Gut Wuthenow, ein altehrwürdiges Anwesen im Havelland; hier soll sich Verena Hofer die nächsten drei Monate um den Neffen der Hausherrin kümmern. Überrascht stellt sie fest, dass ihr Schützling der geniale wie arrogante Dr. Carl von Wuthenow ist. Der Kriminalist wurde erst kürzlich angeschossen und leidet seitdem unter Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Carl lehnt den Plan seiner Tante strikt ab. Verena, die das Geld dringend braucht, geht einen Deal mit ihm ein: Er lässt sie ihren Job machen, sie hilft ihm bei der Ermittlungsarbeit. Und schon ihr erster Fall hat es in sich: Eine übel zugerichtete Leiche wird auf einem Berliner Bauplatz gefunden und die Spuren weisen in die rechte Szene ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Gertie G.
aus Wien
4/5
19.11.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein ungewöhnliches Ermittler-Duo
Aus finanziellen Gründen übernimmt die Literaturwissenschafterin Verena Hofer einen höchst ungewöhnlichen Job: Sie soll sich drei Monate lang um den Neffen der Gutbesitzerin von Wuthenow kümmern. Die Überraschund ist groß als sie bei ihrem Eintreffen auf dem Gut entdeckt, dass es sich bei ihrem Schützling nicht um ein Kind oder einen Halbwüchsigen handelt, sondern um Dr. Carl von Wuthenow. Carl ist Profiler und nach einem Kopfschuss leidet er unter Störungen des Kurzzeitsgedächtnisses.
Obwohl sich Verena getäuscht fühlt und am liebsten abreisen möchte, nimmt sie die Herausforderung an. Es bleibt ihr auch gar nicht viel übrig, muss sie ja den Lebensunterhalt für sich und ihre kleine Nichte Amelie, die nach dem Tod ihrer Mutter, bei Verena lebt, bestreiten.
Verena lässt sich überreden, Carl bei seiner Arbeit als Kriminalist zu unterstützen. Anfänglich fungiert sie als Chauffeur, doch bald macht sie sich mit ihrem inkonventionellen Blick auf Kriminalfälle beinahe unentbehrlich.
Der grausame Mord an einem jugendlichen Stricher erinnert die Polizei an ähnliche Verbrechen, für die ein Täter bereits einsitzt. Gehen die neuerlichen Morde auf das Konto eines Mit- oder Nachahmungstäters?
Meine Meinung:
"Dunkel Land" ist der Auftakt zu einer neuen Krimireihe rund um das ungewöhnliche Ermittlerteam Dr. Carl von Wuthenow und Verena Hofer.
Die Charaktere sind recht gut gezeichnet. Ich hätte mir nur ein wenig mehr Konflikte zwischen Carl und Verena gewünscht. Die beiden gewöhnen sich zu schnell aneinander und wirken auf weite Strecken zu harmonisch.
Aufgefallen ist mir, dass Amelie, das Kindergartenkind eine viel zu erwachsene Sprache spricht. Seite 51:
Da bist du ja Verena sagte sie, ohne sich umzublicken, Schade, dass du schon da bist. Du hättest ruhig länger wegbleiben können. Wir habe hier alles im Griff
Oder ein paar Zeilen später
Klar. Das machen wir. Nachher. Aber zunächst habe ich hier zu tun.
Als versierte Krimileserin hatte ich gleich den richtigen Riecher, was den Täter angeht. Trotzdem habe ich mich auf die diversen falschen Fährten begeben, die zwar nicht ganz falsch aber dennoch nur über Umwege zum wirklichen Täter führen.
Ich habe das Buch in einer Nacht gelesen.
Fazit:
Mir hat der Krimi gefallen und würde mich über einen weiteren Band mit dem ungewöhnlichen Duo freuen. Gerne gebe ich 4 Sterne.
coffee2go
3/5
22.12.2017
Buch (Taschenbuch)
manchmal zu idyllisch
Kurze Inhaltszusammenfassung:
Dr. Carl von Wuthenow arbeitet als kriminalistischer Berater für die Polizei, doch momentan ist er aufgrund eines Unfalles, bei dem sein Kurzzeitgedächtnis in Mitleidenschaft gezogen wurde, alleine nicht arbeitsfähig. Verena wird von Carls Tante eingestellt um ihn zu betreuen und sie weiß vorher nicht auf welches Abenteuer sie sich hier einlässt. Gemeinsam mit ihrer Nichte Amelie zieht sie für drei Monate auf das Gut Wuthenow.
