Das Leben kann ganz schön hart sein, findet Loretta Luchs. Der Job an der Sex-Hotline ist anstrengend, der Freund zu Hause erst recht. Um mal in Ruhe nachzudenken, zieht sie für ein paar Sommertage in den Schrebergarten ihrer Freundin Diana. Für Loretta ist die Kolonie "Saftiges Radieschen" das Paradies auf Erden. Selbst die ständige Präsenz von Muskelprotz Frank, der schneller redet als denkt, kann das Idyll nicht stören. Wohl aber die Tatsache, dass Parzellennachbar Uwe eines schönen Sommermorgens kopfüber in seiner Regentonne steckt - mausetot.
Ich hatte das Buch als Urlaubslektüre mit genommen und wollte mich überraschen lassen. Es ist sehr frech und gut zu lesen geschrieben. Das es sich noch zu einem spannenden Krimi mausert hätte ich anfangs nicht gedacht.
Hat mir gut gefallen
PMelittaM
aus Köln
3/5
06.04.2023
eBook (ePUB)
Erster Band einer Reihe, die mir insgesamt gut gefallen hat
Loretta Luchs hat Probleme mit ihrem Freund, und zieht vorübergehend in den Schrebergarten ihrer Kollegin Diana. Doch dort ist ihr auch keine Ruhe vergönnt – ein tödlicher Unfall folgt dem nächsten. Bald hat Loretta das Gefühl, dass die Unfälle womöglich herbeigeführt wurden, und da die Polizei ihr nicht glaubt, ermittelt sie eben selbst.
Dies ist der erste Band der Loretta-Luchs-Reihe, die im letzten Jahr mit Band fünfzehn beendet wurde. Ich bin seinerzeit mit dem vierten Band eingestiegen, und habe mittlerweile alle gelesen, nur dieser erste fehlte mir noch.
Tatsächlich ist hier schon einiges enthalten, was man aus der Reihe kennt, Loretta arbeitet bei einer Sexhotline, Diana und Doris sind ihre Kolleginnen, andere aus ihrem späteren Freundeskreis lernt sie hier kennen, und sogar Kommissarin Küpper ist bereits mit im Spiel.
Leider muss ich aber auch sagen, dass, wäre das der erste Band der Reihe, den ich gelesen hätte, ich auf die weiteren womöglich verzichtet hätte. Loretta ist mir hier nur semisympathisch, vor allem aber ist von Spannung keine Spur, und die Auflösung schon früh offensichtlich. Dass sich der Hauptcharakter oder jemand ihm nahestehendes am Ende in Gefahr begibt, nervt mich generell in Krimis, so auch hier, zumal die Sache in einer Form eskaliert, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Leider fehlt auch der Humor, der spätere Bände auszeichnet und zu „Krimödien“ macht.
Was ich mochte, ist, dass ich viele liebgewonnene Charaktere wiedergetroffen habe, und dass ich erfahren habe, wie es anfing mit dem immer einmal wieder ermittelnden Freundeskreis. Und natürlich das Cover, das auch hier schon Ommo Wille beigetragen hat, wenn es auch noch kein Rundum-Cover ist, er hat der Reihe einfach seinen Stempel von Anfang an aufgedrückt, und schon durch sein Werk immer wieder Lust auf die Romane gemacht.
Band 1 der Reihe konnte mich leider nicht so abholen wie viele der späteren Bände, hat aber meine Neugierde über den Anfang befriedigt und Freude über das Wiedersehen mit den Charakteren des späteren Freundeskreises bewirkt. Die Reihe insgesamt ist besser als dieser erste Band, ich kann sie nach wie vor empfehlen.
Bewertung
3/5
12.03.2021
eBook (ePUB)
Radieschen von unten
Ich kenne bereits den 11. und 12. Band von Lotte Mincks “Loretta Luchs”-Reihe, daher sind mir einige der Personen geläufig. Wenn man danach Teil 1 liest, weiss man auch, wer wo hingehört und wie alles begann. Für mich selbst wäre eine Schrebergartenanlage gar nichts, immer am gleichen kleinen Ort, immer die gleichen Leute, die vermutlich immer über die gleichen Themen reden und über die bereits plattgelachten Witze lachen. Vielleicht irre ich mich, so stelle ich es mir vor. Wenn ich Freizeit, Wochenende oder Urlaub habe, will ich einfach meine Ruhe haben, da wäre mir der Endlosplapperer Frank einfach zu viel und auch die “netten Damen von nebenan” würden mir zur Flucht vor zu viel Beisammensein verhelfen. Nun ja, Loretta muss sich gerade entscheiden, ob sie den faulen, fetten, spielesüchtigen Tom weiterhin ertragen will oder sich ein paar Tage bei den “Radieschen” austobt. Leider hat sie keine Alternativen, die paar Stunden an der Sexhotline lenken da auch nicht ab.
Die Ruhrpottschnauze liest sich lustig, aber ohne Punkt und Komma ist es einfach anstrengend. Dafür sind die Klamotten- (Dennis, Erwin) und andere Beschreibungen (Mahlzeiten, Gartengestaltung) sehr detailliert, als sei man direkt dabei.
Der Schreibstil ist locker, frech und direkt, die Kapitel haben einen “klugen Spruch” oder Motto und eine angenehme Länge. Das Titelbild ist farbenfroh und zahlreichen Details gestaltet, die man manchmal auch erst auf den zweiten Blick entdeckt.
Das Buch liest sich leicht und flüssig, man muss nicht um die Ecke denken, das macht Loretta schon, wenn auch teilweise unüberlegt und übertrieben.
Für “Radieschen von unten”, die ja so wirklich keiner gesehen hat, gebe ich 3,5 Sterne.
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