Dianas Liste
Ein biografischer Roman. Die wahre Geschichte von Diana Obexer-Budisavljević. Sie rettete tausende Kinder aus den Konzentrationslagern der kroatischen Ustaša
„Ich wollte, dass geholfen werde, wo immer es möglich war“ Diana Budisavljević
Sie rettete tausende Kinder aus den Konzentrationslagern der kroatischen Ustaša. Doch Diana Budisavljević ist heute fast vergessen. Als Diana Obexer in Innsbruck geboren, ging sie die der Liebe wegen nach Kroatien. Dort fand sie mitten im Grauen des Zweiten Weltkrieges ihre Bestimmung. Mit Mut, Beharrlichkeit und oft unter Lebensgefahr bewahrten Diana und ihre Helfer die Kinder vor dem sicheren Tod in den Lagern. „Dianas Liste“ erzählt die Geschichte dieser außergewöhnlichen Heldin.
Tipps: Eine Heldin in dunklen Zeiten
Beruht auf einer wahren Begebenheit
Die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau
Packend und einfühlsam erzählt
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
06.09.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr emotional
Mein Fazit:
Ich habe schon viele Bücher über Kriege gelesen, aber dieses ist so furchtbar. In drei Abschnitten gelesen, hat es mir schlimme Alpträume beschert.
Zitat: " Ich wollte, dass geholfen werde, wo immer es möglich war“ Diana Budisavljević Sie rettete tausende Kinder aus den Konzentrationslagern der kroatischen Ustaša. Doch Diana Budisavljević ist heute fast vergessen."
„Dianas Liste " ist eine Geschichte über eine mutige, starke Frau, die meinen höchsten Respekt für ihre guten Taten, ihren beispiellosen Mut, ihre Aufopferung für die Freiheit der geschundenen Kinder und Frauen im Kroatienkrieg hat. Diana Budisavljevic ist eine Frau, die unglaubliche Rettungsaktionen auf die Beine gestellt hat, dabei ihr Leben mehr als einmal riskiert hat, um die Kinder und Frauen aus dem KZ zu retten. Sie ist ein Beispiel dafür, dass selbstlose „Retter“ in Vergessenheit geraten können und dieses Buch setzt ihr ein Denkmal für alle Zeiten. Eine vergessene Heldin, deren Lebensgeschichte die Leser berühren und nachdenklich machen wird. Eine Heldin, die Tausenden kroatischen Kindern während des Zweiten Weltkriegs das Leben gerettet hat. Ich bin von ihrem Leben beeindruckt und emotional sehr betroffen. Mehr als einmal sind die Tränen geflossen und ich bewundere diese Frau für ihren Mut. Wie sie die Hilfsgüter und Spenden organisiert hat und durch ihre Unerschrockenheit viele Leben gerettet hat.
Schonungslos offen, mit viel Feingefühl, aber auch authentisch, schildert sie die Greueltaten der Armee … zum Beispiel die Ermordung von Kindern im Konzentrationslager in Jasenovac ( dem größten KZ von Kroatien) oder die Ausradierung des Dorfes Mlaka: 930 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Von Bajonetten aufgespießt, die Kehle durchgeschnitten, zu Tode getrampelt und erschossen .
In Dianas Liste waren die geretteten Kinder mit Namen und Fotos aufgelistet, um nach dem Krieg die Kinder mit ihren Eltern zusammenzuführen. Leider waren fast alle Eltern im KZ verhungert, durch Krankheiten gestorben oder vergast. Welch eine Tragödie für die Kinder, die zu Waisen wurden! 1978 verstarb diese stille Heldin , ohne dass sie erfahren hat, wie viele Leben sie gerettet hat.
Gertie G.
aus Wien
5/5
12.03.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Hommage an eine wagemutige Frau
Dieses Buch berichtet über die Gräuel an der serbischen und jüdischen Bevölkerung Jugoslawiens während des Zweiten Weltkriegs, die die kroatischen Ustascha mit Billigung und Wissen des deutschen Nazi-Regimes verübt haben.
Es erzählt aber auch die Geschichte der Diana Budisavljevic, die in den Jahren 19411944 tausende Kinder aus den KZ gerettet hat.
Wer ist sie also diese Diana Budisavljevic?
