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Kühe

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.04.2017

Verlag

Festa

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/12,9/2,7 cm

Gewicht

348 g

Farbe

Schwarz / Terracotta

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

COWS

Übersetzt von

Joachim Körber

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86552-528-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

07.04.2017

Verlag

Festa

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,9/12,9/2,7 cm

Gewicht

348 g

Farbe

Schwarz / Terracotta

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

COWS

Übersetzt von

Joachim Körber

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86552-528-4

Herstelleradresse

Festa Verlag
Justus-von-Liebig-Straße 10
04451 Borsdorf
DE

Email: shop@festa-verlag.de

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1 Sterne

Widerlich, ekelhaft, abstoßend und gut!

Bewertung am 13.08.2018

Bewertungsnummer: 344895

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der 25 Jahre alte Steven hat nicht nur ein Problem, sondern verdammt viele. Im Fernsehen beobachtet er täglich die ganzen glücklichen Menschen und ihr jeweiliges perfektes Leben, was dem seinen nicht einmal im entferntesten ähnelt. Er träumt davon, auch einmal das normale Glück zu finden. Dem im Weg steht jedoch seine Mutter, die nur daran interessiert ist, ihn weiterhin zu zerstören und zu brechen. Vielleicht ist Lucy der Ausweg! Sie wohnt über ihm und auch wenn ihr Interesse an Vivisektionen absolut krank ist, könnte sie für Steven die Möglichkeit sein, sich ein normales Leben aufzubauen. Als er Arbeit in einer Fleischfabrik findet, gerät sein eh schon absolut kaputtes Leben jedoch völlig außer Kontrolle, als der perverse Vorarbeiter Cripps Steven in die Welt des Tötens und die Welt der wahren Erfüllung einführen will. Plötzlich fangen die Kühe an, mit Steven zu reden...und sie bitten ihn um Hilfe... Bevor es hier gleich ans Eingemachte geht, eine explizite Warnung für alle: Dieses Buch ist verdammt übel und extrem widerlich! Das ist mein Ernst! Wenn es ein Buch in letzter Zeit gegeben hat, das mir nicht nur den Magen umgedreht, sondern völlig auf links gekrempelt und noch dazu durch den Fleischwolf gedreht hat, dann war es "Kühe" von Matthew Stokoe. Ich bin zwar wirklich schon einiges gewöhnt, aber das hier ging weit über alles hinaus, was ich bisher so gelesen habe. Laut Verlag gilt das Buch als "der extremste Roman, der je geschrieben wurde" und bis zum jetzigen Zeitpunkt (wer weiß, was ich mir literaturtechnisch in der Zukunft noch antun werde) würde ich das auch so unterschreiben. Ich bin zwar ganz gerne auch mal im Horror-Sektor unterwegs, aber die hier dargestellten Szenen machen einem als Leser dennoch enorm zu schaffen, denn alles kratzt irgendwie an der Realität. Es geht um Gewalt in allen Formen und vor allem Farben, um Sodomie, um Exkremente...einfach um alles, was sich negativ auf das eigene