Was verbindet Frankreichs Front National mit Großbritanniens Brexit-Befürwortern, mit Polens Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit", Deutschlands AfD und dem griechischen Linksbündnis Syriza? Welche Gemeinsamkeiten haben Boris Johnson, Frauke Petry, Heinz-Christian Strache und Beppe Grillo?
Sie inszenieren sich als Rebellen gegen das Establishment, versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme - und nutzen die Sorgen ihrer Anhänger als Rohstoff für politischen Erfolg. Angst vor Fremden, Angst vor dem materiellen Abstieg, Angst vor dem gesellschaftlichen Wandel und Angst vor dem Diktat abgehobener Eliten sind die vier wichtigsten Bausteine des europäischen Populismus.
Michael Laczynski, EU-Korrespondent der Tageszeitung "Die Presse" in Brüssel, zeigt, wie Populisten diese Ängste nutzen, um auf Stimmenfang zu gehen, wer die Menschen sind, die ihnen vertrauen, und was gegen ihre Politik unternommen werden kann. Die Reise führt von London über Paris und das Brüsseler Europaviertel bis in die Ghettos von Kopenhagen und die Vororte von Warschau.
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Klappentext beschreibt den…
Wedma am 22.06.2017
Bewertungsnummer: 2718686
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend. Auf rund 200 Seiten, recht eng bedruckt und mit viel Text versehen, in acht Kapitel aufgeteilt, erzählt uns der Autor seine Sicht der Dinge, was Populisten und ihre Politik angeht. Er liefert nicht nur tiefergehende Analysen des politischen Geschehens in der jüngsten Vergangenheit und heute in Europa und z.T. USA, sondern auch seine Erklärungen, warum die Populisten heute so einen beachtlichen Zulauf genießen. Am Anfang gibt es eine gute Definition, gefolgt von Merkmalen des Populismus. Auch die Kernthemen, mithilfe deren die Populisten die Massen in Angst und Schrecken versetzen und hinter sich scharren, wie Zuwanderung, Terror, Verlust der nationalen Identität, Verhältnis zu andern Nationen, (In-)Toleranz ggü. anderen Kulturen und Religionen, Feminismus, Homosexualität, usw. sind eingehend, anhand von etlichen Beispielen beschreiben und analysiert worden. Zielgruppen, die Populisten ansteuern, wurden ausführlich dargelegt, auch eine Art Erklärung geboten, warum gerade diese Menschen: männlich, kaum Bildung, erfolglos im Beruf, unzufrieden im Leben, etc., geneigt sind, den Populisten ihre Stimme zu geben. Die Rolle der Populisten beim Zustandekommen des Brexit wurden ebenso eingehend analysiert wie der Erfolg der Populisten in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlanden, Polen, etc. Einige Ausführungen waren besonders interessant. Dänemark als Flaggschiff der Entwicklungen in Sachen Integration fürs ganze Europa: Wie die Einheimischen durch ihren Zusammenhalt und Solidarität den Problemen der heutigen Zeit trotzen, aber auch gleichzeitig schwer für die Einwanderer machen, sich zu integrieren und Fuß in dieser Gesellschaft zu fassen. Und einige Gruppen der Einwanderer, die zwar die Vorteile des dänischen sozialen Netzes genießen, die das Land jedoch verachten. Wenn das die Vorlage zur gesamteuropäischen Entwicklung sein soll… Der Schreibstil ist wohl geübt und angenehm, aber die Inhalte sind schon auf so einem Niveau, dass man da gern in Volkswirtschaft, Statistik und Politik bewandert sein müsste, um in vollen Genuss der Ausführungen zu kommen. Manchmal sind die Ergebnisse der Befragungen oder andere Auswertungen der politischen Natur so ausführlich mit all den Prozentangaben dargelegt worden, oder gerne in die Geschichte, zu Marx, Keynes &Co., zur wirtschaftlichen Entwicklung von USA abgeschweift, dass man gerne Pause einlegen möchte. Es ist kein Nachteil, denn bei so einem Stoff sind Pausen eine Notwendigkeit, um die Frische der Wahrnehmung wieder zu erlangen. Zum Schluss gibt es kurze Unterkapitel „Was tun gegen Populismus“ und „Die Kraft des Pragmatismus“. Dort wurden zarte Versuche unternommen, Antworten zu den o.g. Punkten zu finden. Fazit: Wer sich für das Thema Populismus in Europa interessiert, kann hier gut zugreifen. Das Buch hält, was Klappentext verspricht, größtenteils. Es wurden einige gewichtige Faktoren nicht untersucht oder nicht (im erforderlichen Umfang) angesprochen, die aber durchaus bei der Verbreitung des Populismus eine Rolle spielen und im Zusammenhang mit anderen, im Buch genannten Faktoren, eine solide Grundlage für die geschickten Selbstdarsteller bilden. Aber alles in allem ist es ein gutes Werk, als Einstieg ins das Thema prima geeignet.
In vielen europäischen…
Curin aus Bielefeld am 02.05.2017
Bewertungsnummer: 2718628
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
In vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Österreich sind Parteien im Vormarsch, die gegenwärtige Regierungssysteme offen in Frage stellen. Doch was haben diese populistischen Politiker gemeinsam und warum gelingt es ihnen, so viele Stimmen zu gewinnen? In diesem Buch geht der österreichische Journalist Michael Laczynski diesen Fragen nach und analysiert dabei auch unsere gegenwärtige Situation in Europa. Informativ und spannend zugleich stellt Herr Laczynski hier den aktuellen Zustand in der Politik dar. Dabei geht er zurück bis ins Jahr 2000, indem die Partei FPÖ in Österreich 27% der Stimmen holt und damit in die Regierung einzieht. Es ist schon erschreckend, dass seitdem noch viel mehr Parteien in Europa entstanden und gesellschaftsfähig geworden sind, die häufig rechts gesinnt sind und sich gegen unsere Demokratie wenden. Der Autor beschreibt dieses Phänomen und zeigt, dass diese populistischen Parteien eine ,,Politik der Angst" betreiben. So würde die Angst vor Fremden, vor Verarmung usw. geschürt und gegen die aktuelle Regierung gewettert. Mir hat an diesem Buch sehr gefallen, dass Herr Laczynski nicht einfach nur die Ergebnisse seiner wirklich guten Recherchen präsentiert, sondern diese verständlich rüber bringt und in einen gemeinsamen Kontext einordnet. Dabei schreibt er statt sachlich und trocken, wirklich spannend und manchmal auch mit Humor und bringt so dem Leser dieses schwierige Thema auf unterhaltsame Weise nah. Ich persönlich habe viel durch dieses Buch gelernt und war auch oftmals schockiert darüber, was sich bei manchen Parteien abspielt und wie gezielt sie auf Wählerfang gehen. Insgesamt hat mir ,,Fürchtet euch und folgt uns" gut gefallen. Man erhält hier wirklich die Ergebnisse einer guten Journalistenrecherche und bekommt diese spannend nahe gebracht. Gerne empfehle ich das Buch weiter.
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