Robert Lichtenwald, Anwalt aus München, flieht vor einer Lebenskrise in sein Rustico in der Maremma im stillen Süden der Toskana. Hier, in den Hügeln um den Ort Morcone, möchte er zur Ruhe kommen und sein Leben überdenken. Doch bald nach seiner Ankunft entdeckt er an einer Schwefelquelle die Leiche eines Afrikaners. Auf der Brust des Toten ist ein Schriftzeichen eingeritzt. Als kurz darauf zwei weitere Menschen qualvoll sterben, wird Lichtenwald gegen seinen Willen in die Ermittlungen hineingezogen. Gemeinsam mit der eigensinnigen Lokalreporterin Giada Bianchi versucht er, den Mörder zu entlarven, die Verbrechen zu stoppen – und so auch sein eigenes Leben zu retten.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
aus Bergheim
5/5
02.02.2021
eBook (ePUB)
Spannend
Die Morde von Morcone
Stefan Ulrich
Eigentlich wollte Robert eine ruhige Zeit im Süden der Toscana verbringen, um über sich und sein Leben nachzudenken. Denn zu Hause in München läuft es nicht gerade gut.
Er hat sich in der Maremma ein Rustico gekauft. Dorthin hat er sich zurückgezogen.
Schon kurz nach seiner Ankunft findet er eine Leiche, der ein Zeichen in die Brust geritzt wurde. Als weiter Morde geschehen, gerät Robert immer weiter hinein in die Ermittlungen.
Ich kenne die Bücher von Stefan Ulrich und finde seinen Schreibstil sehr gut. Somit war ich sehr gespannt auf seinen Krimi.
Und ich bin nicht enttäuscht worden. Er ist spannend und gut geschrieben. Zwischendurch werden Italienische Worte/Redewendungen/Begriffe verwendet, was ich als Italienfan super finde. Ich hätte mir nur gewünscht, das sie auf der gleichen Seite unter dem Text übersetzt würden.
Alles in allem ein tolles Buch, das ich auf jeden Fall weiter empfehlen würde.
MarionHH
aus Schenefeld
4/5
02.02.2021
eBook (ePUB)
Solider Toskana-Krimi mit ungewöhnlichen Hobbydetektiven
Der Anwalt Dr. Robert Lichtenwald wird von seiner Frau verlassen und flüchtet sich in sein Bauernhaus in das kleine toskanische Städtchen Morcone, um Abstand zu gewinnen und sein Leben zu überdenken. Er neigt dazu, sich zu verkriechen, doch sein Vermieter, der Conte di Montecivetta, reißt ihn aus seinen Grübeleien. Bei einem ihrer Streifzüge stoßen die beiden auf eine Leiche, die sich bei genauem Hinschauen als Hermaphrodit entpuppt und der der Buchstabe L eingeritzt wurde. Die örtliche Polizei und die hinzugerufene Carabinieri-Offizierin Donatella Laganà stehen vor einem Rätsel. Da geschieht am darauf folgenden Montag erneut ein Mord diesmal wird ein A eingeritzt. Handelt es sich um einen Serientäter? Was haben die Buchstaben zu bedeuten? Die Bewohner Morcones bekommen es zunehmend mit der Angst zu tun, und die Teilzeit-Reporterin Giada Bianci schürt mit ihren reißerischen Artikeln Ängste und befeuert Spekulationen, die Moralapostel wittern gar die Rache Gottes. Als ihr bester Freund Antonio verhaftet wird, bittet Giada Robert um Hilfe. Widerwillig lässt er sich darauf ein, und beide finden bald einiges Interessantes heraus. Bei ihren Recherchen kommen sie dem Mörder gefährlich nahe, und alles erreicht seinen Höhepunkt, als Giadas Sohn Leo entführt wird
Sehr solider und spannender Krimi, der seine Spannung recht langsam aufbaut. Es wird zunächst viel Zeit darauf verwendet, Protagonisten vorzustellen, Landschaften und die Morde zu beschreiben, die Schlag auf Schlag folgen. Besonders Roberts seelischer Zustand, sein Innenleben, seine Angst seine Familie zu verlieren und sein Versuch sich abzulenken nimmt großen Raum ein. Er ist der typische Antiheld und will eigentlich lieber seine Ruhe. Die Morde stehen denn auch erst einmal so im Raum, es wird wild spekuliert, Biancha schreibt ihre Artikel, doch über die Ermittlungsarbeit wird fast gar nicht berichtet. Dementsprechend ist dies auch kein Krimi mit der klassischen Reihenfolge Mord-Befragungen-analytische Ermittlungen-Auflösung, sondern es wird sehr viel intuitiv erforscht und Emotionen spielen überhaupt eine sehr große Rolle.