Wohlbefinden beim Lesen auswirken könnte. Dabei entpuppt sich Matthew Stokoe, der mit "Cows" 1998 sein Debüt ablieferte, nicht nur als ein alle Grenzen des guten Geschmacks überschreitender Autor, sondern auch als sehr talentiert. Sein Schreibstil ist klar, hart, schnörkellos und zieht den Leser trotz der vielen Ekelszenen in seinen Bann. Er widmet sich in seinem Erstling einer bitterbösen und unheimlich brutalen Kritik an der Gesellschaft, die zum Einen durch das Fernsehen die perfekte Welt vorgaukelt, in der es aber auch dazu kommt, dass sich einzelne Individuen immer weiter von ihr entfremden, ungesehen von der Welt, die sie umgibt. Die Schilderung des Lebens in der britischen Unterschicht ist absolut vernichtend und nichts für Zartbesaitete. Steven ist in seinem kleinen Kosmos sozial absolut abgeschottet, vor allem durch den Umgang seiner Mutter mit ihm und ist auch mit der Welt vor seiner Tür schlicht überfordert, möchte aber dennoch das realisieren, was er ständig im Fernsehen sieht...denn schließlich sehen die Menschen dort glücklich aus: "In den langen Nächten, bevor er einschlief, kannte der Fernseher keine Gnade. Er zeigte ihm, wie die Welt aussah. Er zeigte ihm den ganzen Wahnsinn der Menschen dort draußen. Natürlich war er selbst schon draußen gewesen und hatte es bei Spaziergängen in der Stadt mit eigenen Augen gesehen. Doch das ängstigte ihn so, dass er nie lang draußen blieb. Er war nicht wie die Leute auf der Straße. Sie lebten so perfekt. Sie wussten genau, was man machen musste, um glücklich zu sein, und machten es, ohne auch nur darüber nachzudenken. Und der Fernseher strahlte ihr Leben als Träume in seinen Kopf." (S. 8 - 9) Es geht um Herdentrieb und Machtstreben, die Entfremdung des Individuums von der Gesellschaft, aber auch um die eigene Ohnmacht in Bezug auf die Welt dort draußen vor der Tür und um den Wunsch nach zwischenmenschlicher Wärme und Zuneigung. Der Roman geht diesbezüglich allerdings den widerlichsten und extremsten Weg, den ich bisher in Buchform beschritten habe und lässt den Leser mehr als nur verstört und wimmernd zurück. Stokoe zeigt deutlich, dass er Talent hat, allerdings ist dieses Buch mit absoluter Vorsicht zu genießen, denn was dem Leser hier serviert wird ist wirklich nur sehr sehr schwer zu ertragen. Die ein oder andere Szene hat mich dazu gebracht, das Buch kurz bei Seite zu legen, um erstmal tief durchzuatmen und um nicht zu brechen. Wer harten Stoff gewöhnt ist, der wird sich davon nicht abschrecken lassen, aber allen anderen rate ich vom Kauf ab. Eine Empfehlung gibt es wirklich nur für die Fraktion, die nach "American Psycho" noch geradeaus laufen konnte und sich dachte, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein kann. Es ist wirklich so, wie vom Verlag geschrieben: "Abstoßend, traurig, aber auch originell." Was Stokoe hier entfesselt ist zum Einen sehr mutig und wirklich gut geschrieben, in Bezug auf seine Darstellung aber auch das Ekelhafteste und Widerlichste, was ich bisher gelesen habe!

