Produktbild: Frühstück mit der Drohne

Frühstück mit der Drohne »Die Hoffnung ist unsere einzige Waffe.« Atef Abu Saif — Tagebuch aus Gaza

2

15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., zzgl. Versandkosten


  • Kostenlose Lieferung ab 30 € Einkaufswert
  • Versandkostenfrei für Bonuscard-Kund*innen

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

03.04.2017

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

19/11,6/2,5 cm

Gewicht

280 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Drone Eats with Me

Übersetzt von

Marianne Bohn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20768-4

Beschreibung

Rezension

»Ein mitreißendes literarisches Zeugnis. Es setzt den Toten ein Denkmal und feiert doch das Leben. Atef Abu Saif ist etwas Außergewöhnliches gelungen.« ("Titel, Thesen, Temperamente (ARD)")
»Atef Abu Saif hat in diesem erschütternden Buch die 51 Tage dieses Kriegs dokumentiert, aber auch Momente der Hoffnung und Zuversicht festgehalten. Wie im todbringenden Bombenhagel auch Momente des Glücks für den fünffachen Familienvater entstehen, beschreibt er leidenschaftlich und intensiv. Mit den streckenweise poetischen Notaten hat der Autor nicht nur die erste literarische Erfahrung des Drohnenkriegs aus Sicht eines Zivilisten formuliert. Saif hat auch ein Fanal der Hoffnung verfasst, das nie in Polemik oder Zynismus verfällt.« ("Bayern 2")
»Ich habe selten etwas so eindringliches und gleichzeitig schrecklich trauriges gelesen. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich mittendrin in diesem Gefühl von Krieg, in dieser Angst, die Familie zu verlieren, das Leben zu verlieren. Sehr lesenswert.« ("Radio Bremen")
»Atef Abu Saif gibt dem Krieg etwas Greifbares, Spürbares, beschreibt die Schrecklichkeit und Sinnlosigkeit der Kampfhandlungen durch Worte, die nahe gehen, die schocken und erschrecken und mitleiden lassen. Trotz all der Zerstörung, trotz der erschütternden Worte, gräbt sich immer wieder aus den Trümmern hervor, was von keinen Bomben und keinen Raketen zerstört werden konnte: Die Hoffnung.« ("Bücher Stadtkurier")
»Atef Abu Saif liefert keine Analyse der Geschehnisse, sondern die sehr persönliche Sicht eines Familienvaters, der um sich und seine fünf Kinder bangt. Und so begleiten wir den Autor ›im Rhythmus des Kriegs‹ von einem Tag auf den anderen im alltäglichen Kampf ums Überleben, immer darum bemüht, ›dem Tod ein Schnippchen‹ zu schlagen. Das Buch ist keine leichte Lektüre. Trotz Saifs schlichter Sprache ohne Larmoyanz geht jedes Wort unter die Haut.« ("Nürnberger Nachrichten")
»Ein Mosaik des Krieges und des Todes, der Angst und der Verzweiflung, aber auch der kleinen Freuden: einen Kaffee trinken, eine Shisha rauchen, eine Melone essen. Das Sirren der Drohne, wie ein Perpetuum mobile, wie eine mutierte Riesenmücke, ist ständige Begleitung, gesteuert von einem Menschen, der ›nur seine Pflicht tut‹. Die Drohne ist das Symbol dieses Krieges und aller künftigen: ein Big-Brother-Szenario, gegen das der Einzelne machtlos und dem er ausgeliefert ist. Ich habe dieses Buch wie eine Hymne an das Leben und die Hoffnung gelesen. Jenseits aller politischen Verflechtungen.« ("Bewertung bei Heymann Buchhandlung")
»Dieses Buch brennt sich ins Gedächtnis. Atef Abu Saif bietet Einblicke, die kein Außenstehender je leisten kann.« ("Channel 4")
»Ein unverzichtbares Stück Literatur. Ein Buch, das man definitiv lesen muss!« ("Now Then Magazine")
»Klug, leidenschaftlich und immer wieder poetisch erzählt, ist dies die Geschichte einer Familie mitten im Krieg, mit allen Ängsten, aber auch glücklichen Momenten eines Vaters.« ("The National")
»Atef Abu Saif schenkt uns ein Heilmittel gegen die blutleere Sprache des Pro und Contra von uns allen, die wir nicht im Gazakrieg gelitten haben.« ("The Rumpus")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

