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Band 1504

Pathos und Schwalbe

Aus der Reihe Bibliothek Suhrkamp
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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.03.2018

Abbildungen

mit schwarz-weißen Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

266

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/2,2 cm

Gewicht

484 g

Farbe

Weiß / Dunkellila

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-22504-2

Beschreibung

Rezension

»Mayröcker beweist mit diesem Buch erneut, dass sie eine der größten Avantgardistinnen der Gegenwart ist.« ("ORF")
»Nicht was in der Sprache mitgeteilt wird, ist in Pathos und Schwalbe von zentraler Bedeutung, sondern zu einem außergewöhnlichen Leseereignis wird dieser Text durch die Sprache selbst.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Friederike Mayröckers Buch Pathos und Schwalbe  ist ein hingebungsvolles, schonungsloses Protokoll. Schonungslos in der Sprache wie gleichermaßen in Mayröckers an die Sprache gebundene Existenz.« ("Deutschlandfunk")
»Mayröcker rettet wie so manch anderer Schriftsteller dieser Tage ... nicht nur das Alter vor dessen zunehmender politischer Problematisierung, sondern zelebriert es souverän als Phase einer unterschätzten Kreativität.« ("Landshuter Zeitung")
»Friederike Mayröcker setzt mit Pathos und Schwalbe ihr solitäres, mit allen möglichen Konventionen brechendes poetisches Existenzprotokoll fort.« ("Die Presse, Wien")
»Sie schreibt zu gut. Sprache ist ihr kein Mittel identitärer Selbstdarstellung, Literatur keine Vehikel zum Transport engagierter Postwurfsendungen. Ihre Texte, auch wenn sie böse sind, schreien den Leser nie an, ihr Witz ist von einer staubgewebhaften Feinheit.« ("Jungle World")
»... Das ist Free Jazz mit Sprache. Ein kreativer Prozess, dessen Exzentrik und Spleen den Leser anfixt und mitreißt.« ("Nordkurier.de")
»Die Texte von Friederike Mayröcker enthalten alles, es hat in ihnen alles Platz: Landschaften, Lebensereignisse und Begegnungen mit nahen Menschen, Verweise auf von ihr geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Zitate, Dekonstruktion und Musik — doch vor allem sind es Fragen, die an die eigene Existenz gerichtet sind.« ("Tageblatt Luxemburg - Beilage Livres - Bücher")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.03.2018

Abbildungen

mit schwarz-weißen Abbildungen

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

266

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/2,2 cm

Gewicht

484 g

Farbe

Weiß / Dunkellila

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-22504-2

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Begreifen als Glücksfall Die…

