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Tribe Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.04.2017

Verlag

Blessing

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/1,9 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Dunkelgrün / Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Tribe. On Homecoming and Belonging

Übersetzt von

Teja Schwaner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-587-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

25.04.2017

Verlag

Blessing

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

20,5/13,4/1,9 cm

Gewicht

307 g

Farbe

Dunkelgrün / Seidengrau

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Tribe. On Homecoming and Belonging

Übersetzt von

Teja Schwaner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-89667-587-3

Herstelleradresse

Blessing Karl Verlag
Neumarkter Strasse 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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TRIBE - Sebastian Jungers ebenso spannender wie nachdenkenswerter Diskurs über den Verlust an Gemeinsinn in der modernen Welt

j.h. aus Berlin am 19.05.2017

Bewertungsnummer: 1020884

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Warum rücken Menschen zum Zeitpunkt der Gefahr näher zusammen, entwickeln ganz andere Solidaritätsgefühle? Warum wollen die wenigsten Indianer Teil der modernen amerikanischen Zivilisation werden? Warum verpflichten sich aus dem Kampf zurückkehrende Soldaten freiwillig für neue Einsätze? Unsere moderne Zivilisation muss gewaltige Entwicklungsfehler aufweisen - anders wären diese Reaktionen schwerlich zu erklären. Der amerikanische Journalist Sebastian Junger (*1962), dessen erstes Buch THE PERFECT STORM (1997) zum Weltbestseller avancierte und der später mit Kriegsreportagen aus Afghanistan Aufsehen erregte, stellt in seinem neuen Buch TRIBE (zu übersetzen in etwa mit STÄMME) provokante Fragen über die heutige kapitalistische Gesellschaft - wie bereits der Untertitel "Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit" andeutet. Junger wuchs in einem Vorort von Boston auf und verzweifelte dabei an der Vorhersehbarkeit des Lebens in einem amerikanischen Vorort, in dem Häuser hinter dichten Hecken standen und die Nachbarn sich kaum kannten. Das von Stämmen überlieferte Gemeinschaftsgefühl und das Bedürfnis zu aktiver Solidarität sind hier im allgemeinen Wohlstand verschüttet. "Viele kulturübergreifende Studien haben gezeigt, dass die moderne Gesellschaft - trotz ihrer beinahe an Wunder grenzenden Fortschritte auf den Gebieten der Medizin, Wissenschaft und Technik - mit so vielen Fällen von Depression, Schizophrenie, schlechtem allgemeinen Gesundheitszustand, Angststörungen und chronischer Einsamkeit zu kämpfen hat wie kaum je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Wenn Wohlstand und Urbanisierung einer Gesellschaft zunehmen, steigen Depressions- und Selbstmordraten in der Regel eher, als dass sie sinken. Statt die Menschen vor klinischer Depression abzuschirmen, scheint höherer Wohlstand in einer Gesellschaft sie sogar zu fördern." (S. 40 f.) Die mit dem allgemeinen Wohlstand einhergehende Vereinzelung (die bereits vor über 50 Jahren vom italienischen Meisterregisseur Michelangelo Antonioni beispielhaft seziert wurde) entfernt die Menschen von ihren angeborenen Stammes-Gefühlen und führt zu allgemeiner Kommunikations-Unfähigkeit. So wird auch ein Betrug an der Gesellschaft in unmäßigen Dimensionen möglich: "Es steht zu vermuten, dass Jäger/Sammler ihre Version eines Sozialhilfebetrügers oder eines betrügerischen Bankers nicht weniger entschieden zur Rechenschaft gezogen hätten als einen Feigling. Man hätte ihn vielleicht nicht getötet, aber mit Sicherheit aus der Gemeinschaft verstoßen. Die Tatsache, dass ein paar Leute die amerikanische Gesellschaft mit Billionen-Dollar-Verlusten ... belasten kann, ohne eines Schwerverbrechens angeklagt zu werden, zeigt, wie weit der Zerfall der Stammesstruktur in diesem Land fortgeschritten ist." (S. 53) Sebastian Junger hat sein mit zahlreichen provokanten Fragen und Thesen aufwartendes Buch in vier Hauptkapitel untergliedert. Sicher wird gerade der deutsche Leser - die US-amerikanische Gesellschaft ist eben noch um einiges rücksichtsloser - bei einigen Thesen deutlichen Widerspruch anmelden. Aber genau in dem Diskurs des Nachdenkens über die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung liegt das Verdienst von TRIBE: "Wäre Krieg in jeder Hinsicht und in allen Auswirkungen unbestreitbar schädlich und absolut schlecht, würde er wohl nicht so oft geführt, wie es der Fall ist. Aber über die Zerstörung und den Verlust an Menschenleben hinaus aktiviert der Krieg althergebrachte menschliche Tugenden wie Mut, Loyalität und Selbstlosigkeit, die auf die Menschen, die sie erleben, überaus berauschend wirken." (S. 107) Später kommt Junger zu diesem bemerkenswerten Fazit: "Was den Menschen fehlt, ist vermutlich weder die Gefahr noch der Verlust, sondern die Geschlossenheit, die dadurch hervorgebracht wird." (S. 123) Der BLESSING-Verlag veröffentlichte das im Original 2016 erschienene Buch nun in hervorragender deutscher Übersetzung von Teja Schwaner und Iris Hansen. Lassen sie sich zum Nachdenken anregen - gesellschaftlicher Diskurs ist auch hierzulande von nahezu existenzieller Bedeutung.