03.04.2017

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

19/11,6/2,5 cm

Gewicht

280 g

Farbe

Seidengrau / Anthrazit

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

The Drone Eats with Me

Übersetzt von

Marianne Bohn

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20768-4

EU-Ansprechpartner

Prolit
Siemensstr. 16
35463 Fernwald
DE
service@prolit.de

Herstelleradresse

Unionsverlag
Neptunstraße 20
8032 Zürich
CH
mail@unionsverlag.ch

Kundinnen und Kunden meinen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

  • Almut Scheller-Mahmoud

    5/5

    28.01.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin

    Das waren einmal progressive Sprüche, die dem Hier und Jetzt im „Anderswo „ Hohn sprechen. Wir in Deutschland und in Europa sind sind Glückskinder: wir haben keinen Krieg mehr erlebt seit Ende des 2. Weltkriegs. Krieg, den gab und gibt es in monströsen Hollywood- filmen und vielleicht noch in fast altertümlich anmutender Literatur wie Plieviers „Stalingrad“, Jüngers „Stahlgewitter“.... Und die neuzeitlichen Balkankriege, was gingen sie uns an? Sie fanden am Rande des Kontinents statt, schon fast tatarisch fremd. Und die anderen Kriege über das Mittelmeer hinaus, in Ruanda, im Kongo, im Yemen, was gingen sie uns an? Da konnten wir den menschenrechten Zeigefinger mahnend erheben und Worthülsen von Friede Freude Eierkuchen in den Medien, den sozialen und den analogen, platzieren. Und jetzt im syrischen Krieg, ja, da gab es neben dem Zeigefinger, den Worthülsen sogar eine Zeitlang offene Grenzen und Loyalität. Aber ein Krieg in Gaza ? Der ging uns nun wirklich gar nichts an. Hatten die nicht selbst Schuld mit ihrer bösen Hamas, die das gute Israel angriffen? Und ist israelische Politik nicht eine Politik des rohen Eies? Bloß nichts sagen, nichts tun, was dieses Ei beschädigen könnte. Wir leben nach dem Affen-Syndrom: nichts hören, nichts sagen, nichts sehen. Produzieren aber mit deutscher Gründlichkeit Todeswaffen für den Export. Atef Abu Saif, ein Schriftsteller und Politologe, in Gaza geboren und lebend und seit April 2019 Kultusminister des palästinensischen Staates, beschreibt in seinem Buch nicht die üblichen wortgewaltigen, überdimensionalen Kriegserlebnisse aus Zeiten, als man noch Mann gegen Mann oder Heer gegen Armee kämpfte, sondern er schreibt in Tagebuchform seine Erlebnisse nieder, seine Ängste und seine trügerischen Hoffnungen. Er schreibt von seiner Familie, von Freunden und Nachbarn, von zerbombten Häusern, von brennenden Äckern, Olivenbäumen und Orangenhainen, von zerfetzten Leichen, von der Auslöschung ganzer Familien (vom Baby bis zum Großvater), von der psychischen Zersetzung der Menschen. Deren Traumata die Sockel einer künftigen Gesellschaft sein werden. Der Kriegstanz äußert sich so: „Unser Alltag wird vom Rhythmus Krieg-Feuerpause-Krieg-Feuerpause vorgeben, es ist wie ein Tanz, dem Du folgen musst. Der Krieg entscheidet, wann wir ins Bett gehen, wann wir aufstehen.“ Das ist eine zusätzliche Zermürbungstaktik zu der Angst um das eigene Leben, der Angst um die Familie und um die Freunde, zu den Kalamitäten des Alltags: wann gibt es wieder Wasser? Wann gibt es wieder Strom? Wann können wir auf den Markt, um Essen einzukaufen? Und immer wieder die Frage: warum lebe ich noch? Wann sterbe ich? Wann trifft der Tod mich? Da fällt mir die arabische Anekdote ein: “Der Diener eines Händlers sieht auf dem Marktplatz von Bagdad den Tod. Der Tod winkt ihm bedrohlich zu, doch der Diener flieht zu Pferde nach Samarra. Der Händler macht dem Tod darauf Vorwürfe, er habe seinen Diener verschreckt, doch der Tod antwortet, er habe ihn nicht verschrecken wollen: er sei lediglich überrascht gewesen, den Diener in Bagdad anzutreffen, denn er habe heute Abend eine Verabredung mit ihm in Samarra.” Die Notizen von Atef Abu Saif sind wie ein Mosaik, ein Mosaik des Krieges und des Todes, der Angst und der Verzweiflung, aber auch der kleinen Freuden des Alltags: einen Kaffee trinken, eine Shisha rauchen, eine Melone essen und der Hoffnung: Denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn die Zeilen eher trocken wirken, eher wie eine Reportage, klingt in ihnen tiefe Menschlichkeit und Empathie mit: die Toten und die Opfer bleiben nicht alle namenlos. Atef Abu Saif gibt ihnen ein Stück Leben zurück durch die Nennung ihrer Namen und ihres Alters. Das Sirren der Drohne, fast wie ein Perpetuum mobile, wie eine mutierte Riesenmücke, ist ständige Begleitung, gesteuert von einem anonymen Menschen, der „nur seine Pflicht tut“ (steht nicht in allen religiösen Geboten: Du sollst nicht töten?), der womöglich vor Langeweile gähnt und Kaugummi kaut, der womöglich Spaß an einer sirrenden Verfolgungsjagd hat oder Frust, weil seine Frau gestern Nacht nicht mit ihm ficken wollte oder die Bank ihm den Kredit verweigert hat. Die Drohne ist das Symbol dieses Krieges und aller zukünftigen: ein Big Brother-Szenario, gegen das der einzelne Mensch machtlos ist und dem er ausgeliefert ist. Ich habe dieses Buch wie eine Hymne an das Leben und an die Hoffnung gelesen. Und bewundere seine Aussage, dass „Gaza wahrscheinlich der dreckigste, überbevölkerteste Platz auf der Welt ist, beherrscht von Fundamentalisten, aber es ist der Platz, wo ich zuhause bin. Und meine Großmutter, die ihr Zuhause in Jaffa während der Nakba verließ, sah dies immer als den größten Fehler ihres Lebens an.“ Vielleicht müsste die Geschichte des Nahen Ostens neu geschrieben werden wie ein Palimpsest mit einer neuen Vision für die Zukunft: für die Menschen und für das Land.

