Dianas Liste

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Ein biografischer Roman

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Beschreibung

Ich wollte, dass geholfen werde, wo immer es möglich war“ Diana Budisavljević

Sie rettete tausende Kinder aus den Konzentrationslagern der kroatischen Ustaša. Doch Diana Budisavljević ist heute fast vergessen. Als Diana Obexer in Innsbruck geboren, ging sie die der Liebe wegen nach Kroatien. Dort fand sie mitten im Grauen des Zweiten Weltkrieges ihre Bestimmung. Mit Mut, Beharrlichkeit und oft unter Lebensgefahr bewahrten Diana und ihre Helfer die Kinder vor dem sicheren Tod in den Lagern. „Dianas Liste“ erzählt die Geschichte dieser außergewöhnlichen Heldin.

Tipps: Eine Heldin in dunklen Zeiten
Beruht auf einer wahren Begebenheit
Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau
Packend und einfühlsam erzählt

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2017

Verlag

Tyrolia

Seitenzahl

264

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2017

Verlag

Tyrolia

Seitenzahl

264

Maße (L/B/H)

23,1/15,6/2,5 cm

Gewicht

541 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7022-3597-0

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Eine Hommage an eine wagemutige Frau

Gertie G. aus Wien am 12.03.2018

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch berichtet über die Gräuel an der serbischen und jüdischen Bevölkerung Jugoslawiens während des Zweiten Weltkriegs, die die kroatischen Ustascha mit Billigung und Wissen des deutschen Nazi-Regimes verübt haben. Es erzählt aber auch die Geschichte der Diana Budisavljevic, die in den Jahren 1941—1944 tausende Kinder aus den KZ gerettet hat. Wer ist sie also diese Diana Budisavljevic? Geboren 1891 als Diana Obexer in Innsbruck, lenrt sie während ihrer Ausbildung als Krankenschwester den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic, kennen, heiratet ihn und folgt ihm 1919 nach Zagreb, ins Königreich Jugoslawien, das nach dem Untergange der Habsburger Monarchie gegründet wurde. Das Reich ist ein künstlich geschaffenes Gebilde, in dem unterschiedlichste Ethnien leben: Slowenen, Kroaten, Serben und verschiedene Minderheiten. König Alexander ist serbischer Abstammung. 1928 gründet der Kroate Ante Pavelic den rechtsradikalen faschistischen Geheimbund Ustascha und ruft 1941 mit Unterstützung der Achsenmächte (Deutschland, Italien) den unabhängigen Staat Kroatien aus, und errichtet unmittelbar danach eine Militärdikatur, die im Wesentlichen das Gebiet Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina umfasst. Ein grausamer Genozid beginnt. Um ein ethnisch sauberes Kraotien zu erhalten, werden alle anderen Volksgruppen und insebsonderere sie Serbisch-Orthodoxen Menschen verfolgt. Sie werden entweder sofort ermordet oder als Zwangsarbeiter ins verbündete Nazi-Deutschland verbracht. Einigen gelingt die Flucht in die Wälder, wo sie sich den Partisanen anschließen. Wahllos werden die Menschen herausgegriffen und in KZs deportiert. Kinder werden von ihren Müttern getrennt, in Lager gesteckt und sich selbst überlassen. Sie erhalten weder Kleidung oder Nahrung. Tausende sterben an Krankheiten wie Typhus oder verhungern schlichtweg. Als Diana von den Zuständen in diesen Konzentrationslagern erfährt, startet sie eine beispiellose Hilfsaktion. Zuerst verteilt sie Hilfsgüter, doch die werden regelmäßig von den Lagerleitern gestohlen. 