Widerlich, ekelhaft, abstoßend und gut!

Bewertung am 13.08.2018
Bewertungsnummer: 344895
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der 25 Jahre alte Steven hat nicht nur ein Problem, sondern verdammt viele. Im Fernsehen beobachtet er täglich die ganzen glücklichen Menschen und ihr jeweiliges perfektes Leben, was dem seinen nicht einmal im entferntesten ähnelt. Er träumt davon, auch einmal das normale Glück zu finden. Dem im Weg steht jedoch seine Mutter, die nur daran interessiert ist, ihn weiterhin zu zerstören und zu brechen. Vielleicht ist Lucy der Ausweg! Sie wohnt über ihm und auch wenn ihr Interesse an Vivisektionen absolut krank ist, könnte sie für Steven die Möglichkeit sein, sich ein normales Leben aufzubauen. Als er Arbeit in einer Fleischfabrik findet, gerät sein eh schon absolut kaputtes Leben jedoch völlig außer Kontrolle, als der perverse Vorarbeiter Cripps Steven in die Welt des Tötens und die Welt der wahren Erfüllung einführen will. Plötzlich fangen die Kühe an, mit Steven zu reden...und sie bitten ihn um Hilfe... Bevor es hier gleich ans Eingemachte geht, eine explizite Warnung für alle: Dieses Buch ist verdammt übel und extrem widerlich! Das ist mein Ernst! Wenn es ein Buch in letzter Zeit gegeben hat, das mir nicht nur den Magen umgedreht, sondern völlig auf links gekrempelt und noch dazu durch den Fleischwolf gedreht hat, dann war es "Kühe" von Matthew Stokoe. Ich bin zwar wirklich schon einiges gewöhnt, aber das hier ging weit über alles hinaus, was ich bisher so gelesen habe. Laut Verlag gilt das Buch als "der extremste Roman, der je geschrieben wurde" und bis zum jetzigen Zeitpunkt (wer weiß, was ich mir literaturtechnisch in der Zukunft noch antun werde) würde ich das auch so unterschreiben. Ich bin zwar ganz gerne auch mal im Horror-Sektor unterwegs, aber die hier dargestellten Szenen machen einem als Leser dennoch enorm zu schaffen, denn alles kratzt irgendwie an der Realität. Es geht um Gewalt in allen Formen und vor allem Farben, um Sodomie, um Exkremente...einfach um alles, was sich negativ auf das eigene Wohlbefinden beim Lesen auswirken könnte. Dabei entpuppt sich Matthew Stokoe, der mit "Cows" 1998 sein Debüt ablieferte, nicht nur als ein alle Grenzen des guten Geschmacks überschreitender Autor, sondern auch als sehr talentiert. Sein Schreibstil ist klar, hart, schnörkellos und zieht den Leser trotz der vielen Ekelszenen in seinen Bann. Er widmet sich in seinem Erstling einer bitterbösen und unheimlich brutalen Kritik an der Gesellschaft, die zum Einen durch das Fernsehen die perfekte Welt vorgaukelt, in der es aber auch dazu kommt, dass sich einzelne Individuen immer weiter von ihr entfremden, ungesehen von der Welt, die sie umgibt. Die Schilderung des Lebens in der britischen Unterschicht ist absolut vernichtend und nichts für Zartbesaitete. Steven ist in seinem kleinen Kosmos sozial absolut abgeschottet, vor allem durch den Umgang seiner Mutter mit ihm und ist auch mit der Welt vor seiner Tür schlicht überfordert, möchte aber dennoch das realisieren, was er ständig im Fernsehen sieht...denn schließlich sehen die Menschen dort glücklich aus: "In den langen Nächten, bevor er einschlief, kannte der Fernseher keine Gnade. Er zeigte ihm, wie die Welt aussah. Er zeigte ihm den ganzen Wahnsinn der Menschen dort draußen. Natürlich war er selbst schon draußen gewesen und hatte es bei Spaziergängen in der Stadt mit eigenen Augen gesehen. Doch das ängstigte ihn so, dass er nie lang draußen blieb. Er war nicht wie die Leute auf der Straße. Sie lebten so perfekt. Sie wussten genau, was man machen musste, um glücklich zu sein, und machten es, ohne auch nur darüber nachzudenken. Und der Fernseher strahlte ihr Leben als Träume in seinen Kopf." (S. 8 - 9) Es geht um Herdentrieb und Machtstreben, die Entfremdung des Individuums von der Gesellschaft, aber auch um die eigene Ohnmacht in Bezug auf die Welt dort draußen vor der Tür und um den Wunsch nach zwischenmenschlicher Wärme und Zuneigung. Der Roman geht diesbezüglich allerdings den widerlichsten und extremsten Weg, den ich bisher in Buchform beschritten habe und lässt den Leser mehr als nur verstört und wimmernd zurück. Stokoe zeigt deutlich, dass er Talent hat, allerdings ist dieses Buch mit absoluter Vorsicht zu genießen, denn was dem Leser hier serviert wird ist wirklich nur sehr sehr schwer zu ertragen. Die ein oder andere Szene hat mich dazu gebracht, das Buch kurz bei Seite zu legen, um erstmal tief durchzuatmen und um nicht zu brechen. Wer harten Stoff gewöhnt ist, der wird sich davon nicht abschrecken lassen, aber allen anderen rate ich vom Kauf ab. Eine Empfehlung gibt es wirklich nur für die Fraktion, die nach "American Psycho" noch geradeaus laufen konnte und sich dachte, dass das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein kann. Es ist wirklich so, wie vom Verlag geschrieben: "Abstoßend, traurig, aber auch originell." Was Stokoe hier entfesselt ist zum Einen sehr mutig und wirklich gut geschrieben, in Bezug auf seine Darstellung aber auch das Ekelhafteste und Widerlichste, was ich bisher gelesen habe!

