Sie kamen, um uns zu vernichten: die 'Anderen', eine fremde feindliche Macht. Vier Wellen der Zerstörung haben sie bereits über die Erde gebracht. Sie töteten unzählige Menschen, zerstörten Häuser und Städte, verwüsteten ganze Landstriche. Sie verbreiteten ein tödliches Virus und schickten gefährliche Silencer, um jedes noch lebende Wesen aufzuspüren. Jetzt ist die Zeit der fünften Welle gekommen, die Vollendung ihres Plans, alles Menschliche auszurotten. Doch noch gibt es Überlebende: Cassie, Ben und Evan werden weiterkämpfen. Sie wollen die Menschheit nicht aufgeben. Und wenn sie sich selbst dafür opfern müssen ... Eine fesselnde Geschichte ums Überleben - gelesen von Merete Brettschneider, Julia Nachtmann, Achim Buch und Philipp Baltus. Laufzeit: 670 min
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Emotionaler Abschluss
Jenny Wons aus Bergheim am 07.01.2026
Bewertungsnummer: 2694673
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mit Der letzte Stern schließt Rick Yancey seine dystopische Trilogie auf eine Weise ab, die sowohl schmerzhaft als auch beeindruckend ist. Schon vor dem ersten Kapitel liegt ein Gefühl von Endgültigkeit über der Geschichte. Als Leser*in weiß man, dass Versprechen gebrochen, Opfer gebracht und Abschiede unausweichlich sein werden. Genau diese emotionale Schwere macht den Roman so intensiv.
Handlung
Die Handlung setzt in einer Welt an, die bereits mehrfach zerstört wurde – physisch wie emotional. Die Menschheit steht kurz vor der Auslöschung, und die wenigen Überlebenden kämpfen nicht nur gegen einen übermächtigen Feind, sondern auch gegen ihre eigenen Zweifel, Ängste und Verluste. Hoffnung ist ein rares Gut, und jede Entscheidung hat unumkehrbare Konsequenzen.
Yancey gelingt es, das Ende der Welt nicht als reines Actionspektakel darzustellen, sondern als langsamen, unausweichlichen Prozess. Die Spannung entsteht weniger durch große Schlachten als durch moralische Entscheidungen, innere Konflikte und die Frage, was es bedeutet, bis zum Schluss Mensch zu bleiben. Trotz des hohen Tempos wirkt die Geschichte nie gehetzt; jede Szene hat Gewicht, jede Handlung Konsequenzen. Besonders bemerkenswert ist, wie logisch und durchdacht der finale Konflikt aufgebaut ist – nichts fühlt sich zufällig oder erzwungen an.
Der Epilog setzt schließlich einen ruhigen, aber umso wirkungsvolleren Schlusspunkt. Er ist kein klassisches Happy End, sondern ein ehrlicher, nachdenklicher Abschluss, der die gesamte Trilogie noch einmal in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Charaktere
Die Figuren sind das Herzstück von Der letzte Stern. Rick Yancey zeigt hier noch einmal deutlich, wie viel Arbeit und Liebe er in jede einzelne Person gesteckt hat. Es gibt keinen Charakter, der überflüssig wirkt – selbst Nebenfiguren haben Bedeutung und tragen zur Gesamtgeschichte bei.
Cassiopeia (Cassie) erlebt im letzten Band eine beeindruckende Entwicklung. War sie zuvor oft von Unsicherheit geprägt, wächst sie hier über sich hinaus und beweist Mut, Entschlossenheit und emotionale Stärke. Sie wird zu einer tragenden Säule der Geschichte und zeigt, dass Heldentum nicht laut oder makellos sein muss.
Sam steht exemplarisch für den Verlust von Kindheit in einer zerstörten Welt. Seine Entwicklung über die drei Bände hinweg ist schmerzhaft realistisch und im Finale besonders bewegend. Er ist gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die kein Kind treffen sollte, und genau das macht seine Figur so eindringlich.
Ben Parish (Zombie) überzeugt weiterhin mit Loyalität, Mut und innerer Zerrissenheit. Er ist eine Figur, auf die man sich verlassen kann, ohne dass sie eindimensional wirkt.
Evan Walker polarisiert auch im Abschlussband. Lange Zeit eine Figur, die man schwer einordnen konnte, zeigt er hier neue Seiten, die ihn greifbarer und menschlicher machen. Yancey gelingt es, selbst kontroverse Charaktere nuanciert darzustellen und ihnen Raum zur Entwicklung zu geben.
Themen und Stil
Der letzte Stern behandelt große Themen wie Opferbereitschaft, Liebe, Schuld, Freiheit und das Wesen der Menschlichkeit. Besonders stark ist das Motiv der Versprechen – zwischen den Figuren, aber auch zwischen Autor und Leser*in. Diese Versprechen werden nicht immer erfüllt, doch genau darin liegt ihre emotionale Kraft.
Der Schreibstil ist klar, atmosphärisch und stellenweise poetisch. Viele Passagen sind ruhig und nachdenklich, andere wiederum voller Spannung und Dramatik. Yancey versteht es, mit wenigen Sätzen große Gefühle auszulösen. Die Geschichte wirkt trotz ihres fantastischen Settings erschreckend realistisch und glaubwürdig.
Fazit
Der letzte Stern ist ein würdiger, mutiger und emotionaler Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie. Rick Yancey nimmt seine Leser*innen ernst und scheut sich nicht davor, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen. Das Ende ist konsequent, logisch und berührend – kein einfacher Abschluss, aber ein ehrlicher.
Diese Trilogie bleibt nicht nur wegen ihrer Handlung in Erinnerung, sondern vor allem wegen ihrer Figuren und der Gefühle, die sie auslöst. Der letzte Stern ist ein Triumph und ein Beweis dafür, wie kraftvoll dystopische Literatur sein kann, wenn sie den Fokus auf Menschlichkeit legt.
5 von 5 Sternen!
guter Abschluss
Bewertung aus Eystrup am 19.01.2021
Bewertungsnummer: 1019999
Bewertet: eBook (ePUB)
Wenn ich an den ersten Teil denke und die Verfilmung, so muss ich mit dem Kopf schütteln. Zum Glück habe ich den ersten Teil vor der Verfilmung gelesen, sonst hätten mich die weiteren Bände wohl nicht interessiert. Ich hätte nie gewusst wie schlimm sich Außerirdische verhalten können und was Menschen machen können bzw. müssen, um ihre Art zu erhalten.
Ich mag es wie der Autor die Charaktere erschaffen hat und sie denken und handeln lässt. Vielleicht gibt es einen Drehbuchautor und einen passenden Regisseur dazu, der sich doch noch mal an die Bände heranwagt und die Geschichte zwischen Cassie und dem Silencer nicht in eine Teenagerliebesschnulze verwandelt. Sondern viel mehr die komplexen Personen der Bücher herausarbeitet.
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