Produktbild: Eupalinos oder Der Architekt
Band 370

Eupalinos oder Der Architekt

Aus der Reihe Bibliothek Suhrkamp
1

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.06.2018

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

132

Maße (L/B/H)

17,7/11,2/0,9 cm

Gewicht

128 g

Farbe

Weiß / Anthrazit

Auflage

1

Originaltitel

Eupalinos ou l'Architecte, précédé de l'âme et la Danse

Übersetzt von

Rainer Maria Rilke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-24086-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

08.06.2018

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

132

Maße (L/B/H)

17,7/11,2/0,9 cm

Gewicht

128 g

Farbe

Weiß / Anthrazit

Auflage

1

Originaltitel

Eupalinos ou l'Architecte, précédé de l'âme et la Danse

Übersetzt von

Rainer Maria Rilke

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-24086-1

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Bewertung

    5/5

    01.03.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Potenzierungen des Sinns

    Valerys Dialog "Eupalinos oder Der Architekt" eingeleitet durch "Die Seele und der Tanz" steht in der Tradition der platonischen Dialoge der Antike. Valerys Dialoge können als produktive Rezeption der Dialoge Platons aufgefasst werden. Dass es sich dabei laut einer Bemerkung im Anhang des Textes um eher oberflächliche Lektüren handelte, tut dem Werk und der Wirkung Valerys keinen Abbruch. Im Dichter Valery vereinigen sich strenges Formbewusstsein und freie Imagination. Die beiden genannten Dialoge liegen hier in Übersetzung durch Rainer Maria Rilke vor. Was uns als Leserinnen und Leser staunen macht, einen Dichter in der Übertragung eines anderen Dichters zu lesen, ist die schiere Schönheit der Sprache in ihrer Potenzierung des Sinns. Wir stehen vor dem Text gleichsam wie vor einem Rätsel, so scheinen auch Sokrates' Ausführungen im Dialog mit seinen Zuhörern Rätsel aufzugeben. Es scheint fast unmöglich, diese Ausführungen nicht als Anlass zur Suche nach einem metaphorischen Sinn zu sehen. Wohin sie zielen scheint nicht restlos aufklärbar. Stattdessen führen sie zu einer schier endlosen Vielfalt an Deutungsansätzen. Wir müssen gestehen, den Text nicht auf eine einzelne zielführende Aussage festlegen zu können. Stattdessen thematisiert der Text selbst die Ambiguität d. i. die Mehrdeutigkeit seiner Gegenstände. Sokrates findet einen unbekannten Gegenstand am Strand und versucht ihn sprachlich beschreibend zu fassen. Kann es ihm gelingen? Entzieht sich die Gegenständlichkeit der Sprache? Wie sieht es mit den in den Dialogen besprochenen Künsten aus? Sind die Ausführungen des Philosophen dabei erhellend oder verdunkelnd oder beides zugleich? Valerys Dialoge erscheinen als eine Schule der Ambiguitätstoleranz. Können wir die Mehrdeutigkeit ertragen? Resignieren wir gegenüber der Fülle der Bezüge? Die Dialoge selbst legen einen anderen Umgang mit Unbekanntem nahe. So scheinen die Äußerungen der Dialogpartner teils enthusiastisch über sich selbst hinauszuweisen. Der Enthusiasmus als Form der (göttlichen) Inspiration ist zugleich mit einer Freude und Wollust am Text verknüpft. Wir können als Leserinnen und Leser uns diesem Staunen und der Freude hingeben und den Reichtum dieser Prosa genießen, gleich einem Feuerwerk am Himmel der Nacht. Ist es nicht auch ein Glück, dass wir den Text nicht einfach auf eine Bedeutung reduzieren können, dass er uns wunderbar übersteigt und uns mit ihm zugleich aufsteigen lässt, auf den Schwingen der (verdichteten) Prosa Valerys/Rilkes?

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