Geboren 1891 als Diana Obexer in Innsbruck, lenrt sie während ihrer Ausbildung als Krankenschwester den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic, kennen, heiratet ihn und folgt ihm 1919 nach Zagreb, ins Königreich Jugoslawien, das nach dem Untergange der Habsburger Monarchie gegründet wurde. Das Reich ist ein künstlich geschaffenes Gebilde, in dem unterschiedlichste Ethnien leben: Slowenen, Kroaten, Serben und verschiedene Minderheiten. König Alexander ist serbischer Abstammung. 1928 gründet der Kroate Ante Pavelic den rechtsradikalen faschistischen Geheimbund Ustascha und ruft 1941 mit Unterstützung der Achsenmächte (Deutschland, Italien) den unabhängigen Staat Kroatien aus, und errichtet unmittelbar danach eine Militärdikatur, die im Wesentlichen das Gebiet Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina umfasst.
Ein grausamer Genozid beginnt. Um ein ethnisch sauberes Kraotien zu erhalten, werden alle anderen Volksgruppen und insebsonderere sie Serbisch-Orthodoxen Menschen verfolgt. Sie werden entweder sofort ermordet oder als Zwangsarbeiter ins verbündete Nazi-Deutschland verbracht. Einigen gelingt die Flucht in die Wälder, wo sie sich den Partisanen anschließen.
Wahllos werden die Menschen herausgegriffen und in KZs deportiert. Kinder werden von ihren Müttern getrennt, in Lager gesteckt und sich selbst überlassen. Sie erhalten weder Kleidung oder Nahrung. Tausende sterben an Krankheiten wie Typhus oder verhungern schlichtweg.
Als Diana von den Zuständen in diesen Konzentrationslagern erfährt, startet sie eine beispiellose Hilfsaktion. Zuerst verteilt sie Hilfsgüter, doch die werden regelmäßig von den Lagerleitern gestohlen. 1942 beginnt sie damit, die Kinder aus den Lagern zu holen. Akribisch katalogisiert sie die Kinder in den Lagern. Ihr großes Ziel ist es, Kinder und Eltern nach dem Krieg wieder zusammenzuführen. Doch mit Ende des Krieges, als es darum geht, die Kinder ihren Familien zurückzugeben, erleiden sie und ihr Hilfswerk einen herben Rückschlag. Die an die Macht gekommenen Kommunisten unter Josip Broz Tito lassen ihre Kartothek mit sämtlichen Aufzeichnungen konfiszieren.
Diana Budisavljevic verlässt Jugoslawien krank und enttäuscht. Ihre letzten Lebensjahre verbringt sie in Innsbruck, wo sie 1978 stirbt.
Meine Meinung:
Ich habe schon viele Bücher über ethnische Säuberungen und Kriegsgräuel gelesen, doch dieses hier zeigt, wie Fanatiker unendliches Leid über Menschen bringen. Es zeigt aber auch, wie selbst Einzelne über sich hinauswachsen können.
Mit diesem Buch setzt Autor Wilhelm Kuehs einer wirklich großen Frau, die rundum beinahe vergessen ist, ein Denkmal.
Der Titel ist jenen akribisch geführten Listen Dianas geschuldet, die Karteikarten für jedes Kind anlegt, um die Familien (oder was davon noch übrig ist) zusammenzuführen. Er erinnert aber auch an das Buch Schindlers Liste, das von Hollywood verfilmt wurde.
Je tiefer ich in das Kuehs Buch versunken bin, desto wütender wurde ich. Dass von den kroatischen Machthabern, als Auftraggeber der Morde, keine Hilfe zu erwarten ist, ist klar. Was aber ist von Rot-Kreuz-Schwestern zu halten, die vor Freude tanzen, wenn wieder hunderte serbische Kinder an Seuchen und Unterernährung gestorben sind? Was geht in diesen Menschen vor?
Was ist mit der katholischen Kirche? Bis auf wenige Ausnahmen nur Lippenbekenntnisse. Ja im Gegenteil, einige besonders grausame Lagerleiter sind katholische Ordensbrüder, was ist mit dem Erzbischof von Zagreb, Alojzije Stepinac, der allen, die zum katholischen Kirche konvertieren, Schutz angeboten hat? Und sie anschließend doch den Mördern ausgeliefert hat? (Stepinac wird übrigens 1998 von Papst Johanne Paul II, als Märtyrer seliggesprochen.)
