Was passiert, wenn man vier Männer und vier Frauen in ein riesiges Terrarium einsperrt? T. C. Boyles fabelhafter Roman, basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt vom halsbrecherischen Versuch, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang unserer eigenen zu retten. Zwar bleibt die schöne neue Welt im Glas von Kriegen, Epidemien und Umweltkatastrophen verschont. Doch es kommt darauf an, wer mit im Glashaus sitzt. Und die Hölle, das sind immer die anderen … (Laufzeit: 16h 46)
Kundinnen und Kunden meinen
3.4/5.0
Bewertung
5/5
11.03.2019
Buch (Taschenbuch)
Unterschwelig bissig, ironisch und zynisch!
Für alle T.C. Boyle Fans ist dieses Buch natürlich ein Muss. Auf unterhaltsame aber auch ehrliche Weise beschreibt T.C. Boyle was passiert wenn 8 Menschen in einem künstlichem Ökosystem zusammenleben. Erstrecht unter dem Fokus der Medien ist Missgunst, Neid und Eifersucht vorprogrammiert. Trotz der vorhersehbaren Geschichte bleibt das Buch spannend bis zum Schluss.
Kerstin Irouschek
5/5
11.08.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brilliant geschrieben!
"Die Terranauten" von T.C. Boyle beruht teilweise auf wahren Begebenheiten aus den 90er-Jahren:
Eine Crew von 4 Männern und vier Frauen soll 2 Jahre in einem in sich abgeschlossenen Ökosystem ("Ecosphere 2") autark überleben.
Besonders gut hat mir die abwechselnde Erzählweise der Protagonisten gefallen, so konnte die Geschichte aus vielen Blickwinkeln erzählt werden.
Außerdem werden die zwischenmenschlichen Beziehungen auf eine harte Probe gestellt, was zusätzliche Spannung (im wahrsten Sinne) erzeugt.
Bewertung
5/5
29.08.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Überleben in anderen Welten...
...scheint am allzu menschlichen zu scheitern. Lange bereiten Sie sich vor. Jeder der auserwählten Wissenschaftler hofft, beim nächsten Team-Wechsel dabei zu sein. Die Kriterien und Anforderungen an die Probanden sind hart. Sie alle wollen in die "Ökosphäre" einem autarken abgeschotteten, sich selbst erhaltenden Lebensraum, um, in Vorbereitung einer geplanten Marsmission, die Bedingungen für ein Überleben in extraterrestrischen Welten zu proben. Sie müssen Nahrung anbauen, gewisse Tierarten leben mit Ihnen in dieser Welt, die, von außen mit großem Medieninteresse verfolgt, einzig dem Zweck dient, irgendwann einmal eine solche Mission in Angriff nehmen zu können. Auf sich selbst gestellt lautet die Devise: nichts kommt von außen in diese abgeschlossene Welt, noch geht etwas von dort nach draußen! Doch die ideellen Ziele scheinen am allzu menschlichen zu scheitern. Typisch T.C. Boyle, er lotet wie kein anderer die Befindlichkeiten und eigenen Interessen der Beteiligten aus, Neid, Egoismus, mangelnde Teamfähigkeit bringen das Projekt in Gefahr. Als eine der Wissenschaftlerinnen schwanger wird, werden die Feindseligkeiten untereinander immer stärker. Haben Sie doch alles dafür gegeben dabei sein zu können. Und nun droht ein vorzeitiger Abbruch der Mission. Oder doch nicht??? Lesen Sie selbst. Der Autor hat es wieder einmal geschafft mich total zu begeistern. Seine lakonische und manchmal zynische Gesellschaftsbetrachtungen sind typisch und einfach nur ganz große Klasse.
Bewertung
aus Magdeburg
5/5
20.03.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Terranauten
"In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von Ecosphere 2 verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit."
T.C. Boyle wurde 1948 in Peekshill geboren. Seit seinem Erstling, einem Erzählband mit dem Titel "The Descent of Man", der 1979 erschien, verfasst er fast jedes Jahr ein Buch. Er lebt mit Frau, Kindern und Hund im sonnigen Kalifornien und steckt als Literaturprofessor an der University of Southern California die Studenten mit seiner Schreibbegeisterung an.