Der Autor hat einen sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil und versteht es durchaus, Spannung zu erzeugen. Besonders gelingt dies durch die Perspektivwechsel und die Beschreibungen seiner Charaktere und Landschaften. Seine Personen sind liebevoll und teilweise skurril gezeichnet, mit zunehmender Lektüre wachsen sie einem ans Herz, so dass man gerne mehr über sie erfahren würde. Die beiden Hauptperspektiven bilden Robert und Biancha, der Leser erhält wertvolle Informationen über das Innenleben und die Vergangenheit der beiden, und von diesen beiden lebt die Geschichte auch so ziemlich. Anfangs war mir Robert zu statisch und alles zu sehr auf seine Vergangenheit und Selbstfindung fokussiert, Biancha wiederum zu flippig und sehr betont unkonventionell, beide wurden aber immer sympathischer, je aktiver sie ins Geschehen eingriffen. Die erotische Spannung zwischen den beiden hätte man sich meines Erachtens sparen können, sie störte aber auch nicht.
Ab dem Zeitpunkt, als Biancha Robert mit einbezieht, nimmt die Geschichte Fahrt auf, die Spannung steigt vor allem deshalb, weil sich Biancha und Robert in große Gefahr begeben und man als Leser inzwischen eine Beziehung zu den beiden aufgebaut hat. Bei den Opfern passiert dies nicht zwingend, da hier die Beschreibung meist oberflächlich bleibt. Die Spannung wird weiterhin dadurch gesteigert, dass immer wieder aus der Sicht des Mörders oder der des Opfers erzählt wird. Ich persönlich fand beispielsweise Kommissarin (bei den italienischen Carabinieri hat sie den Rang einer Offizierin) Laganà faszinierend und hätte gerne mehr über sie erfahren, auch einige andere Nebenfiguren hätten meines Erachtens mehr Aufmerksamkeit verdient. Es wird zwar auch aus ihrer Sicht erzählt, doch nur kurz und nur im Hinblick auf ihre Emotionen. Auf der anderen Seite gibt dies dem Leser viel Raum selbst zu ermitteln, man ist recht vorurteilsfrei, hat durch die wechselnden Erzählperspektiven einen leichten Wissensvorsprung und folgt gespannt den laienhaften, mehr auf Glück beruhenden Recherchen der beiden Hobbydetektive Robert und Biancha, die einen sehr persönliches Grund hat sich einzumischen, nämlich die Hilfe für ihren Freund. Daher kann man sich auch gut mit den beiden identifizieren und will ihnen helfen.
Der Kriminalfall selber ist nicht gänzlich überraschend oder neu. Trotz dass der Autor einen auf falsche Fährten lockt, war mir ab etwa der Mitte der Geschichte zumindest die Buchstabenbedeutung und damit das Grundmotiv - klar und ich hatte einen sehr eingeschränkten (nämlich auf zwei Personen) Kreis der Verdächtigen. Trotzdem war das Finale durchaus spannend, einfach aufgrund der Wendungen und Irrungen, auf die sich Biancha und Robert begeben und man denen man wirklich nicht weiß, wie sich da jemals wieder herauswinden wollen.
Fazit: Guter, mit Einschränkungen spannender Krimi mit viel Lokalkolorit. Eingängig und schlüssig erzählt mit befriedigendem Ende. Dass Stefan Ulrich schreiben kann und sich bestens mit der Gegend auskennt, hat er ja bereits in seinen Sachbüchern über das Leben seiner Familie bewiesen. Dies ist sein erster Roman und er ist meines Erachtens als Debüt gelungen. Ich bin gespannt, ob es weitere Krimis geben wird, der vorliegende Schluss deutet nicht unbedingt auf eine Serie hin. Trotz brutaler Morde auch für Einsteiger geeignet, die sonst die sehr blutigen oder sehr auf psychopatische Mörder fixierten Krimis und Thriller nicht mögen. Ansonsten für alle Fans des Regionalkrimis wie z.B. Remy Eyssen, Andrea Camilleri oder ähnliche.
Bewertung
aus Völklingen
4/5
02.02.2021
eBook (ePUB)
Mord in der Provinz....
Der Münchener Strafverteidiger Robert Lichtenwald kaufte sich gemeinsam mit seiner Frau in der Toskana ein Ferienhaus. Nun ist die Ehe kaputt, und Robert entschließt sich, in das Haus in der Toskana einzuziehen, um den Kopf frei zu bekommen.
Gemeinsam mit dem Conte, finden sie eine Leiche, welche einen Buchstaben eingeritzt hat. Der Beginn einer grausigen Mordserie. Die Morde häufen sich, und mit ihnen auch die Buchstaben. Gemeinsam mit der Journalistin Giada beginnt er eigene Ermittlungen anzustellen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Autor schafft es, einen in seinen Bann zu ziehen. Der Schreibstil ist gut und sehr flüssig, ohne sich irgendwie mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Der Showdown ist der Hammer in dem Buch, und somit, nimmt das Buch eine ungeahnte Wendung. Leider ist die Geschichte dann auch zu schnell aus. Der Prolog hätte dürfen für meinen Geschmack noch ein Stück länger sein.