1942 beginnt sie damit, die Kinder aus den Lagern zu holen. Akribisch katalogisiert sie die Kinder in den Lagern. Ihr großes Ziel ist es, Kinder und Eltern nach dem Krieg wieder zusammenzuführen. Doch mit Ende des Krieges, als es darum geht, die Kinder ihren Familien zurückzugeben, erleiden sie und ihr Hilfswerk einen herben Rückschlag. Die an die Macht gekommenen Kommunisten unter Josip Broz Tito lassen ihre Kartothek mit sämtlichen Aufzeichnungen konfiszieren. Diana Budisavljevic verlässt Jugoslawien krank und enttäuscht. Ihre letzten Lebensjahre verbringt sie in Innsbruck, wo sie 1978 stirbt. Meine Meinung: Ich habe schon viele Bücher über ethnische Säuberungen und Kriegsgräuel gelesen, doch dieses hier zeigt, wie Fanatiker unendliches Leid über Menschen bringen. Es zeigt aber auch, wie selbst Einzelne über sich hinauswachsen können. Mit diesem Buch setzt Autor Wilhelm Kuehs einer wirklich großen Frau, die rundum beinahe vergessen ist, ein Denkmal. Der Titel ist jenen akribisch geführten Listen Dianas geschuldet, die Karteikarten für jedes Kind anlegt, um die Familien (oder was davon noch übrig ist) zusammenzuführen. Er erinnert aber auch an das Buch „Schindlers Liste“, das von Hollywood verfilmt wurde. Je tiefer ich in das Kuehs‘ Buch versunken bin, desto wütender wurde ich. Dass von den kroatischen Machthabern, als Auftraggeber der Morde, keine Hilfe zu erwarten ist, ist klar. Was aber ist von Rot-Kreuz-Schwestern zu halten, die vor Freude tanzen, wenn wieder hunderte serbische Kinder an Seuchen und Unterernährung gestorben sind? Was geht in diesen Menschen vor? Was ist mit der katholischen Kirche? Bis auf wenige Ausnahmen nur Lippenbekenntnisse. Ja im Gegenteil, einige besonders grausame Lagerleiter sind katholische Ordensbrüder, was ist mit dem Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, der allen, die zum katholischen Kirche konvertieren, Schutz angeboten hat? Und sie anschließend doch den Mördern ausgeliefert hat? (Stepinac wird übrigens 1998 von Papst Johanne Paul II, als Märtyrer seliggesprochen.) Umso bewundernswerter ist es, dass Diana trotz aller Widerstände, trotz aller Bedrohungen für sich und ihre Familie an ihrer Mission festgehalten hat. Aufgrund ihrer Tagebuchaufzeichnung, die Dianas Enkelin in den 1980er Jahren zufällig auf dem Dachboden des Zagreber Hauses ihrer Großmutter findet, können Rückschlüsse gezogen werden, dass durch diese selbstlose Aktion rund 12.000 Kinder gerettet und auf zahlreiche Pflegefamilien aufgeteilt werden konnten. Dass auch nicht alle dieser Pflegefamilien aus reiner Nächstenliebe gehandelt haben, braucht vermutlich nicht extra erwähnt werden. Einige wollten Geld für die ihnen anvertrauten Kinder, andere missbrauchten sie als billige Arbeitskräfte. Im Nachwort beschreibt Autor Wilhelm Kuehs die Schwierigkeiten, an Originalquellen zu kommen. Die Orignale der Tagebuchaufzeichnungen sind öffentlich nicht zugänglich. Das, was veröffentlich wurde, wurde gekürzt und ist daher wissenschaftlich nur bedingt verwendbar. Die Karteikarten wurden 1945 beschlagnahmt und wahrscheinlich mit andern Aufzeichnungen gemischt. Dieser Probleme wegen, hat Wilhelm Kuehs diese Hommage an Diana Budisavljevic als „biografischen Roman“ bezeichnet. Offizielle Ehrung und Anerkennung lassen lange auf sich warten. Sie erhält posthum einen serbischen und einen Tiroler Orden. In Innsbruck wird ein Kindergarten nach ihr benannt, in Wien eine gerade einmal 250m² große Grünfläche. Fazit: Ein erschütternder Bericht, wozu Menschen fähig sind – im Schlechten wie im Guten. 5 Sterne