Eine Milieustudie die mich manchmal an meine Grenzen brachte. Trotzdem konnte es mich nicht gänzlich überzeugen.

Pink Anemone aus Wien am 11.04.2018

Bewertungsnummer: 1096639

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Triggerwarnung: Sodomie, physische wie psychische Vergewaltigung, Tierquälerei, detailierte Beschreibung von Gewalttaten. Um eine aussagekräftige Rezension zu schreiben, welche andere potenzielle Leser darauf vorbereitet was sie darin erwartet, um entweder nicht blind hineinzustolpern, oder aber Liebhaber dieses Genres anzufixen, ist es notwendig ein paar Zitate aus dem Buch wiederzugeben (wobei ich mich auf die harmloseren beschränke), sowie Weniges zum Inhalt (was mich persönlich an meine Grenzen brachte) anzuführen. Dies könnte auf manche Leser verstörend wirken, daher empfehle ich Zartbesaiteten auf das Buch, wie auch auf meine Rezension zu verzichten! Danke für Euer Verständnis. ****** Dieses Buch erschien in England bereits 1997 und wird von so manchen bereits als Horror-Klassiker bezeichnet. "Abartig", "Verstörend", "kranke Perversion" - das sind alles Bezeichnungen, welche man bezüglich des vorliegenden Buches liest. Aber man findet auch ebenso Titulierungen wie: "Begnadet", "Meisterwerk", "genialer Schreibstil". Bis auf das "Meisterwerk" kann ich das alles unterschreiben. Ich habe mich also gewappnet etwas wirklich Verstörendes zu lesen...und doch war es zu wenig. Außerdem dachte ich, ich wäre aufgrund meiner Vorliebe zu Splatter- und Gore-Filmen doch etwas abgehärtet...falsch gedacht, denn bei gewissen Szenen stieg sogar ich aus (wobei das vermutlich ganz andere Szenen waren als bei so manch anderen Lesern). Hier muss jeder selbst entscheiden ob das Buch etwas für einen ist, oder man lieber die Hände davon lässt. ♦♦♦ Steven lebt mit seinen 25 Jahren immer noch bei seiner Mutter, jedoch nicht weil es ihm im Hotel-Mama so gut gefällt, sondern weil ihm nichts anderes übrig bleibt und er auch gar nicht anders kann. Er ist nämlich der Sohn einer absolut gestörten Mutter, was sich schon allein dadurch offenbart, dass sie von sich in der 3. Person spricht. Wenn es nur das wäre, denn sie schenkt Steven kein warmes zu Hause voller Liebe, sondern die Hölle auf Erden in einer abgesifften Drecksbude. Sie hält ihn klein, gibt ihm rohen Schafsmagen oder ähnlich ekelhaftes Zeug zu essen und beschimpft ihn auf das Derbste. "Wer sollte dich denn lieben, Steven? Ich habe da draußen gelebt, bevor du meine Fotze infiziert hast. Ich weiß, was die mögen und lieben. Dich ganz sicher nicht. Hast du gehört du kleiner Pisser? Dich ganz sicher nicht." (S. 68) Er selbst wünscht sich nichts sehnlicher als ein normales Leben zu führen. Ein Leben wie die Menschen in den Filmen, in die er sich flüchtet...ein Leben wie alle Menschen dort draußen. Sie hasst ihn genauso wie er sie hasst. Ein abartiges Abhängigkeitsverhältnis schweißt Steven und seine Mutter auf kranke Weise zusammen. Bis Steven eine Anstellung im Schlachthaus bekommt und ihn Cripps, ein perverses Schwein von Vorarbeiter, unter seine Fittiche nimmt und ihm lernt wie man im Töten von Kühen Erfüllung findet, sexuell wie auch emotional. Das Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Steven und seiner Mutter beginnt zu kippen....und dann beginnen auch noch die Kühe mit ihm zu sprechen. Auch sie begehren auf, verlangen nach Freiheit und