Produktbild: Der steinerne Garten

Der steinerne Garten Band 1

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.02.2017

Verlag

Rediroma-Verlag

Seitenzahl

612

Maße (L/B/H)

21/14,8/4,2 cm

Gewicht

875 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96103-047-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

27.02.2017

Verlag

Rediroma-Verlag

Seitenzahl

612

Maße (L/B/H)

21/14,8/4,2 cm

Gewicht

875 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96103-047-7

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  • Bewertung

    5/5

    30.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Eine Geschichte, die unter die Haut geht

    Diese wundervolle, aber auch sehr verstörende Geschichte von Riley & Nathanyel wird von dem Autor, Jayden V. Reeves, in seinem Debütroman sehr wortgewaltig und detailreich beschrieben, so dass man beim Lesen sowohl die Kulisse, als auch sämtliche Charaktere mehr als deutlich vor Augen hat und völlig in das Buch abtauchen kann. Es lässt sich wunderbar flüssig lesen und bleibt bis zur letzten Seite sehr spannend und aufwühlend. Besonders gut gelungen ist es Reeves, dass er die Hauptcharaktere zwar spürbar in den Mittelpunkt stellt, die Nebencharaktere dadurch aber keinesfalls verblassen lässt und ihnen zum Teil sogar sehr gewichtige Rollen zuschreibt. Durch ihr Handeln lösen sie nicht nur die unterschiedlichsten Gefühle beim Leser aus, sie lassen dadurch auch einige Verhaltensweisen der Protagonisten besser verstehen. Die beiden Hauptpersonen - Riley & Nathanyel - beschreibt der Autor sehr liebevoll, so dass man fast schon daran zweifelt, dass es sich um von ihm frei erfundene Personen handelt. Es beschleicht einen vielmehr das Gefühl dass es sich um Personen handelt, die er persönlich kennt, und zwar ziemlich gut. Zum einen ist da Riley, der verzweifelte Rebell, der mit seiner impulsiven, starrsinnigen und oft sogar gewalttätigen Art (Du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der immer zuerst schlägt und dann nachdenkt.) häufig Lawinen in Bewegung setzt, die ihn am Ende selbst überrollen. Sein Zorn und seine Wutausbrüche, die seine ungezügelte Leidenschaft in jeglicher Hinsicht unterstreichen, lassen nach deren Abebben häufig einen ängstlichen und verunsicherten jungen Mann erkennen, der schon sein ganzes Leben auf der Flucht ist und kämpft, in erster Linie vor und gegen sich selbst. Von den vergangenen Ereignissen ohnehin schon gebeutelt, bleibt ihm auch weiterhin nichts erspart. Trotzdem kann oder will er nicht erkennen, dass ihm vieles, was ihm in der Vergangenheit widerfahren ist, und sich auch weiterhin wie ein roter Faden durch sein Leben zieht, vielleicht nicht widerfahren wäre oder würde, wenn er sich mit seinem Gefühlschaos schon in frühester Jugend einer vertrauten Person offenbart hätte. Als Leser verspürt man bereits sehr früh den Drang, den Part einer solchen Person zu übernehmen, ihn bei den Schultern zu packen und ihm zu sagen..."Komm zur Ruhe! Es ist alles gut und völlig normal. Du bist normal und gut, so wie du bist."