Eine Hommage an eine wagemutige Frau

Gertie G. aus Wien am 12.03.2018
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch berichtet über die Gräuel an der serbischen und jüdischen Bevölkerung Jugoslawiens während des Zweiten Weltkriegs, die die kroatischen Ustascha mit Billigung und Wissen des deutschen Nazi-Regimes verübt haben. Es erzählt aber auch die Geschichte der Diana Budisavljevic, die in den Jahren 1941—1944 tausende Kinder aus den KZ gerettet hat. Wer ist sie also diese Diana Budisavljevic? Geboren 1891 als Diana Obexer in Innsbruck, lenrt sie während ihrer Ausbildung als Krankenschwester den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic, kennen, heiratet ihn und folgt ihm 1919 nach Zagreb, ins Königreich Jugoslawien, das nach dem Untergange der Habsburger Monarchie gegründet wurde. Das Reich ist ein künstlich geschaffenes Gebilde, in dem unterschiedlichste Ethnien leben: Slowenen, Kroaten, Serben und verschiedene Minderheiten. König Alexander ist serbischer Abstammung. 1928 gründet der Kroate Ante Pavelic den rechtsradikalen faschistischen Geheimbund Ustascha und ruft 1941 mit Unterstützung der Achsenmächte (Deutschland, Italien) den unabhängigen Staat Kroatien aus, und errichtet unmittelbar danach eine Militärdikatur, die im Wesentlichen das Gebiet Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina umfasst. Ein grausamer Genozid beginnt. Um ein ethnisch sauberes Kraotien zu erhalten, werden alle anderen Volksgruppen und insebsonderere sie Serbisch-Orthodoxen Menschen verfolgt. Sie werden entweder sofort ermordet oder als Zwangsarbeiter ins verbündete Nazi-Deutschland verbracht. Einigen gelingt die Flucht in die Wälder, wo sie sich den Partisanen anschließen. Wahllos werden die Menschen herausgegriffen und in KZs deportiert. Kinder werden von ihren Müttern getrennt, in Lager gesteckt und sich selbst überlassen. Sie erhalten weder Kleidung oder Nahrung. Tausende sterben an Krankheiten wie Typhus oder verhungern schlichtweg. Als Diana von den Zuständen in diesen Konzentrationslagern erfährt, startet sie eine beispiellose Hilfsaktion. Zuerst verteilt sie Hilfsgüter, doch die werden regelmäßig von den Lagerleitern gestohlen. 1942 beginnt sie damit, die Kinder aus den Lagern zu holen. Akribisch katalogisiert sie die Kinder in den Lagern. Ihr großes Ziel ist es, Kinder und Eltern nach dem Krieg wieder zusammenzuführen. Doch mit Ende des Krieges, als es darum geht, die Kinder ihren Familien zurückzugeben, erleiden sie und ihr Hilfswerk einen herben Rückschlag. Die an die Macht gekommenen Kommunisten unter Josip Broz Tito lassen ihre Kartothek mit sämtlichen Aufzeichnungen konfiszieren. Diana Budisavljevic verlässt Jugoslawien krank und enttäuscht. Ihre letzten Lebensjahre verbringt sie in Innsbruck, wo sie 1978 stirbt. Meine Meinung: Ich habe schon viele Bücher über ethnische Säuberungen und Kriegsgräuel