Meine Meinung zum Buch:
Sehr gut gefallen hat mir, dass das Buch zuerst spannungsgeladen und gewaltig beginnt und dann im weiteren Verlauf mit relativ wenigen Gewaltszenen auskommt und trotzdem interessant bleibt. Wer als potenzieller Täter in Frage kommt, ändert sich mehrmals und man wird als Leser gleich wie Carl und Verena in die Irre geführt, trotzdem hat sich mein anfänglicher Verdacht bestätigt. Dass Verena als Literaturwissenschaftlerin ein Gedicht von Ribbeck einbringt, finde ich schön. Generell hat mir die Atmosphäre des Buches beim Lesen sehr gut gefallen. Über Carl hätte ich persönlich gerne mehr erfahren. Für mich war nicht ganz klar, wie es zu seinem Unfall gekommen ist, ob sein Gedächtnisverlust reversibel ist, usw. dies wäre eindeutig noch ausbaufähig gewesen. Ansonsten finde ich, dass sich Carl mit Verenas Hilfe recht gut zurechtfindet und sein System, mit dem er sich am Abend Notizen macht und in der Früh wieder einprägt, finde ich bemerkenswert. Trotzdem hat mich sein Hintergrund nicht ganz mitreißen können. Über Verena haben wir mehr persönliche Details aus ihrem Leben erfahren, auch wie sie sich um Amelie kümmert. Die Gemeinschaft auf dem Gut samt eigenem Kindergarten, Angestellten und gemeinsamen Abendessen habe ich zwar schön zu lesen empfunden, aber andererseits wirkt es auch wieder unrealistisch und zu kitschig idyllisch. Daher war ich am Ende des Buches auch ganz froh darüber, wie es ausgegangen ist.
Mein Fazit:
Mir hat die Atmosphäre des Krimis sehr gut gefallen, er war auch nett zu lesen, an manchen Stellen etwas zu idyllisch und ist durchaus noch ausbaufähig.
mrs rabes bookaccount
3/5
16.11.2017
Buch (Taschenbuch)
Vorhersehbar und nicht sehr realistisch
Nach dem die Literaturdozentin Verena Hofer seit kurzem ihre verwaiste Nichte Amelie adoptiert hat, steht sie ohne Job und Beziehung da. In ihrer prekären finanziellen Situation begibt sie sich ins Havelland um dort auf Gut Wuthenow drei Monate den Neffen der Gutsbesitzerin zu betreuen.
Der Schützling entpuppt sich als der erwachsene Carl von Wuthenow , seines Zeichens Kriminalist, der nach einer schweren Kopfverletzung über kein funktionierendes Kurzzeitgedächtnis verfügt. Kurzer Hand mutiert Verena zu seiner Assistentin. Gemeinsam beginnen sie im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin in einem Fall zu ermitteln, der sie zunächst ins rechtsextreme Milieu führt. Ein junger Mann wurde brutal zu Tode geprügelt. Seine gefesselten Hände erinnern aber an einen anderen, aufgeklärten, Fall.
Der Krimi liest sich eher rasch und flüssig, mir persönlich waren jedoch die Entwicklungen in den Mordfällen zu träge, als versierter Krimileser vermutet man bald den richtigen Täter.
Vieles an der Handlung schien mir wenig realistisch. Schon dass sich eine Literaturwissenschafterin mir nichts dir nichts zur Ermittlerin wandelt, Vernehmungen führt und sogar an Autopsien teilnimmt, scheint mir weder fachlich noch persönlich plausibel. Ebenso, dass sich die chaotische Verena und der reservierte Carl zwischen Fontanegedichten und Tatortfotos sehr rasch persönlich annähern, ging mir eigentlich viel zu rasch. Überhaupt nimmt der private Bereich der Beteiligten einen sehr großen Platz in der Geschichte ein, für eine Romanze ist aber der Fall dann doch wieder zu drastisch.
Nach der Aufklärung des Falls endet die Geschichte dann aber sehr abrupt. Es bleibt offen, ob es eine Fortsetzung des Teams Carl und Verena geben wird. Genaugenommen ist mir das aber auch egal.
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