Umso bewundernswerter ist es, dass Diana trotz aller Widerstände, trotz aller Bedrohungen für sich und ihre Familie an ihrer Mission festgehalten hat. Aufgrund ihrer Tagebuchaufzeichnung, die Dianas Enkelin in den 1980er Jahren zufällig auf dem Dachboden des Zagreber Hauses ihrer Großmutter findet, können Rückschlüsse gezogen werden, dass durch diese selbstlose Aktion rund 12.000 Kinder gerettet und auf zahlreiche Pflegefamilien aufgeteilt werden konnten. Dass auch nicht alle dieser Pflegefamilien aus reiner Nächstenliebe gehandelt haben, braucht vermutlich nicht extra erwähnt werden. Einige wollten Geld für die ihnen anvertrauten Kinder, andere missbrauchten sie als billige Arbeitskräfte.
Im Nachwort beschreibt Autor Wilhelm Kuehs die Schwierigkeiten, an Originalquellen zu kommen. Die Orignale der Tagebuchaufzeichnungen sind öffentlich nicht zugänglich. Das, was veröffentlich wurde, wurde gekürzt und ist daher wissenschaftlich nur bedingt verwendbar. Die Karteikarten wurden 1945 beschlagnahmt und wahrscheinlich mit andern Aufzeichnungen gemischt.
Dieser Probleme wegen, hat Wilhelm Kuehs diese Hommage an Diana Budisavljevic als biografischen Roman bezeichnet.
Offizielle Ehrung und Anerkennung lassen lange auf sich warten. Sie erhält posthum einen serbischen und einen Tiroler Orden. In Innsbruck wird ein Kindergarten nach ihr benannt, in Wien eine gerade einmal 250m² große Grünfläche.
Fazit:
Ein erschütternder Bericht, wozu Menschen fähig sind im Schlechten wie im Guten. 5 Sterne
Bewertung
aus Tulfes
5/5
07.01.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Aufwühlende Biograffie über eine vergessene Heldin
Willhelm Kuehs verarbeitet in dieser aufwühlenden Biografie das Schicksal einer Frau, die verantwortlich für die Rettung und das Überleben tausender Kinder am Balkan während des Zweiten Weltkrieges ist:
Diana Obexer ist eine aus Innsbruck stammende Humanistin und Aktivistin. Nach ihrer Heirat mit einem aus Kroatien stammenden Serben, dem Chirurgen Julije Budisovljevic, zog das junge Paar nach Zagreb, wo es auch in den Kriegsjahren die furchtbaren Folgen des Ustascha-Regimes hautnah miterlebte. V.a Serben, Juden und Roma wurden zum Opfer der ans NS-Regime angelehnten Ideologie, Kroatien "serbenfrei" zu machen. Tausende Menschen wurden zunächst in Kz´s verfrachtet, darunter auch unzählige Frauen und Kinder. Viele Menschen verstarben in den Konzentrationslagern unter grausamsten Bedingungen, wurden erschossen oder in Elendstransporten nach Deutschland weiter verschickt.
Als Diana von den Zuständen im KZ Loborgrad erfuhr, sammelte sie zunächst Hilfsgüter, die später auch noch an das KZ Gornja Rijeka weiter geleitet wurden. Ihrer Hartnäckigkeit, ihrem Mut und ihrer Unerschrockenheit ist es zu verdanken, dass Diana wenig später ihre Aktion ausweiten konnte und dazu überging, Kinder aus diesen Lagern zu retten. Dazu nützte sie ihre politischen Kontakte sowie die Unterstützung von unzähligen Einzelpersonen, etwa jene eines deutschen Generals.
Insgesamt rettete Diana in den Jahren 1941-1945 zwischen 12000 bis 15000 Kindern das Leben (die genaue Zahl ist nicht überliefert). Vor allem kranke und kleine Kinder konnte die Ustascha weder als serbische Geiseln missbrauchen, noch für ihre Milizen einsetzen - dies machte sich Diana von Nutzen. Die geretteten Kinder kamen in Heimen oder einer Taubstummenanstalt in Zagreb unter, wurden schließlich aber auch durch die Unterstützung der Caritas-Vermittlung in Bauernfamilien am Land untergebracht.
