Winter, 1885. Lieutenant Allen Forrester erhält den Auftrag seines Lebens: Er soll im Namen der US-Armee den Wolverine River in Alaska erforschen. Seine Expedition verspricht endlich Erkenntnisse über diesen geheimnisvollen, unerforschten Landstrich, doch niemand vermag vorauszusehen, was Allen und seine Männer dort erwartet. Seine junge Frau Sophie lässt Allen in Vancouver zurück - sie ist schwanger. Leidenschaftlich gern hätte die Naturkundlerin ihren Mann in die Wildnis begleitet. Was sie jedoch nicht ahnt: Die Zeit der Trennung wird ihr ebenso viel Mut abfordern wie ihrem Ehemann. Ein Roman über eine abenteuerliche historische Expedition, eine tiefe Liebe zwischen zwei Forschernaturen und die Geheimnisse einer ungezähmten, spektakulären Natur.
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Unkartiert, unwirtlich, gelegentlich auch unwirklich...
Bewertung am 07.11.2018
Bewertungsnummer: 307743
Bewertet: eBook (ePUB 3)
... so erlebt Allen Forrester 1885 Alaska. Seine Erlebnisse hält er in Tagebucheinträgen fest, damit seine Frau Zuhause sie lesen kann, wenn er erst zurück ist. In Vancouver tut sie für ihn dasselbe, während sie auf ihn wartet.
Schon als Kind habe ich am Liebsten Abenteuergeschichten gelesen und mit diesem Buch habe ich endlich wieder eines gefunden, das mich genauso faszinieren konnte. Lesenswert!
Atmosphärischer Roman in der Naturgewalt Alaskas
NiWa am 01.12.2024
Bewertungsnummer: 2354203
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Im Winter 1885 freut sich Sophie Forrester auf eine aufregende Expedition in unbekannte Gebiete Alaskas. Bei ihrem Mann liegt die Aufgabe, den Wolverine River zu erforschen. Doch dann ist Sophie schwanger. Während ihr Mann allein die ungewisse Reise antritt, wird auch sie ein Abenteuer erleben.
„Das Leuchten am Rand der Welt“ ist ein atmosphärischer Roman, welchen den:die Leser:in in die faszinierende Natur Alaskas von 1885 entführt.
Die Geschichte spielt im späten 19. Jahrhundert und erzählt von Sophie, die schwanger und allein in der damals unwirtlichen Welt von Vancouver zurückbleibt. Sie ist eine Frau voller Neugier, Interesse und Tatendrang, der es schwerfällt, in ihrer gesellschaftlichen Rolle aufzugehen.
Zudem wird Sophie mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert, welche sie auf einen Weg bringen, der selbst für sie in eine ungeahnte Richtung führt.
"Mit welchen Recht nimmt Mr. Pruitt an, ich hätte ein völlig behütetes Leben geführt und wisse nicht, was Leiden heißt, nur weil er mich als gut verheiratete Frau in einem schönen (wohlgemerkt geliehenen) Kleid sieht?" (S. 44, eBook)
Währenddessen reist ihr Mann Allen Forrester im Namen der U.S. Armee in die Wildnis und erforscht den Wolverine River. Er wagt sich mit seinen Expeditionstrupp in unbekanntes Gebiet und sieht laufend Gefahren ins Gesicht, wovon der tägliche Hunger die überwältigendste Herausforderung ist.
Abwechselnd begleitet man Sophie und Allen von einer Etappe zur nächsten. Dabei ist die Entwicklung ihrer Charaktere ebenso bedeutend wie die Expedition und Sophies Werdegang. Die Beziehung des Ehepaars wird durch Briefe, Tagebucheinträge und Gedanken dargestellt, wodurch emotionale Konflikte und die Stärken der Figuren hervortreten.
Damit ist „Das Leuchten am Rand der Welt“ ein Buch über Liebe, Verlust, Hoffnung, angetrieben vom Überlebenswillen in einer feindseligen Umgebung - seien es die Gesellschaft oder die Naturgewalt.
Den Aufbau empfand ich als verwirrend, weil Tagebucheinträge und Briefe nicht chronologisch sind. Zwar ergeben die Zeitsprünge am Ende ein rundes Bild, dennoch fand ich es schwierig, mich gedanklich zu orientieren, wo und wann ich gerade bin.
Meinem Geschmack nach hätte die Expedition etwas aufregender gestaltet werden können, obwohl die Natur anschaulich beschrieben ist. Die Farben der Kälte des Gletschers waren atemberaubend. Teilweise empfand ich das Vorankommen des Trupps aber als langweilig, weil man den Männern beim Hungern zusah und ihre Abenteuer sind großteils auf Verweilen, Hoffen und Bangen beschränkt. Obwohl zwar immer etwas geschieht, plätschert es eher dahin.
Währenddessen entwickelt sich Sophie von der bettlägrigen Schwangeren in eine interessante Frau mit ungeahnten Fähigkeiten, welche selbst über ihren Werdegang und ihre Talente staunt.
Stets ist ein Bezug zur Natur und der gewaltigen Schönheit Alaskas Thema, wobei in beiden Strängen einige indianische Elemente einfließen, die der Handlung einen mythischen Rahmen verleihen.
Verwundert war ich auch, als die Autorin merkwürdige medizinische Praktiken vor Augen führt, weil es mehr als 100 Jahre später oftmals irrsinnig erscheint, was damals gang und gäbe war.
Umrahmt wird die Handlung von einen weiteren Strang in der Gegenwart. Es handelt sich um einen Briefwechsel, der die Ereignisse von damals bespricht und gleichzeitig veranschaulicht, was aus der Gegend um den Wolverine River seither geworden ist.
Eowyn Ivey schreibt ihr Werk geschickt, sodass man den Eindruck erhält, es handle sich um historische Figuren. Sie entführt in eine vergangene Zeit in eine unerforschte Welt und spricht Themen wie Selbstbestimmung, lebenshungrige Neugier und Familie an. Ich war gerne in Alaska und habe das Leuchten am Rand der Welt gesehen, auch wenn ich mir meine Expedition etwas aufregender gewünscht hätte.
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