Alles in allem ein sehr guter Krimi, welchem ich sehr gerne 4 Sterne spendiere. Vielen Dank das ich diesen Krimi vorablesen durfte......
claudi-1963
aus Schwaben
4/5
02.02.2021
eBook (ePUB)
Die sieben Todsünden von Morcone
"Ecce gladius Domini super terram, cito et velociter!"
(Seht, rasch und bald kommt das Schwert des Herrn über die Erde!)
Der Münchner Anwalt Robert Lichtenwald zieht es in sein Rustico nach Morcone in der Toskana, nach dem seine Frau ihn nach einem Streit verlassen hat. Hier will er über sein Leben und seine Ehe nachdenken und seinen Garten bepflanzen. Doch bei einem Spaziergang an einem Montag mit dem Conte, entdecken sie eine Tote ein Hermaphrodit (Zwitter) mit afrikanischer Herkunft. Auffällig ist das auf der Brust eingeritzte L. Als kurz danach erneut an einem Montag die nächste Tote gefunden wird, mit einem eingeritzten Buchstaben, ist es vorbei mit der Ruhe in Morcone. Waren die Morde als Strafe Gottes über den Ort gekommen? Auch Robert und die Reporterin Giada Bianchi, die Robert beim besser italienisch lernen behilflich ist, lassen die Morde keine Ruhe. Nachdem der dritte Mord geschieht und ihr Freund der Friseur Antonio Giustis verhaftet wird, bietet sie Robert um Hilfe. Erst wird von Satanisten ausgegangen, doch dann verdichtet sich immer mehr das der Mörder die sieben Todsünden sühne. ---
Meine Meinung:
Danke dem Verlag das ich dieses Buch vorablesen durfte. Ich kannte den Autor Stefan Ulrich schon von seinen Büchern "Quattro Stagioni" und "Arrivederci Roma", die mir beide sehr gut gefallen haben. Nun begibt sich der Autor in das neue Genre Krimi, was auch als Debüt ganz gut geklappt hat. Vereinzelt hatte ich jedoch das Gefühl, das es zu viele Details der Region und zu wenig um die Morde und die Opfer ging. Der Plot war ansonsten sehr interessant und auch die Recherchen zu Saligia den sieben Todsünden und zu Girolamo Savonarola haben mich sehr beeindruckt. Was mich am meisten störte, waren die vielen verschiedenen Namen und ital. und auch lat. Begriffe die der Autor verwendete. Es wäre vielleicht schön gewesen, diese in einem Anhang zu übersetzen bzw. zu beschreiben. Auch hat mir ein wenig das Ermittler-Täter Konzept gefehlt, da die Polizisten sich eher etwas zurück gehalten haben. Den für einen Hobbyermittler war mir Robert Lichtenberg dann doch etwas zu träge. Trotzdem könnte ich mir vorstellen das diese Gespann Lichtenberg/Bianchi bei einem neuen Fall aufeinander treffen. Das Cover mit einem Einblick der Toskana hingegen, fand ich sehr passend. Deshalb von mit 3 1/2 Sterne von 5 für diesen Toskana Krimi.
Bewertung
aus Penzberg
4/5
02.02.2021
eBook (ePUB)
Fesselnder Toskana-Krimi!
Stefan Ulrich stellt mit Die Morde von Morcone seinen ersten Krimi vor. Das Cover ist eine Mischung aus Todesanzeige (schwarzer Rahmen mit Auto und Titel, dazu ein Kreuz) und einem typischen Landhausfoto mit Zypressen aus der Toscana. Ein Buch, zu dem man sicher schon wegen des eindrucksvollen Covers auch spontan greift!
Stefan Ulrich schreibt sehr locker und im Erzählton, und man ist sofort mitten in der Maremma, in die sich Robert Lichtenwald zurückgezogen hat. Mit dem Eigentümer seines Rusticos macht er sich eines Morgens an die Entdeckung seiner schönen Umgebung - und die beiden stoßen auf eine übel zugerichtete Leiche Während Robert, Anwalt aus München, das Dorf und seine Bewohner kennenlernt, geschehen zwei weitere Morde, in deren Aufklärung er ungewollt hineingezogen wird. Giada Bianchi ist eine unkonventionelle Frau, klug und auch ein bisschen verrückt - sie könnte Robert über seinen Liebeskummer hinweghelfen.
Stefan Ulrich hat alles gut verpackt: sympathische Protagonisten mit viel Persönlichkeit, toskanisches Feeling, italienischen Charme und dazu einen spannenden Krimi! Sehr empfehlenswert!
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