..., um ihn endlich wachzurütteln und seinen Schutzwall einzureißen. Riley ist derjenige, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Dadurch lässt er den Leser auch an seinen Gedanken teilhaben, was dem Ganzen eine gewisse Würze verleiht, da seine gedankliche Wortwahl ehrlich, direkt und oftmals unter der Gürtellinie ist. Durch diese Gedankengänge wird sein oft erwähntes "irisches Temperament" nochmals untermalt, und zwar auf eine sehr amüsante Art und Weise. Und dann ist da noch Nathanyel. Bereits der Prolog lässt erahnen, welches "Problem" er hat, was sich auch im Laufe der Geschichte bestätigt. Indem er seine Mitmenschen mit durchdringenden Blicken anstarrt, versucht er sie zu lesen, um daraus zu lernen. Nicht selten führt dieses Verhalten zu Unsicherheit und Verlegenheit bei seinem Gegenüber. Durch seine Wortkargheit und Unterkühlteit wirkt er entrückt und unheimlich auf seine Umwelt. Er ist in einem Umfeld aufgewachsen, in dem Geld, Macht und Ansehen das Wichtigste ist. Entsetzt muss man als Leser erleben, wie sich die Menschen, die das Liebste für ihn sein sollten, ihm gegenüber reserviert und respektlos verhalten. Statt der dringend benötigten familiären Zuwendung muss er immer wieder Erniedrigung und Verachtung erfahren. "Hilfe" gewährt ihm seine Familie lediglich durch gelegentliche Einweisungen in Psychiatrien, permanente Kontrolle und diverse verräterische Aktivitäten. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, ist er eine unwahrscheinlich starke und faszinierende Persönlichkeit mit einem sehr hellen Geist. Dank dieses hellen Geists, den er so manches Mal hochmütig zur Schau stellt, lässt er sich, zur vollsten Genugtuung des Lesers, nicht einschüchtern. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Er versteht es hervorragend, seine Mitmenschen einzuschüchtern und zu beschämen. Seine gelangweilt oder arrogant wirkenden Antworten und Kommentare sind von ihm messerscharf und treffsicher formuliert und verfehlen selten ihre Wirkung bei seinem Gegenüber, genauso wenig wie seine spöttische und zynische Art, die den Leser häufig schmunzeln lässt. Auch wenn Nate häufig gefühlskalt und hart wirkt, und er selbst vorgibt nur vier Emotionen zu kennen, so wird besonders am Schluss der Geschichte, und zwar in den Zeilen, die er auf seine einzigartige Art liebevoll formuliert hat, so deutlich, dass unglaublich viel Gefühl in ihm steckt, und er ein ausgesprochen sensibler Mensch ist, dass es nicht nur Riley, sondern auch den Leser komplett aus der Bahn wirft. Und obwohl Riley durchgehend, und Nate nicht in jeder Szenerie erscheint und sogar für längere Zeit überhaupt nicht erwähnt wird, ist er, dank der faszinierenden Beschreibung des Autors, trotzdem immer präsent, so dass beide Protagonisten, die sich mit besonders unterhaltsamen und ämusanten Wortgefechten, aber auch mit Handlungen, ständig dominieren und bekämpfen, vom Autor gekonnt auf eine Stufe gestellt werden. Der Leser begibt sich mit diesem Buch auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und hängt Riley & Nate bis zur letzen Sekunde atemlos an den Fersen, um am Ende wie gelähmt den großen Showdown mitzuerleben. Während der größte Teil der Geschichte von ständigen unvorhersehbaren Ereignissen geprägt und in unscheinbaren, tristen, sogar dunklen Farben gehalten ist, strahlen die letzten Szenen, bis zu dem Moment, in dem Riley mit schmerzhafter Wucht die Augen geöffnet werden, und er endlich zutiefst getroffen begreift, eine, bis dahin völlig fremde, Ruhe und sogar ein wenig Helligkeit aus. Diese Geschicht verdient definitiv die Bezeichnung Drama, und sie verdient es, aufmerksam und mit Ruhe gelesen zu werden.