Bories vom Berg aus München am 29.07.2018

Bewertungsnummer: 2713712

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Begreifen als Glücksfall Die vor allem durch ihre Lyrik bekannte österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker perfektioniert in ihren wenigen Prosawerken die narrative Form der Autofiktion, vermischt also Autobiografie mit Fiktion. Ihr jüngst erschienener Band «Pathos und Schwalbe», dem als Prosa keine auch nur annähernd zutreffende Gattungsbezeichnung entspricht, ist nach Bekunden der 94jährigen Autorin das Ergebnis eines dreimonatigen Klinikaufenthaltes, während dem sie nicht literarisch arbeiten konnte. Glücklich zurückgekehrt in ihre «Schreibhöhle», - ein stimmiger Begriff für die Arbeitsumgebung in ihrer Wiener Wohnung -, hat sie bis in den Herbst 2017 hinein ihre Eindrücke aus der Krankenstube in ihrer sehr speziellen Prosaform beschrieben. Stützen konnte sie sich dabei auf eine reichhaltige Sammlung von kurzen Notizen zum Drama des hohen Alters, das Bürde und Gnade zugleich sei. Wobei, um das vorwegzuschicken, die avantgardistische Autorin keine auch nur im Entferntesten handlungsbasierte Erzählform benutzt, alles ist atmosphärisch, alles ist Imagination! In Friederike Mayröckers melancholischer Prosa triumphiert das Umgebende, das Bühnenbild also ersetzt komplett das Geschehen auf der Bühne selbst. Ihre experimentellen Texte entstünden, wie sie bekannt hat, aus den Bildern in ihrem Kopf, in die sie sich so lange hinein steigere, bis daraus Sprache geworden sei. «ich verkoste die Sprache : schmeckt köstlich» wird sie im Klappentext zitiert, eine «halluzinatorische Prosa», wie sie es in ihrem Buch formuliert. Ein rationaler Zugriff darauf ist bei einer derartigen Arbeitsweise natürlich nicht möglich, der Autorin zu folgen setzt also beim Leser ein kompromissloses Hineinsteigern und Mitempfinden in ihren poetischen Text voraus, die Bereitschaft mithin, ihre Empfindungen, Einfälle, Träume, Gedankengespinste und Erinnerungen nachzuempfinden, ein Gefühl zudem für die subtile Essenz aus ihren diversen Begegnungen und Gesprächen zu entwickeln. Ihr Handwerkszeug dafür ist ein alle Konventionen und Regeln der Orthografie missachtender, eigensinniger Schreibstil. Der in sämtlichen Details original zitierte, nachfolgende Absatz ist ein Beispiel dafür: «wenn morgen schönes Wetter ist, so der französische Germanist, werden sie die Pyrenäen sehen im Westen, der angebrochene Tag begann mit sanftem Regen ich sah die Pyrenäen : ein Phantom, etc. (Wache auf mit ‹Gänsefüszchen› auf der Zunge), veilchenweise, und glitzernd dein Auge als bewahre es Edelsteine, die ‹Ästhetik des Unscheinbaren›, Schneeglöckchen-Hals und lege dir Rosmarin und Reseden auf deine Brust DA MIR ZUM HEULEN da du mir diese Waldküsse usw., bin von feurigen Blüten befallen. Die Nordkette im Fenster, Radiator wie Botero, nun ja die Raucherbaracke stand in spezieller Bestrahlung, meine Versehrtheit, alle Blumen so leichfüszig, sage ich, (Abgesang : wünsche mir dasz du , wenn meine unsterblich Seele auf Wanderschaft nicht denken muszt ‹endlich erlöst› sondern dasz du denken kannst ‹war doch eine schöne Zeit› usw.)» Ein solch assoziationsreicher Sprachstrom mit seiner verqueren Syntax setzt in seinem Bemühen, das thematisch kaum zu Fassende fühlbar zu machen, eine schon fast überirdische Sensibilität ein, darin einer Windharfe ähnlich, die selbst noch bei feinstem Lufthauch nicht vorhersehbare, gleichwohl aber himmlische Töne erzeugt. Durch Schwingungen werden hier Resonanzen erzeugt, die Tiefverborgenes freizulegen imstande sind. Ob das beim Leser funktioniert, bleibt fraglich, die Rezeption im Feuilleton war ehrfürchtig wohlwollend. - die Leser, soweit man das an den Rezensionen der Buchversender ablesen kann, ignorieren das Buch bisher allerdings völlig. Wenn man sich erst mal eingelesen hat, - was hier leider besonders lange dauert -, ist der Text, in kleinen Dosen genossen, durchaus bereichernd, was die Bilder anbelangt, die er erzeugt. Das gilt auch dann, wenn man, was keineswegs gegen den Leser spricht, vieles aber doch - kaum begreifen kann.

