Die »Vereinigten Staaten von Europa«. Ein utopischer Traum? Schon am 19. September 1946 forderte Winston Churchill, der legendäre britische Kriegspremier, in einer Rede an der Universität Zürich, die heute wieder von erstaunlicher Aktualität ist: Wer die Gespenster des Krieges verbannen will, muss die »Vereinigten Staaten von Europa« schaffen. Heute scheint dieses Ziel wieder in die Ferne zu rücken. Frank-Walter Steinmeier sieht und benennt diese Gefahr klar und beschäftigt sich ganz im Sinne Churchills mit der gegenwärtigen Krise Europas. Flüchtlingsströme, Brexit und heftiger Streit in der EU dürfen dieses einzigartige Friedenswerk nicht beschädigen. Leidenschaftlich weist er Wege aus der Krise und findet deutliche Worte für ein geeintes Europa.
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4.0/5.0
Uli Geißler
aus Fürth
4/5
05.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vereinfachung des Komplexen
Weshalb die politischen Visionen in einer Rede von Winston Churchill aus dem Jahr 1946 der Autor als Ausgangsbegründung seiner - leider etwas oberflächlich wirkenden - Werbung für Europa wählt, ist eventuell der Eindeutigkeit dessen klarer Worte geschuldet. Vieles davon ist sicher die richtige und sinnvolle Idee für einen im Hinblick auf die massiven Herausforderungen der Zukunft dringend nötigen starken und handlungsfähigen Zusammenschluss.
Sympathisch und dennoch nicht Geschichtsklitternd ist es schon, den Aspekt, Spannungen und Krisen gemeinsam zu überwinden, „… die Fehler der Zwischenkriegszeit …“ wie Walter Steinmeier schreibt nicht zu wiederholen. Hier ist konstruktive Geschichtsfortschreibung gemeint. Ohne die Gräuel der Vergangenheit zu vergessen gilt es die angespannte Gegenwart überwinden und so die Zukunft einer friedlichen Weltordnung meistern.
Dabei ist ihm auch bewusst, dass die augenblickliche Dringlichkeit in der politischen Landschaft der richtige Umgang mit der Problematik einer keineswegs „rund“ laufenden Flüchtlingspolitik ist. Hier braucht es mehr gemeinschaftlich ausgehandelte Übereinkünfte und Beweise, dass Europa sicherer und stärker ist. Auch in Bezug auf die Asylsysteme sind Absprachen nötig und nicht zuletzt eine Wachstumsdynamik, von welcher die Menschen profitieren.
Als konkrete Handlungsanweisung für Mitentwickler eines Zukunftsfähigen Europas wählt der Autor abschließend in seinem Essay symbolisch die Unternehmung des „Eisernen Gustav“, welcher mit seiner Droschke nach Paris fuhr um für seine Zunft zu werben und eine fixe Idee in tätiges Handeln umzusetzen.
Den Schlusspunkt als Aufforderung zum Durchstarten jedoch setzt die komplette Züricher Rede Winston Churchills, welche er pathetisch beendet: „Lasst Europa auferstehen.“
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