Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen
John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Der Herr der Bogenschützen von Mac P. Lorne lässt uns hautnah an Hollands Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen, seiner Kriegsgefangenschaft und seinen Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau teilhaben, die einmal als Jeanne d'Arc in die Geschichte eingehen soll. Jeanne d'Arc lässt einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen - und Holland kann ihre Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen am Ende nicht verhindern, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird.
Ein blutiger Krieg, ein genialer Kämpfer und die Geburt eines Mythos - Spannende historische Unterhaltung
Mac P. Lorne, der Autor des erfolgreichen historischen Romans Der Pirat, entzaubert gekonnt den Mythos Jeanne d'Arc und liefert packende Unterhaltung für Fans von Bernard Cornwell, Ulf Schiewe und Simon Sparrow.
»Fiktion und Geschichte vereinen sich zu einem grandiosen Buch, das nicht nur die Freunde dieses Genres begeistern wird« Fränkische Nachrichten
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4.8/5.0
nirak
5/5
02.05.2017
eBook (ePUB 3)
spannenden, detailreich und glaubhaft
Es ist das Jahr 1400, als John Holland schmerzlich lernen muss, wie grausam der Krieg ist. Er ist noch ein Kind, als sein Vater als Verräter hingerichtet wird und seine Mutter in die Fremde verheiratet und ihr Besitz enteigneten wird. Er selbst hatte das Glück bei einer Pflegefamilie aufwachsen zu dürfen, die ihm ein einigermaßen sicheres Leben bieten konnte. Als junger Mann hat er dann nur ein Ziel, den Ruf seiner Familie wieder herstellen und die Ländereien und Titel zurückerhalten, denn schon sein Vater und Großvater waren Earl of Huntingdon. Er erlernt das Kämpfen. Da er aber nicht als Ritter an den Hof des Königs darf, entschließt er sich dazu, sich als Bogenschütze ausbilden zu lassen. Er wird einer der besten Bogenschützen Englands. Er vereint ein ganzes Heer hinter sich und stellt es dem König zur Verfügung. So gelingt ihm, was keiner zu hoffen wagte. Er steigt in der Gunst der Mächtigen und Reichen und wird zum Duke of Exeter.
Der Herr der Bogenschützen beginnt zunächst mit der Kindheit von John. Erzählt, wie die Familie enteignet wurde und wie seine Kindheit und Jugend verlief. Dann folgen seine Jahre in der Ausbildung und schließlich seine Zeit im Krieg und in Gefangenschaft. Die ersten Seiten zu lesen fiel mir relativ schwer. Es hat ein wenig gebraucht, bis ich mit John Holland warm geworden bin.
Nach seiner Kindheit kamen dann zunächst einige Schlachtenszenen dazu. Beim Lesen fand ich sie schon fast ein bisschen viel, aber je weiter ich las, umso faszinierter wurde ich von dem Bogenschützen. Da es sich hier ja nun mal um eine Geschichte aus dem 100-jährigen Krieg handelt, ist klar, müssen auch die Schlachten beschrieben werden. Leider gibt es da von einigen zu berichten. Der Autor kann sie zudem auch noch detailgetreu beschreiben und dabei Bilder im Kopf entstehen lassen. Einige Male wurde John gefangen genommen, und genau mit diesen Szenen begann es, dass ich das Buch beziehungsweise den Ebook-Reader nicht mehr weglegen konnte. Ich wollte einfach nur noch wissen, wie es weitergeht. Kommt John aus jener brenzligen Situation heraus? Nur um festzustellen, er stolpert gleich in die Nächste hinein. John wurde immer mehr zum Helden und gleichzeitig hat Mac P. Lorne hier historische Ereignisse brillant geschildert.
Der zweite Handlungsstrang gehört dann einer Frau, die wohl jeder kennt. Jeanne d'Arc! Der Autor schildert ihr Leben und ihr Handeln. Das Bild, das er entstehen lässt ,ist aber ein so ganz anderes, als man es eigentlich kennt. Hier ist sie nicht unbedingt die Heldin, sondern mehr eine junge Frau, die in ihrem Glauben an Gott und den König aufgeht.
So wie hier die Ereignisse rund um Jeanne d'Arc geschildert werden, könnte es durchaus gewesen sein.
Ihre Beziehung zum französischen König und zum Volk wird glaubhaft geschildert. Am Ende bleibt nur Mitleid mit einer armen Frau, die irgendwie in die Fänge der mächtigen und reichen dieser Epoche geraten ist. Die historischen Ereignisse fügen sich scheinbar mühelos mit der fiktiven Geschichte des Autors zusammen und lassen ein glaubhaftes Bild dieser Jahre entstehen.
