Es war Herbst, als es geschah. Jene bittersüße Jahreszeit, in der der Sommer seinen Abschied nimmt, um im Winter sein Ende zu finden.
Blätter in Herbstfarben sind es, die das Leben von Ari Mikalainen bestimmen. Sie gleiten in seinen Gedanken zu Boden, hüllen Tage und Nächte in ein düsteres Kleid. Aris eigener Sommer vergeht schon in Kindertagen, als seine beste Freundin Mira und er Zeugen eines grausamen Verbrechens werden.
Am Ende dieses Sommers steht ein geheimnisvoller Mann, der die Nächte durchstreift, auf der Suche nach Geschehnissen, die sonst von Dunkelheit verborgen bleiben. "Herbstbringer" nennen die Zeitungen das Phantom, das der Polizei Verbrecher auf dem Silbertablett liefert und kleine Blätter an den Tatorten zurücklässt.
Sind es nur zwei Geschichten eines einzigen Herbstes oder gibt es eine Verbindung zwischen Ari und dem geheimnisvollen Fremden?
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Karin Konrath
aus Feldbach
5/5
03.02.2021
eBook (ePUB)
Eine herzergreifende teils düstere Geschichte
Die zwei Hauptprotagonisten Ari und Mira gehen nach dem schrecklichen Verbrechen getrennte Wege, sie treffen sich jedoch immer wieder an bestimmten Tagen. Ari ist aufgrund der Geschehnisse schwer traumatisiert, von einer steten Traurigkeit erfüllt, lebt in der Vergangenheit wogegen Mira versucht nach vorne zu schauen und immer lacht. Nach einigen Jahren tritt der Herbstbringer auf den Plan, er hilft Menschen in Not, und liefert die Täter an die Polizei aus, an den Tatorten hinterlässt er immer ein Blatt. Eines Tages gibt es jedoch nicht nur Verletzte sondern auch einen Toten. Durch diesen Mord greift auch ein Kommissar ins Geschehen mit ein. Wer ist der Herbstbringer, weshalb macht er das alles und warum kommt es plötzlich zum Mord? Ich persönlich hatte bereits nach den ersten Kapiteln eine Vermutung, die sich dann später auch als richtig herausstellte. Dieses Buch ist so fesselnd und spannend geschrieben, aufgrund der Ereignisse sehr berührend und man leidet an vielen Stellen mit den Personen mit. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der gerne Krimis oder düstere Romane liebt und vergebe 5 *****
Bewertung
aus Schleswig
5/5
15.03.2017
eBook (ePUB)
Rezension zu "Die Blätter des Herbstbringers"
Klappentext
Es war Herbst, als es geschah. Jene bittersüße Jahreszeit, in der der Sommer seinen Abschied nimmt, um im Winter sein Ende zu finden.
Blätter in Herbstfarben sind es, die das Leben von Ari Mikalainen bestimmen. Sie gleiten in seinen Gedanken zu Boden, hüllen Tage und Nächte in ein düsteres Kleid. Aris eigener Sommer vergeht schon in Kindertagen, als seine beste Freundin Mira und er Zeugen eines grausamen Verbrechens werden.
Am Ende dieses Sommers steht ein geheimnisvoller Mann, der die Nächte durchstreift, auf der Suche nach Geschehnissen, die sonst von Dunkelheit verborgen bleiben. Herbstbringer nennen die Zeitungen das Phantom, das der Polizei Verbrecher auf dem Silbertablett liefert und kleine Blätter an den Tatorten zurücklässt.
Sind es nur zwei Geschichten eines einzigen Herbstes oder gibt es eine Verbindung zwischen Ari und dem geheimnisvollen Fremden?
Schreibstil
Gleich hier komme ich aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. So eine bildhafte und wundervolle Sprache! Fast jeder Satz verzückt, lässt einen die Herbstluft riechen, die immer wieder hereinstechende Kälte des Winters spüren. Siegmund hat definitiv ein Händchen für einen durchaus gelungenen Schreibstil!
Charaktere
Jeder Charakter hatte seine Geschichte, manche miteinander verbunden und andere werden im Laufe der Zeit hineingewoben.
So begleitete ich als Leserin Ari, der in jungen Jahren bereits seine Eltern verlor. An seiner Seite Mira, deren Eltern ebenfalls zur gleichen Zeit und an gleicher Stelle starben. Er beschützt sie, liebt sie, bewacht sie. Und doch scheint seine Liebe unerwidert, fern, haltlos. Gleichzeitig ist da der Herbstbringer, der Ari nicht ähnlicher sein könnte. Gerecht findet Ari, was der Herbstbringer den anderen antut, während er selbst durch die Straßen streift und seine Trauer niemals ganz loslassen kann.
Mira lebt ihr Leben irgendwie weiter, auch wenn sie nie ganz von dem schrecklichen Ereignis aus ihrer Kindheit losgelassen wird. Gerade Ari erinnert sie an diesen verhängnisvollen Nachmittag, der nach wie vor schmerzt. Doch dank ihrer Großmutter geht sie weiter ihren Weg, hat Freunde, lacht öfter und verbringt hin und wieder Zeit mit ihrem Freund aus der Kindheit. Sie liebt ihn auch, doch reicht ihre Liebe, um aus der Freundschaft zu Ari eine Beziehung zu machen?
