Vivianne fällt aus allen Wolken, als ihr Mann Victor nach fünfundzwanzig Ehejahren einfach verschwindet und sie in ihrem Haus in Aix-en-Provence auf einem Berg Schulden sitzen lässt. Aus der Not macht sie eine Tugend, aus dem verwaisten Schlafzimmer eine Gästeunterkunft. Doch gerade als Chez Madame Vivianne zum heißen Tipp für Touristen wird und Vivianne dem gut aussehenden Félix begegnet, taucht Victor wieder auf …
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
ikatzhorse2005
aus Suhl
5/5
03.02.2019
Buch (Taschenbuch)
Einen Teil Frankreichs neu entdecken
Willkommen in der Provence ein Roman von Brigitte Guggisberg erschienen im DIANA Verlag
Vivianne, 49 Jahre, gebürtige Schweizerin, mit Problemzonen an der richtigen Stelle, hat alles, wovon eine Frau träumt, einen Franzosen, einen Banker als Ehemann, ein wunderschönes Haus mit Garten, fast das ganze Jahr über Sonne, nette Freundinnen, Träume, die sich bestimmt noch erfüllen lassen und ein unbeschwertes, sorgloses Leben mit allen Vorzügen in Aix-en-Provence. Dies ändert sich schlagartig, als Victor nach 25 gemeinsamen Ehejahren nicht nach Hause kommt. Nicht genug, hat er das Konto leergeräumt und sie auf einem riesigen Berg Schulden sitzen gelassen. Da ihr Ehegatte so schnell nicht wieder auftaucht, Verbindlichkeiten beglichen werden müssen und der Bankangestellte Vivianne aufs Dach steigt, muss schnell eine Lösung her! Aufgeben? Wegziehen? Nein! Mit Hilfe ihrer umtriebigen Freundin Aline entsteht aus einer genialen Idee: La vie en rose chez Madame Vivianne. Innerhalb kürzester Zeit setzt sie ungeahne Kräfte frei, erobert das Netz, stellt sich völlig neuen Herausforderungen und wird mit den unterschiedlichsten Charakteren konfrontiert. Zwischen diesen schwindeleregenden Aufgaben verursacht Felix, ein gutaussehendes männliches Exemplar, Vivianne gewaltige Hitzewallungen. Mit viel Humor meistert sie die neue Situation, die sich immer vertrauter anfühlt. Und dann steht plötzlich Victor vor der Tür...
Schon das Cover läd zum Vereisen ein, ein traumhafter Blickfang, passend zum charmanten, witzigen Inhalt. Die 33 Kapitel und 352 Seiten lesen sich flott weg, vobei die taffe Heldin anfänglich eher oberflächlich erscheint. Mit jeder gemeisterten Aufgabe und weiteren unerwarteten Enthüllungen zeigen sich charakterliche Besonderheiten. Im weitern Verlauf kristallisiert sich heraus, inwieweit wahre Freundschaft existiert, denn auch Vivianns Freundinnen und Feindinnen haben etwas zu verbergen. Mit Wortwitz und Situationskomik gelingt Brigitte Guggisberg ein amüsanter Roman, der so einige Klischees hinreichend bedient. Elegant eingebaute Phrasen, die sich nach einer Portion Lebensweisheiten anfühlen und den gesunden Menschenverstand kitzeln, treffen es auf den Punkt. Ein gelungener Schlußabsatz beendet gekonnt diese flotte Geschichte und es bleibt ausreichend Potenzial für eine Fortsetzung.
Fazit: In die warme, nach Lavendel duftende Provence mit all ihrem Liebreiz versetzt, habe ich jede Zeile sehr genossen, mit Vivienne gelitten und gelacht, mich einfach köstlich amüsiert, ein frischer (Frauen)Roman, Unterhaltungslitertur für zwischendurch.