Mir hat der Herr der Bogenschützen sehr gut gefallen. Spannend, detailreich und vor allem glaubhaft wird hier geschildert, was sich in jenen Tagen des 100. jährigen Krieges zugetragen haben könnte. Gerne mehr von solchen Geschichten!
anke3006
aus niedersachsen
5/5
30.04.2017
eBook (ePUB 3)
Vom enteigneten Sohn eines…
Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d'Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen – und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird. Dies ist mein erster Roman von Mac P. Lorne. Ich bin begeistert von seinem Erzählstil. Man ist von Anfang an in der Geschichte und erlebt den Werdegang des späteren Duke of Exeter. Die historische Geschichte ist sehr lebendig erzählt. Man erfährt sehr viel über die Zeit und die Hintergründe. Gerade die Figur Jeanne d'Arc ist sehr gut beschrieben, auch die Beweggründe. Das hat mir gut gefallen. Ein Roman, der mich von Anfang an gefesselt hat.
anke3006
5/5
30.04.2017
eBook (ePUB 3)
Die Geschichte John Hollands
Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d'Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird. Dies ist mein erster Roman von Mac P. Lorne. Ich bin begeistert von seinem Erzählstil. Man ist von Anfang an in der Geschichte und erlebt den Werdegang des späteren Duke of Exeter. Die historische Geschichte ist sehr lebendig erzählt. Man erfährt sehr viel über die Zeit und die Hintergründe. Gerade die Figur Jeanne d'Arc ist sehr gut beschrieben, auch die Beweggründe. Das hat mir gut gefallen. Ein Roman, der mich von Anfang an gefesselt hat.
Meggie
aus Mertesheim
5/5
24.04.2017
eBook (ePUB 3)
Der Herr der Bogenschützen
John Holland, der spätere Duke of Exeter, muss sich seinen Titel jedoch bitterlich zurückerobern. Denn Thomas Fitzalan trennt ihn als 5jährigen von seiner Familie und John muss bei einer Pflegefamilie aufwachsen. John schwingt sich zum "Herrn der Bogenschützen" auf und macht sich als Kommandant der englischen Langbogenschützen im 100jährigen Krieg einen großen Namen. Doch John merkt, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als den Krieg endlich zu beenden.
Zur gleichen Zeit macht sich Jeanne d'Arc auf, Frankreichs Armee zum Sieg zu führen. Ihr fanatisches Verhalten und ihr Sinn, alle für sich einzunehmen, führen dazu, dass sich die englische und französische Armee gegenüberstehen und ein erbitterter Kampf entbrennt.
John weiß, dass mit Jeanne alles steigt und fällt... und so greift er in das Schicksal ein.
Nach "Der Pirat" war ich begeistert von der lebendigen Schreibweise des Autors. Mich mit Francis Drake auf Raubzüge und Weltreise zu begeben, war ein wahrliches (Lese)Vergnügen. Die Vorankündigung eines neues Romans aus der Feder von Mac P. Lorne hat mich dann sehnsüchtig auf diesen warten lassen.
Diesmal begeben wir uns in die Zeit des 100jährigen Krieges. Wir lernen John Holland im Alter von 5 Jahren kennen, als sein Vater als Verschwörer entlarvt und seine Mutter mit einem anderen Mann verheiratet wird. John selbst kommt in eine Pflegefamilie, die ihm jedoch viel Liebe entgegenbringt und ihn in seinem Bestreben Bogenschütze zu werden, unterstützt. John hat dafür sehr viel Talent und schwingt sich dadurch bis zum Herrn der Bogenschützen auf, in dem er unter König Henry V. als Kommandant der Langbogenschützen seine Pflicht antritt.
Der Autor hat einen sehr lebhaften Schreibstil und so fühlt man sich fast, als wäre man mitten in der Geschichte und würde neben John Holland stehen und alles hautnah mitbekommen. Dabei hat der Autor eine sehr interessante Weise gewählt, um seine Geschichte zu erzählen. Da es sich bei John Holland um eine historisch bekannte Persönlichkeit handelt, hat der Autor Szenen gewählt, in denen wir John persönlich näher kennenlernen. Zwischendurch gibt es immer wieder Absätze, die sich jedoch nur der Erzählung der historisch belegten geschichtlichen Fakten widmen. Wichtige historische Begebenheiten werden jedoch so anschaulich und interessant erzählt, dass nichts trocken wirkt und auch keinerlei Langeweile aufkommt.
So wird die Geschichte lebendig und man lernt nebenbei auch noch viele Dinge, die man vorher so nicht wusste.
Gerade wenn es um John Holland geht, der zwar oft in historischen Überlieferungen erwähnt wird, aber trotzdem irgendwie in der Geschichte untergeht. Diese Persönlichkeit faszinierte den Autor so sehr, dass er ihm einen Roman widmen wollte. Und so spann er eine Lebensgeschichte, die sich so tatsächlich ereignet haben könnte. Wichtige Momente, wie Johns Taten und Verdienste im Krieg oder das Treffen auf eine weitere historische Prominente namens Jeanne d'Art sind belegt, doch viele Lücken mussten geschlossen werden. Der Autor hat dies mit einer sehr lebhaften Fantasie getan und doch könnte es sich wirklich so zugetragen haben.