auch sie wollen eine Verschiebung der Machtverhältnisse und dafür brauchen sie Stevens Hilfe. Der Roman greift Themen auf wie Einsamkeit, zerstörende Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse und physischen wie auch psychischen Mißbrauch und das auf sehr unkonventionelle Art und Weise in der sich Ekelszenen und blutige Gewalt fast ohne Punkt und Komma aneinanderreihen. "Die Klingen der Schere glitten mit einem leisen Knirschen zusammen und schnitten den Muskel des Rektums durch. Gummy schrie und übergab sich, Blut spritzte aus seinem durchgeschnittenen Arsch." (S. 127) Hier werden Sodomie und das Essen von Exkrementen (die zwei Dinge an denen ich besonders zu knabbern hatte) genauso detailliert und bildhaft beschrieben wie auch die Gewaltszenen, aber auch der Seelenschmerz von Steven. Trotzdem ist es fast schon so etwas wie provozierende literarische Kunst, denn hier trifft intelligente Tiefsinnigkeit auf abartiges Szenario und derbe Gossensprache. "Das Muttertier. Die lieblose Hurenfotze stand über dem Gasherd mit seinen zwei Flammen und rührte ranziges Schweinefleisch in einer Pfanne um. Die Küche roch nach Gas, Öl und dem Gestank toter Fische zwischen ihren Beinen." (S. 11) Wenn man es schafft in all den Abartigkeiten zwischen den Zeilen zu lesen, ist es mehr als nur blosse Aneinanderreihung von Ekelszenen. Es ist eine Milieustudie aus der Unterschicht Englands, die ein Leben ohne Perspektive, jedoch mit umso mehr psychischer und physischer Verwahrlosung, aufzeigt. Man erlebt die Entwicklung eines verstörten, traumatisierten und schüchternen jungen Mannes zu einem GEstörten, kaltblütigen Individuum, wie es seine Mutter ist, der im Grunde nichts anderes wollte als ein normales Leben führen und keine Illusion von dessen, in der man nur so tut als ob. Dies alles eröffnet sich dem Leser bis zur Mitte des Buches. Da scheint dem Autor dann jedoch die Puste ausgegangen zu sein. Die Ansammlungen von Abartigkeiten und Ekelszenen hören abrupt auf und treten ab hier nur noch vereinzelt auf - als hätte der Autor all sein Pulver an kranker Phantasie komplett verschossen. Auch die Storyline selbst bricht in gewisser Weise in sich zusammen. Damit begann dann für mich die große Langeweile mit der Frage: "Wohin will mich der Autor nun führen?" Am Ende des Buches erfolgte die Antwort an mich selbst - "Niergends hin.", denn das Ende war in meinen Augen einfach nur bescheuert und lässt mich verdattert und unzufrieden zurück. Ein Lob gebührt jedoch dem Festa-Verlag. Die Umschlaggestaltung und die Qualität sind einfach eine Wucht. Eins der wenigen Male, bei denen mir das Cover der deutschen Ausgabe besser gefällt als das des Originals. Dadurch wurden 2 Sterne auf 3 aufgerundet. Fazit: Dieses Buch brachte selbst mich an ein paar Stellen an meine Grenzen, wobei es weniger die blutigen und abartigen Gewaltszenen waren, sondern eher die Sodomie-Szenen und die Stellen in denen Exkremente gegessen wurden (Mahlzeit!). Trotzdem fand ich das Buch bis zur Mitte hin relativ gut und auf kranke Weise fesselnd. Doch dann fiel alles in sich zusammen, die Ekelszenen genauso wie der gesamte Plot und das Ende. Genauso gut hätte ich ab der Mitte aufhören können zu lesen. Schade, denn das Buch hatte einen guten Anfang und durchaus Potenzial. Als "Horror-Klassiker" würde ich es also nicht bezeichnen und schon gar nicht als "Meisterwerk".