  • Mein Regal voller Regenbögen

    5/5

    24.11.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Ganz großes Kino!

    Ich möchte vorweg zwei Sätze von Jayden V. Reeves zitieren. Auf seiner Autorenseite schreibt er: „Ich habe einen hohen Anspruch, was einen guten Roman betrifft. Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst und ich bemühe mich, dem gerecht zu werden, um meinen Lesern eine Welt zu schenken, die sie faszinieren wird.“ Bevor ich „Der steinerne Garten“ gelesen hatte, kam mir diese Ansage, von einem Autor mit seinem Erstlingswerk, fast etwas hochgegriffen vor. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, bin ich der Meinung, Jayden V. Reeves kann das mit Fug und Recht von sich behaupten, denn er hat mit seiner ersten Veröffentlichung ganz großes Kino geschaffen. Das Buch besticht schon ab der ersten Zeile alleine durch die bildgewaltige und ausdruckstarke Sprache, so dass ich nach nur wenigen Seiten in einer düsteren, atmosphärisch dichten Story gefangen war, die mich auch Tage und Wochen nach dem lesen noch beschäftigt hat. Mit Riley und Nathanyel hat Jayden V. Reeves zwei Charaktere zum Leben erweckt, die bei mir einen Nerv getroffen haben. Beide sind schwierige, aber auch vielschichtige Persönlichkeiten, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise, und gerade deswegen wollte ich wissen, warum sie so sind wie sie sind. Um nicht zu spoilern, lasse ich Nathanyels Hintergrund hier außen vor. Zu Riley gibt es allerdings einiges zu sagen, er ist sehr impulsiv und auf den ersten Blick scheint Gewalt für ihn die beste Lösung zu sein. Doch wenn man es genauer betrachtet, merkt man, dass sein Handeln extrem von seiner Vergangenheit geprägt wird. Er fühlt sich schuldig und schämt sich dafür, möchte alles hinter sich lassen und sucht nach Normalität. Nates, von Zwängen dominiertes, Leben verunsichert ihn und durch die berechnende, manipulative und geringschätzige Art, die Nathanyel allen Mitmenschen angedeihen lässt, fühlt Riley sich zusätzlich noch unterlegen und minderwertig. In diesen Situationen drängen alte Verhaltensmuster verstärkt an die Oberfläche und übernehmen sein Handeln – brutal und selbstzerstörend. Trotzdem bringen Nate und Riley bei dem jeweils anderen eine Seite zum Klingen, bei der keiner der Zwei im Stande ist zu sie ignorieren. Sie umkreisen sich, prallen zusammen und stoßen sich wieder ab. Diese Chemie zwischen den Beiden versteht der Autor hervorragend zu transportieren, er schenkt ihnen Charisma, ein emotionales Gesicht. Dadurch werden aus den problematischen, unangenehmen Charakteren, Figuren, die ich ohne Abstriche in mein Herz geschlossen habe. Das vorläufige Ende, Band zwei erscheint 2019, ist ebenso extrem wie konsequent, etwas anderes wäre für mich zu diesem ersten Teil der Geschichte um Nate und Riley aber auch nicht in Frage gekommen. „Der steinerne Garten“, hart, schonungslos, sehr ergreifend und für mich ein All-Time-Favorit, mit dem Jayden V. Reeves unter den queeren Veröffentlichungen eindeutig ein Ausrufezeichen gesetzt hat!

  • Myriam Mesenhol

    aus Kamp-Lintfort

    5/5

    23.11.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Die Magie der Worte – Ein Meisterwerk

    Der Roman „Der steinerne Garten“ von Jayden v Reeves ist ein sehr vielschichtiges Buch. Ihn lediglich im Gerne Gay-Drama einzuordnen halte ich für nicht ausreichend. Dieses Buch ist so viel mehr und ein absolut gelungener Auftakt einer grandiosen Buchreihe. Er ist am 27. Februar im Rediroma-Verlag erschienen und umfasst 612 Taschenbuchseiten. Das Cover besticht durch ausdrucksstarke Schlichtheit und passt für mich persönlich perfekt zum Inhalt des Buches. Klappentext: Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen Nuts-Transport zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird. Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Quelle: Jayden v Reeves, Rediroma-Verlag Der Schreibstil von Jayden v Reeves ist einfach grandios und sehr anspruchsvoll. Der sprachliche Wechsel zwischen den beiden Protagonisten ist ausnahmslos geglückt und zeugt von wahrlich sprachlichem Talent. Dieses Buch ist so viel mehr als ein ledigliches „Comming out – Gay-Drama" und mit Abstand eines der besten Bücher die ich jemals gelesen habe. Die Protagonisten Riley Buchanan Nathanyel Pritchard und deren Entwicklung sind dem Autor absolut authentisch gelungen und haben mich wirklich beeindruckt. Auch die Darstellung der weiteren Charaktere, wie beispielsweise Nathenyels Bruder, haben bei mir genau die vom Autor gewünschte Abneigung erzeugt. Dieses Buch ist zudem unglaublich emotional und an eigenen Stellen sehr spannend geschrieben. Der Leser wird komplett in das Buch hineingezogen und leidet mit den handelnden Personen. Der Spannungsbogen wurde kontinuierlich gesteigert und nahm einen so extremen Verlauf, den ich in diesem Ausmaß nicht erwartet hätte. Der aber rückblickend betrachtet eine unausweichliche Konsequenz war. Die Offenbarung am Ende des Buches gibt Aufschluss über die besonderen Verhaltensweisen von Nathenyel und man gewinnt einen anderen Blick auf den Verlauf der Geschichte. Der Cliffhänger am Ende des Buches lässt mich so fassungslos zurück, dass ich mich schon jetzt auf den zweiten Band dieser unglaublich Buchreihe freue. Fakt ist, „der steinerne Garten“ ist eins der wenigen Bücher, die ich mit großem Interesse ein weiteres Mal lesen werde, allein schon um dem Buch gerecht werden zu können. Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung für ein bedeutungsvolles Buch, das nachhaltig Spuren hinterlässt.

