Gegebenheiten, teils real und tels fiktiv. Insgesamt wird eine sehr düstere und bedrohliche Stimmung erzeugt.
Ich gebe eine unbedingte Leseempfehlung!
Bewertung
5/5
22.10.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schaurig-mystische Geschichte
Ein Roman, der mit guter Sprache, einer Familiengeschichte, Schauerelementen und Mythen ein großes Ausrufezeichen setzt. Trotz der verworrenen Erzählungen, der Protagonisten ein Buch, dass man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann..!!
Keine einfache und fröhliche Lektüre, aber dennoch lesenswert..!
Bewertung
5/5
29.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kunstvoll und schaurig
Dies ist eines dieser Bücher, die mich beim Lesen eintauchen lassen in eine ganz andere Welt, die mich Sprache genießen, staunen und rätseln lassen. Und dass selbst nach ein paar Tagen immer wieder in mir anklopft und mich mit neuen Eindrücken belohnt.
Susanne Röckel war mir bisher noch kein Begriff, und ohne die Nominierung zum Deutschen Buchpreis wäre sie mir wohl unter den vielen Neuerscheinungen nicht aufgefallen. Umso erfreuter bin ich, diese Autorin für mich entdeckt zu haben und empfehle sie jedem gerne weiter, der sich für kunstvolle Sprache und mehrdeutige Romane begeistern kann.
Ein mit Märchen- und Mythenbezügen durchdrungener (Familien-)Roman über Religion und Wahn, der mit seinen Schauerelementen an die großen Erzähler der Romantik erinnert. Komplex, dicht und verworren im besten Sinne.
Bewertung
4/5
29.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Düster, unheimlich und wahnsinnig spannend
Susanne Röckel verwebt auf geschickte Weise vier fantastische Geschichten, die sich rund um den Mythos des Vogelgotts drehen. Dieser zeigt sich in jeweils unterschiedlicher Gestalt im Leben von Vater Konrad Weyde und den Kindern Lorenz, Dora und Theodor. Die einzelnen Geschichten erzählt Röckel jeweils aus der Ich-Perspektive und gibt jedem Familienmitglied seine ganz individuelle Stimme. Mit jeder gelesenen Seite des Buchs steigt die Spannung. Nach und nach setzen sich einzelne Bedeutungspuzzelteilchen auf dem Weg zur Entschlüssung des vielschichtigen Mythos zusammen. Dieser Roman entführt in eine ganz eigene, grotske Welt und hinterlässt am Ende neben einem eher bitteren als süßen Geschmack eine erstaunliche Erkenntnis!
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