Bewertung
aus Lahr
5/5
26.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein richtig toller Debüt-Roman
Willkommen in der Provence
von
Brigitte Guggisberg
Ein tolles Cover, eine tolle Gestaltung im Inneren des Buches, eine sommerliche Geschichte mit Flair, tolle Charaktere und ein flüssiger Schreibstil das erwartet dich wenn du
Willkommen in der Provence von Brigitte Guggisberg
liest.
Im Debütroman der Autorin geht es um Vivianne, eine Frau in den besten Jahren deren Leben sich von einem auf den anderen Tag total verändert. Ihr Mann Viktor macht sich auf und davon, lässt sie in einem Scherbenhaufen und mit einem Schuldenberg zurück. 25 Jahre war sie mit ihm verheiratet und eigentlich war sie zufrieden mit ihrem Leben, dachte ihren Mann genau zu kennen. Wo ist er?? Was ist mit ihm passiert??? Hat er nur eine Krise??? Viele Fragen gehen Vivianne durch den Kopf, dazu die Angst was die Freunde und Bekannte wohl dazu sagen würden. Nach Viktors Verschwinden ist sie gleichermaßen verzweifelt und wütend, aber man spürt auch das sie Angst vor der Zukunft hat . Sie organisiert ihr Leben neu, erkennt das in ihrer Ehe doch vieles nicht so rosig gelaufen ist wie sie dachte, vor allem aber auch das sie ihre eigenen Träume und Ziele im Laufe der Zeit aus den Augen verloren hat. Sie durchlebt verschiedene Phasen, letztendlich aber erkennt sie das ihre Freundin recht hat und kämpft sich mit neuen Zielen ins Leben zurück. Sie überdenkt ihre Situation und nimmt das einzige was sie hat ihr Haus und eröffnet ein Gästehaus. Chez-Madame Vivianne wird zu ihrem neuen Lebensinhalt und mit ihrem neuen Lebensinhalt kehrt einiges von der alten, jungen Vivianne zurück. Felix tritt in ihr Leben, vieles verändert sich, alles fügt sich und dann steht auf einmal Viktor vor der Tür.
Willkommen in der Provence ist ein richtig tolles Buch. Man kann sich gut in die Charaktere reinversetzen und mit ihnen fühlen. Mir hat besonders gut gefallen das keiner perfekt war, sondern alle ich Macken hatten. Eine Geschichte bei der die humorvolle Seite nicht zu kurz kommt, aber auch ein Buch mit Höhen und Tiefen. Ich mochte Vivianne von Anfang an und verbrachte eine tolle Zeit mit ihr. Es gab Wendungen und Überraschungen mit denen ich so nicht unbedingt gerechnet hätte. Die Autorin hat es geschafft mich mit ihrer Geschichte zu fesseln und die wundervollen Beschreibungen der Landschaft, des Gästehauses und vielen anderen Sachen haben bei mir dazu geführt das ich mir alles bildlich vorstellen konnte.
Eine tolle Geschichte von einer Frau die, die Ärmel hochkrempelt und ihr Leben in die Hand nimmt, einer Frau die eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt und die in dieser Zeit auch wächst. Obwohl ich kein Fan von offenen Buchenden bin, hier hat es gepasst und ich hoffe sehr das es vielleicht irgendwann mal noch eine Fortsetzung von Willkommen in der Provence geben wird. Viviannes Geschichte ist für mich noch nicht zu Ende.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und fünf Sterne für ein rundum gelungenes Debüt.
Klaudia K.
aus Emden
5/5
24.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Ein spriziger Urlaubsroman
Das Debüt " Willkommen in der Provence von Brigitte Guggisberg enführt uns in ein locker-stimmungsvolles Erlebnis in Frankreich.
Vivianne , ist schon seit über fünfundzwanzig Jahren mit ihrem Mann Victor, einem Bankdirektor in Aix en Provence, verheiratet. Von heute auf morgen verlässt sie sang und klanglos dieser bis dahin so grundsolide Ehegatte. Ihr bislang so unbeschwertes, glückliches Leben mit ihrem Mann und der Zeit mit den Freundinnen scheint vorüber zu sein, denn nun muss Vivianne sehen wie sie ihren Alltag rund um das Haus und den damit verbundenen Kredit, den ihr Victor ebenfalls hinterlies, organisiert zu bekommen. Sie kommt auf die geniale Idee das immerhin recht luxuriöse Häuschen auch an zahlende Gäste zu vermieten, um so an das nötige Geld zu kommen.