TRIBE - Sebastian Jungers ebenso spannender wie nachdenkenswerter Diskurs über den Verlust an Gemeinsinn in der modernen Welt

j.h. aus Berlin am 19.05.2017
Bewertungsnummer: 1020884
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Warum rücken Menschen zum Zeitpunkt der Gefahr näher zusammen, entwickeln ganz andere Solidaritätsgefühle? Warum wollen die wenigsten Indianer Teil der modernen amerikanischen Zivilisation werden? Warum verpflichten sich aus dem Kampf zurückkehrende Soldaten freiwillig für neue Einsätze? Unsere moderne Zivilisation muss gewaltige Entwicklungsfehler aufweisen - anders wären diese Reaktionen schwerlich zu erklären. Der amerikanische Journalist Sebastian Junger (*1962), dessen erstes Buch THE PERFECT STORM (1997) zum Weltbestseller avancierte und der später mit Kriegsreportagen aus Afghanistan Aufsehen erregte, stellt in seinem neuen Buch TRIBE (zu übersetzen in etwa mit STÄMME) provokante Fragen über die heutige kapitalistische Gesellschaft - wie bereits der Untertitel "Das verlorene Wissen um Gemeinschaft und Menschlichkeit" andeutet. Junger wuchs in einem Vorort von Boston auf und verzweifelte dabei an der Vorhersehbarkeit des Lebens in einem amerikanischen Vorort, in dem Häuser hinter dichten Hecken standen und die Nachbarn sich kaum kannten. Das von Stämmen überlieferte Gemeinschaftsgefühl und das Bedürfnis zu aktiver Solidarität sind hier im allgemeinen Wohlstand verschüttet. "Viele kulturübergreifende Studien haben gezeigt, dass die moderne Gesellschaft - trotz ihrer beinahe an Wunder grenzenden Fortschritte auf den Gebieten der Medizin, Wissenschaft und Technik - mit so vielen Fällen von Depression, Schizophrenie, schlechtem allgemeinen Gesundheitszustand, Angststörungen und chronischer Einsamkeit zu kämpfen hat wie kaum je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Wenn Wohlstand und Urbanisierung einer Gesellschaft zunehmen, steigen Depressions- und Selbstmordraten in der Regel eher, als dass sie sinken. Statt die Menschen vor klinischer Depression abzuschirmen, scheint höherer Wohlstand in einer Gesellschaft sie sogar zu fördern." (S. 40 f.) Die mit dem allgemeinen Wohlstand einhergehende Vereinzelung (die bereits vor über 50 Jahren vom italienischen Meisterregisseur Michelangelo Antonioni beispielhaft seziert wurde) entfernt die Menschen von ihren angeborenen Stammes-Gefühlen und führt zu allgemeiner Kommunikations-Unfähigkeit. So wird auch ein Betrug an der Gesellschaft in unmäßigen Dimensionen möglich: "Es steht zu vermuten, dass Jäger/Sammler ihre Version eines Sozialhilfebetrügers oder eines betrügerischen Bankers nicht weniger entschieden zur Rechenschaft gezogen hätten als einen Feigling. Man hätte ihn vielleicht nicht getötet, aber mit Sicherheit aus der Gemeinschaft verstoßen. Die Tatsache, dass ein paar Leute die amerikanische Gesellschaft mit Billionen-Dollar-Verlusten ... belasten kann, ohne eines Schwerverbrechens angeklagt zu werden, zeigt, wie weit der Zerfall der Stammesstruktur in diesem Land fortgeschritten ist." (S. 53) Sebastian Junger hat sein mit zahlreichen provokanten Fragen und Thesen aufwartendes Buch in vier Hauptkapitel untergliedert. Sicher wird gerade der deutsche Leser - die US-amerikanische Gesellschaft ist eben noch um einiges rücksichtsloser - bei einigen Thesen deutlichen Widerspruch anmelden. Aber genau in dem Diskurs des Nachdenkens über die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung liegt das Verdienst von TRIBE: "Wäre Krieg in jeder Hinsicht und in allen Auswirkungen unbestreitbar schädlich und absolut schlecht, würde er wohl nicht so oft geführt, wie es der Fall ist. Aber über die Zerstörung und den Verlust an Menschenleben hinaus aktiviert der Krieg althergebrachte menschliche Tugenden wie Mut, Loyalität und Selbstlosigkeit, die auf die Menschen, die sie erleben, überaus berauschend wirken." (S. 107) Später kommt Junger zu diesem bemerkenswerten Fazit: "Was den Menschen fehlt, ist vermutlich weder die Gefahr noch der Verlust, sondern die Geschlossenheit, die dadurch hervorgebracht wird." (S. 123) Der BLESSING-Verlag veröffentlichte das im Original 2016 erschienene Buch nun in hervorragender deutscher Übersetzung von Teja Schwaner und Iris Hansen. Lassen sie sich zum Nachdenken anregen - gesellschaftlicher Diskurs ist auch hierzulande von nahezu existenzieller Bedeutung.