  • Dana

    5/5

    03.05.2017

    Buch (Taschenbuch)

    aufwühlend, düster, dramatisch

    Riley hatte keine besonders leichte Vergangenheit. Er hat einige Fehler begangen, sich verleiten lassen und Dinge probiert, die nachhaltige Wirkungen zeigen. Er kämpft um sein Leben, seine Freiheit und seine Zukunft, doch manchmal drohen ihn die Probleme zu erdrücken. Als ihm auf einem Personentransport der verschlossene, sehr seltsame Nathanyel begegnet, hätte er nie gedacht, welche Steine diese Begegnung ins Rollen bringt. Ein verlockendes Angebot könnte einen Teil von Rileys Schwierigkeiten begleichen, doch den Preis den er dafür zahlen muss, ist nicht zu verachten. Auf engstem Raum mit einem Mann zu leben, der kaum zu bändigen ist, ist kein Zuckerschlecken. Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung und die Situation könnte eskalieren. Die Welten von Riley und Nathanyel könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Riley immer in finanzieller Not ist, manchmal in den Tag hinein lebt und gern auch mal feiern geht mit seinen Freunden, lebt Nathanyel sehr zurück gezogen, nahezu einsam und hat strikte Strukturen, von denen er nur ungern abweicht. Geldsorgen sind ihm fremd, denn er ist in einer sehr vermögenden Familie aufgewachsen. Wer jetzt vermutet, da treffen zwei junge Männer aufeinander, die fast nicht verschiedener sein können, sie verlieben sich und es wird total romantisch, der irrt sich. Eine Romance-Story sollte man bei dem Buch definitiv nicht erwarten. Es ist oft dramatisch, aufwühlend, bewegend, nachdenklich stimmend, manchmal wirklich heftig und erschreckend und nur selten von anhaltend positiven Gefühlen geprägt. Man sollte beim Lesen bereit sein, sich auf die Charaktere einzulassen und mit ihnen ihre sehr komplizierte, komplexe Geschichte zu erleben. Es wird häufig nicht wirklich schön, manchmal kann man die Personen vielleicht auch nicht verstehen, aber ich habe das Buch insgesamt als rund und stimmig empfunden. Riley und Nathanyel sind beide sehr eigen, auf völlig unterschiedliche Weisen. Man schließt sich nicht sofort ins Herz und wünscht sie sich als besten Freund an der Seite, wie es in anderen Büchern vielleicht vorkommt. Ich habe während des gesamten Buches eine gewisse Distanz zu den beiden gewahrt, die mich aber nicht daran gehindert hat, mich in ihre Geschichte einzufühlen. Ihr Weg ist hart, sehr steinig, geprägt von verschiedenen Leuten, die ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen sind und noch dazu machen sie sich gegenseitig das Leben mehr als schwer. Es gibt Gefühlsausbrüche, Streit, erdrückende Stille und heftige Diskussionen. Trotz der ganzen Auseinandersetzungen kann man aber auch beobachten, wie die beiden sich nach und nach ein Stück weit öffnen, wie man intensivere Einblicke in ihre Leben und ihre Gedankenwelt bekommt. Die Mauern werden ein Stück gesenkt, man darf einen Blick hinüber werfen, aber nicht zu viel. Würde die Handlung harmonischer verlaufen, ich glaube, so hätte es, aus meiner Sicht, nicht mehr so gut zu den beiden komplizierten Protagonisten gepasst. Beide haben ein schweres Päckchen zu tragen und