Begreifen als Glücksfall Die…

Bories vom Berg aus München am 29.07.2018
Bewertungsnummer: 2713712
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Begreifen als Glücksfall Die vor allem durch ihre Lyrik bekannte österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker perfektioniert in ihren wenigen Prosawerken die narrative Form der Autofiktion, vermischt also Autobiografie mit Fiktion. Ihr jüngst erschienener Band «Pathos und Schwalbe», dem als Prosa keine auch nur annähernd zutreffende Gattungsbezeichnung entspricht, ist nach Bekunden der 94jährigen Autorin das Ergebnis eines dreimonatigen Klinikaufenthaltes, während dem sie nicht literarisch arbeiten konnte. Glücklich zurückgekehrt in ihre «Schreibhöhle», - ein stimmiger Begriff für die Arbeitsumgebung in ihrer Wiener Wohnung -, hat sie bis in den Herbst 2017 hinein ihre Eindrücke aus der Krankenstube in ihrer sehr speziellen Prosaform beschrieben. Stützen konnte sie sich dabei auf eine reichhaltige Sammlung von kurzen Notizen zum Drama des hohen Alters, das Bürde und Gnade zugleich sei. Wobei, um das vorwegzuschicken, die avantgardistische Autorin keine auch nur im Entferntesten handlungsbasierte Erzählform benutzt, alles ist atmosphärisch, alles ist Imagination! In Friederike Mayröckers melancholischer Prosa triumphiert das Umgebende, das Bühnenbild also ersetzt komplett das Geschehen auf der Bühne selbst. Ihre experimentellen Texte entstünden, wie sie bekannt hat, aus den Bildern in ihrem Kopf, in die sie sich so lange hinein steigere, bis daraus Sprache geworden sei. «ich verkoste die Sprache : schmeckt köstlich» wird sie im Klappentext zitiert, eine «halluzinatorische Prosa», wie sie es in ihrem Buch formuliert. Ein rationaler Zugriff darauf ist bei einer derartigen Arbeitsweise natürlich nicht möglich, der Autorin zu folgen setzt also beim Leser ein kompromissloses Hineinsteigern und Mitempfinden in ihren poetischen Text voraus, die Bereitschaft mithin, ihre Empfindungen, Einfälle, Träume, Gedankengespinste und Erinnerungen nachzuempfinden, ein Gefühl zudem für die subtile Essenz aus ihren diversen Begegnungen und Gesprächen zu entwickeln. Ihr Handwerkszeug dafür ist ein alle Konventionen und Regeln der Orthografie missachtender, eigensinniger Schreibstil. Der in sämtlichen Details original zitierte, nachfolgende Absatz ist ein Beispiel dafür: «wenn morgen schönes Wetter ist, so der französische Germanist, werden sie die Pyrenäen sehen im Westen, der angebrochene Tag begann mit sanftem Regen ich sah die Pyrenäen : ein Phantom, etc. (Wache auf mit ‹Gänsefüszchen› auf der Zunge), veilchenweise, und glitzernd dein Auge als bewahre es Edelsteine, die ‹Ästhetik des Unscheinbaren›, Schneeglöckchen-Hals und lege dir Rosmarin und Reseden auf deine Brust DA MIR ZUM HEULEN da du mir diese Waldküsse usw., bin von feurigen Blüten befallen. Die Nordkette im Fenster, Radiator wie Botero, nun ja die Raucherbaracke stand in spezieller Bestrahlung, meine Versehrtheit, alle Blumen so leichfüszig, sage ich, (Abgesang : wünsche mir dasz du , wenn meine unsterblich Seele auf Wanderschaft nicht denken muszt ‹endlich erlöst› sondern dasz du denken kannst ‹war doch eine schöne Zeit› usw.)» Ein solch assoziationsreicher Sprachstrom mit seiner verqueren Syntax setzt in seinem Bemühen, das thematisch kaum zu Fassende fühlbar zu machen, eine schon fast überirdische Sensibilität ein, darin einer Windharfe ähnlich, die selbst noch bei feinstem Lufthauch nicht vorhersehbare, gleichwohl aber himmlische Töne erzeugt. Durch Schwingungen werden hier Resonanzen erzeugt, die Tiefverborgenes freizulegen imstande sind. Ob das beim Leser funktioniert, bleibt fraglich, die Rezeption im Feuilleton war ehrfürchtig wohlwollend. - die Leser, soweit man das an den Rezensionen der Buchversender ablesen kann, ignorieren das Buch bisher allerdings völlig. Wenn man sich erst mal eingelesen hat, - was hier leider besonders lange dauert -, ist der Text, in kleinen Dosen genossen, durchaus bereichernd, was die Bilder anbelangt, die er erzeugt. Das gilt auch dann, wenn man, was keineswegs gegen den Leser spricht, vieles aber doch - kaum begreifen kann.

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