Eine Milieustudie die mich manchmal an meine Grenzen brachte. Trotzdem konnte es mich nicht gänzlich überzeugen.

Pink Anemone aus Wien am 11.04.2018
Bewertungsnummer: 1096639
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Triggerwarnung: Sodomie, physische wie psychische Vergewaltigung, Tierquälerei, detailierte Beschreibung von Gewalttaten. Um eine aussagekräftige Rezension zu schreiben, welche andere potenzielle Leser darauf vorbereitet was sie darin erwartet, um entweder nicht blind hineinzustolpern, oder aber Liebhaber dieses Genres anzufixen, ist es notwendig ein paar Zitate aus dem Buch wiederzugeben (wobei ich mich auf die harmloseren beschränke), sowie Weniges zum Inhalt (was mich persönlich an meine Grenzen brachte) anzuführen. Dies könnte auf manche Leser verstörend wirken, daher empfehle ich Zartbesaiteten auf das Buch, wie auch auf meine Rezension zu verzichten! Danke für Euer Verständnis. ****** Dieses Buch erschien in England bereits 1997 und wird von so manchen bereits als Horror-Klassiker bezeichnet. "Abartig", "Verstörend", "kranke Perversion" - das sind alles Bezeichnungen, welche man bezüglich des vorliegenden Buches liest. Aber man findet auch ebenso Titulierungen wie: "Begnadet", "Meisterwerk", "genialer Schreibstil". Bis auf das "Meisterwerk" kann ich das alles unterschreiben. Ich habe mich also gewappnet etwas wirklich Verstörendes zu lesen...und doch war es zu wenig. Außerdem dachte ich, ich wäre aufgrund meiner Vorliebe zu Splatter- und Gore-Filmen doch etwas abgehärtet...falsch gedacht, denn bei gewissen Szenen stieg sogar ich aus (wobei das vermutlich ganz andere Szenen waren als bei so manch anderen Lesern). Hier muss jeder selbst entscheiden ob das Buch etwas für einen ist, oder man lieber die Hände davon lässt. ♦♦♦ Steven lebt mit seinen 25 Jahren immer noch bei seiner Mutter, jedoch nicht weil es ihm im Hotel-Mama so gut gefällt, sondern weil ihm nichts anderes übrig bleibt und er auch gar nicht anders kann. Er ist nämlich der Sohn einer absolut gestörten Mutter, was sich schon allein dadurch offenbart, dass sie von sich in der 3. Person spricht. Wenn es nur das wäre, denn sie schenkt Steven kein warmes zu Hause voller Liebe, sondern die Hölle auf Erden in einer abgesifften Drecksbude. Sie hält ihn klein, gibt ihm rohen Schafsmagen oder ähnlich ekelhaftes Zeug zu essen und beschimpft ihn auf das Derbste. "Wer sollte dich denn lieben, Steven? Ich habe da draußen gelebt, bevor du meine Fotze infiziert hast. Ich weiß, was die mögen und lieben. Dich ganz sicher nicht. Hast du gehört du kleiner Pisser? Dich ganz sicher nicht." (S. 68) Er selbst wünscht sich nichts sehnlicher als ein normales Leben zu führen. Ein Leben wie die Menschen in den Filmen, in die er sich flüchtet...ein Leben wie alle Menschen dort draußen. Sie hasst ihn genauso wie er sie hasst. Ein abartiges Abhängigkeitsverhältnis schweißt Steven und seine Mutter auf kranke Weise zusammen. Bis Steven eine Anstellung im Schlachthaus bekommt und ihn Cripps, ein perverses Schwein von Vorarbeiter, unter seine Fittiche nimmt und ihm lernt wie man im Töten von Kühen Erfüllung findet, sexuell wie auch emotional. Das Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Steven und seiner Mutter beginnt zu kippen....und dann beginnen auch noch die Kühe mit ihm zu sprechen. Auch sie begehren auf, verlangen nach Freiheit und auch sie wollen eine Verschiebung