  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus Hamburg

    5/5

    09.11.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Stell Dir vor, es ist Krieg…

    Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Das waren progressive Sprüche. Seit 1945 gab es keinen Krieg mehr in Europa. Krieg gibt es in Hollywoodfilmen und in Romanen. Die letzten Balkankriege? Am Rande des Kontinents, fast tatarisch fremd. Und die in Ruanda, im Kongo, im Irak, im Yemen, was gehen sie uns an? Da konnten wir den menschenrechten Zeigefinger mahnend erheben und Worthülsen von Frieden in den Medien platzieren. Und im syrischen Krieg, da gab es sogar eine Zeitlang offene Grenzen und Loyalität. Aber ein Krieg in Gaza? Der ging uns nun wirklich nichts an. Hatten die nicht selbst Schuld mit ihrer bösen Hamas, die das gute Israel angriffen? Und ist israelische Politik nicht die des rohen Eies? Bloß nichts sagen, nichts tun, was dieses Ei beschädigen könnte. Atef Abu Saif, Schriftsteller und Politologe, in Gaza geboren und lebend und seit April 2019 Kultusminister des palästinensischen Staates, beschreibt in seinem Buch nicht die üblichen Kriegserlebnisse aus Zeiten, als Heere einander bekämpften, sondern er schreibt in Tagebuchform seine Erlebnisse nieder, seine Ängste und Hoffnungen. Er schreibt von seiner Familie, von Freunden und Nachbarn, von zerbombten Häusern, von brennenden Äckern, Olivenbäumen und Orangenhainen, von zerfetzten Leichen, von der Auslöschung ganzer Familien, von der psychischen Zersetzung der Menschen. Deren Traumata die Sockel einer künftigen Gesellschaft sein werden. Eine zusätzliche Zermürbungstaktik zu der Angst um das eigene Leben, um die Familie und um die Freunde: die Kalamitäten des Alltags – wann gibt es wieder Wasser? Wann Strom? Wann können wir Essen einkaufen? Und immer wieder die Frage: warum lebe ich noch? Wann sterbe ich? Wann trifft der Tod mich? Da fällt mir die arabische Anekdote ein: Ein Mann sieht auf dem Marktplatz von Bagdad den Tod. Der Tod winkt ihm zu und der Mann flieht nach Samarra. Dort treffen sie sich wieder. Fazit: Es gibt kein Entkommen. Die Notizen von Atef Abu Saif sind wie ein Mosaik des Krieges und des Todes, der Angst und der Verzweiflung, aber auch der kleinen Freuden: einen Kaffee trinken, eine Shisha rauchen, eine Melone essen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn die Zeilen eher wie eine Reportage zu lesen sind, klingt in ihnen tiefe Menschlichkeit und Empathie mit: die Toten bleiben nicht namenlos. Atef Abu Saif gibt ihnen ein Stück Leben zurück durch die Nennung ihrer Namen und ihres Alters. Das Sirren der Drohne, wie ein Perpetuum mobile, wie eine mutierte Riesenmücke, ist ständige Begleitung, gesteuert von einem Menschen, der „nur seine Pflicht tut“, der womöglich vor Langeweile gähnt, Kaugummi kaut, Spaß an der Jagd hat oder Frust, weil seine Frau gestern Nacht nicht mit ihm ficken wollte oder weil die Bank ihm den Kredit verweigert hat. Die Drohne ist das Symbol dieses Krieges und aller künftigen: ein Big Brother-Szenario, gegen das der Einzelne machtlos und dem er ausgeliefert ist. Ich habe dieses Buch wie eine Hymne an das Leben und die Hoffnung gelesen. Jenseits aller politischen Verflechtungen.

Kundinnen und Kunden meinen

5

2

4

0

3

0

2

0

1

0

Bewertungen (2)

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Produktbild: Frühstück mit der Drohne