gelesen, doch dieses hier zeigt, wie Fanatiker unendliches Leid über Menschen bringen. Es zeigt aber auch, wie selbst Einzelne über sich hinauswachsen können. Mit diesem Buch setzt Autor Wilhelm Kuehs einer wirklich großen Frau, die rundum beinahe vergessen ist, ein Denkmal. Der Titel ist jenen akribisch geführten Listen Dianas geschuldet, die Karteikarten für jedes Kind anlegt, um die Familien (oder was davon noch übrig ist) zusammenzuführen. Er erinnert aber auch an das Buch „Schindlers Liste“, das von Hollywood verfilmt wurde. Je tiefer ich in das Kuehs‘ Buch versunken bin, desto wütender wurde ich. Dass von den kroatischen Machthabern, als Auftraggeber der Morde, keine Hilfe zu erwarten ist, ist klar. Was aber ist von Rot-Kreuz-Schwestern zu halten, die vor Freude tanzen, wenn wieder hunderte serbische Kinder an Seuchen und Unterernährung gestorben sind? Was geht in diesen Menschen vor? Was ist mit der katholischen Kirche? Bis auf wenige Ausnahmen nur Lippenbekenntnisse. Ja im Gegenteil, einige besonders grausame Lagerleiter sind katholische Ordensbrüder, was ist mit dem Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, der allen, die zum katholischen Kirche konvertieren, Schutz angeboten hat? Und sie anschließend doch den Mördern ausgeliefert hat? (Stepinac wird übrigens 1998 von Papst Johanne Paul II, als Märtyrer seliggesprochen.) Umso bewundernswerter ist es, dass Diana trotz aller Widerstände, trotz aller Bedrohungen für sich und ihre Familie an ihrer Mission festgehalten hat. Aufgrund ihrer Tagebuchaufzeichnung, die Dianas Enkelin in den 1980er Jahren zufällig auf dem Dachboden des Zagreber Hauses ihrer Großmutter findet, können Rückschlüsse gezogen werden, dass durch diese selbstlose Aktion rund 12.000 Kinder gerettet und auf zahlreiche Pflegefamilien aufgeteilt werden konnten. Dass auch nicht alle dieser Pflegefamilien aus reiner Nächstenliebe gehandelt haben, braucht vermutlich nicht extra erwähnt werden. Einige wollten Geld für die ihnen anvertrauten Kinder, andere missbrauchten sie als billige Arbeitskräfte. Im Nachwort beschreibt Autor Wilhelm Kuehs die Schwierigkeiten, an Originalquellen zu kommen. Die Orignale der Tagebuchaufzeichnungen sind öffentlich nicht zugänglich. Das, was veröffentlich wurde, wurde gekürzt und ist daher wissenschaftlich nur bedingt verwendbar. Die Karteikarten wurden 1945 beschlagnahmt und wahrscheinlich mit andern Aufzeichnungen gemischt. Dieser Probleme wegen, hat Wilhelm Kuehs diese Hommage an Diana Budisavljevic als „biografischen Roman“ bezeichnet. Offizielle Ehrung und Anerkennung lassen lange auf sich warten. Sie erhält posthum einen serbischen und einen Tiroler Orden. In Innsbruck wird ein Kindergarten nach ihr benannt, in Wien eine gerade einmal 250m² große Grünfläche. Fazit: Ein erschütternder Bericht, wozu Menschen fähig sind – im Schlechten wie im Guten. 5 Sterne