der Machtverhältnisse und dafür brauchen sie Stevens Hilfe. Der Roman greift Themen auf wie Einsamkeit, zerstörende Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse und physischen wie auch psychischen Mißbrauch und das auf sehr unkonventionelle Art und Weise in der sich Ekelszenen und blutige Gewalt fast ohne Punkt und Komma aneinanderreihen. "Die Klingen der Schere glitten mit einem leisen Knirschen zusammen und schnitten den Muskel des Rektums durch. Gummy schrie und übergab sich, Blut spritzte aus seinem durchgeschnittenen Arsch." (S. 127) Hier werden Sodomie und das Essen von Exkrementen (die zwei Dinge an denen ich besonders zu knabbern hatte) genauso detailliert und bildhaft beschrieben wie auch die Gewaltszenen, aber auch der Seelenschmerz von Steven. Trotzdem ist es fast schon so etwas wie provozierende literarische Kunst, denn hier trifft intelligente Tiefsinnigkeit auf abartiges Szenario und derbe Gossensprache. "Das Muttertier. Die lieblose Hurenfotze stand über dem Gasherd mit seinen zwei Flammen und rührte ranziges Schweinefleisch in einer Pfanne um. Die Küche roch nach Gas, Öl und dem Gestank toter Fische zwischen ihren Beinen." (S. 11) Wenn man es schafft in all den Abartigkeiten zwischen den Zeilen zu lesen, ist es mehr als nur blosse Aneinanderreihung von Ekelszenen. Es ist eine Milieustudie aus der Unterschicht Englands, die ein Leben ohne Perspektive, jedoch mit umso mehr psychischer und physischer Verwahrlosung, aufzeigt. Man erlebt die Entwicklung eines verstörten, traumatisierten und schüchternen jungen Mannes zu einem GEstörten, kaltblütigen Individuum, wie es seine Mutter ist, der im Grunde nichts anderes wollte als ein normales Leben führen und keine Illusion von dessen, in der man nur so tut als ob. Dies alles eröffnet sich dem Leser bis zur Mitte des Buches. Da scheint dem Autor dann jedoch die Puste ausgegangen zu sein. Die Ansammlungen von Abartigkeiten und Ekelszenen hören abrupt auf und treten ab hier nur noch vereinzelt auf - als hätte der Autor all sein Pulver an kranker Phantasie komplett verschossen. Auch die Storyline selbst bricht in gewisser Weise in sich zusammen. Damit begann dann für mich die große Langeweile mit der Frage: "Wohin will mich der Autor nun führen?" Am Ende des Buches erfolgte die Antwort an mich selbst - "Niergends hin.", denn das Ende war in meinen Augen einfach nur bescheuert und lässt mich verdattert und unzufrieden zurück. Ein Lob gebührt jedoch dem Festa-Verlag. Die Umschlaggestaltung und die Qualität sind einfach eine Wucht. Eins der wenigen Male, bei denen mir das Cover der deutschen Ausgabe besser gefällt als das des Originals. Dadurch wurden 2 Sterne auf 3 aufgerundet. Fazit: Dieses Buch brachte selbst mich an ein paar Stellen an meine Grenzen, wobei es weniger die blutigen und abartigen Gewaltszenen waren, sondern eher die Sodomie-Szenen und die Stellen in denen Exkremente gegessen wurden (Mahlzeit!). Trotzdem fand ich das Buch bis zur Mitte hin relativ gut und auf kranke Weise fesselnd. Doch dann fiel alles in sich zusammen, die Ekelszenen genauso wie der gesamte Plot und das Ende. Genauso gut hätte ich ab der Mitte aufhören können zu lesen. Schade, denn das Buch hatte einen guten Anfang und durchaus Potenzial. Als "Horror-Klassiker" würde ich es also nicht bezeichnen und schon gar nicht als "Meisterwerk".

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