Ihre Freundinnen stehen ihr tapfer zur Seite und es ergibt sich unweigerlich, dass Vivianne viele neue Bekanntschaften schließt, darunter auch den attraktiven Felix, der ihr Herz schneller schlagen lässt.
Als gerade ihr kleines Unternehmen in Schwung kommt und sie sich sehr gut mit allem arrangiert taucht ganz unverhofft ihr Gatte Victor wieder auf.
Mit ihrem wunderbar flüssig geschriebenen Roman mit den zahllosen humorvollen Szenen entführte mich die Autorin schwungvoll in eine malerische Gegend, die obendrein noch durch das ganz besondere französische Flair ganz zwangsläufig ins Träumen geraten lässt.
Vivianne ist eine sehr sympathische und tatkräftige Frau, die über ihre sehr humorvolle Natur begeistern kann. Sie fackelt nicht lange, ergreift tatkräftig jede Chance und schafft mit Hilfe ihrer Freundinnen ein paradiesisches Feriendomizil für ihre Gäste. Die Story ist sehr temperamentvoll, platzt regelrecht vor Leben, reißt den Leser sofort in die turbulente Story hinein und lässt ihn quasi "hautnah" den Kummer und die Freude der Protagonisten miterleben. Das Thema "Freundschaft und Zusammenhalt" prägt diesen Roman aufs Beste und gibt dem Leser darüberhinaus noch die wirklich wichtige Botschaft mit auf den Lebensweg, dass es für eine Umorientierung und Neuanfang im Leben nie zu spät ist, selbst wenn die äußeren Umstände noch so schlimm sein mögen. Das wirklich süße und in meinen Augen gelungene Cover ist ein echter Hingucker. Man meint fast den unnachahmlichen Duft der Lavendelfelder zu riechen, die ein Flair der Erholung verströmen. Das kleine Auto marke "Rote Ente" fährt ins Urlaubsabenteuer hinein und verspricht uns schöne Tage in der Provence. Alles in Allem finde ich diesen Roman einfach großartig und eine spritzige Urlaubslektüre par Excellence - mit sympathisch skizzierten Charakteren zum Abschalten und Entspannen. Herzlichen Dank an Diana Verlag für den wunderschönen Roman.
Bewertung
aus Arbon
5/5
10.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsam , humorvoll und ironisch, genau die richtige Mischung
Für Vivianne ist es ein Schock, als Victor, ihr Mann , ohne ein Wort zu sagen, plötzlich weg ist und sich nicht mehr meldet. Nach fünfundzwanzig Ehejahren, lässt er sie mit einem Berg Schulden zurück und hinterlässt ein Chaos. Vivianne fühlt sich gedemütigt und versinkt in Selbstmitleid, bis ihre Freundin Aline sie aus diesem Zustand reisst und aus der Not eine Tugend macht, denn das grosse Haus bietet genügend Platz für Gäste . So wird das Gästehaus "Chéz Madame Vivianne" geboren und hält Vivianne finanzielle gerade so über Wasser .
So vergehen Monate und sie meistert ihr neues Leben gar nicht mal so schlecht und lernt so ganz nebenbei noch neue und aufregende Menschen kennen , allen voran Felix, einen attraktiven Arzt, der ihr Herz erobern will.
Doch da taucht plötzlich Victor wieder auf und bringt alles durcheinander.
Der Erzählstil ist sehr humorvoll, voller Selbstironie und angenehm locker und bietet eine Menge Abwechslung . Was mir vor allem gefiel, war das Ende, dass so gar nicht vorhersehbar war und vieles offen lässt. Weil einiges etwas überspitzt geschildert wurde, befürchtete ich schon einen schnulzigen Schluss, doch weit gefehlt.
