Inmitten der Grenzkriege zwischen der Glasstadt und dem Felsenreich Khatalah wird ein Mädchen geboren. Seine goldenen Iriden zeichnen es als Lichte aus, doch das dunkle Erbe seines Vaters begleitet es wie ein Fluch.
Um es vor der Grausamkeit der Nachtfresser zu schützen, wird es in die Welt jenseits des Tores gesandt.
Die sechzehnjährige Fiona führt ein unspektakuläres Leben zwischen der Gärtnerei ihres Großvaters und den Ärgernissen des Schulalltags.
Sie flüchtet sich in ihre Träume und lauscht der Sehnsucht, die ihr eine seltsame Melodie in die Seele wispert.
Eines Tages begegnet ihr ein Fremder mit nachtschwarzen Augen. Er behauptet, das Mädchen aus Licht und Schatten zu suchen, um es in seine Heimat zurückzubringen.
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Das Tor zur anderen Welt
margaret k. am 05.09.2017
Bewertungsnummer: 1046174
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Fiona führt ein ganz normales Leben. Eines Tages begegnet sie drei seltsamen Männern, die ihr erzählen, dass sie zu Größerem bestimmt ist und das ihre goldenen Augen weit bedeutender sind als sie denkt. Denn sie ist das unmögliche Kind von Schatten und Dunkelheit und nur sie kann die Welt retten.
Und damit beginnt eine fantastisches Abenteuer, welches ich in sehr kurzer Zeit verschlungen habe. Am Anfang und auch an einigen Stellen zwischendurch war ich jedoch etwas verwirrt, weil man die ganzen Namen und verschiedenen Völker erst einmal kennenlernen muss. Aber dann trifft man auf eine magische und sehr interessante Welt. Die Idee dazu ist sehr originell und doch gibt es bekannte Elemente aus dem Fantasygenre, wodurch man gut darin abtauchen kann.
Das Abenteuer an sich wird von einer Vielzahl von Charakteren bestritten, die alle ihre eigene Art haben und auch wenn sie nicht allzu tief veschrieben sind, so sind sie doch autentisch und wirken sympatisch. Besonders hat mir gefalllen, dass alles von einem witzigen Humor begleitet wurde und so auch ernste Stellen locker und unterhaltsam waren.
Außerdem wurden die meisten Situationen sehr real und ungeschönt beschrieben, was eine Seltenheit bei Büchern ist. Ich fan dies richtig gut, da es so realer und echter wirkte und ich die Personen besser verstehen konnte.
Allgemein kann ich das Buch nur weiterempfehlen. Es ist ein toller Auftakt und für viele Altersgruppen geeignet. Man wird in eine neue Welt entführt und hat dabei bei viel Spannung auch noch etwas zu lachen.
Fionas beschauliches Leben wird von einem Tag auf den anderen ziemlich auf den Kopf gestellt. Haben bisher die nervigen Schultage, Freunde, Jungs und die Gärtnerei ihres Großvaters ihren Alltag bestimmt, so stehen nun ganz andere, viel größere Herausforderungen an. Obwohl sie der irren Geschichte der drei Fremden keinen Glauben schenkt, ist sie schneller als sie schauen kann, in einer fremden Welt gelandet. Umgeben von Licht und Schatten, von drei Männern, die unterschiedlicher kaum sein könnten und den zahlreichen Gefahren der fremden Umgebung, muss Fiona versuchen ihren Weg zu finden.
Autorin Swantje Berndt konfrontiert ihre Leser gleich zu Beginn mit vielen Figuren, die man zunächst ein wenig ordnen und auseinander halten muss. Ohne große Vorbereitung landet man mitten im Geschehen. Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und mag die direkte Art, in die Handlung geworfen zu werden. Doch durch die Fülle an Figuren und die Komplexität der Zusammenhänge habe ich dieses Mal auch ein wenig gebraucht, um komplett in die Geschichte hinein zu finden und niemanden auf die falsche „Seite“ zu schieben.
Die Sprache ist größtenteils sehr klar und direkt, ab und an gibt es aber auch geheimnisvolle Andeutungen, die daher kommen, dass einige Charaktere nicht ehrlich aussprechen wollen, was eigentlich in ihnen vor geht. So kann man als Leser selbst mit grübeln und Schlüsse ziehen, bei denen man gespannt bleiben darf, ob es dann auch genau so ist.
Die fremde Welt, in die man eintaucht ist facettenreich und schön angelegt. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr über die verschiedenen Bewohner und die drohenden Gefahren. Fiona muss sich ziemlich umstellen und all den Luxus hinter sich lassen, den sie von der Erde kennt. Immer wieder eckt sie mit ihrem Wissen und ungewöhnlichen Lebensweisen an, muss sich überwinden, sich anzupassen und ihr eigenes Schamgefühl weit hinunter schrauben.
Fiona ist eine spannende Protagonistin, die reichlich Ecken und Kanten hat. Ich mag ihre eigensinnige, temperamentvolle Art, auch wenn sie es damit nicht immer leicht hat. Obwohl wir keine Ich-Perspektive haben, hat man einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und erlebt dadurch auch mit, wie sie sich verändert, wie sie an ihren Aufgaben wächst bzw. wachsen muss und sich an die Widrigkeiten gewöhnt, die ihr entgegenschlagen, wenn auch widerwillig.
Doch auch die anderen Charaktere haben es in sich. Besonders Cordic finde ich unglaublich interessant. Er hat eine sehr düstere Ausstrahlung, gleichzeitig aber auch anziehend und geheimnisvoll. Er ist gebeutelt von den Zwängen und Schwüren, die ihn fesseln und möchte doch am liebsten einfach ausbrechen.
Die zahlreichen Personen und Nebenfiguren komplettieren das komplexe Bild. Jeder hat seine Aufgabe zu erledigen, einiges greift ineinander, anderes scheint erst mal nichts miteinander zu tun zu haben. Ich bin gespannt, was sich da noch verflechten wird und was auf uns im nächsten Band zukommt.
Durch die Perspektivwechsel kann man verschiedene Handlungsstränge verfolgen, die parallel zueinander laufen. Man bekommt Einblicke in das Leben an verschiedenen Orten, bekommt die Unterschiede, Probleme und Pläne präsentiert und kann einige Dinge daher besser kombinieren, als die Figuren, die nicht über alle Absichten im Bilde sind. Nach und nach verflechten sich einige der Stränge oder trennen sich zu weiteren auf.
Immer wieder gibt es Wendungen und Überraschungen, Enthüllungen und weitere Geheimnisse, die es spannend machen, die Handlung zu verfolgen. Es gibt auch emotionale Passagen verschiedener Art, in der sowohl Fionas Verzweiflung, als auch Hoffnung, Zuneigung und Erleichterung zum Ausdruck kommen.
Es ist schon viel passiert im ersten Band, doch gleichzeitig ist man sehr neugierig, wie es weitergehen wird, ob Fiona ihren Aufgaben gewachsen sein wird, wie sich Cordic weiter entwickelt und welche Überraschungen noch auf uns warten.
Ein facettenreicher, spannender Auftakt mit zahlreichen Figuren, einem angenehmen Schreibstil, einer interessanten Welt, Emotionen und einem neugierig machenden Ende.
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