Das Cover zeigt einen Menschen in einem Raumanzug inmitten eines grünen Gartens. Es wirkt sehr stimmungsvoll und verweist auf den Titel. Ganz passend ist es nicht, denn die Terranauten leben unter einer Glaskugel, in der Sauerstoff vorhanden ist, so dass sie keine Anzüge benötigen.
Der gut 600 Seiten umfassende Roman ist in vier Teile aufgeteilt: Vor dem Einschluss, Einschluss. Jahr eins, Einschluss. Jahr zwei und Wiedereintritt, wobei die beiden Jahre des Einschlusses naturgemäß den meisten Raum einnehmen.
T.C. Boyle lässt drei der Protagonisten aus ihrer Sicht abwechselnd erzählen. Eine Frau (Dawn) und ein Mann (Ramsay) erzählen von ihren Jahren in "Ecosphere 2", während die dritte, mit Linda ebenfalls eine Frau, nicht zu den auserwählten Teilnehmern des Experimentes Nr. 2 zählt und nun auf ihre Chance beim dritten Experiment wartet.
Der Autor fokussiert sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründe. Was passiert, wenn 8 mehr oder weniger zufällig ausgesuchte Personen zwei Jahre nicht nur auf engstem Raum miteinander auskommen müssen, sondern gegenseitig auf sich angewiesen sind? Jeder der 8 Terranauten hat eine Aufgabe, die zum Überleben in diesem System notwendig ist, sei es Nahrung oder die Versorgung mit Wasser und Sauerstoff. Privatsphäre gibt es, aber nur wenig. Da nicht nur die eingeschlossenen, sondern auch viele weitere Mitarbeiter nötig sind, um das System zu überwachen und Konsequenzen aus dem Erlebten zu ziehen, erfolgt die Finanzierung über Touristen, die zur Glaskuppel pilgern, um diese eigene kleine Welt mit eigenen Augen zu sehen. Auch das eine zusätzliche Belastung.
Auch wenn klar ist, dass das Experiment jederzeit abgebrochen werden kann, wenn eine ernsthafte Gefahr entsteht, wollen alle den Erfolg.
T.C. Boyles Schreibstil lässt sich gut lesen, wesentliche Unterschiede zwischen den drei "Ich"-Erzählern habe ich nicht ausgemacht.
Die Berichte der drei Protagonisten sind gut aufgebaut. Handlungen, Schlussfolgerungen und Emotionen können nachvollzogen werden und sind realistisch.
Teilweise zieht sich der Roman etwas. Erst als Dawn schwanger wird, nimmt das Buch wieder Fahrt auf. Vieles kommt zum Vorschein, was vorher vorsichtig ausbalanciert wurde. Das Ende überrascht, aber nur etwas.
Im Klappentext wird der Roman als "irre komisch" beschrieben. Diese Meinung kann ich nun beim besten Willen nicht teilen. Ich fand ihn eher als bedrückend. So verlockend es auch sein mag, mit wenigen anderen eine "neue, bessere Welt" aufzubauen, so schwierig ist es auch und zwar nicht nur, was das Überleben betrifft, sondern vor allem im Umgang miteinander.
Fazit: Ein lesenswerter, ein guter Roman mit vielen Denkanstößen, der sich trotz einiger Längen mit großem Gewinn lesen lässt.
Plush
5/5
11.03.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein intensiver Roman, der packend die hässlichen Seiten der menschlichen Natur zeigt
Auszug aus dem Klappentext: In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von Ecosphere 2 verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. [ ]
Meine Meinung: Es ist ein bisschen wie Big Brother nur eben mit Wissenschaftlern. Vier Männer und vier Frauen leben für zwei Jahre unter einer wortwörtlichen Käseglocke. Nichts rein, nichts raus. Und dass sich unter solchen Umständen ganz eigene Dynamiken entwickeln, weiß man wohl.
Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Dawn und Ramsey, beide unter der Kuppel, und Linda, die zu den Finalisten gehörte, es aber leider nicht unter die letzten Acht geschafft hat. Diese Sichtweisen und der hautnahe Schreibstil ermöglichen es dem Leser, jederzeit direkt im Geschehen zu sein und die hochkochenden Emotionen in der Ausnahmesituation Kuppel miterleben und nachvollziehen zu können. Dabei schaut man tief in die menschlichen Abgründe und kann beobachten, wie sich starke Stresssituationen auf die Psyche auswirken. Hochinteressant und so manches Mal auch ziemlich komisch! Wer eine zackige Handlung mit großem Spannungsbogen erwartet, wird enttäuscht sein. Der Schwerpunkt liegt hier definitiv auf dem zwischenmenschlichen Aspekt.
Was macht das mit Menschen, sie zwei Jahre lang auf begrenztem Raum einzusperren, unter harten Lebensbedingungen? Was macht das aus den Menschen, die es nicht unter die Kuppel geschafft haben, nachdem sie sich für lange Zeit 24/7 auf diese Arbeit (und den damit verbundenen Ruhm) vorbereitet hatten? Was macht es mit Freundschaften, Beziehungen?
Ein intensiver Roman, der packend die hässlichen Seiten der menschlichen Natur zeigt. Mich hat er begeistert!
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5/5
08.06.2018
Buch (Taschenbuch)
"Leben auf dem Mars"
EIn eigenständiges Ökosystem unter einer riesigen Glaskuppel, bewohnt von vier Männern und vier Frauen! Lässt sich dieses System so steuern wie sich alle das vorstellen, oder ist der Versuch für ein Leben auf dem Mars vorzubereiten zum Scheitern verurteilt?
Ein Muss für alle Fans von "Der Marsianer" und Science Fiction Romanen! Ein vorstellbares Leben auf dem Mars rückt immer näher!
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2/5
24.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Einzigartiger Handlungsort - leider ignoriert
Wer hier - wie ich - ein klaustrophobisches Drama und eventuell einen Kampf ums Überleben mit Spannungen zwischen den Eingeschlossenen erwartet, wird enttäuscht werden. Man bekommt eher ein Beziehungsdrama. Aber auch dafür wurden die Beziehungen nicht genug „ausgespielt“ und dramatisch genug dargestellt.
Der Fokus liegt zu sehr auf den Verbandelungen zwischen den (drei Haupt-)Figuren, dass die Besonderheit des Ortes und der Mission in den Hintergrund treten. So sehr, dass auch Probleme und Gefahren, die diese beiden Dinge betreffend, nur eingefügt wirken und keine wirkliche Auswirkungen auf die Handlung haben.
Die Geschichte hätte auch in der "ganz normalen Welt" spielen können und hätte genau so funktioniert.
Irrwitzig komisch, prophetisch und auf einer wahren Geschichte basierend. 8 amerikanische Wissenschaftler in den neunziger Jahren lassen sich für 2 Jahre in eine Glaskuppel einschließen, mit dem Ziel eine neue Welt zu kreieren. Zwei Jahre leben sie ausschließlich von ihren selbst angebauten Erzeugnissen. Hunger und Sauerstoffmangel sind jedoch nicht die einzigen Probleme mit denen sich die 8 herumschlagen müssen, den der Mensch bleibt auch in der neuen Welt ein Wesen mit vielen Fehlern.
Von einer wahren Begebenheit inspiriert, entführt uns T.C. Boyle in die Welt der Terranauten. "Alles für die Wissenschaft" - unter diesem Motto steht dieser Roman, in welchem sich sowohl Frauen, als auch Männer in eine Glaskuppel einschließen lassen. Das dortige Ökosystem erhält sich zum großen Teil selbst und soll nachhaltige Forschungsergebnisse bringen, welche besonders für die Zukunft relevant sein sollen.
Obwohl alle Beteiligten durch ein rigoroses Auswahlverfahren gesiebt und auf Extremsituationen vorbereitet werden, bröckelt schon bald die Gemeinschaft der Terranauten. Menschliche Emotionen können nicht wegtrainiert werden. Stress, Angst, Hunger und harte Arbeit, bringen die KuppelbewohnerInnen an ihre psychischen und physischen Grenzen.
Der Schreibstil von T.C Boyle ist fesselnd und gut zu lesen- einige Kapitel hätte ich mir aber etwas kompakter gewünscht obwohl ich den Großteil des Buches mit Neugierde verschlungen habe.
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