Aufwühlende Biograffie über eine vergessene Heldin

Bewertung aus Tulfes am 07.01.2018

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Willhelm Kuehs verarbeitet in dieser aufwühlenden Biografie das Schicksal einer Frau, die verantwortlich für die Rettung und das Überleben tausender Kinder am Balkan während des Zweiten Weltkrieges ist: Diana Obexer ist eine aus Innsbruck stammende Humanistin und Aktivistin. Nach ihrer Heirat mit einem aus Kroatien stammenden Serben, dem Chirurgen Julije Budisovljevic, zog das junge Paar nach Zagreb, wo es auch in den Kriegsjahren die furchtbaren Folgen des Ustascha-Regimes hautnah miterlebte. V.a Serben, Juden und Roma wurden zum Opfer der ans NS-Regime angelehnten Ideologie, Kroatien "serbenfrei" zu machen. Tausende Menschen wurden zunächst in Kz´s verfrachtet, darunter auch unzählige Frauen und Kinder. Viele Menschen verstarben in den Konzentrationslagern unter grausamsten Bedingungen, wurden erschossen oder in Elendstransporten nach Deutschland weiter verschickt. Als Diana von den Zuständen im KZ Loborgrad erfuhr, sammelte sie zunächst Hilfsgüter, die später auch noch an das KZ Gornja Rijeka weiter geleitet wurden. Ihrer Hartnäckigkeit, ihrem Mut und ihrer Unerschrockenheit ist es zu verdanken, dass Diana wenig später ihre Aktion ausweiten konnte und dazu überging, Kinder aus diesen Lagern zu retten. Dazu nützte sie ihre politischen Kontakte sowie die Unterstützung von unzähligen Einzelpersonen, etwa jene eines deutschen Generals. Insgesamt rettete Diana in den Jahren 1941-1945 zwischen 12000 bis 15000 Kindern das Leben (die genaue Zahl ist nicht überliefert). Vor allem kranke und kleine Kinder konnte die Ustascha weder als serbische Geiseln missbrauchen, noch für ihre Milizen einsetzen - dies machte sich Diana von Nutzen. Die geretteten Kinder kamen in Heimen oder einer Taubstummenanstalt in Zagreb unter, wurden schließlich aber auch durch die Unterstützung der Caritas-Vermittlung in Bauernfamilien am Land untergebracht. Über all diese Tätigkeiten hatte Diana eine genaue Kartei mit Namen und Fotografien der Kinder angelegt, um eine Zusammenführung der Eltern mit ihren Kindern nach Ende des Krieges zu erleichtern. Leider wurde diese Kartothek gegen Ende des Krieges von den Kommunisten konfisziert, was einen herben Rückschlag für die Organisation, insbesondere aber für Diana bedeutete. 1972 kehrte Diana in ihre Heimatstadt Innsbruck zurück und verstarb dort sechs Jahre später. Sie hat nie erfahren, wie viele Familien durch ihr Engagement schlussendlich zusammenfanden. Gewürdigt wurde der Einsatz dieser unerschrockenen Frau erst nach ihrem Tod von der serbisch-orthodoxen Kirche. In Österreich erinnert heute lediglich ein Innsbrucker Kindergarten an Dianas Mut. Auch wenn ich mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Thematik des Völkermordes während der NS-Zeit auseinander gesetzt habe, war mir die Geschichte des serbischen Volkes in Kroation zu dieser Zeit völlig neu. In diesem Sinne war es sehr aufschlussreich und interessant, über die Folgen des Zweiten Weltkrieges am Balkan zu lesen. Gleichzeitig muss ich aber hinzufügen, dass dieses Buch mit seinen sehr aufwühlenden und schockierenden Darstellungen der Grausamkeiten in den Konzentrationslagern keinen leichten Tobak für mich darstellte. Insbesondere als Mutter war es für mich kaum aushaltbar, über das Leiden und die Gewalttaten gegenüber Kindern, selbst den Allerkleinsten, zu lesen. Dies führte dazu, dass ich manche Stellen überspringen musste und an manchen Passagen überhaupt den Impuls hatte, das Buch ganz zur Seite zu legen. Was mich dann doch daran verharren ließ? Diana Obexer, diese inspirierende Frau, die offenbar nicht nur mutig, sondern auch tatkräftig war, durchsetzungsstark und pragmatisch, die nicht weglief, sondern beide Hände ausstreckte, um zu helfen. Fazit: Ein wichtiges, informatives und gleichzeitig sehr berührendes Buch einer großen Heldin, der damit literarisch ein Denkmal gesetzt wird.