So gebe ich gerne 5 Sterne.
nanu?!
aus Belgien
5/5
05.07.2017
Buch (Taschenbuch)
Bienvenue chez Madame Vivianne
Vivianne steht vor dem Nichts. Ihr Mann hat sich nicht nur einfach so, ohne Vorwarnung, aus dem Staub gemacht, er hat vorher auch noch das gemeinsame Konto leer geräumt.
Nun steht sie da, ratlos, wie es nun mit ihr weiter gehen soll.
Um nicht das Haus zu verlieren, beschließt sie, die leeren Zimmer an Touristen zu vermieten.
Aber das ist noch nicht alles womit sich Vivianne herum schlagen muss.
Und im ungünstigsten Moment steht Victor wieder vor ihrer Tür.
Was für ein schönes Buch! Da weiß ich ja gar nicht wo ich zuerst anfangen soll.
Vielleicht erstmal bei Vivianne, die wir im Roman in der Ich-Form begleiten dürfen. Dem Leser wird es anfangs schwer gemacht, sie direkt zu mögen. Immerhin ist sie die Frau des Bankdirektors und als solche wirkt sie ein wenig versnobt. Den Tag verbringt sie damit, ihr Haus noch schöner zu machen oder ihr Geld in die örtlichen Boutiquen zu tragen. Sie ist es gewohnt, immer den besten Tisch in ihrem Lieblingsrestaurant zu bekommen, auch wenn sie nicht reserviert hat. Aber das alles ändert sich schnell, denn auf einmal ist kein Geld mehr da, und Vivianne muss ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Ich finde, Vivianne ist mal eine tolle Figur. Sie reagiert schnell über, muss öfter als ihr lieb ist, über ihren Schatten springen. Sie macht schon mal aus einer Mücke einen Elefanten. Aber selbst in ihren größten Krisen behält sie doch immer ihren wunderbaren Sinn für Humor.
Dann gibt es noch Viviannes Freundinnen die sich gegenseitig, und mit einer stets bereiten Flasche Proscecco, in allen Lebenslagen unterstützen. Das was mir so an den Freundinnen gefiel, war das auch bei ihnen nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Und das auch ihre Geschichten mit in die Haupthandlung eingeflochten wurden. Somit steht nicht immer nur Vivianne im Mittelpunkt.
Vivianne muss also Zimmer an Touristen vermieten. Besonders über die ersten Gäste, erst die Pariser, danach die Amerikaner, habe ich mich köstlich amüsiert. Auch wenn gerade der Teil ein wenig klischeehaft rüber kam: Pariser sind arrogant, Amerikaner besonders laut, fand ich es doch jammerschade das danach kaum noch auf die Macken der Gäste eingegangen wurde. Schade, ich fand das waren erfrischend lustige kleine Nebenhandlungen. Davon hätte ich gerne mehr gehabt.
Die kleine Liebesgeschichte die es noch gibt, rückt zum Glück nicht zu sehr in den Vordergrund. Im Gegenteil, sie fügt sich wunderbar ein ohne den Rest zu erdrücken.
Der Stil der Autorin ist super. Man merkt geradezu welche Freude ihr Madame Vivianne bereitet hat. Und ständig haut die Autorin schlaue Phrasen raus, keine Ahnung woher sie die nahm, die aber immer passend gewählt waren. Der tolle Humor, die Feinheit der Figuren, die Schönheit der Provence... nichts wirkte zu überladen, es war immer glaubwürdig, immer genau richtig.
Das Ende empfand ich ein wenig zu abrupt. Ich kann mir aber gut vorstellen dass es da noch eine Fortsetzung geben könnte was ich sehr begrüßen würde. Dann hoffe ich aber mit mehr verrückten Gästen.
Ich weiß nicht ob die Autorin die Rezis ihrer Leser liest. Wenn sie es doch tut und irgendwann mal über meine stolpern sollte, muss ich ihr noch sagen dass die Antwerpenerin Rieke aus dem Buch mit ihrer Aussage über belgische Schokolade natürlich vollkommen Recht hat ;)
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