Nachdem ich das Buch "Johanna von Orleans" von Pamela Marcantel gelesen habe, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass Jeanne d'Arc eine arme, verwirrte junge Frau war, die aufgrund einer damals nicht bekannten Krankheit (wahrscheinlich Wahnvorstellungen oder Schizophrenie) eine sehr berühmte Rolle einnahm, um so den Franzosen zum Sieg und vor allem dem nicht legitimen Charles zur Königswürde zu verhelfen. Ich hatte Mitleid mit ihr. Doch die Darstellung der Jeanne d'Arc von Mac P. Lorne ließ mich meine Meinung etwas ändern. Die Jungfrau von Orleans wirkt hart und verhärmt. Ihre Krankheit lässt sie zu Mitteln greifen, die sie zwar als Gottgegeben abtut, jedoch in der heutigen Zeit sektenhaft wirken. Ihre Art zu reden und andere für sich einzunehmen, haben vieles bewirken können.
Jeanne d'Arc nimmt jedoch nicht die Hauptrolle des Buches ein. In am Anfang seltenen Szenen wird ihre Kindheit geschildert, bis sie am Ende des Buches eine größere Rolle einnimmt. Besonders im Gedächtnis wird mir wohl die Szene bleiben, als Jeanne auf John trifft und sie ein längeres Gespräch führen.
Ich muss aber zugeben, dass ich auch zu John Holland keine wirkliche Beziehung aufbauen konnte. Er blieb mir teilweise etwas zu distanziert und kühl. Erst am Ende bekommt man etwas Emotion von ihm zu spüren.
Und doch geht von allem eine gewisse Faszination aus. Der 100jährige Krieg war sinnlos und brutal. Es mussten zu viele Menschen sterben, die sich eigentlich ein ruhiges Leben verdient hatten. Doch so ist es mit jedem Krieg, der auf dieser Welt herrschte oder immer noch herrscht.
Machtansprüche werden geregelt, an die Verträge wird sich nicht gehalten und so kommt es zu einer Schlacht, die tausende Opfer fordert.
Der Autor schildert den Wahnsinn der damaligen Zeit in einer Art und Weise, die es einem fast unmöglich macht, das Buch wegzulegen und doch gibt es Szenen, da nimmt man sich freiwillig eine Auszeit von der Geschichte. Denn manche - ebenfalls historisch belegten - Persönlichkeiten legten eine Brutalität an den Tag, dass es einem sehr schlecht wird.
Letztendlich ist die Geschichte die lebendige Darstellung eines John Holland, dem alles genommen wird und der sich nach und nach das zurückholt, was ihm zusteht. Ungerechtigkeiten bleiben nie ungesühnt.
Fazit:
Ein Ausflug in die Zeit des 100jährigen Krieges mit all seinen Schrecken.
Bewertung
2/5
09.08.2022
eBook (ePUB 3)
Geschichte schön, Schreibstil sehr flach
Historisch schön aufbereitet.
Der Verlauf der Geschichte muss allerdings, der angestrebten historischen Korrektheit oder der Nähe zu derselben geschuldet, mit relativ geringen und abfolgeschwachen Spannungsbögen leben. Plötzliche unerwartete Wendungen sucht man vergebens. Die beschriebenen Schlachten sind in schöner Mitte zwischen Detail- und Strategiebeschreibung eingefangen, könnten aber durchaus noch genauer und länger ausgeführt werden. Aus Sicht einer biographischen Aufarbeitung John Hollands lesenswert, wenn auch teils über die Maßen heroisierend.
Aber, und das ist ein großes ABER: Der Erzählstil war durch das ganze Buch hindurch schwer auszuhalten. Wirkt teilweise extrem infantil (gefühlt jedes Kapitel bzw. Abschnitt endet mit einem ungeschickten verbalen Cliffhanger á la " aber er wusste nicht, wie sehr er sich damit irren sollte") und/oder sehr unbedarft. Vor allem die Kreation von Dialogen scheint dem Autor gar nicht zu liegen, diese sind durchwegs komplett oberflächlich und lassen keinerlei Meta-Kommunikation oder überhaupt unehrliche/täuschende/intrigante Kommunikation erahnen, obwohl der Geschichtshintergrund dafür wohl genug hergegeben hätte. Verschiedene Gesprächsstile der Charaktere? Auch nicht zu erkennen. Ich verstehe den Wunsch, in die Dialoge historische Details, die sich nicht ausführlich in die Geschichte einweben ließen, zu packen. Wurde aber nicht geschickt umgesetzt. Die Dialoge sind ohne Ausnahme vorhersehbar und flach, die Art und Weise, wie die Charaktere sprechen, extrem homogen.
Was bleibt unterm Strich?
Ich habe es nicht geschafft, das Buch ungelesen wegzulegen und habe es zu Ende gelesen. Das Setting wurde gar nicht so schlecht eingefangen. Das Fehlen einer wachsenden Spannung, die unnötigen, fast schon peinlichen Cliffhangerphrasen und vor allem die sehr oberflächlichen Dialoge haben aber ständig genervt und das Leseerlebnis war ein guter Teil Masochismus und nicht-in-der-Mitte-aufhören-wollen.
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