Über all diese Tätigkeiten hatte Diana eine genaue Kartei mit Namen und Fotografien der Kinder angelegt, um eine Zusammenführung der Eltern mit ihren Kindern nach Ende des Krieges zu erleichtern. Leider wurde diese Kartothek gegen Ende des Krieges von den Kommunisten konfisziert, was einen herben Rückschlag für die Organisation, insbesondere aber für Diana bedeutete.
1972 kehrte Diana in ihre Heimatstadt Innsbruck zurück und verstarb dort sechs Jahre später. Sie hat nie erfahren, wie viele Familien durch ihr Engagement schlussendlich zusammenfanden. Gewürdigt wurde der Einsatz dieser unerschrockenen Frau erst nach ihrem Tod von der serbisch-orthodoxen Kirche. In Österreich erinnert heute lediglich ein Innsbrucker Kindergarten an Dianas Mut.
Auch wenn ich mich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Thematik des Völkermordes während der NS-Zeit auseinander gesetzt habe, war mir die Geschichte des serbischen Volkes in Kroation zu dieser Zeit völlig neu. In diesem Sinne war es sehr aufschlussreich und interessant, über die Folgen des Zweiten Weltkrieges am Balkan zu lesen.
Gleichzeitig muss ich aber hinzufügen, dass dieses Buch mit seinen sehr aufwühlenden und schockierenden Darstellungen der Grausamkeiten in den Konzentrationslagern keinen leichten Tobak für mich darstellte. Insbesondere als Mutter war es für mich kaum aushaltbar, über das Leiden und die Gewalttaten gegenüber Kindern, selbst den Allerkleinsten, zu lesen. Dies führte dazu, dass ich manche Stellen überspringen musste und an manchen Passagen überhaupt den Impuls hatte, das Buch ganz zur Seite zu legen.
Was mich dann doch daran verharren ließ? Diana Obexer, diese inspirierende Frau, die offenbar nicht nur mutig, sondern auch tatkräftig war, durchsetzungsstark und pragmatisch, die nicht weglief, sondern beide Hände ausstreckte, um zu helfen.
Fazit: Ein wichtiges, informatives und gleichzeitig sehr berührendes Buch einer großen Heldin, der damit literarisch ein Denkmal gesetzt wird.
Bewertung
aus Felixdorf
5/5
05.05.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wirklich berührende Biographie
Das Leben von Diana Obexer-Budisavljevic erzählt nicht nur von Mut und Mitgefühl, von Aufopferung und Hingabe, es ist nicht weniger als die Geschichte einer vergessenen Heldin.
In "Dianas Liste" wird einer wirklich unglaublichen Rettungsaktion gedacht: Diana Budisavljevic rettete serbische Kinder vor den Nazis. Durch ihren selbstlosen und teils gefährlichen Einsatz konnten tausende Kinder gerettet und Pflegefamilien übergeben werden.
Dianas Geschichte beginnt und endet in Innsbruck. Hier wird sie 1891 als Diana Obexer geboren. Hier lernt sie ihren Mann, den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic, kennen und folgt ihm nach Zagreb, wo sie die Gräuel des Ustasa Regimes im 2. Weltkrieg erlebt. Ihr Mann entstammt einer gut vernetzten Familie. Eben dieses Netzwerk wird ihr helfen, um Zugang zu den Konzentrationslagern zu erhalten. Unmittelbar nach dem Einrücken der Deutschen beginnen die ethnischen Säuberungen. Frauen und Kinder werden verschleppt, die Kinder oft getrennt von den Müttern interniert.
Als Diana von den Zuständen in den Konzentrationslagern erfährt, startet sie eine beispiellose Hilfsaktion. Unter Lebensgefahr gelingt es ihr und ihren vielen Helfern, mehr als 10.000 Kindern vor dem sicheren Tod zu retten. Eine von ihr händisch angelegte Kartei mit Namen und Adressen soll helfen, die Familien nach dem Krieg wieder zusammenführen zu können.
Dieses Buch zeigt die Geschichte einer selbstlosen, mutigen Frau und Mutter, die sich in einer der dunkelsten Epochen der deutschen und kroatischen Vergangenheit der Schwächsten und Hilfsbedürftigsten annahm und tausende Kinder unter Lebensgefahr aus den Todeslagern der Ustaa befreite
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