Aufwühlende Biograffie über eine vergessene Heldin

Bewertung aus Tulfes am 07.01.2018
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Willhelm Kuehs verarbeitet in dieser aufwühlenden Biografie das Schicksal einer Frau, die verantwortlich für die Rettung und das Überleben tausender Kinder am Balkan während des Zweiten Weltkrieges ist: Diana Obexer ist eine aus Innsbruck stammende Humanistin und Aktivistin. Nach ihrer Heirat mit einem aus Kroatien stammenden Serben, dem Chirurgen Julije Budisovljevic, zog das junge Paar nach Zagreb, wo es auch in den Kriegsjahren die furchtbaren Folgen des Ustascha-Regimes hautnah miterlebte. V.a Serben, Juden und Roma wurden zum Opfer der ans NS-Regime angelehnten Ideologie, Kroatien "serbenfrei" zu machen. Tausende Menschen wurden zunächst in Kz´s verfrachtet, darunter auch unzählige Frauen und Kinder. Viele Menschen verstarben in den Konzentrationslagern unter grausamsten Bedingungen, wurden erschossen oder in Elendstransporten nach Deutschland weiter verschickt. Als Diana von den Zuständen im KZ Loborgrad erfuhr, sammelte sie zunächst Hilfsgüter, die später auch noch an das KZ Gornja Rijeka weiter geleitet wurden. Ihrer Hartnäckigkeit, ihrem Mut und ihrer Unerschrockenheit ist es zu verdanken, dass Diana wenig später ihre Aktion ausweiten konnte und dazu überging, Kinder aus diesen Lagern zu retten. Dazu nützte sie ihre politischen Kontakte sowie die Unterstützung von unzähligen Einzelpersonen, etwa jene eines deutschen Generals. Insgesamt rettete Diana in den Jahren 1941-1945 zwischen 12000 bis 15000 Kindern das Leben (die genaue Zahl ist nicht überliefert). Vor allem kranke und kleine Kinder konnte die Ustascha weder als serbische Geiseln missbrauchen, noch für ihre Milizen einsetzen - dies machte sich Diana von Nutzen. Die geretteten Kinder kamen in Heimen oder einer Taubstummenanstalt in Zagreb unter, wurden schließlich aber auch durch die Unterstützung der Caritas-Vermittlung in Bauernfamilien am Land untergebracht. Über all diese Tätigkeiten hatte Diana eine genaue Kartei mit Namen und Fotografien der Kinder angelegt, um eine Zusammenführung der Eltern mit ihren Kindern nach Ende des Krieges zu erleichtern. Leider wurde diese Kartothek gegen Ende des Krieges von den Kommunisten konfisziert, was einen herben Rückschlag für die Organisation, insbesondere aber für Diana bedeutete. 1972 kehrte Diana in ihre Heimatstadt Innsbruck zurück und verstarb dort sechs Jahre später. Sie hat nie erfahren, wie viele Familien durch ihr Engagement schlussendlich zusammenfanden. Gewürdigt wurde der Einsatz dieser unerschrockenen Frau erst nach ihrem Tod von der serbisch-orthodoxen Kirche. In Österreich erinnert heute lediglich ein Innsbrucker Kindergarten an Dianas Mut. Auch wenn ich mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Thematik des Völkermordes während der NS-Zeit auseinander gesetzt habe, war mir die Geschichte des serbischen Volkes in Kroation zu dieser Zeit völlig neu. In diesem Sinne war es sehr aufschlussreich und interessant, über die Folgen des Zweiten Weltkrieges am Balkan zu lesen. Gleichzeitig muss ich aber hinzufügen, dass dieses Buch mit seinen sehr aufwühlenden und schockierenden Darstellungen der Grausamkeiten in den Konzentrationslagern keinen leichten Tobak für mich darstellte. Insbesondere als Mutter war es für mich kaum aushaltbar, über das Leiden und die Gewalttaten gegenüber Kindern, selbst den Allerkleinsten, zu lesen. Dies führte dazu, dass ich manche Stellen überspringen musste und an manchen Passagen überhaupt den Impuls hatte, das Buch ganz zur Seite zu legen. Was mich dann doch daran verharren ließ? Diana Obexer, diese inspirierende Frau, die offenbar nicht nur mutig, sondern auch tatkräftig war, durchsetzungsstark und pragmatisch, die nicht weglief, sondern beide Hände ausstreckte, um zu helfen. Fazit: Ein wichtiges, informatives und gleichzeitig sehr berührendes Buch einer großen Heldin, der damit literarisch ein Denkmal gesetzt wird.

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