Enttäuschend

Bewertung am 26.11.2022

Bewertungsnummer: 1833054

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich wollte dieses Buch eigentlich verschenken und bin froh, dass ich vorher nochmal reingeschaut habe. Einiges, z. B. die Beschreibung von Foltermethoden, wäre nicht gut angekommen beim Beschenkten. Meine Hauptkritik ist aber, dass die Wirkung von Krieg und Katastrophen auf die Psyche von Beteiligten komplett verharmlost wird. Natürlich geht in solchen Situationen die Zahl derer, die wegen Depressionen behandelt werden, zurück, aber wohl nur deshalb, weil es so viel andere schlimme Dinge gibt, um die Ärzte sich kümmern müssen. Die Nachwirkungen dieser Ereignisse werden überhaupt nicht ernst genommen und sogar PTBS wird als etwas Nützliches dargestellt. Ich habe das Buch nicht verschenkt, behalten möchte ich es auch nicht, also.... Schade, die Beschreibung klang ganz anders.

Enttäuschend

Bewertung am 26.11.2022
Bewertungsnummer: 1833054
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich wollte dieses Buch eigentlich verschenken und bin froh, dass ich vorher nochmal reingeschaut habe. Einiges, z. B. die Beschreibung von Foltermethoden, wäre nicht gut angekommen beim Beschenkten. Meine Hauptkritik ist aber, dass die Wirkung von Krieg und Katastrophen auf die Psyche von Beteiligten komplett verharmlost wird. Natürlich geht in solchen Situationen die Zahl derer, die wegen Depressionen behandelt werden, zurück, aber wohl nur deshalb, weil es so viel andere schlimme Dinge gibt, um die Ärzte sich kümmern müssen. Die Nachwirkungen dieser Ereignisse werden überhaupt nicht ernst genommen und sogar PTBS wird als etwas Nützliches dargestellt. Ich habe das Buch nicht verschenkt, behalten möchte ich es auch nicht, also.... Schade, die Beschreibung klang ganz anders.

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