Drei wissenswerte Tatsachen 1. Dies ist eine Geschichte über den Tod. 2. Dies ist eine Geschichte über den Tod, der das Nasenbein gestrichen voll hat von rostigen Sensen und kratzigen Umhängen. 3. Dies ist eine Geschichte über den Tod, die folgende Dinge beinhaltet: - Das Leben - Das Schicksal - Eine Reise zur Zeit - Den todesmutigen Versuch, ein paar Menschen zu retten - Und ein zufällig gelüftetes Geheimnis, das alles über den Haufen wirft. Aber lest selbst.
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Eine interessante Ansicht über Herrn Tod und sein "Leben"
padmanpl.blog aus Frankfurt am 17.11.2017
Bewertungsnummer: 1062659
Bewertet: eBook (ePUB)
Vorweg möchte ich erklären, warum diese Geschichte anders ist. Sie behandelt nämlich Themen, die in der heutigen Zeit ein ziemliches Tabu geworden sind, obwohl sie täglich überall auf der Welt zugegen sind. Die Themen sind Tod und Sterben. Aber in einer Art und Weise, die spannend und interessant zu lesen ist.
Wichtig ist auch zu sagen, dass die Geschichte voll von schwarzem Humor, Sarkasmus, Ironie und Selbstironie ist. Wer sowas mag, so wie ich, wird oft und viel zu lachen haben.
Die Tatsache, dass der Tod personifiziert wurde und dieses Buch von seinen Erlebnissen im Laufe der Jahrmilliarden selbst geschrieben worden ist, stellt sich wahrlich als grandios heraus.
In der Geschichte selbst erfährt man viel über die Arbeit und das Leben von Tod und wie er nach und nach genug davon hat. Durch die Erzählung lässt Tod viel in seine Gedanken blicken und sozusagen auch hinter seine Kulissen. Diese Seite vom Tod ist eine, die eher nur sehr selten betrachtet wird. Mit der Zeit wird auch verständlich, warum er nicht mehr der Tod in dieser Form sein möchte. Sein Ruf ist einfach nicht der beste und daran möchte er unbedingt etwas ändern.
Seine Versuche sind herzallerliebst aber leider nicht mit Erfolg versehen. Diese sind sogar gut beschrieben, denn er versucht sich in Erster Hilfe. Man kann ihm jedenfalls nicht vorwerfen, dass er es nicht versucht hätte.
So muss er sich stets neue Dinge einfallen lassen und probiert diese auch aus. Irgendwann beschließt er eine Reise zur Zeit zu unternehmen um seinen Unmut zu äußern.
Seine Erzählung ist dabei jedoch nicht geradlinig, da häufig ein Rückblick oder Erklärungen zu Situationen mit unter Anderem weiteren Personifizierungen, wie zum Beispiel Leben, Zufall, Glück und weiteren, eingeschoben werden. Diese eingeschobenen Anekdoten bieten Abwechslung und machen meiner Meinung nach die Gesamtgeschichte verständlicher.
Man merkt insgesamt in diesem Buch, dass sich die Autorin ausführlich mit dieser Thematik beschäftigt hat. Schließlich werden auch die kulturell unterschiedlichen Vorstellungen beschrieben, welche Erscheinung der Tod hat. Denn er tritt nicht überall auf der Welt als der bekannte Sensenmann auf. Zudem ist die Idee, wie es sich mit dem Sammeln der Seelen verhält, schön durchdacht.
Die Vorstellung, dass Tod ein ganz angenehmer Zeitgenosse ist und wie er die Seelen der Verstorbenen abholt und diese sich ihm gegenüber verhalten, bieten eine neue, recht positive Sichtweise zum Tod und Sterben. Darüber muss man erstmal nachdenken, finde ich.
Der Charakter von Tod ist in diesem Buch sehr gut getroffen. Genau so stellt man ihn sich vor, wenn es um Charaktereigenschaften geht. Auch der Schreibstil passt und ist nicht zu kompliziert, so dass sich diese Geschichte sehr gut lesen lässt.
Die Idee und die Umsetzung, sowie die Darstellung vom Tod als Person, haben mich an dieses Buch gefesselt. Obwohl es kein spezielles Spannungshoch gibt, wollte ich dranbleiben um diese Geschichte weiterzulesen. Das ist wirklich nicht die Norm bei mir. Aber es machte Spaß zu lesen und der besondere Humor, der passend zum Tod ist, sind das entsprechende Tüpfelchen auf dem i.
Kurzum kann ich das Buch insbesondere jenen empfehlen, die sich ohnehin mit dem Tod als solchen beschäftigen und / oder eine Affinität zum schwarzen Humor besitzen. Für diese Menschen ist das Buch geradezu perfekt.
Manchmal braucht der Tod eben ein Marmeladenglas
east am 07.12.2023
Bewertungsnummer: 2083642
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
“Schicksal und Karma trafen sich in einer Bar. Was, ihr haltet dies für den Anfang eines Witzes? Ihr solltet mich inzwischen besser kennen. Ich mache keine Witze.”
Der Tod als Buchfigur ist ein eher seltenes Phänomen. Wenn er dann doch mal auftaucht, dann nur als Nebencharakter oder um ein paar Leute aus ihrem Leben abzuholen. Aber wie ist das Leben als Tod so? (Ja, genau solche Wortspiele beinhaltet das Buch in Massen)
Wir lesen die Memoiren eines Todes, der keine Lust mehr hat auf seine rostige Sense, voller Sarkasmus und einem nicht zu vernachlässigenden Anteil schwarzem Humor (muss ja, ne?) Ich hab noch nie so viel irre rumgekichert beim lesen.
Die Geschichte beinhaltet aber auch die Sicht des Todes auf das Leben, auf unsere Welt und aus der Distanz ergeben sich ganz neue Sichtweisen. Die Autorin hat es geschafft, in das Selbstmitleid und den Galgenhumor (höhö) eine ganze Menge Tiefgang und schlaue Sprüche zu verpacken.
Knochenjob ist also ein humorvolles Buch für Momente, in denen man ein Lachen und eine kleine Portion Mut gebrauchen kann. (Und niedliche Illustrationen vom Tod will man ja auch nicht verpassen.)
Und merkt euch: Manchmal braucht der Tod eben ein Marmeladenglas.
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