manchmal hat man den Wunsch, beide an einen Tisch zu fesseln, damit sie sich endlich mal richtig unterhalten und den anderen so erkennen, wie er ist. Wenn man die Geschichte liest, wird man aber verstehen, wieso es nicht unbedingt dazu kommt, was sie abhält, was sie hindert und was ihnen stattdessen eben im Kopf rumgeistert. Autor Jayden V. Reeves nimmt seine Leser mit in eine Welt voller sorgen, Probleme, Ängste, Nöte und Zwänge. Drogen, Verrat, Betrug, Geheimnisse, Schicksalsschläge und Outing spielen unter anderem eine Rolle. Doch trotz der ernsten, oft aufwühlenden, bedrückenden Themen habe ich den Schreibstil als angenehm empfunden. Häufig ist es sehr direkt und auf den Punkt gebracht, aber blumige Umschreibungen wären bei der Handlung auch irgendwie fehl am Platz. Anschauliche Beschreibungen lassen die Geschichte lebendig werden, für den einen oder anderen vielleicht auch zu lebendig. Ich konnte mir auf jeden Fall gut vorstellen, wie die Charaktere aussehen und an welchen Orten sie sich aufhalten. Ich musste mich ein wenig in die Geschichte einlesen, einen Bezug zu den Figuren aufbauen und schauen, wie sie agieren, wie sie sind. Als man sie ein bisschen kennen gelernt hatte, konnte ich mich gut auf die turbulente Handlung einlassen. Sehr gut gefallen hat mir, dass man neben den düsteren Passagen auch ab und an mal Momente hat, in denen man lachen oder schmunzeln kann. Im Leben der Protagonisten gibt es nicht so viel Sonnenschein, da ist es nicht verwunderlich, dass man nicht ständig Tränen vor Lachen in den Augen hat. Aber diese kleinen Lichtblicke zeigen eben auch, dass nicht alles nur dunkel, trist und aussichtslos ist. Die sehr individuellen, etwas ungewöhnlichen Protagonisten machen die Geschichte besonders. Es ist insgesamt eher düster, aufwühlend und teilweise ziemlich erschreckend, aber mir hat der Einblick in das Leben der beiden trotzdem gefallen. Wo Licht ist, da muss es auch Schatten geben und manchmal schafft man es, sich in der Grauzone aufzuhalten. Das Buch ist vermutlich eher nichts für Leser, die gern in romantische Entwicklungen eintauchen, denn darum geht es nicht.

  • Bewertung

    aus Hagen

    5/5

    12.03.2017

    Buch (Taschenbuch)

    Mitreißend

    Was passiert, wenn ein vermeintlich heterosexueller junger Mann plötzlich erkennt, dass er sich jahrelang selbst belogen hat und er sich eigentlich zu Männern hingezogen fühlt? Diesen inneren Zwiespalt erlebt der Leser in diesem Roman mit dem 26-jährigen Riley, welcher durch Zufall auf den attraktiven aber doch recht sonderbar reservierten Nathanyel trifft und durch ihn eine Welt kennenlernt, dessen Betreten er sich selbst vor langer Zeit eigentlich verboten hat. Vollkommen durcheinander versucht er sich in seinem alten Leben vergeblich zurecht zu finden und kommt doch einfach nicht von dem charismatischen jungen Mann los. Hinzu kommen die Schatten seiner kriminellen und drogenabhängigen Vergangenheit, die ihn mehr und mehr einholen und die es zu bewältigen gilt. Ein spannender Roman, authentisch, einfühlsam und atmosphärisch dicht geschrieben.

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