Samu ist ein alter Ermittler, der Aris und Miras Fall damals nur am Rande mitbekam und als Polizist nicht wirklich etwas machen konnte, als man den Fall zu den Akten legte. Nun ist er auf den Herbstbringer angesetzt, der seine Opfer die selbst die Täter sind lethargisch zurücklässt, bereit, von der Polizei abtransportiert zu werden. Doch dann tötet der Herbstbringer zu ersten Mal und Samu muss genauer ermitteln. Dass seine Enkelin ein Opfer war, das der Herbringer rettete, wirft ihn in einen großen Zwiespalt.
Alles in allem schlüssige Charaktere, die lebendig werden, und die man so oder so lieb gewinnt.
Umgebung
Diese ist wundervoll umschrieben, auch wenn man nicht wirklich etwas mitbekommt. Dennoch ist man durch Siegmunds bildhaften Schreibstil so in der Umgebung drin, dass man auch nicht sagen kann, es gäbe keine. Aris und Miras Zimmer sind gut beschrieben, genauso wie Aris Wohnung oder eine Szene auf dem Friedhof. Ansonsten verschwimmt die Umgebung im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat. Es geht nicht darum, was hier oder dort steht, sondern was gerade stattfindet. Sehr gelungener Fokus!
Plot
Feine Stränge, die den Leser durch die Geschichte tragen. Ich musste längere Pausen während des Lesens machen, weil die Zeit schlichtweg nicht da war. Aber es lag auch daran, dass ich erstmal sacken lassen musste, was Siegmund mir da vorgesetzt hat. Ich habe das komplette Buch genossen, denn selbst nach ein oder zwei Wochen Pause schaltete ich meinen E-Reader wieder an und war einfach drin in der Geschichte, fortgetragen, von wo auch immer ich zum Lesen saß. Das macht einen starken Plot aus. Man vergisst ihn nicht!
Ende
Genau die richtige Dosis an Emotionen, Dramatik, Höhepunkt, Ausklang. Es ist ein Ende, das mich bis jetzt mitnimmt, das mich nicht loslässt. Ich fühle mich, als hätte der Herbstbringer bei mir selbst ein Blatt gelassen und ich habe keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Es war richtig und doch so falsch. Einfach perfekt!
Fazit
Dieser Roman bekommt von mir ganz klare 5 Sterne und eine gaaanz dolle Leseempfehlung. Kauft es, leiht es, lest es, verschlingt es oder lasst es euch wie ich wie zartschmelzende Schokolade auf der Zunge zergehen. Alles ist hier möglich.
Extra
Ich habe Die Blätter des Herbstbringers im Laufe einer Lovelybooks-Leserunde gewonnen. Danke an den Verlag ohneohren für das bereitgestellte epub.
Anmerkungen
Ich werde mir das Print holen. Ich werde dieses Buch öfter als dieses eine Mal lesen, es sollte zur Lektüre in Schulen werden, denn DAS war für mich das Nonplusultra! Sowas hätte als Teenie bereits meine Freude am Lesen total geweckt. Fabienne Siegmund hat einen neuen Fan :).
MoneP
aus Haltern am See
4/5
25.05.2023
eBook (ePUB)
Ein Buch das mich in seinen Bann gezogen hat.
Eines Tages spielen der siebenjährige Ari und seine beste Freundin, die fünfjährige Mira im Garten, während ihre Eltern sich im Haus unterhalten und die Gesellschaft ihrer Freunde einfach nur genießen. Doch als ein Auto vorfährt, drei fremde Männer an der Tür klingeln und sie miterleben müssen, wie ihre Eltern erschossen werden, ändert sich das Leben der beiden für immer. Sie überlebten nur, weil Ari sich und Mira versteckt. Auch fünfzehn Jahre später haben die beiden noch Kontakt, auch wenn Miras Oma und Aris Tante dies nicht gerne sehen. Die beiden haben Angst, dass Ari und Mira in der Vergangenheit stecken bleiben. Mira weiß kaum noch etwas von dem Vorfall, doch Ari will unbedingt wissen, was passiert ist. Und ich kann ihn voll und ganz verstehen. Er weiß, was er gesehen hat, doch obwohl er ausgesagt hat, was damals passiert ist, behaupteten die Medien etwas ganz anderes. Wenn meine Eltern umgebracht werden würden und etwas anderes behauptet werden würde würde ich auch so lange suchen, bis ich die Täter gefunden habe, auch wenn ich mich selber in Gefahr bringen würde. Ungewissheit ist das Schlimmste. Und falls sie in Gefahr geraten gibt es ja immer noch den „Herbstbringer“, der Menschen in der Dunkelheit vor bösen Gestalten beschützt. Oder hat er sogar etwas mit den beiden gemeinsam?
Es war ein wenig eigenartig, dass in dem Buch Respektspersonen geduzt wurden, wie z.B. der Polizist, aber darüber konnte ich hinwegsehen. Die Hauptcharaktere waren toll auch, wenn außer Ari und Mira nicht ganz so viele ausführlich behandelt wurden.
Während Mira, wie das Licht wirkt, ist Ari eher der Schatten. Die Geschichte um die beiden ist etwas besonderes. Sie war schön trotz, dass sie so düster war. Sie hat mich fasziniert, war träumerisch und es war zwischendurch wirklich spannend. Ich hätte noch viel mehr von Ihnen lesen können.
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